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Januar 2006: Der Waterbölles blättert zurück

Was soll die Stadt 2006 mit ihrem Altenheimen machen? „Verkaufen“, konnte sich damals schon die CDU vorstellen. Andere Kommunalpolitiker redeten noch von sozialer Verantwortung und davon, dass in den Altenheimen das Gewinnstreben nicht die Oberhand bekommen dürfte. Nachdem die städtischen Altenheime in den Vorjahren wiederholt Negativ-Schlagzeilen gemacht hatten, lebten die betagten Heimbewohner im Januar 20016 ungewollt im „Unruhestand“. Der Waterbölles damals: „Mal zwei Heimleiter, mal einer, mal ohne SANA-Supervisor, mal mit. Und jetzt die Frage, ob und, wenn ja, an wen verkauft werden soll. Dass nach einem Verkauf an einen privaten Betreiber die Pflegesätze – ohnehin ein ständiges Ärgernis – konstant bleiben würden, darf getrost bezweifelt werden.“

Unter den bundesdeutschen Großstädten mit dem höchsten Ausländeranteil lag Remscheid im Januar 2006 auf Platz 21. Nach Auskunft der Stadt Remscheid waren fast die Hälfte aller hier lebenden Ausländer Türken. An zweiter Stelle standen die Italiener. Insgesamt beherbergte die Stadt Menschen aus 116 Nationen. 1971 verzeichnete Remscheid mit 137.370 die höchste Einwohnerzahl überhaupt. Seitdem geht‘s bergab.

Vom „gefühlten Stau“ auf der Lenneper Straße berichtete der Waterbölles am 21. Januar 2006: „Erster Stopp: Die Ampel an der Abzweigung zum Industriegebiet (Steinhaus). Wenn`s gut geht, schaffe ich es dann bis Ueberfeld. Kann ich dort wieder los fahren, ist die rote Ampel am Neuenhaus fast schon obligatorisch, ganz gewiss aber die auf der Neuenkamper Straße bei Knappstein. Okay, ich komme irgendwie von A nach B. Das Gefühl aber bleibt: Stau.“

Auch neue Kreisverkehre waren damals ein Thema: Im Gespräch war ein Kreisverkehr in Vieringhausen (Sparkassenfiliale) und an der Erdelenstraße (Fort Blücher). Contra: Der Sparzwang der Stadt, möglicherweise mehr Lärmbelästigung und fehlender Bedarf. Pro: Die relativ geringe Unfallhäufigkeit gegenüber dem bisherigen Kreuzungsbereich. Der Waterbölles outete sich als Freund von Kreisverkehren – „wenn sie den notwendigen Durchmesser haben. Ein ‚grüner Fleck‘ in der Mitte in Größe eines Kanaldeckels reicht da nicht aus.“ (Kleiner Ausblick auf den späteren Kreisverkehr auf der Königstraße).

Im Lüttringhauser Rathaus zeigten im Januar 2016 Studenten des Fachbereichs „Städtebau“ der Universität Wuppertal, wie sie sich ein Gewerbegebiet „Blume“ vorstellen könnten. Baudezernent Helmut Kennepohl (CDU), der zur Jury gehört hatte, zeigte sich „dankbar für die Anregungen und Hinweise der jungen Kollegen“ und versprach, die an diesem Abend vorgestellten Modelle, Pläne und Skizzen in die weitere Arbeit einzubeziehen. Beachtung fand damals auch die Aussage von zwei Studentinnen, eigentlich sei die „stark bewegte Topografie“ dieses Gebietes (Hanglage zum Buscherhof)  für Gewerbeansiedlung eher ungeeignet.

Die Kipper-Brauerei erfuhr vor zehn Jahren eine Beerdigung auf Raten. Zuerst war die Backsteinruine ein Schandfleck, dann nur noch eine Schande (für jeden ambitionierten Städteplaner). Mitte Januar 2006 wurde der 35 Meter hohe Schornstein der Brauerei auf Anordnung der Stadt mit zwei Kilogramm Sprengstoff ohne Komplikationen "umgelegt". Der Schornstein war im Laufe der Zeit in eine gefährliche Schieflage geraten und drohte zusammenzufallen. Auf der Internet-Seite „Mein Programm für Remscheid“ (längst gelöscht) zum Kommunalwahlkampf von Oberbürgermeisterin Beate Wilding hatte einst gestanden „Stadtentwicklung mit Augenmaß und Qualität - Kipperbrauerei endlich nutzen.“

„Schöne Reisen erhalten die Freundschaft“, überschrieb der RGA am 20.1.2006 staatsanwaltschaftliche Ermittlungen gegen den Energiekonzern EON-Ruhrgas und Kommunalpolitiker (auch in Remscheid). Letztere hatten als Mitglieder von Aufsichtsräten von Stadtwerken zum Teil in Begleitung ihrer Ehepartner an „Informationsreisen“ von EON-Ruhrgas teilgenommen, die eher touristischer Natur gewesen sein sollen. Die Besichtigung einer norwegischen Förderplattform nannte der damalige stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Stadtwerke Remscheid, Hans-Peter Meinecke, eine „Kundenbindungsaktion“, bei der eine Fülle von Information vermittelt worden sei. Der Waterbölles lud Meinecke daraufhin zu einem kleinen Erlebnisbericht ein: „Drei Tage im Land der Fjorde. Wie ich erfahren habe, wo das Gas herkommt". Leider vergeblich.


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