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Diskussion über Gewerbegebiete mit mehr Sachlichkeit

In die Diskussion über das Für und Wider neuer Gewerbegebiete in Remscheid soll der Antrag mehr Sachlichkeit bringen, den der Rat der Stadt gestern auf Antrag der Fraktionen bzw. Gruppen von SPD, GRÜNE, FDP und W.i.R. einstimmig beschlossen hat. Demnach hat die Verwaltung nun den Auftrag, „über den Sachstand hinsichtlich der möglichen Realisierung von Gewerbegebieten an der Borner Straße und im Gleisdreieck Bergisch Born zu berichten und dabei die Auswertung der durchgeführten Verfahrensschritte und die weiteren Planungen unter Berücksichtigung daraus folgender Verkehrsbelastungen darzustellen“. Zuvor hatte die CDU Wert auf die Feststellung gelegt, dass sie zwar diesem Antrag zustimme, nicht aber dem Text der Begründung.  Dort heißt es:

„Ein Gewerbeflächenangebot mit marktgängigen Flächenzuschnitten ist für Neuansiedlungen, aber im besonderen Maße auch für die Standortbindung von Unternehmen unentbehrlich. Zuletzt stammten rund 90 Prozent der Flächenanfragen von Remscheider Betrieben, die sich am Wirtschafts- und Arbeitsstandort Remscheid weiterentwickeln möchten. Nach Informationen der Verwaltung stehen jedoch insgesamt lediglich 1.900 Quadratmeter an Gewerbeflächen zur Verfügung, die sich in städtischem Besitz befinden sowie kurzfristig verfügbar und noch nicht reserviert sind. In den vergangenen Jahren konnte auf Anfragen vielfach keine geeigneten Flächen vermittelt werden. Dabei ist auffällig, dass die Nachfrage nach größeren Gewerbeflächen über 25.000 Quadratmeter nicht mehr befriedigt werden konnte. Bauhöhen, die Option eines 24-Stunden-Betriebs, kurzfristige Verfügbarkeit und eine verkehrsgünstige Lage sind weitere mögliche Faktoren für die Ansiedlung oder Verlagerung eines Unternehmens. Die topografischen und naturräumlichen Lagen erschweren oftmals die Erschließung von Flächen und führen zu vergleichsweise hohen Erschließungskosten. In Remscheid ist daher die Entwicklung von Brachflächen besonders wichtig. So konnte zuletzt das Gebiet am Bahnhof Lennep erfolgreich vermarktet werden. Auf den Grundstücken von Thyssen und des Alexanderwerkes stehen ebenfalls noch Flächen zur Verfügung, die vermarktet werden. Die Potenziale im Bestand sind jedoch nicht ausreichend, besonders dort, wo die Brachflächen kleinteilig sind. Mit den potenziellen Gewerbeflächen an der Borner Straße und das Gleisdreieck Bergisch Born können Gewerbegebiete jeweils mit einer Nettofläche von circa sieben Hektar realisiert werden.“

Die Flächen an der Borner Straße („Erdbeerfelder“) seien im aktuellen Entwurf des Regionalplans enthalten. Da die Flächen noch nicht für die Nutzung durch Gewerbe im Regionalplan berücksichtigt seien, beständen noch keine entsprechende Ausweisung im Flächennutzungsplan und kein gültiger Bebauungsplan. Da sich die betreffenden Flächen überwiegend im Eigentum der Stadt Remscheid befänden, könne die Erschließung eines Gewerbegebiets kurzfristiger erfolgen, als dies möglicherweise bei anderen Standorten der Fall ist. Und weiter: „ Das Gleisdreieck Bergisch Born wird im derzeit gültigen Regionalplan bereits als Bereich für gewerbliche und industrielle Nutzungen (GIB) geführt. Ein Bebauungsplan befindet sich im Aufstellungsverfahren, die frühzeitige Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung wurden bereits durchgeführt. Insbesondere die Sicherung der Erschließung dürfte für die weitere Umsetzung ein wichtiger Schritt sein. Die Flächen befinden sich teilweise im städtischen Eigentum und zu anderen Teilen in privater Hand. In der Realisierung dieser beiden Gewerbegebiete sollte zudem die Kooperation mit den Nachbarkommunen vertiefend geprüft werden. Im Februar 2013 teilte die Verwaltung mit, die Stadt Hückeswagen habe bereits eine potenzielle Komplementärfläche in ihrem Stadtgebiet für die Umsetzung eines interkommunalen Gewerbegebiets an der Borner Straße mitgeteilt. Auch die Stadt Wermelskirchen zeigte sich aufgeschlossen für ein gemeinsames Vorgehen. Die Verwaltung kündigte an, sich mit den interessierten Kommunen über die weitere Vorgehensweise abzustimmen.“


