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Küster: Statt zeitgenössischer Kunst "Kotzbrocken in Löwenform"

Musik- und Kunstschule zieht in die Häuser der Galerie“, titelte der Waterbölles am 25. März im Anschluss an eine Sitzung des Kulturausschusses. Dieselbe Vorlage der Verwaltung stand gestern auch auf der Tagesordnung des Rates der Stadt. Was Karl Heinz Humpert, der Vorsitzende des Kulturausschuss, am vergangenen Dienstag mündlich geäußert hatte, brachte die CDU-Fraktion gestern als schriftlichen Antrag ein: „...dass die Verwaltung rechtzeitig vor dem Beginn von Umbaumaßnahmen in dem Gebäudeensemble Scharffstraße 7 / 9 ein mit seinen finanziellen Auswirkungen hinterlegtes Gesamtkonzept zur Nutzung (auch in visueller Form) sowie eine detaillierte Stellungnahme des Denkmalschutzes dem Rat und den beteiligten Fachausschüssen zur Kenntnis und zur Beschlussfassung vorlegt“. Begründung: „Da durch den Umbau des Galeriegebäudes in Räumlichkeiten für eine schulische Nutzung erhebliche Eingriffe in die historische Substanz des Gebäudes notwendig sind, erwarten wir, dass uns die geplanten Maßnahmen in detaillierter Form zur Kenntnis gebracht werden. Zur Sicherstellung der denkmalpflegerischen Akzeptanz erwarten wir eine sachbezogene und begründete Expertise der Denkmalschutzbehörden zu den geplanten Maßnahmen, um eventuelle nicht-fachbezogene Eingriffe in die Gebäudesubstanz zu verhindern.“ Der Antrag wurde einstimmig angenommen.

Wie schon am Dienstag bedauerte Klaus Küster (Linke / Foto rechts) auch gestern die endgültige Schließung der Städtischen Galerie als bundesweiten Ausstellungsort für zeitgenössische Bildende Kunst. Er erinnerte daran, dass bereits in der voraufgegangenen Ratsperiode die Städt. Graphothek „ohne einen erkennbaren sinnvollen Grund“ plattgemacht worden sei. Das nunmehrige „Ende der Präsenz von zeitgenössischer Bildender Kunst in Remscheid“ sei auch „das Ende eines fortschrittlichen Kulturauftrages.“ Glossierend meinte er weiter, die „Mehrheitskräfte“ hätten jedoch beizeiten für Ersatz gesorgt: „Die bemalten Abklatsche eines weder „Bergischen" noch „Remscheider" Löwen, den uns die Nazis 1939 auf den Rathaus-Platz stellten, verunzieren nun immer noch unsere Stadt. Fahren Sie mal über den Zentralpunkt. Dort zeigen gleich zwei dieser Kotzbrocken auf der dortigen Verkehrsinsel, was die politische Mehrheit unserer Stadt unter Kunst und Kultur versteht, bzw. was sie und wie sie diese fördert. Nicht nur in den Nachbarstädten lacht man über solche Tölpelhaftigkeit. „Stolz auf Remscheid", wie es der Briefkopf der Spezialdemokraten nebst Löwen vermerkt? Da kenne ich nur eine Empfehlung: Schämen Sie sich!“


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Kommentare

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Chronist am :

Für die W.i.R. betonte gestern Thomas Brützel die Notwendigkeit, in Remscheid als Ersatz für die Städtische Galerie nach einem "neuen Raum für zeitgenössische Bildende Kunst" zu suchen.

Klaus Konkel am :

Da wäre in der Bahnhofstraße in Lennep ein adäquates Gebäude zu nennen, in Verbindung mit den alten Poststellen am Bahnhof räumlich machbar. Aufwertend für den Bahnhofsbereich und für die Kunst, kann man auch mal in mehreren Gebäuden verweilen.

Sabine Düwell am :

Tolle Idee! Hat mich auf einen Vorschlag zur gewünschten Dreifach-Sporthalle gebracht: Man nehme das Sportbad und baue es entsprechend um, anschließend denke man über neue Räumlichkeiten für Schwimmer nach! Kostet natürlich ein paar Euros, aber was soll's. Bei der Galerie macht es ja auch nichts, dass die speziell für ihren adäquaten Betrieb getätigten Investitionskosten, die allein für die professionelle Beleuchtung und die Alarmanlage im sechsstelligen Bereich lagen, nun obsolet geworden sind. Und es stört auch nicht, dass ein externer Gutachter wegen der Schallschutzproblematik die Sinnhaftigkeit und Finanzierbarkeit des Musikschul-Unterfangens in den denkmalgeschützten Häusern in erheblichem Maße anzweifelt. In diesem Sinn also "ran an die Sporthalle, wird schon gelingen!" Und für die Finanzierung eines neues Schwimmbades findet sich doch bestimmt ein Förderverein.

