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Neues Klimaschutzkonzept: Sinnlich konkret und realistisch

Foto: Lothar Kaiser

Was ist den Menschen eigentlich besonders wichtig? Meinungsforscher haben es herausgefunden: Der jährlicher Urlaub gehört dazu und die Rente am Ende des Berufslebens. Und der „Treibhaus-Effekt“ durch das Verbrennen von Kohle, Gas und Öl? Kaum ein Thema! Der Klimaschutz steht auf der Skala dessen, was persönlich als wichtig angesehen wird, ziemlich weit unten. Offenbar meinen viele, das Klima könne erst dann mit neuen Wüsten und Wetterextremen (Starkregen / Überschwemmungen) zum Problem werden, wenn sie sich von dieser Erde längst verabschiedet hätten. „Nur wenige werden sich aktiv engagieren“, sagte gestern im Großen Sitzungssaal des Rathauses vor gerade mal zwölf Zuhörer/innen Dipl.-Ing. Hubert Grobecker, Prokurist der Bielefelder „e & u energiebüro GmbH“ und dort verantwortlich für die Bereiche Energiesparen in Schulen und Verwaltungen, Energieanalysen und Bildungsveranstaltungen. „80 Prozent der Menschen stehen dem Problem gleichgültig gegenüber, und fünf Prozent sind Meckerer. Wirklich engagiert sind nur 15 Prozent!“

Gemeinsam mit seiner Kollegin Katrin Dittmann wird Hubert Grobecker bis August nächsten Jahres für Remscheid ein Integriertes Klimaschutzkonzept erarbeiten. Das hatte der Rat der Stadt Remscheid am 12. Mai 2011 beschlossen. Das Bundesumweltministerium fördert das Projekt bis August nächsten Jahres im Rahmen seiner "Klimaschutzinitiative" und übernimmt mehr als die Hälfte der Kosten. Seit 1. September darf die Stadt loslegen. Das Klimaschutzteilkonzept soll aus sechs Bereichen bestehen:

  • Energie- und CO2-Bilanz
  • Potenzialanalyse für die Bereiche Biomasse, Solarenergie, Windenergie, Geothermie und Wasserkraft
  • Beteiligung von Akteuren
  • Maßnahmenkatalog
  • Controllingkonzept
  • Konzept für die Öffentlichkeitsarbeit

„Der ungebremste Ausstoß von Treibhausgasen, an der Spitze Kohlendioxid (CO2) zwingt zum sofortigen Handeln“, wissen die Experten längst. Schon vor 20 Jahren, auf der Klimaschutzkonferenz in Rio de Janeiro, lautete die Devise „Global denken und lokal handeln!“ Daran erinnerte gestern zum Projektauftakt der städtische Beigeordnete Dr. Christian Henkelmann: „Die Stadt Remscheid verfährt schon seit Jahren nach diesem Leitsatz. Und dass wir eine energieeffiziente Stadt sind, beweisen eine Vielzahl von Aktivitäten städtischer Fachdienste, Tochter- und Beteiligungsgesellschaften.“ Wolfgang Putz, Leiter des städtischen Fachdienstes Umwelt beschrieb anschließend die bisher ergriffenen Maßnahmen zur Energieeffizienz. „Also fangen wir bei der Erstellung des Integrierten Klimaschutzkonzeptes nicht bei Null an, sondern können schon auf einem guten Fundament aufbauen!“, betonte Henkelmann. Allerdings lasse sich der Klimaschutz nicht von oben herab verordnen. „Vielmehr kommt es auf das Mitwirken vieler Akteure an!“

Der prämiierte Logo-Entwurf von Carina Stein.

Die gibt es in Remscheid bereits (auch wenn die wenigen Teilnehmer der gestrigen Auftaktveranstaltung dies nicht vermuten ließen): EWR, GEWAG, Kreishandwerkerschaft, Verbraucherzentrale NRW, Mieterverein, Stadtsparkasse, Forstverband, Effizienz-Agentur NRW, Berg. Universität Wuppertal, verschiedene städtische Fachdienste u. a. haben sich lose zur „Klima-Allianz Remscheid“ zusammengeschlossen mit dem Ziel, die Entstehung des Klimaschutzkonzeptes als Beirat zu begleiten und durch die Entwicklung eigener Maßnahmen positiv und werbewirksam zu unterstützen. Der Grundgedanke, der dahinter steht: Der Klimawandel, die globale Erderwärmung, erfordert von Politik und Wirtschaft, aber auch jedem einzelnen Bürger ein Umdenken, ein neues (Konsum-)Verhalten in Hinblick auf den Verbrauch von Rohstoffen und Energie.