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Kommentare

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Peter Maar am :

"Das Gleisdreieck Bergisch Born wird im derzeit gültigen Regionalplan bereits als Bereich für gewerbliche und industrielle Nutzung geführt", schreibt die Verwaltung. "Bereits" hört sich gut an. Informativer wäre es allerdings gewesen, wenn ausgeführt worden wäre "bereits seit 17 Jahren". Denn seit 1998 steht dieser Bereich im Regionalplan (früher Gebietsentwicklungsplan) der Stadt Remscheid für eine entsprechende Planung zur Verfügung. Und wenn jetzt u.a. mit der Stadt Hückeswagen eine interkommunale Zusammenarbeit angestrebt wird sei daran erinnert, dass ebenfalls schon vor 17 Jahren mit der Stadt Hückeswagen im Rahmen einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung die "Gewerbepark im Bergischen Land Hückeswagen - Remscheid GmbH" gegründet wurde. Auf einer Fläche von 63 Hektar sollten auf Hückeswagener Gebiet (Wiehagen) und auf Remscheider Gebiet (u.a. Gleidreieck) gewerbliche Flächen entwickelt und vermarktet werden. Während in Hückeswagen-Wiehagen im Laufe der Jahre ein Betriebsgebäude nach dem anderen entstand, blieb das Gleisdreieck bis heute eine grüne Wiese. Eine Bauleitplanung für diesen Bereich erfolgte nicht. Stattdessen vergeudete man 13 Jahre lang mit einem riesigen Aufwand an Geld (geschätzt 2 Mio. Euro) und Personaleinsatz in eine von Anfang an aussichtslose Blume-Planung. Letztlich wurde die Zusammenarbeit mit Hückeswagen eingestellt und die GmbH aufgelöst. Man kann nur hoffen, dass diesmal die Planungen ernsthafter betrieben werden.

Hans Gerd Göbert am :

Vielleicht nicht wie gewünscht sehr sachlich, dafür aber einmal ganz nüchtern betrachtet: Von welchen potenziellen Gewerbgebieten sprechen wir eigentlich? Wer welche kennt, sollte sie an dieser Stelle doch vielleicht einmal aufzählen. Die hinlänglich bekannten, zum Teil bereits bebauten wie Bahnhof Lennep oder Mixsiepen sind damit allerdings nicht gemeint. Nein, was wir suchen sind auch keine Gebiete, die dem Naturschutz oder Landschaftsschutz unterliegen (wie weite Teile der Erdbeer-felder), sondern flammneue Ideen, die den Bedarf an Gewerbeflächen in dieser Stadt für die nächsten Generationen sichern. Wie hieß es doch früher im Tüpitter: Nit te bang. Also Mutige immer ran an die Erdbeeren, den Kreativen scheinen keine natürlichen Grenzen gesetzt.

Gabriele Lipka am :

Nach dem Siedlungmonitoring Rheinblick von 2012 ergibt sich ein Überhang an Gewerbeflächen in Remscheid, trotz Zentralitätszuschlag. Die Flächen wurden in den zurückliegenden zehn Jahren einfach nicht gebraucht. Für orstansässige Firmen wurden bislang nach meiner Kenntnis immer Erweitungsmöglichkeiten im Ort entwickelt. Sich gegen globale und regionale Vereinbarungen zur Reduzierung des Flächenfraßes auszusprechen ist allenfalls ignorant. Die Innenstadt bietet noch Erweiterungsmöglichkeiten. Altlasten? Die Ritter des Mittelalters haben ihre Burgen auch verlassen, wenn sie wegen der Fäkalien stanken. In der Tat: Kreativität und Sachlichkeit ist bei der Stadtentwicklung gefragt

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