Christian Groger am :

Zeitgenössische Kunst wird in Remscheid nicht gebraucht! Wir Remscheider brauchen eine 1 € Kultur und keine Denker! Wieder einmal zeigt sich, kleinkarriertiges Denken ist gefragt und kein Ort der Begegnung - ich weine um die Galerie, die seinerzeit mit soviel Liebe und Kreativität in Remscheid einen festen Platz im Kulturbereich eingenommen hat - die Idee, die Kunst in eine Schwimmhalle zu verlagern (Frau Düwell) hat mich fasziniert, Freischwimmer bewältigen die Distanz in der Hand über der Wasseroberfläche jeder ein zeitgenössisches Kunstwerk dabei - wer heile ankommt wird sicher sein, sein Kunstwerk wird in Remscheid ausgestellt -wo auch immer...!!

Lothar Kaiser am :

In der gestrigen Sitzung des Kulturausschusses kam Klaus Küster (Linke) auf seine Kritik an den "Kotzbrocken in Löwenform" zurück und fragte an, wann denn die Bevölkerung endlich von den „unbergischen“ Löwen-Standbildern im öffentlichen Raum befreit werde, darunter von „den beiden Scheußlichkeiten am Zentralpunkt“. Da kein Vertreter der Kulturverwaltung zugegen war, antwortete Andreas Meike vom Stadtmarketing: Für die erteilten Standgenehmigungen gebe es keine Befristung. Ausschussvorsitzender Karl Heinz Humpert folgerte daraus, die Frage der „öffentlichen Löwen“ werde sich „auf Dauer rein materialtechnisch erledigen“. Das aber kann dauern...

Burkhard Mast-Weisz am :

Ich bedauere diese Diskussion. In Unterrnehmen und Einrichtungen haben sich viele im Vorfeld der Löwenparade Gedanken gemacht, wie die Löwen gestaltet werden. Tausende Menschen haben die fertigen Löwen am Tag der Parade gefeiert. Und jetzt können wir sie an vielen Stellen in der Stadt sehen. Keine "Scheußlichkeiten", sondern schöne Symbole der Verbundenheit mit unserer Stadt. Und diese Symbole sollten sich auch nicht "materialtechnisch" erledigen, sondern gepflegt werden.

Michael Mahlke am :

Es hat schon was, wenn sich der Oberbürgermeister der Stadt Remscheid ausdrücklich hinter ein Nazisymbol stellt, das für Judenverfolgung. Massenmord und Weltkrieg steht. Das ist wohl einzigartig in Deutschland.

Lothar Kaiser am :

Lieber Herr Mahlke, Sie müssten unseren Oberbürgermeister eigentlich besser kennen. Ich bin ganz sicher, nichts lag ihm ferner. Sein Thema war und ist die damalige, sehr erfolgreiche Löwen-Parade. Sein Thema sind auch deren Ergebnisse, die jetzt auf Remscheids Straßen zu sehen sind, für einige ein Ärgernis. Sein Thema ist aber nicht der steinerne Löwe auf dem Rathausplatz und seine Nazi-Vergangenheit (im Waterbölles nachzulesen). Da sollten Sie dem OB nichts unterstellen!

Michael Mahlke am :

Lieber Herr Kaiser, es spricht für Ihren eleganten Umgang mit Kommentaren, daß Sie meinen Kommentar publiziert haben und nun ebenfalls einen Kommentar nutzen, um aus ihrer Sicht dies hier zu formen. Der OB unterstützt ausdrücklich hier wie seine Vorgängerin die Tatsache, dass ein Nazidenkmal als Vorlage für eine riesige Marketingaktion der Stadt Remscheid genutzt wird. Remscheid wirbt mit einem Nazisymbol! Ich halte dies historisch für fatal und habe mich dazu auf geschichtsbuch.de und wupperseiten.de im vergangenen Jahr ebenso geäußert wie Sie hier und andere Medien auch mit Ausnahme des rga (außer alles toll). Ich unterstelle dem OB nichts, sondern stelle dies ausdrücklich fest, weil es sich hier nicht um irgendetwas, sondern um ein Symbol für die Vernichtung von Millionen Menschen handelt. Das läßt sich in meinen Augen nicht relativieren. In meinen Augen wäre da etwas anderes angemessen gewesen, wenn die Geschichte eine Rolle spielt. Nichtsdestowenigertrotz möchte ich mich bei Ihnen ausdrücklich bedanken, denn wenn Sie die klaren Worte von Herrn Küster nicht publiziert hätten, hätte auch ich nichts dazu schreiben können aus diesem Anlaß. In diesem Sinne.

