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Altenhammer war zuletzt ein Ausflugslokal mit Teich

Vom Neuenhammer im Eschbachtal 400 Meter weiter talabwärts kommen wir an den Teich des ehemaligen Altenhammers. Eine alte Familienurkunde aus dem Halbach´schen Besitz zu Müngsten weist den zweiten Huttenplatz neben dem Neuenhammer nach: Im Eschbachtal legte "Peter auf dem Hohenhagen" 1591 eine Eisenschmelzhütte mit Gieserei und Hammerwerk "uff der Eifscherbach under Erinhusen" an. Der Standort Altenhammer gehörte zu der Zeit Peter uff dem Hohenhagen. Gustav Hermann Halbach entdeckte bei seinen Forschungen eine im Familienbesitz befindliche Urkunde folgenden Wortlaut: "Von Gottes Gnaden wir Wilhelm, Herzog zu Jülich, Kleve und Berg, Graf zu der Mark und Ravensberg, Herr zu Ravenstein usw. tun kund, nachdem unser Untertan unseres Amtes Bornefeld, Peter auf dem Hohenhagen, uns durch ein Gesuch untertänigst gebeten hat, ihm an Eifscherbach (Eschbach) unterhalb von Eheringhausen den Bau einer Eisenhütte und eines Hammers gegen Entrichtung des gebührlichen Zehnten zu bewilligen, und wir uns von unsern dortigen zuständigen Beamten untertänig haben berichten lassen, daß in fraglichem Gelände noch keiner eine Betriebsbefugnis besitzt: Obwohl noch im laufenden Jahre eine Hütte auf einem alten Hüttenplatze ohne vorherige Erlaubnis wieder instandgesetzt worden ist, so könnte eine weitere Neuanlage nur förderlich sein und Unterhalt und Auskommen geben. Demnach bekennen wir hiermit für uns, unsere Erben und Nachkommen, daß wir besagtem Peter die Erbauung geplanter Hütte nebst Hammer gnädig bewilligt haben. Wir verfügen weiterhin, daß niemand im Umkreis von 2 Meilen eine gleichartige Hütte oder einen Hammer errichten darf. Und weil zu dem Werke auch eine Gießereianlage gehört, so gewähren wir ihm aus dem hohen Walde und sonstwo Bau- und Rüstholz, doch abseits von pfadlosen Waldstellen, wie es auch in anderen Fällen geschehen ist. Dagegen hat er uns für die Dauer seines Betriebes von dem verhütteten Eisenstein den gebührlichen Zehnten zu entrichten. Mittels unseres aufgedrückten Geheim -Siegels gegeben zu Düsseldorf am 7. Januar unsres Herrn Geburt 1591. Hochernannt zeugend für meinen gnädigsten Fürsten und Herrn Herzog. Zu Zeugen Joes. Hardenrath und Redinghoven (als Schreiber). Somit ist die zweite Hütte im Eschbachtal mit einem Standort versehen.

Um 1675 scheint die gesamte Anlage zerfallen zu sein, denn 1679 wird durch Franz Hasenclever zu Ehringhausen ein neuer Reckhammer errichtet. Da zu der Urkunde und dem Gründungsgesuch 1591 nichts hinzuzufügen ist, betrachten wir die älteste Erhebung des Burger Kellners Johann Bernhard Francken aus dem Jahre 1692. Dieser Kellner war bekanntlich auf der Burg der bergischen Grafen der Verwaltungs- und Rechnungsbeamte, der die Steuern in Geld und Bodenerzeugnissen einzuziehen und zu verbuchen hatte. Dazu gehörte auch die sogenannte "Wassererkenntnis" ,womit die Abgabe für die Nutznießung der dem Landesherrn gehörigen Wasserkraft bezeichnet wurde. Die Wasserwerke an der Nordgrenze Remscheids, auf dem rechten Ufer des Morsbachs und Muckenbachs gehörten ins Beyenburger, die auf der linken Seite dieser Bäche ins Bornefelder Gebiet. Letztgenannte unterstanden daher der Kellnerei Burg. Engels vermutete, das der älteste Hammer aus dem Anfang des 16. Jhdt. stamme, also noch vor dem 1591 genehmigten Bau (Konzession vom 7.1.1591) bestanden habe. 1800 ist als neuer Besitzer Bernard Hasenclever vermeldet. 1824 ist … ist vom Sensenbreithammer der „Fabrikanstalt des Bernard Hasenclever & Sohne in Remscheid Ehringhausen“ die Rede. Zwei Klipperhämmer zum Schärfen und Polieren der Sensen waren installiert. 1815 standen an dieser Stelle drei Hämmer, davon einer mit Wohngeschoss, bewohnt mit vier Personen. 1867  sind in zwei Wohnhäusern insgesamt 16 Personen verzeichnet. (Nach dem 2.Weltkrieg war das Anwesen verwaist.)

1834 liest man von einem Meisterknecht und einem Lehrling, die in eigener Regie und alleinigem Lohn des Besitzers den Hammer betreiben. 1852 steht nur noch ein Hammer am Teich. Dieser wird von Johann Bernhard Hasenclever & Sohne mit mehreren Arbeitern betrieben. Ab1853 steht der Hammer still; das Wasserrad betrieb keinen Hammer mehr, sondern bis ungefähr  um 1914 nur noch die vier Schleifsteine des Meisters Donath, der hier - offensichtlich als Pächter- einen Kotten unterhielt. Laut "Hermann Hasenclever (Ehringhausen, 1935)" war der Altenhammer bis zum Abriss im Besitz der Firma Johann Bernhard Hasenclever & Sohne. Hammer II, 1629 konzessioniert, wurde von Franz Hasenclever zu Ehringhausen am gleichen Teich errichtet. Es war ein Klipperhammer, also ein Schnellschlager zum feineren Ausschlagen der Sensen. 1829 arbeitet der Hammer mit drei Wasserrädern für zwei Hammerwellen und einem Gebläse. Er hat nur halbes Wasser, deshalb ist er von Johannis bis Michaelis nur 1/4 der Zeit in Betrieb. 1834 wird der Hammer durch einen Knecht zum Polieren der Sensen im alleinigen Lohn des Besitzers betrieben. 1852 ist der Hammer nicht mehr in den Annalen aufgeführt. Die hier zuletzt ansässigen Wirtsleute Laudenberg wurden durch Abriss in den letzten Kriegsjahren gezwungen, ins Morsbachtal zu wechseln. Dort haben sie noch lange den „Morsbacher Hof“ betrieben. (nach: Hämmer- und Kottenforschung in Remscheid. Herausgegeben von Günther Schmidt, Band 5 - Vom Blombach bis Eschbach)


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Hans Georg Müller am :

Heute ist der Altenhammer-Teich ein Naturrefugium, wo sogar der Eisvogel zu sehen ist. Die Wasseramsel nistet oft an der Brücke zum Grillplatz. Der dritte am Eschbach-Wasser lebende Vogel ist die Gebirgsstelze. Einige Libellenarten haben ihr Reich dort. Selten schon gesichtet die Quelljungfer. Naturnützlich wäre es, wenn der Weg zwischen Teich und Eschbach nicht mehr betreten würde. Damit würden scheue Bewohner wie der Eisvogel nicht vergrämt.

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