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IHK-Präsident beklagt "griechische Verhältnisse" in RS

IHK-Präsident Friedhelm Sträter

„Ein lebhaftes, überaus bewegtes und ereignisreiches Jahr liegt hinter uns. Und wieder war das Wort ‚Krise’ in aller Munde. Getreu dem Motto ‚Bad news are good news’ wurde das Krisenszenario von den Medien ‚gehegt und gepflegt’ und mitunter auch verstärkt,“ sagte IHK-Präsident Friedhelm Sträter am Abend auf dem IHK-Neujahrsempfang in der Historischen Stadthalle Wuppertal. Nach der Bankenkrise im Jahr 2007, der Finanzmarktkrise mit der Lehmann-Pleite in 2008, der Krise der Realwirtschaft in 2009 und der Staatsschuldenkrise im Jahr 2010 hätten sich im zurückliegenden Jahr Anzeichen einer Politik- und Gesellschaftskrise offenbart, und pessimistische Propheten sähen bereits ein verlorenes Jahrzehnt voraus. Dabei sei das Jahr 2011 zumindest für die heimische Wirtschaft – über alle Wirtschaftszweige hinweg – ein gutes Jahr gewesen. Sträter: „Die Inlands- und Auslandsgeschäfte entwickelten sich gleichermaßen gut. Fast jeden zweiten Euro Umsatz tätigen die bergischen Industrieunternehmen im Ausland. Daher sind sie auf gute Rahmenbedingungen für den Export angewiesen. Fast die Hälfte der Exporte geht in den Euroraum. Ein stabiler Euro und eine funktionierende Euro-Zone sind somit essentiell – und zwar nicht nur für die Industrie, sondern auch für die Regionalwirtschaft insgesamt.“

Die ersten Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK seien vor dem Hintergrund der Krisenszenarien erstaunlich positiv. Jedoch scheine der weitere Aufschwung etwas zu stocken. Eine wirtschaftliche Abschwächung oder gar Rezession liege „durchaus im Bereich des Möglichen“, vor allem, sofern die Staaten die Euro- und Staatsschuldenkrise nicht in den Griff bekämen. Hier scheine das Vertrauenskapital langsam aufgebraucht. Der Abbau der exzessiven staatlichen und privaten Verschuldung in der Eurozone sei ein „wichtiges wirtschaftspolitisches Anliegen. Ebenso geht es darum, neues Vertrauen in die Funktionsfähigkeit des Bankensektors und dessen Stabilität zu begründen. Einerseits sollen die Banken durch härtere Eigenkapitalregeln wetterfest gemacht werden, andererseits sollen sie die Kreditversorgung der Wirtschaft sicherstellen. Es wird sich zeigen, ob die notwendige härtere Bankenregulierung auch geeignet ist, das ‚Dauergespenst’ Kreditklemme weiterhin zu verhindern!“

Ein Umdenken bei der Staatsfinanzierung sei notwendig. Nach wie vor würden unfinanzierte „Wohltaten“ auf den Weg gebracht, Ausgaben erhöht und Einnahmen – etwa bei den Studiengebühren – gesenkt. Sträter: „Als IHK für das Bergische Städtedreieck begrüßen wir den Stärkungspakt Stadtfinanzen. Wuppertal ist mit jährlich 72 Millionen Euro, und damit mehr als erwartet, der größte Nutznießer. Wuppertal will und muss in den nächsten Jahren den Haushaltsausgleich schaffen. Während in einigen NRW-Städten – so leider auch in Oberhausen und Remscheid – bereits ‚griechische Verhältnisse’ herrschen, werden alle Hoffnungen der Landespolitik auf Wuppertal projiziert. Wuppertal hat den Vorteil, dass die Landesregierung die Stadt zum vorbildlichen Erfolgsmodell machen möchte.“

 

Zu den heute veröffentlichten Vorschläge der IHK für eine intensivere Zusammenarbeit im Bergischen Städtedreieck (durch die „Bergische Zukunftskommission“) meinte der IHK-Präsident in seiner Rede, es sei zu befürchten, „dass diese Ansätze in den Schubladen der Verantwortlichen verschwinden. Erste Reaktionen auf Vorschläge, wie das gemeinsame Dach für die wirtschaftsfördernden Aktivitäten der Region zu verstärken, lassen solches schon befürchten!“ An die Wuppertaler Stadtspitzen appellierte Sträter, nicht zum „David Cameron“ des Bergischen Städtedreiecks zu werden, sondern die Kooperation tatkräftiger voranzutreiben und nicht zu blockieren. In einem Verbund („Bergischen Oberzentrum“), von der Landesregierung planerisch als Einheit anerkannt, könnten die bergischen Großstädte gemeinsam zentralörtliche Funktionen wahrnehmen, zum Beispiel bei der Vorhaltung kultureller Einrichtungen, als Standort für oberste Landesbehörden oder auch für ein leistungsfähiges Gefängnis. „Statt Leistungsschwäche durch unabgestimmte Konkurrenz erfahren Sie eine Leistungssteigerung durch Teamwork!“

Auch das an der Blume geplante Designer Outlet Center sprach Sträter an: „Eine mögliche DOC-Ansiedlung wird nicht nur von der weit überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung begrüßt. Es wird als echte Chance gesehen, den Standort Remscheid und das gesamte Bergische Städtedreieck aufzuwerten. Ungeachtet der hierbei noch zu überwindenden hohen Hürden hat sich auch unsere IHK-Vollversammlung mit positivem Mehrheitsbeschluss für die Ansiedlung ausgesprochen. Dies ist eine politische Willensbekundung zur regionalen und städtebaulichen Entwicklung im Städtedreieck. (…) Wir können es uns nicht leisten, Investoren mit einem voreiligen Nein vor den Kopf zu stoßen. Ich bin froh um jeden Unternehmer, der zu uns kommen will!“

Die bergischen Unternehgmer bat der IHK-Peräsident, weiterhin in ausreichendem Maße Ausbildungsplätze anzubieten und ‚auf Vorrat’ auszubilden: „Geben Sie auch Bewerbern eine Chance, deren Bewerbungen und Zeugnisse nicht makellos sind. Nutzen Sie die Möglichkeit, sich durch Praktika und Einstiegsqualifizierungen von deren praktischen Begabungen zu überzeugen. Eine Ausbildung im eigenen Unternehmen ist die beste Antwort auf den steigenden Fachkräftebedarf!“

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Chronist am :

Sylvia Löhrmann, stellvertretende Ministerpräsidentin und Schulministerin von NRW, hat heute Friedhelm Sträter, Präsident der bergischen IHK, den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland I. Klasse, das sogenannte Bundesverdienstkreuz, überreicht. Der von der Ehrung sichtlich überraschte Unternehmer ist seit 1989 Mitglied der IHK-Vollversammlung. Von 1993 bis Mitte 1997 war er IHK-Vizepräsident und seit 1997 ist er Präsident der IHK. Als Vizepräsident der IHK-Vereinigung Nordrhein-Westfalen und Mitglied des Vorstands des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) setzt er sich auch in Düsseldorf und Berlin für die Interessen der Region und ihrer mittelständisch geprägten Wirtschaft ein. Im Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung (WSM) bekleidet er seit vielen Jahren das Amt des Vizepräsidenten. Außerdem gehört er dem Industrieverband Schneid- und Haushaltwaren (IVSH) sowie dem Industrieverband Blechumformung als Vorstandsmitglied an.

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