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Der Muezzinruf im Wechselbad der Gefühle

von Hans Gerd Göbert

Vor Monaten gab der Vorstand der DITIB bekannt, dass er ein „stummes“ Minarett an seine geplante  Moschee bauen möchte. Von wo aus also kein Muezzinruf erschallen werde. Eine klare, unmissverständliche Aussage. Daraufhin hat die W.i.R.-Fraktion einen Antrag im Integrationsausschuss gestellt, man möge dieses doch in Rahmen der Baugenehmigung festhalten. Weil es auch für die DITIB eine langfristige Planungssicherheit beinhalten könnte. Damit sich künftig auch ein anderer Vorstand noch an diese Zusagen erinnern werde, bevor er sie aus Versehen anders auslegen  würde. Deshalb der Vorschlag einer einvernehmlich  kurzen und  schriftlichen Fixierung. Die DITIB hat mehrfache Anfragen, ob das mit ihrem Verständnis von Toleranz übereinstimme, leider bis heute unbeantwortet gelassen. Warum, blieb bis heute unbekannt. Die W.i.R.-Fraktion hatte wegen ihres Antrags neben überwiegend zustimmender Resonanz auch ein paar herbe, an der Sache vorbeigehende Vorwürfe zu ertragen. Aber nicht in einem Fall von Muslimen. Das sollte in diesem Zusammenhang auch gesagt werden.

Vergangenen Freitag berichtete nun die Bergische Morgenpost unter „Verzicht auf Muezzinruf – Dauer unklar“: „Die DITIB hat sich noch nicht festgelegt, wie lange sie in der neuen Moschee freiwillig auf den Muezzinruf verzichten will. Das sagte Himmet Ertürk, Vorstandsmitglied und Beauftragter für den Moscheebau, bei einer Mitgliederversammlung der Grünen. Ertürk betonte, dass nach dem Grundrecht auf Religionsfreiheit für die DITIB ein Anspruch auf den Ruf des Muezzin vom Minarett bestehe, man aber in Remscheid zunächst freiwillig auf dieses Recht verzichten wolle. Für fünf Jahre, zehn Jahre oder für immer? Auf Nachfrage erklärte er dann aber, dass das Minarett in Remscheid nicht für den Muezzinruf gebaut werde, sondern als sichtbares Zeichen für eine Moschee diene.“

Noch einmal zum besseren Verständnis: Zuerst erzählt er, dass man sich noch nicht festgelegt habe, ob man den vor sechs Monaten zugesagten freiwilligen Verzicht einhalten will. Dann fügt er hinzu, man wolle vielleicht eine begrenzte Zahl von Jahren oder immer darauf verzichten. Um dann, offenbar auf Nachfrage der Grünen, zu erklären, dass das Minarett in Remscheid nicht für den Ruf des Muezzin gebaut werde. Vielleicht hat aber  das Vorstands-mitglied Ertürk nur seine eigene Meinung vertreten, die eventuell gar nicht mit der des gesamten DITIB-Vorstandes übereinstimmt? Das soll es ja schon mal geben.

 

Der BM-Redakteur Henning Röser schreibt dazu u.a. in seinem Kommentar: „Eine klare Aussage zum jetzigen Zeitpunkt  könnte die Gemüter beruhigen, würde zusätzliches Vertrauen schaffen. Diese Chance hat die DITIB am Mittwoch verpasst.“ - Es darf an dieser Stelle noch einmal daran erinnert werden, dass sich bei einer Leserumfrage der Bergischen Morgenpost  92 Prozent  dafür ausgesprochen hatten, dass man den Vorschlag der DITIB auf immerwährenden Verzicht des Muezzinrufes schriftlich fixieren möge. Dazu bedarf es nicht einmal eines Vertrages, lediglich eines in der Aussage lupenreinen Zweizeilers.