Das Klimakonzept soll unter besonderer Berücksichtigung des Ausbaus erneuerbarer Energien vor Ort, der Energieeinsparung und der Energieeffizienz erarbeitet werden. Mit Hilfe des Ingenieurbüros e & u aus Bielefeld, die sich in einem Auswahlverfahren durchgesetzt hatten, sollen die Einsparpotenziale in den Bereichen Industrie, Gewerbe, kommunale Gebäude, Verkehr und private Haushalte ermittelt und eine Rangliste der besonders effizienten und erfolgversprechenden CO2-Minderungsmaßnahmen aufgestellt werden. Am Ende soll auch ein Katalog von zu erwartenden Investitions- und Anschubkosten sowie einer überschlägigen Berechnung der regionalen Wertschöpfung stehen. Dr. Christian Henkelmann: „Die Konzepterstellung wird beteiligunqsorientiert ablaufen, das heißt, es finden Einzelinterviews und Workshops statt; die Öffentlichkeit und die politischen Gremien werden regelmäßig informiert!“ Im September nächsten Jahres soll dann für den Rat der Stadt eine strategische Entscheidungsgrundlage und eine Planungshilfe für künftige Klimaschutzanstrengungen vorliegen.

Hubert Grobecker. Foto: Lothar KaiserFür den Gutachter Hubert Grobecker beginnt jetzt die Arbeit mit der Datenbeschaffung und der Bewertung bisheriger Maßnahmen. Dabei kann er zurückgreifen auf Stadtentwicklungsplan, Flächennutzungsplan, das Statistische Jahrbuch der Stadt, den Statusbericht „Erneuerbare Energien“, das Klimaschutzkonzept 1999, die (ebenfalls vom Bundesumweltministerium geförderten) Klimaschutzteilkonzepte „Anpassung an den Klimawandel für die Städte Solingen und Remscheid“ und „Erschließung der (im bergischen Städtedreieck)verfügbaren Erneuerbaren-Energien-Potenziale“ (gestern noch einmmalö vorgestellt von Monika Mewes), den Abschlussbericht „Regionales Bioenergiemanagement 2010-2011“, den Jahresbericht 2010 über die Klimaschutzaktivitäten im städtischen Fachbereich Umwelt, den Tätigkeitsbericht 2011 über die Klimaschutz-Aktivitäten im Fachdienst Umwelt, den Energiebericht 2008, Daten der Gebäudewirtschaft, den Remscheider Heizspiegel 2012 und die bisherige Bilanz der Aktion „Ökoprofit“ in mehr als 30 Remscheider Unternehmen. Besonderer Bedeutung kommt der CO2-Bilanz 2010 zu; sie soll in den Sektoren Wohnen, Gewerbe, öff. Einrichtungen und Verkehr fortgeschrieben werden. Einzelinterviews sind für Februar 2013 vorgesehen, Workshops für Mai 2013, der Endbericht mit Präsentation in einem politischen Gremium für Juni 2013 und der endgültige Ratsbeschluss für August 2013. Die Ziele des Integrierten Klimaschutzkonzept müssten SMART sein, meinte Hubert Grobecker gestern: Sinnlich konkret, mit messbaren Kennzahlen, attraktiv (motivierend), realistisch (erreichbar) und terminiert.“

Nachtrag vom 4.11.2012: Über den aktuellen Sachstand der Klimaschuutz-Projekte in Remscheid informiert die Verwaltung im Internet unter http://www.remscheid.de/leben/umwelt-und-natur/umweltschutz/146380100000090056.php.


