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Entscheidung über SPD-Bundestagskandidat(in) noch unklar

Ein kleiner Kreism von SPD-Mitgliedern aus den Ortsvereinen Lennep und Lüttringhausen war zur Kandidatinnenvorstellung ins Rölntgen-Museum gekommen. Foto: Lothar Kaiser 

Der Solinger Gerd Brems (60) tritt bei der Bundestagswahl 2013 für die FDP an. Das steht bereits fest. Ob die Wuppertaler Gymnasiallehrerin Gunhild Böth, Landessprecherin ihrer Partei, im Bundestagswahlkreis 103 (Solingen, Remscheid, Wuppertal Cronenberg und Ronsdorf ), für die LINKE kandieren wird, entscheidet sich voraussichtlich im November. Die CDU will ihren Bundestagskandidaten im Dezember nominieren. Der Wuppertaler Bundestagsabgeordnete Jürgen Hardt hat gute Chancen, von seiner Partei wieder ins Rennen geschickt zu werden, nachdem der Remscheider CDU-Kreisparteivorsitzende Jens Nettekoven – der frischgebackene Bundeswehr-Hauptmann ist der nächste Nachrücker auf der CDU-Liste für ein Landtagskandidat in Düsseldorf eigene Ambitionen in Berlin ebenso dementiert hatte wie Arne Moritz aus Solingen. Und wen wird die SPD als Kandidaten/Kandidatin für den Bundestagswahlkreis 103 benennen? Das ist elf Tage vor der entscheidenden Delegiertenversammlung in Solingen noch unklar.
Dass sie einmal in Thessaloniki, der zweitgrößten Stadt ihres Heimatland Griechenland, als deutsche Kommunalpolitikerin über den „Bürgerhaushalt in deutschen Kommunen“ im Allgemeinen und die schwierige Finanzlage der Stadt Solingen im Besonderen referieren werde, hätte sich Ioanna Zacharaki vor 31 Jahren nicht träumen lassen. Damals war sie, das Abitur in der Tasche, ihren Eltern nach Deutschland gefolgt, „ohne Sprachkenntnisse und ohne soziales Netzwerk“, um schon ein Jahr später ein Magisterstudium in Germanistik und Soziologie zu beginnen. „Das war keine leichte Jugendzeit“, berichtete sie am Donnerstag im Röntgen-Museum einem kleinen Kreis von Mitgliedern der SPD-Ortsvereine Lennep und Lüttringhausen: die Eltern als Gastarbeiter zehn Jahre lang in der Ferne und zu Hause der pflegebedürftige Großvater.  

Heute ist Ioanna Zacharaki 49 Jahre alt, Mutter von zwei Töchtern (21 und 18), seit 18 Jahren Referentin für Integration und Interkulturalität bei der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe e.V. in Düsseldorf, nachdem sie fünf Jahre lang als Diakonie-Beraterin in Remscheid und Solingen arbeitete. Und nebenberuflich Lehrbeauftragte der Ev. Fachhochschule in Bochum mit den Schwerpunkten Migrationssozialarbeit, interkulturelle Öffnung und Entwicklung sozialer Dienste sowie gesellschaftliche Partizipation von Zugewanderten. Es seien ihre persönlichen Wertevorstellungen gewesen – soziale Gerechtigkeit, Respekt, Zusammenhalt, Solidarität, Gleichberechtigung,  Teilhabe am öffentlichen Leben unabhängig von Alter, Geschlecht und Herkunft – , die sie 1999  in die SPD geführt hätten, stellte sich Ioanna Zacharaki den Remscheider Genossinnen und Genossen vor. Eine Kandidatur für den Rat der Stadt hatten ihr die Genossinnen und Genossen in Solingen damals aufgrund ihrer Aktivitäten im Migrationsrats auch ohne die sonst übliche lange Kärrnerarbeit in einem SPD-Ortsverein zugestanden.