Für mich stellen sich inzwischen aber noch ganz andere Fragen im Zusammenhang mit der Ausübung der Religionsfreiheit:  Wenn Muslime, völlig zu Recht,  die Religionsfreiheit aller Religionen aus unserem Grundgesetz ableiten, frage ich mich jedoch, wo und wie sie dabei  konkret das Recht auf den Ruf des Muezzin geradezu als Selbstverständlichkeit heraus lesen? Etwa aus dem GG Artikel 4, Absatz 2 „die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.“?  Sonst konnte sich doch im Umkehrschluss jeder Christ oder Angehörige anderer Religionen, der mit seiner Familie zum Gebet am  Mittagstisch versammelt sitzt, durch den parallel erschallenden Ruf des Muezzin in der Ausübung seiner Religionsfreiheit gestört fühlen. Denn bekanntlich ist nach allgemein gültiger Auffassung unter Muslimen jeder Muslim verpflichtet, täglich fünfmal zu beten, auch spät in der Nacht gegen 4 Uhr. An  sieben Tagen in der Woche. - Wann und wie oft  die Kirchenglocken läuten, dürfte jeder in ihrem Umfeld wohnende Bürger wissen.  Jedenfalls nicht fünfmal pro Tag, an sieben Tagen in der Woche. Wie hat man es eigentlich in Remscheid in den zurückliegenden Jahrzehnten geschafft, die fünf Gebetszeiten pro Tag ohne Muezzinruf nicht zu versäumen? Doch nicht etwa mittels einer simplen Uhr?

Ich hege durchaus noch die Hoffnung, dass sich die DITIB-Gemeinde, als Mitglied von „Remscheid Tolerant“,  bald schriftlich dazu äußern wird, dass man sich an die vor Monaten gemachten Zusagen halten wird. Weil sich nämlich die meisten Remscheider nach wie vor auf  die schöne Moschee freuen möchten, da sie den Stadtteil  architektonisch und kulturell bestimmt aufwerten wird. Gut nachbarschaftliche Beziehungen basieren aber nun einmal auf Toleranz, Zuverlässigkeit und Glaubwürdigkeit. Es wäre sehr schade, wenn die DITIB jetzt weiterhin mit ihrer  mehr als  unverbindlichen Vorgehensweise die tolerante christliche Einstellung unterwandern und ihren Vertrauensvorschuss leichtfertig verspielen würde.

Selbst wenn der Vergleich hinkt. Die Baubehörde wird wissen, dass in Deutschland schon zahlreiche Tennisplätze geschlossen wurden, weil deren Anwohner sich durch das „Ploppen“ der Tennisbälle massiv gestört fühlten. Die deutschlandweite Debatte um den Muezzinruf  ist nämlich nur partiell religiös bedingt. Hier geht es um Lärm, wer immer ihn verursacht. Und bei permanentem Lärm, besser gesagt einer stetigen Geräuschkulisse in der Nachbarschaft, leidet bisweilen auch die Toleranz,  und das hilft dann niemandem langfristig weiter.


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Waterbölles am : Wochenrückblick vom 12. bis 18. März 2012

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„Chancen für Freiheitstraße wurden und werden verspielt!“ Wir sind verschieden, aber doch gleich… Als das Gedränge auf dem Markt noch beängstigend war Sanierung von Kanalächte auf der Neuenkamper Straße Die Junge Union ze

Kommentare

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Armin Gerhardts am :

Die Religionsfreiheit ist ein Bekenntnis aus einer Zeit, in der ohnehin 98 % dem Christentum angehört haben. Was keine Ansprüche erhebt, da es praktisch nicht vorhanden ist, kann man auch als Christ gerne tolerieren. Letztendlich war die Religionsfreiheit ein Instrument des Minderheitenschutzes nach den Erfahrungen im Dritten Reich - und nicht mehr! Wenn wir ehrliche Religionsfreiheit haben wollen, müssen wir unseren gesellschaftlichen Umgang mit Religion generell überdenken, und das heißt m. E. Abrüsten! Denn toleriert wird nur, das wurde in dem Kommentar deutlich, was einen selbst keinerlei beeinflusst. Ein Lippenbekenntnis eben. Im Übrigen, aber das habe ich ja in meinem vorherigen Kommentar schon aufgezeigt, ist das Glockengeläut oder der Muezzinruf wohl der größte Anachronismus, dem wir heute so frönen. Das mag sympatisch sein, aber dass mancher auch darauf beharren will, lässt mich persönlich ernsthaft daran zweifeln, ob wir tatsächlich eine gesteigerte emotionale Reife erlangt haben.