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Waterbölles am : Ohne baldige Maßnahmen wird ehrgeiziges Ziel nicht erreicht

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  Statistische Grundlagen der Studie             Flächennutzung Remscheid Remscheid NRW   km2 % % Gebäude- und Freiflächen 21,7 29,1 12,8 Verkehrsflächen 7 9,4

Kommentare

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Stadt Remscheid am :

Hausbesitzer können attraktive Investitionszuschüsse erhalten, wenn sie ihr Heizungssystem mit einer thermischen Solaranlage ergänzen oder auf Holzpellets oder eine Wärmepumpe umstellen wollen. Diese Förderung wird für 1- und 2-Familienhäuser, in Mehrfamilienhäusern sowie in gewerblichen und öffentlichen Gebäuden angeboten. Das Förderprogramm wird vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) umgesetzt. Remscheid hat von der BAFA den Titel „Kommunaler Botschafter des BAFA-Marktanreizprogramms“ verliehen bekommen. In einer Infomappe erhalten Interessierte einen umfangreichen Überblick, welche Einsatzmöglichkeiten und Förderungen möglich sind. Die Infomappe gibt es kostenfrei bei der Stadt Remscheid, Fachdienst Umwelt, Tel. RS 163313 und per E-Mail an umweltamt@remscheid.de.

Chronist am :

Die Klima-Allianz Remscheid hatte einen Klimaschutzpreis für Schülerinnen und Schüler ausgeschrieben, und der wird nun am Freitag, 27. Juni, um 10 Uhr in der Klosterkirche in Lennep verliehen. Mit dem Preis werdenschulische Dokumentationen zu vorbildlichen Aktivitäten zur Energieeinsparung, zur effizienten Nutzung von Energie und zur Nutzung erneuerbarer Energien gewürdigt. Schülerinnen und Schüler waren aufgefordert, bei ihren Eltern oder im Bekanntenkreis zu erfragen und in den Betrieben in Remscheid oder im Umland zu erforschen, auf welche Weise dort (z.B. in der Produktion, in der Verwaltung, im Lager/in der Logistik oder in allen anderen Bereichen) sparsam mit Energie umgegangen wird und Ressourcen gespart werden.

Brigitte Kieslich am :

Welch wunderbarer Gegensatz: auf der einen Seite wird ein Klimaschutzpreis verliehen, auf der anderen Seite werden mit dem Bau des Outlet-Centers alle Klimaschutzziele ad absurdum geführt. Wo ist die Vorbildfunktion der Stadt? Was nützt es, Schüler zu sparsamem Umgang mit Ressourcen und Energie im Kleinen anzuhalten, wenn gleichzeitig im Großen unnötiger Verkehr und die damit einhergehende Umweltbelastung billigend in Kauf genommen werden? Es ist extrem "ressourcensparend", wenn man Kunden aus einem weiten Umfeld nach Remscheid lockt, um dort Dinge einzukaufen, die sie eigentlich nicht brauchen, in ähnlicher Form in ihrem Heimatort evtl. zu Fuß oder per Rad einkaufen oder per Internet bestellen könnten!

Michael Heimlich am :

Angesichts des geplanten DOC-Projektes in Lennep: Mein Kompliment, das ist beste Polit-Satire, weiter so ! Ich erinnere mich da an eine Sendung im TV-Abendprogramm, die da hieß "Neues aus der Anstalt..." Hoffentlich kommt kein Schüler auf die Idee, im Rahmen einer solchen Projektarbeit die "Auswirkungen eines DOC auf den Klimaschutz in Remscheid " zu untersuchen... Ihm bliebe dann wohl nur der "Trostpreis".

David Schichel am :

Sehr geehrte Frau Kieslich, sehr geehrter Herr Heimlich, bei allem Respekt für Ihr Engagement gegen das geplante DOC, aber Ihren Missmut an einem Schülerinnen- Preis auszulassen, finde ich verfehlt. Weder die Initiatoren (in der Mehrzahl keine Politiker) und erst recht nicht die TeilnehmerInnen erscheinen mir als die richtigen Adressaten. Wir sollten vor dem Hintergrund der DOC- Diskussion nicht damit anfangen jegliches gesellschaftliches Engagement zu diskreditieren, nach dem Motto "Wer für bzw. gegen das DOC ist, hat sein Recht verwirkt sich einzubringen". Das Gegenteil ist der Fall. Meinen herzlichen Glückwunsch und ein großes Kompliment allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern!