Möchte in den Bundestag: Die Solingerin Ioanna Zacharaki. Foto: Lothar KaiserSeit 13 Jahren gehört Ioanna Zacharaki nun dem Rat der Stadt Solingen an, engagiert sich im Ausschuss für Schule und Weiterbildung und im Zuwanderungs- und Migrationsrat (was dann im Dezember 2010 zur Einladung nach Thessaloniki führte). Zeit also, um ein neues Kapital im Leben zu beginnen? Das jedenfalls möchte die gebürtigen Griechin – und wird dabei vom Solinger SPD-Fraktionsvorsitzenden Ernst Lauterjung unterstützt, der ihr großes Wissen in Migrationsfragen bescheinigt. Ioanna Zacharaki soll im nächsten Jahr für den Deutschen Bundestag kandidieren. Der Solinger Unterbezirksvorsitzende Josef Neumann meint sogar, mit Zacharaki ließe sich im Herbst 2013 das Direktmandat im Wahlkreis Solingen, Remscheid, Wuppertal-Cronenberg und -Ronsdorf gewinnen.

Dass der Unterbezirks Solingen Ioanna Zacharaki einstimmig nominiert hat, spricht dafür, dass sie dort – wohl auch wegen regelmäßiger Bürgersprechstunden und eines „kommunalpolitischen Stammtisches“ in ihrem Wahlbezirk – über ein gutes Netzwerk verfügt. Das aber ist noch kein Garant für einen Erfolg auch im Remscheider und Wuppertaler Teil des Bundestagswahlkreises. Deshalb Ioanna Zacharakis gegenwärtige „Ochsentour“ durch die Untergliederungen der SPD in Remscheid und Wuppertal, wo sie bislang kaum jemand kennt. Und die Zeit drängt. Denn der Termin für die Delegiertenversammlung der Partei, auf der die Kandidatin (oder der Kandidat) gewählt werden soll, steht bereits fest: Am 30. Oktober werden in Solingen insgesamt 68 Vertreter der SPD-Unterbezirke aus Wuppertal, Remscheid und Solingen zusammenkommen, um die/den Bewerber/in zu wählen.

Bei einer Kandidatur für den Deutschen Bundestag kommt es nicht nur auf Kopf, sondern auch auf Herz an, will sagen: Fachwissen/Kompetenz ist gut – je breiter, desto besser –, aber auch die „Chemie“ muss stimmen: Der Kandidat / die Kandidatin muss nicht nur beim Wählervolk „ankommen“, sondern auch beim Parteivolk. Denn nur dann kann der/der Kandidat/in im Wahlkampf auch wirklich auf die Unterstützung vieler Parteimitglieder hoffen – und schließlich auf möglichst viele Kreuze in der Wahlkabine.

Deshalb sah und hörten die Lenneper und Lüttringhauser Parteimitgliedern am Donnerstag ganz genau hin, als sich ihnen Ioanna Zacharaki in gleicher Weise präsentierte, wie sie es tags zuvor vor den Mitgliedern der Ortsvereine Stadtmitte-Hasten, Süd und West im Foyer der Stadtbücherei getan hatte – eher mit sozialen als mit wirtschaftlichen Themen. Manches blieb – auch in Anbetracht der Themenfülle – nur schlagwortartig. Zum Mindestlohn:  „Wir brauchen ihn bei 7,5 Millionen Menschen im Niedriglohnbereich flächendeckend, damit die Arbeitgeber nicht mehr machen können, was sie wollen!“ – Zur Schere zwischen Arm und Reich: „Gute Bezahlung und gute Bildung sind der Garant für sozialen Aufstieg!“ – Zum Bundeswehreinsatz im Ausland: „Den Einsatz gegen den Völkermord auf dem Balkan kann man anders sehen als den gescheiterten in Afghanistan!“ – Zur Euro-Krise: „Nicht nur eine Finanzkrise, sondern auch eine politische Struktur- und Identitätskrise!“ (ein Zitat von Helmut Schmidt)

Ein „Heimspiel“ waren die beiden Vorstellungsrunden in Remscheid gewiss nicht. Spürbar blieb bei den Parteimitgliedern am Ende eine gewisse Skepsis. Sie ist den Mitgliedern des SPD-Unterbezirks Remscheid nicht entgangen. Deshalb hat der Vorstand sich für den kommenden Dienstag verabredet, um das weitere Vorgehen zu beraten. Noch sind schließlich weitere Kandidaturen möglich.


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