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Klima-Erkenntnisse fließen auch in neuen Regionalplan ein

Die Personen auf dem Foto (v. lks. n.r.): Carsten Zimmermann (BEA), Christoph Riegel (RWTH Aachen), Monika Meves (Umweltamt Stadt RS), Peter Vorkötter (Umweltamt Stadt RS), Prof. Dirk Vallée (RWTH Aachen). Foto: BEA

Mehr Wetterextreme auch im Bergischen Land spürbar“, überschrieb der Waterbölles am 25. Januar eine Pressemitteilung des Wupperverbandes. Auch die Stadt Remscheid muss auf den Klimawandel reagieren. Gemeinsam mit Solingen bewarb sie sich über die Bergische Entwicklungsagentur um Fördermittel aus der „Klimaschutzinitiative“ des Bundesumweltministeriums – und erhielt 85.000 Euro. Nicht allzu viel Geld für ein zwölfmonatiges wissenschaftliches Projekt, das die Auswirkungen des Klimawandels auf die beiden Städte darstellen und der Politik Lösungsmöglichkeiten aufzeigen soll. Aber besser als gar nichts. Und so machten sich denn am Mittwoch im Minoritensaal der Klosterkirche Prof. Dr. Dirk Vallée und Dipl. Ing. Christopf Riegel vom Institut für Stadtbauwesen und Stadtverkehr der Technischen Hochschule Aachen an die Arbeit. Konkret: Sie erläuterten rund 40 Mitarbeitern der Umweltämter, Forstämter, Stadtwerke, Entsorgungsbetriebe, Feuerwehren und Wirtschaftsförderungen der Städte Solingen und Remscheid sowie Vertretern der IHK und der Wasserverbände, Wohnungsmarktakteuren und Kommunalpolitikern, warum sie in den nächsten Monaten fest mit ihrer Mitarbeit rechnen.

Ist Wuppertal dabei außen vor? Carsten Zimmermann von der Bergischen Entwicklungsagentur: „Die Stadt Wuppertal hat dieses Thema bereits erarbeitet; ihre Ergebnisse werden in das regionale Gesamtergebnis einfließen.“ Wenige Wochen zuvor hatten alle drei Städte gemeinsam bereits die Bewilligung für ein weiteres Klimaschutzteilkonzept erhalten, das die Potentiale der Region im Bereich Erneuerbare Energien untersuchen wird. Die Ergebnisse aus diesen beiden Konzepten werden auch Eingang in den Regionalplan der Bezirksregierung finden, der in diesem Sommer überarbeitet werden soll. Nicht ausgeschlossen, dass sich die Erkenntnisse der Aachener Wissenschaftler auf das regionale Gewerbeflächenkonzept, auf Freizeitwirtschaft und Kulturlandschaft auswirken werden.

Wärmere und trockenere Sommer, wärmere und feuchtere Winter – dass sich das Klima schleichend verändert wird, ist mittlerweile klar. „Anpassung heißt, sich mit dem zu beschäftigen, was kommt“, so Prof. Vallée gestern auf einer Pressekonferenz im Anschluss an die Konferenz. Das gelte für die schleichenden Klimaveränderungen wie den langsamen Anstieg der Temperaturen genauso wie für plötzliche Extremereignisse wie Sturzregen oder Stürme. Besonders gefährdet seien dann Talsohlen und Steilhänge. Wie aber lassen sich die zu erwartenden Folgen von extremen Wetterlagen bei Planungen vorsorgend berücksichtigen? Was können oder müssen Unternehmer und Privateigentümer tun, um ihr Gut in Zukunft zu schützen? All das soll in dem Gutachten aufgeführt werden, das bis Ende des Jahres fertig sein soll. Vallée nennt ein Beispiel: „Wenn irgendwo in einem Tal ein neuer Parkplatz errichtet werden soll – warum sollte man dann nicht überlegen, ob sich nicht darunter in einem Zug gleich ein Regenrückhaltebecken bauen lässt!?“

„Man kann nicht genau sagen, wo und wann etwas eintrifft, es kann überall passieren“, warnt Vallée. So gelte es, in den Flächennutzungs- und Bebauungsplänen zu berücksichtigen, dass Kaltluftbahnen nicht verbaut werden, die Frischluft in die Zentren transportieren. Wo werden Wohn- oder Gewerbeflächen in Zukunft sinnvoll sein, wo lässt man besser Freiflächen? Dies betrifft in erster Linie die Kommunen, doch nicht nur für diese sind die Ergebnisse des Gutachtens nützlich. Feuerwehren können ihre Ausrüstung danach ausrichten. Auch Infrastrukturfragen werden behandelt, so dass auch der Landesbetrieb Straßen.NRW oder die Bahn Vorkehrungen treffen können.

Natürlich lässt sich für 85.000 Euro für Remscheid und Solingen das Rad nicht neu erfinden. Deshalb werden Prof. Dr. Dirk Vallée und seine Mitarbeiter auf die Erkenntnisse aus anderen Projekten und Modellvorhaben zurückgreifen, wo immer möglich. Vielfach stehe die Forschung aber erst noch am Anfang, obwohl die Auswirkungen auch im Bergischen Städtedreieck längst greifbar seien, denkt man an Hochwasser, die Schäden durch Kyrill und Erosionen an verschiedenen Hängen. „Das ist eine Pionierarbeit im Bereich Regionalplanung“, so Vallée. Mitarbeiter vieler städtischer Fachabteilungen hätten dabei „Hausaufgaben zu machen“.  Und sie müssten sich im Sommer auf Workshops einstellen, in denen Querbezüge zwischen den einzelnen Ämtern und Akteuren hergestellt und Lösungsvorschläge erarbeitet werden sollen. Die legt das Aachener Institut dann zum Jahresende den Kommunalpolitikern in beiden Städten vor. Vallée: „Dann wird man wissen, wie sich die Region an den Klimawandel anpassen kann. Welche unserer Vorschläge umgesetzt werden sollen, entscheidet letztlich die Politik!“ (Christiane ten Eicken / Lothar Kaiser

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