Sandra Maria Hefen am :

Es wäre doch das Einfachste, wenn sich alle Beteiligten an einen runden Tisch setzen würden. Die Kernfragen sind doch: Wie oft und wann sollte der Muezzin denn überhaupt rufen? Was können die Anwohner tolerieren? Die bisherigen widersprüchlichen Aussagen haben nicht zur Klärung beigetragen.

Harald Fetsch am :

Was ist mit Muezzinruf gemeint? Ein Muezzin, ein Mensch mit menschlicher Stimme ruft live? Oder eine Lautsprecheranlage beschallt die Umgebung, deren Lautstärke nach und nach immer lauter aufgedreht werden kann?

Eija Tirkkonen am :

Es ist über zehn Jahre her, dass die politische Feststellung - Deutschland ist ein Einwanderungsland - Aufsehen erregte. Vor einem Jahr regte der Satz des damaligen Bundespräsidenten - Islam gehört zu Deutschland - die Gemüter einzelner Bürger. Vielleicht regt sich niemand mehr in fünf oder zehn Jahren über einen Muezzinruf auf. Durch eine schnelle Recherche stieß ich auf eine vier Jahre alte Seite der DVU in Stolberg über den praktizierten Muezzinruf aus der Stolberger Moschee. Die DVU regte sich über die deutschen Mitbürger auf, die sich über den dreiminutigen Muezzinruf zum Freitagsgebet nicht aufregen ließen.

Fraktion der W.i.R. am :

Schreiben der W.i.R.-Fraktion an die Bürgerbewegung pro NRW, Postfach 10 1705, 40008 Düsseldorf: Sehr geehrte Damen und Herren, W.i.R. haben den Hinweis erhalten, dass Sie folgenden Text auf Ihrer Internetseite veröffentlicht haben. Zitat: „Ich werde … ein weiteres Mal auf die Wählergemeinschaft W.I.R. mit einem offenen Brief zugehen, in dem ich den Verantwortlichen nochmals eine Demoteilnahme mit umfassendem Rede- und Präsentationsrecht anbiete. (…) es sollte nun zum Wohle der Remscheider Bürger wieder zu Gesprächen zwischen PRO NRW und der WIR kommen, so wie es auch vor der Kommunalwahl 2009 bereits der Fall war.” W.i.R. fordern Sie auf, Ihre Lüge, dass die Wählergemeinschaft vor der Kommunalwahl 2009 mit Pro NRW Gespräche geführt hat, umgehend von Ihrer Internetseite zu streichen. W.i.R. haben zu keinem Zeitpunkt in der Vergangenheit Gespräche oder Kontakte bzw. Schriftverkehr, egal in welcher Form, mit pro NRW gehabt. Das wird auch für die Zukunft gelten. W.i.R. werden Ihr Angebot für ein umfassendes Rede- und Präsentationsrecht anlässlich der von Ihnen geplanten Demonstration definitiv nicht annehmen, so dass Sie sich die Briefmarke für Ihr geplantes Anschreiben sparen können. W.i.R. sehen unsere Position im Bündnis ‚Remscheid Tolerant‘ gut vertreten. Offensichtlich haben oder wollen Sie bis heute unseren Standpunkt ‚Pro Moschee - ohne Muezzinruf‘ nicht verstehen. W.i.R. werben für unseren Standpunkt ohne Wenn und Aber ausschließlich mit demokratischen Mitteln. Zwischen rechtspopulistischen und fremdenfeindlichen Organisationen und der Wählergemeinschaft in Remscheid (W.i.R.) liegen Welten.“

Fraktion der Linken am :

