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Wo einst die größte Feilenfabrik der Welt stand

Wellershauskotten mit Teich 1908 Foto: HIZ Remscheid Vom Dorfmüllershammer bis Wellershaus nahe Preyersmühle sind es 400 Meter Spaziergang an der Straße lang. Auf diesem Weg ist kurz vor Wellershaus auf der rechten Seite Industriegeschichtliches zu sehen: Alte Wehre und Graben zieren das Gelände. Man sollte ruhig mal vom Weg abgehen nach rechts an die ehemaligen Regulierungsanlagen, denn dann kommt auch wieder ein bisschen Historie zutage. Man sieht deutlich, dass der Eschbach dort mit einem Obergraben die Straße unterquert, der das Wasser früher in einen Teich leitete. Selbst ein altes Wehr steht noch an der hinteren Teichgrenze des Wellershauskottens. Die Gebäude der ehemaligen "Größten Feilenfabrik der Welt" Wellershaus sind Zeuge der Schleiferei, die an dieser Stelle mit einem Kotten nebst großem Teich angefangen hat. Im Mühlenkataster Wermelskirchen ist 1836 erwähnt, das Gottlieb Wellershaus und Josua Pickard diesen Kotten erbaut haben. 1853 wird der Schleifkotten zu Preyersmühle von Wwe. Gottlieb Wellershaus, mit einer Konzession vom 20.6.1836 versehen, erwähnt. 1862 wurde aus dem Unternehmen die "Gebr. Wellershaus". 1867 ist erstmalig von der Schleiferei der Gebrüder Wellershaus zu lesen. 1868 wird außer dem Schleifen noch die Fruchtmahlerei betrieben. Zu dieser Zeit sind C. Wellershaus und F.W. Schumacher im  Kotten aktiv. Bald wurde die Familie Wellershaus Alleineigentümerin. 1867 betrieben nur Gebrüder Wellershaus die Schleiferei, aus der sich eine Feilenfabrik entwickelte. Damals entstand hier ein Wohnhaus der Familie, wonach die Örtlichkeit ihren heutigen Namen erhielt.

Bereits 1886/87 fand eine Feilenhaumaschine (die verbesserte Ausführung einer 1873/74 als erster in Remscheid in Betrieb genommenen) Eingang in die Firma. Dankbar sei Gottlieb Wellershaus gedacht, der in der Feilenindustrie, ja der gesamten Werkzeugindustrie, gewirkt hat. "Es ist zu erwarten, dass bei der Tüchtigkeit der beiden Fabrikanten diese Industrie noch einen weiteren Aufschwung bringt, ist sie doch jetzt schon von nicht geringem Umfange", so schrieb die "Bergische Heimat" 1927.  Nach dem frühen Tod von Karl Wellershaus Anfang der 1960er Jahre, einem der letzten großen Repräsentanten der bergischen Feilenindustrie, erlosch die Firma, die in Zeiten der Hochkonjunktur 1910/20 mehrere hundert Arbeiter beschäftigte. Heute ist hier ein Gewerbegebiet, in dem sich viele Einzelbetriebe niedergelassen haben. (nach: Hämmer- und Kottenforschung in Remscheid. Herausgegeben von Günther Schmidt, Band 5 - Vom Blombach bis Eschbach)


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Kommentare

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Dr. Hannes Hopmann am :

Den Bericht "Wo einst die größte Feilenfabrik der Welt stand" möchte ich wie folgt kommentieren: Es war nicht "..die größte Feilenfabrik der Welt" sondern "..die größte Sägenfeilenfabrik der Welt". Dort wurden wohl auch Werkstattfeilen hergestellt. Aber man spezialisierte sich auf Sägefeilen, und hier hatte men den Größenrekord. Nicht nach dem Tode von Karl Wellershaus erlosch die Firma. Karl Wellershaus war allerdings der letzte Familienchef. Nach seinem Tode führte seine Witwe die Firma weiter bis ich, Dr. Hannes Hopmann, die Firma persönlich mit Wirkung zum 1.1.1962 erwarb. Ich führte Sie bis zum Jahr 1965 fort. Leider mußte ich die Firma wegen der desaströsen Lage auf dem Werkzeugmarkt liquidieren.

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