Paul Hans Gerd Göbert am :

Lieber Klaus Küster, Du hast Recht, manche dieser Löwen sind eher als Kinderschreck, denn als Kunstwerke geeignet. Aber über Kunst lässt sich bekanntlich trefflich streiten. Denn wenn ich mit meinen Enkeln,viereinhalb und anderthalb Jahre alt, den zahlreichen Exemplaren vorbeifahre, freuen die sich immer wie Bolle darüber. Ob es nun Gruselexemplare oder ansehnlicher sind, spielt dabei keine Rolle. Das Einzige, was mir dabei zu denken gibt ist Folgendes: Warum müssen die Eigentümer der im öffentlichen Bereich platzierten Leos (nicht die auf privaten Grund und Boden) eigentlich keine Sondernutzungsgebühren bezahlen? Sonst wird jeder Bürger für jede vergleichbare Kleinigkeit in Remscheid sofort zur Kasse gebeten, oder bei ehrenamtlichen Pfleger von Gedenksteinen wird gleich eine "Standgebühr" kassiert. Zur Ehrenerettung der Veeraltung sollte hier aber auch gesagt werden, dass der OB den Betrag nachher aus seiner privaten Schatulle zurückgezahlt haben soll. Das ehrt ihn, und deshalb hoffe ich, dass er hier auch eine nachvollziehbare Antwort auf die oben aufgeworfene Frage geben kann.

Wilhelm Wunderlich am :

Was war das doch ein löwenstarker Sommer im letzten Jahr: Gewinn der Stadtwette im WDR mit Mega-Event und die Löwenparade waren Highlights unserer Stadt, gaben Impulse für neue Ideen und erfolgreiche neue Wagnisse in der Remscheider Szene! Längst vergessen von den paar Unentwegten, die plötzlich - wie in einem Schneeballsystem - anfangen, alles Erreichte zu kritisieren und als schlecht darzustellen? Die bitte ich dringend, mal mitzuteilen, was denn überhaupt in 2015 mal positiv empfunden wurde! Mit den Worten eines bekannt kritischen Kommentators im Waterbölles rufe ich auf: "Butter bei die Fische!".

Martina Pohl am :

Man darf den Löwen auf seinem Sockel und seine Brüder in den Straßen schön oder schrecklich finden, und auch mir ist bewusst, dass das steinerne Tier unter Hitler erbaut wurde und eine gewisse trutzige Ästhetik bedient, aber ein Symbol für den Genozid am jüdischen Volk ist er deshalb nicht. Dennoch mag man ihn dafür halten, wenn man denn unbedingt will und keine anderen Sorgen hat. Herrn Mast-Weisz aber zu unterstellen, er würde sich hinter ein Symbol für millionenfachen Völkermord stellen, ist eine dermaßen unfassbare Frechheit, dass mir dafür die Worte fehlen. Ich denke, hier ist eine Entschuldigung dringend angezeigt. Was nun die armen, gescholtenen Löwen betrifft, so gibt es einige, die ich sehr schön, und andere, die ich sehr hässlich gestaltet finde. Aber das ist, wie so vieles im Leben, Geschmackssache. Wann fangen wir eigentlich an, über die A 1 zu diskutieren, die wurde doch auch und zumindest zum Teil unter Hitler...ach, ich bin ja schon still.

Lothar Kaiser am :

. Soll heißen "Daumen hoch"!

Hans Werner Degiorgio am :

Die Geschichte mit den "Kotzbrocken in Löwengestalt" greift um sich. Heute habe ich den Löwen in der IG-Metall Verwaltungsstelle Remscheid-Solingen im Sitzungssaal als Graffiti an der Wand gesehen. Auch in die Homepage der IGM RSG hat sich der Löwe eingeschlichen. Am Wochenende sind sie sogar im Wuppertaler Zoo gesichtet worden.

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