Zu den anhaltenden Diskussionen im Zusammenhang mit dem „stillen Minarett“ erklärt DIE LINKE im Rat der Stadt Remscheid: „Ob bewusst oder unbewusst: Mit dem Beharren der „Wählergemeinschaft“ auf eine schriftliche Vereinbarung für ein Minarett ohne Muezzinruf bedienen die Damen und Herren um Wieland Gühne in ihrem nie versiegenden Populismus einen in der Bevölkerung latent vorhandenen Vorbehalt gegenüber der Religion des Islam. Sie spielen offensichtlich bestimmten rassistischen Parteien in die Karten. Trotz des Verneinens von Kontakten zu diesen Vereinigungen gibt es mittlerweile zusätzliche, recht glaubwürdige Äußerungen von dieser Seite, dass es zur Kommunalwahl 2009 und der Landtagswahl 2010 zumindestens eine verdeckte Zusammenarbeit mit diesen Kräften gegeben hat. DIE LINKE stellt noch einmal klar: Artikel 4 des Grundgesetzes garantiert die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses.Diese Freiheiten sind unverletzlich und beinhalten auch das Recht einer jeden Glaubensgemeinschaft zu ihrer Religionsausübung die entsprechenden Gebäude zu errichten. Buddhisten ihre Tempel, Juden ihre Synagogen, Christen ihre Kirchen und Muslime ihre Moscheen. Entsprechend unseren Gesetzen ist die Errichtung von Gebäuden genehmigungsbedürftig. Dem Bau einer Moschee ist die Genehmigung zu erteilen, wenn keine öffentlich- rechtlichen Vorschriften dem entgegenstehen. Dies sind die bauplanungsrechtlichen Vorschriften des Baugesetzbuches, die bauordnungsrechtlichen Vorschriften der Landesbauordnung, das Bundesimmissionsschutzgesetz und die jeweils zu diesen Gesetzen erlassenen Verordnungen. Entsprechend der TA Lärm des Bundesimmissionsschutzgesetzes ist für die Errichtung der Moschee ein „Lärmgutachten“ vorzulegen, aus dem heraus dann ggfs. Auflagen oder Einschränkungen auch für den Muezzinruf abgeleitet werden. Dies sind die Fakten. Die von der „Wählergemeinschaft“ in populistischer Absicht aufgestellte Forderung nach einem schriftlichen Vertrag für eine Moschee ohne Muezzinruf stimmen nicht mit dem Grundgesetz überein. Auch verschiedenste Vorschriften bürgerlichen Rechts, hier insbesondere des Vereinsrechts, stehen einer dauerhaften vertraglichen Vereinbarung entgegen. Weder die W.i.R noch die islamische Gemeinde DITIB haben das Recht, sich über bestehende gesetzliche Vorschriften hinwegzusetzen.“ (Axel Behrend)

Thomas Brützel am :

Ich hätte nie gedacht, dass ich den Tag erleben würde, an dem die LINKE eine Gruppierung wie "Pro NRW" für glaubwürdig hält! Mahlzeit!

Armin Gerhardts am :

Ich schaue mir wöchentlich die Seite von denen an. Es ist interessant zu sehen, welches Verhältnis dort zur Wahrheit herrscht. Da 70 in NRW zusammengeklaubte Ewiggestrige in der eigenen Darstellung auch regelmäßig als "Großdemonstration" durchgehen und man glaubt für die schweigende Mehrheit zu stehen, wäre ich auch nicht verwundert, wenn ein informelles, nicht abgesprochenes Gespräch mit einem Mitglied der W.i.R. zur parteilichen Absprache gereicht. Allerdings wirft die Darstellung von Pro NRW schon Fragen hinsichtlich Alexander Ernst auf.

Hans Gerd Göbert am :

Sehr geehrter Herr Behrend, nach einem Blick auf die aktuelle "linke" Webseite ist mir als Autor des obigen Artikels, der durchaus versöhnenden Charakter zeigen sollte, noch Folgendes aufgefallen: Dort lautet Ihre Headline "Für Toleranz - GEGEN RECHTEN POPULISMUS", die Sie hier aber geschlabbert haben. Könnten Sie sich vorstellen, dass ich mich dadurch persönlich angesprochen fühle? Deshalb meine herzliche Bitte: Würden Sie das an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich bestätigen, damit ich daraus meine sehr privaten Lehren für die Zukunft ziehen kann? Man lernt ja nie aus. Darüber hinaus habe ich die große Hoffnung, dass "Remscheid Tolerant" ebenso eifrig, wie Sie nun die W.i.R. des rechten Populismus bezichtigen möchten, geschlossen die Einladung zu "Stolpersteine polieren..." am 18.3. um 11 Uhr am Quimperplatz annehmen. Sehen wir uns dort?