Heike Koch-Eschweiler am :

Sehr geehrter Herr Schichel, hier drückt doch niemand seinen Missmut an einem Schülerinnen-Preis aus! Sowohl Frau Kieslich als auch Herr Heimlich zeigen lediglich den offensichtlichen Widerspruch zwischen Theorie und Praxis in elementaren Umweltfragen seitens unserer Stadtführung auf. Es wird von niemandem angezweifellt, wie wichtig es ist, die nachfolgenden Generationen für Umweltschutz und nachhaltiges Handeln zu sensibilisieren und ihr Engagement zu loben und auszuzeichen! Badet diese Generation die Fehlhandlungen der jetzt Agierenden doch in besonderem Maße aus! Die mündige Bürgerin fragt sich allerdings, wie unsere Stadtführung auf der anderen Seite ein Projekt wie das DOC mit all seinen negativen Folgen für unsere Umwelt gegen die von ihr selbst verfassten Leitlinien zum Klimaschutz (s. Integriertes Klimaschutzkonzept der Stadt Remscheid) gegen den Willen vieler Bürger/innen auf "Biegen und Brechen" durchpeitschen will?

Brigitte Kieslich am :

Sehr geehrter Herr Schichel, natürlich halte ich es für sinnvoll, bereits Kindern und Jugendlichen sparsamen Umgang mit Energie beizubringen. Zu diesem Ziel wird ein solcher Preis sicherlich beitragen. Allerdings wäre es sinnvoll, wenn sich auch die Erwachsenen dem gleichen Ziel verschreiben, und davon ist in Remscheid gerade in der Diskussion um das DOC herzlich wenig bis gar nichts zu sehen! Gerade in Ihrer Partei hätte ich hierzu deutliche Worte und auch Taten erwartet. Wenn ich nicht irre, gehört doch auch die Stadt Remscheid der KlimaAllianz an, die den Preis ausgeschrieben hat???!!! Daher kann ich Herrn Heimlich mit seiner Einschätzung "Polit-Satire" nur zustimmen, und auch ich hätte gern gewusst, wie eine Projektarbeit mit dem Titel "Auswirkungen des geplanten DOC auf den Klimaschutz in Remscheid" wohl angekommen wäre. ...

Chronist am :

Zu dem vom Rat der Stadt beschlossenen Integrierten Klimaschutzkonzept gehört auch der „Klima-Check für Verwaltungsvorlagen“. Dabei muss jede Organisationseinheit der Stadtverwaltung, die eine Vorlage erstellt, eine qualifizierte Aussage machen zu deren klimarelevanten Aspekten. Denn Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel seien eine Querschnittsaufgabe, die nicht nachträglich an ein Projekt bzw. eine Maßnahme angedockt werden könne, sondern von Anfang an mitberücksichtigt werden müsse, heißt es erläuternd in einer Mittelungsvorlage zur Sitzung des Entwicklungsausschusses am vergangenen Donnerstag. Im Ratsinformationssystem wird der elektronische Vordruck für Vorlagen durch eine voreingestellte Überschrift inkl. eines Freifeldes zur Erläuterung ergänzt. Das Verfahren könne dann im Oktober starten. Darauf sei er gespannt, sagte in er Sitzung Günter Bender (Grüne).

Chronist am :

Über den von der Verwaltung zugesagten internen „Klima-Check“ freute sich heute im Ausschuss für Bürger, Umwelt, Klimaschutz und Ordnung Susanne Fiedler von den Grünen: „Ich hoffe, dass dies zu einer Sensibilisierung insgesamt führen wird!“

Michael Heimlich am :

Diese Sensibilisierung, liebe Frau Fiedler, hätte ich mir bei den Grünen in Remscheid bei ökologisch wesentlich relevanteren Themen gewünscht, z.B. bei den Entscheidungen ihrer Fraktion zum DOC in Lennep! Aber manche "Ökologen" können sich ja schon über die "kleinen Dinge" im Leben freuen! Wenn's denn reicht?

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