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1910 hatte Remscheid erst 70.000 Einwohner

Remscheid ist eine der jüngsten deutschen Großstädte. Erst nach der Eingemeindung von Lennep und Lüttringhausen im Jahre 1929 wuchs die Einwohnerzahl über 100.000. Wer durch die junge „Seestadt auf dem Berge" wandert, um nach vielhundertjährigen Denkmälern zu suchen, wird enttäuscht sein. Weder Fürsten noch Bischöfe residierten hier, weder Dome noch Hoftheater legten die Grundsteine dieser Stadt. Wir müssen schon zu den alten Höfen gehen und uns von ihnen die Geschichte der Stadt erzählen lassen.

Im Allgemeinen wächst eine Stadt von innen nach außen: um eine Kirche, um eine Burg und im Zeitalter der Technik um einen industriellen Mittelpunkt. Für die allgemeine Entwicklung einer Stadt ist das 800jährige Lennep ein Musterbei­spiel. Schon im Mittelalter kreuzten hier die großen Wege aus Nord und Süd und West und Ost. Kaufleute und Diplomaten wechselten in Lennep ihre Pferde. Gastwirte und Stadtväter nahmen sich dort gewinnheischend der vielen Gäste, der kleinen und hohen Herren an, während im heutigen Kerngebiet der jungen Großstadt noch das Hifthorn der Grafen von Berg erscholl.

Will man den vielfältigen Kombinationen folgen, kann man annehmen, dass Remscheid als Siedlung bereits im 11. Jahrhundert bestanden hat. Wertvolle Urkunden gingen durch die zahlreichen Brände des späteren Mittelalters verloren. Sie hätten uns wün­schenswerte Auskünfte geben können. So bleibt kein anderer Weg, als unter den man­cherlei Darstellungen die überzeugendste gelten zu lassen: Urkundlich wird Remscheid zum ersten Male im Jahre 1217 genannt. Über die Ent­stehung des Namens sind die Historiker geteilter Meinung. Nicht überzeugend wirkt die Annahme, dass „Remscheid" irgendwann als „Römerscheide" gelten konnte. Daneben vertraten andere Forscher die Ansicht, dass der Name Remscheid auf den heiligen Remigius, ehemaligen Bischof von Reims, zurückzuführen sei. Ob die Endsilbe in Zusammen­hang mit einer politischen oder natürlichen „Scheide" gebracht werden kann, wird wohl kaum geklärt werden. Die Namenschreibung ist vielen Wandlungen unterworfen, wobei man auch willkürliche, persönliche oder irrtümliche Schreibweisen einschließen muss. Vielleicht hat, wie auch vermutet wird, der gesamte „Hohe Scheid" (Holscheidsberg) den Namen viel eher getragen als eine einzelne Siedlung. Es ist anzunehmen, dass die einsamen Bewohner des großen Waldgebietes sich im frühen Mittelalter um das kleine Kirchlein, eine Schenkung des Grafen von Berg an die Johanniter, sammelten und damit den Grundstein zum Dörflein legten.

Nach den Darstellungen des bekannten Heimatforschers und Rektors Wilhelm Engels lagen im 14. Jahrhundert im weiten Waldgebiet versteckt die kleinen, den Herren von Berg zinspflichtigen Höfe, fast ohne Verbindung miteinander: Papenberg, Erekhusen, Reinshagen, Morsbach, Hasten, Kriemenholl, Stakelhusen usw. Einer dieser Höfe führte den Namen des großen Waldgebietes ringsum, genannt das „Remscheid". Kleine Fuß- und Waldwege führten nach und nach konzentrisch zu diesem Hofe, in dessen Mitte die alte Kirche der Johanniter stand. Sie alle bildeten zusammen die Honschaft, später das Kirchspiel Remscheid, wie uns eine Karte des Heimatmuseums aus dem Jahre 1675 zeigt. Bis 1808 bleibt Remscheid, trotz seiner bedeutungsvollen Entwicklung, das unscheinbare Dorf, das politisch seit 1350 zum „Ampte Bornefelt" gehört. 1808 zählt man 5.500 Einwohner. Erst Napoleon gibt ihm 1808 die Stadtrechte. Die weitere Entwicklung ist sprunghaft. Das bestätigen die Bevölkerungszahlen: Von 30.000 Einwohnern in 1880 wächst die Gemeinde bis 1900 auf 58.000, bis 1910 auf 70.000. Bis zum 31. Dezember 1887 gehört Remscheid zum Landkreis Lennep. Dann wird es selbständiger Stadtkreis. So vollendet sich die Entwicklung vom Hof zur Großstadt. Interessant ist in diesem Zusammenhang noch die Größe der Bodenfläche des Stadtgebietes, die mit 6.452 ha Remscheid zu einem der ausgedehntesten deutschen Stadtgebiete macht. (aus: „Remscheider Bilderbogen“ von Max Eulenhöfer aus dem Jahre 1950)


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