Nicole Gerhardt am :

Ob PRO NRW zu Recht oder zu Unrecht IN DIESER FORM stigmatisiert wird, lasse ich einmal dahingestellt. Viel schlimmer erscheinen mir die offensichtlichen Lügenmärchen der W.I.R. Denn die Rechten haben die Aufforderung der WIR nicht nur negiert, sondern mit Benennung von Ort und der beteiligten Personen sogar verifiziert! Es wäre wohl für alle dasB este, wenn die W.I.R. sich aus dem Bündnis Remscheid tolerant" zurückzöge!!

Fraktion der W.i.R. am :

W.i.R. haben mit Schreiben vom 12. März 2012 folgende Aussage gegenüber pro NRW gemacht: „W.i.R. fordern Sie auf, Ihre Lüge, dass die Wählergemeinschaft vor der Kommunalwahl 2009 mit pro NRW Gespräche geführt hat, umgehend von Ihrer Internetseite zu streichen. W.i.R. haben zu keinem Zeitpunkt in der Vergangenheit Gespräche oder Kontakte bzw. Schriftverkehr, egal in welcher Form, mit pro NRW gehabt. Das wird auch für die Zukunft gelten.“ Zu den in den Medien kursierenden neuen Aussagen von pro NRW nehmen wir wie folgt Stellung: An unserer Aussage, dass die W.i.R. zu keinem Zeitpunkt mit pro NRW Gespräche geführt hat, hat sich nichts geändert. Bis gestern wusste die W.i.R. nichts von dem Gespräch, das Alexander Ernst geführt hat. Auf Nachfrage erklärte er: Dass in 2008 ein Gespräch stattgefunden hat. Dieses Gespräch fand auf privater Basis zu Informationszwecken statt, ohne Auftrag und Kenntnis der W.i.R. Dass die von pro NRW behaupteten Absprachen frei erfunden sind. Dass er kein weiteres Gespräch mit pro NRW geführt hat. Abschließend möchten W.i.R. deutlich machen, dass es für uns selbstverständlich ist, das es auch in Zukunft keinen Fraktionszwang für unsere Mitglieder gibt und damit natürlich keinen Maulkorberlass, welcher regelt, wer mit wem Gespräche führt.

Nicole Gerhardt am :

Wollen Sie allen Ernstes der Leserschaft hier verklickern, ein langjähriges Mitglied Ihrer Fraktion (!) könne mit einem Generalsekretär und einem Bezirksbeauftragten "einfach so" private Gespräche zu "Informationszwecken" führen? Sorry, Leute das war's für die W.i.R. und ihre Glaubhaftigkeit!

Armin Gerhardts am :

Ihre Agitationist zum Fremdschämen, Frau Gerhardt - von der Quelle bis zur Mündung.

Michael Dickel am :

Generalsekretär, Bezirksbeauftragter - womöglich auch "Gauleiter" - Sie kennen sich ja gut mit der "pro NRW" aus. Nur die W.i.R., die scheinen Sie nicht zu kennen, sonst würden Sie so einen Stuss nicht schreiben. Was Herr Ernst, oder sonst wer, wann, mit wem und worüber gesprochen hat, ist genau so wichtig, wie der umfallende Sack Reis in China. Da ich die meisten Mitglieder der W.i.R. persönlich kenne, kann ich mit Gewißheit schreiben, dass sie von dem Gedankengut der Pro NRW meilenweit entfernt sind. Das weiß auch der politische Gegner. Gerade von der Partei "die Linken" eine solche Erklärung zu lesen, die selbst vom Verfassungsschutz beobachtet wird und ständig mit wahnwitzigen Äußerungen ihrer Mitglieder zu kämpfen hat, entbehrt nicht einer gewissen Komik.

Martin Gerhardts am :

Ich bin beeindruckt. Ich beobachte regelmäßig, was hier so los ist. Alles gestandene Politikkenner, möchte man jedenfalls meinen. Und auf die simpelsten Propagandatricks wird trotzdem reingefallen. Respekt.

Hans Gerd Göbert am :

Zu den baurechtlichen Vorschriften hätte ich noch eine Verständnisfrage, damit ich alle diesbzüglichen Auslegungen besser nachvollziehen kann. Im Jahre 1998 gab es in Remscheid bereits eine öffentliche Debatte zu diesem Thema. Nicht ganz so heftig wie jetzt, aber auch sehr emotional geführt. Das Ergebnis ist bekannt und kann heute noch nachvollzogen werden. Ein Ruf, ich glaube damals noch ohne Verstärker geplant, wurde nicht gestattet. Weil von allen Parteien offenbar auch nicht gewünscht? Haben sich in dieser Zeit die Baugesetze so grundlegend geändert, dass man es damals nicht zuließ, und der Ruf per Lautsprecher unter baurechtlichen Aspekten heute offenbar zwingend genehmigt wurden muss? Wenn es so sein sollte, dann ist es so. Aber welcher Fachmann klärt mich über den Sachverhalt auf? Dann würde es vielleicht auch dem Bauvorhaben der DITIB, das ich ausgesprochen gut und passend für den Stadtteil finde, ein kleines Stück weiterhelfen? Damit wieder etwas mehr Sachlichkeit in die Debatte einzieht. Es wäre zu schön.

Eija Tirkkonen am :

Sachlichkeit ist immer gut, aber hier wäre Normalität noch besser. Religionsfreiheit sollte man nicht mit Emissionsschutz eingrenzen. Die Toleranzgrenze kann man nur durch vorbehaltlose Kommunikation aushandeln. Es geht eben nicht um Industrie oder Sport, sondern um den Glauben, der ein untrennbarer Bestandteil des Lebens für viele darstellt. Wenn der Muezzinruf oder das Glockengeläut für die Glaubensgemeinden so wichtig ist, dann kann ich es doch die wenigen Minuten in der Woche tolerieren, -auch wenn es mich stören sollte. Ich bin übrigens sicher, dass die Diskussion in Waterbölles ein verzerrtes Bild widerspiegelt: Durchschnittsalter 60+? Bei den jüngeren ist die Normalität längst eingekehrt.

Armin Gerhardts am :

Jetzt machen Sie uns hier aber ganz schön alt, oder die mir nicht bekannten Personen hier sind alle 90 Jahre, um auf den Schnitt zu kommen. ;-) Die Normalität bei den Jüngeren sieht übrigens so aus, dass sie entweder radikalisiert glauben (evangelikal, kreationistisch, wahhabitisch), oder gar nicht mehr. (Shell Studie) In unserer Übertoleranz tolerieren wir gelebte Homophobie, Unterdrückung und Fremdenhass aus Zeiten einer patriarchalen Herrschaftskultur, weil es für viele "einen untrennbaren Bestandteil des Lebens" darstellt. Sobald ich an Karfreitag wieder tanzen oder ein Fußballspiel besuchen darf, und das Veranstaltungsverbot an christlichen Feiertagen nicht mehr polizeilich durchgesetzt wird, so dann bin ich bereit, auch das Kirchengeläut zu tolerieren. Wer allen Bürgern aufgrund seiner Weltanschauung, die ich nicht teile, aber vorschreibt, wann ich tanzen gehen darf und wann nicht, steht auf einem ganz schlechten Posten, um Toleranz einzufordern! Wer in Deutschland Erzieherinnen entlässt, obwohl sie staatlich finanziert sind, weil sei ein zweites mal heiraten, der muss sich auch erstmal erklären, was er unter Toleranz versteht! "Ich mag mich nicht gern mit der Kirche auseinandersetzen. Es hat ja keinen Sinn mit einer Anschauungsweise zu diskutieren, die sich strafrechtlich hat schützen lassen. (Tucholsky)"

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