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Gefahr für den Katastrophenschutz in Remscheid

Daniel Dolz, Kreisbereitschaftsleiter des DRK Remscheid.Von Daniel Dolz, Bereitschaftsleiter des DRK-Kreisverbandes Remscheid e.V.

Das DRK in Remscheid ist seit 40 Jahren ehrenamtlich mit zwei Rettungswagen in den Rettungsdienst der Stadt Remscheid eingebunden und fährt an den Wochenenden zur Entlastung der Feuerwehr in der Notfallrettung. Durch das neue Berufsbild des Notfallsanitäters wird es für den ehrenamtlichen Rettungsdienst schwer, dieser Aufgabe in Zukunft nachzukommen. Deshalb ist eine hauptamtliche Einbindung des DRK in die Notfallrettung unumgänglich. Der Notfallsanitäter absolviert eine dreijährige Ausbildung im Umfang von ca. 4.600 Stunden; er ist ab 2026 der medizinisch Verantwortliche auf einem Rettungswagen und löst den bisherigen Rettungsassistenten ab. Eine Aufqualifizierung ist aber nur bis 2020 möglich, und für einen ehrenamtlichen Mitarbeiter wird es schwer dies zu stemmen.

Der Berufsfeuerwehrmann muss heute schon den kompletten Brandschutz und technische Rettung beherrschen und in Zukunft zusätzlich auch den gestiegenen Anforderungen der Notfallrettung in Form des Notfallsanitäters gerecht werden. Ob dies aus arbeitsbelastender Sicht erfüllt werden kann, ist in Zukunft zu klären. Was aber das DRK braucht, ist ein hauptamtlicher Rettungswagen im Sinne einer Personalgestellung auf Fahrzeugen der Berufsfeuerwehr, um ggf. auch die Spitzenabdeckung im Rettungsdienst in Kooperation mit dem Ehrenamt stellen zu können. Das DRK und die Johanniter-Unfallhilfe haben in acht Monaten ca. 35-mal einen Rettungswagen besetzt, wenn die Ressourcen der Feuerwehr erschöpft waren. Bis heute stellt das DRK keinen Rettungswagen in der hauptamtlichen Notfallrettung. Das DRK und die Johanniter stellen aber seit fünf Jahren täglich hauptamtliches Personal auf jeweils zwei Krankenwagen der Feuerwehr. Hierbei funktioniert die Einbindung bereits auf sehr hohem und wertschätzendem Niveau. Nur in der Notfallrettung auf einem Rettungswagen ist Remscheid die einzige Stadt im Bergischen Land, in der eine Einbindung bisher nicht möglich erschien.

Was sind die Gründe für die Einbindung? Sie ließe eine Kostenreduktion erwarten. Das DRK verfügt über die gleiche Qualifizierung und unterliegt in der Notfallrettung den gleichen gesetzlichen Grundlagen. Durch eine Kernkompetenz in der Notfallrettung wird der Patient besser versorgt, da sich die Mitarbeiter 365 Tage im Jahr dieser Thematik widmen. Die Führungskräfteausbildung im Rettungsdienst wird z.B. in Münster mit der Feuerwehr und dem DRK gemeinsam durchgeführt. Sollte es bei der Feuerwehr zu Personalengpässen im Rettungsdienst kommen, kann das DRK durch hauptamtliches Personal unterstützen, damit der Brandschutz weiter auf dem professionellen Stand betrieben werden kann.

Was passiert, wenn das DRK nicht hauptamtlich eingebunden wird? Durch den Wegfall der ehrenamtlichen Rettungsdienstarbeit wird der Katastrophenschutz für junge Menschen an Attraktivität verlieren. Das DRK kann nicht mehr die Spitzenabdeckung in der Notfallrettung wahrnehmen; diese gerät dadurch in Gefahr. Wenn der ehrenamtliche Katastrophenschutz wegfällt, können Betroffene bei Großschadenslagen nicht mehr versorgt werden. (Großbränden, Schneelagen und Massenanfall von Verletzten).

Wie sollte es weiter gehen? Durch eine vertragliche Übernahme im Sinne einer Personalgestellung könnte ein Rettungswagen (z.B. in der Innenstadt) schon heute übernommen und hauptamtliches Personal eingestellt werden. Warum jetzt? Der Rettungsmittelbedarfsplan wird 2016 erstellt und sieht ggf. eine Erweiterung der Innenstadtwache um einen weiteren Rettungswagen vor.

Auch heute schon ist die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr professionell und gut. Ich sehe das DRK als wichtiges langjähriges Bindeglied in der Notfallrettung. Um dies auf einen zukunftsorientierten Weg zu bringen, ist die hauptamtliche Einbindung des DRK unumgänglich. Ohne diese Form der Unterstützung sind das DRK und damit der Katastrophenschutz in Remscheid in Gefahr. (Der Gastkommentar basiert auf dem Vortrag von Daniel Dolz in der gestrigen Sitzung des Ausschuss für Bürger, Umwelt, Klimaschutz und Ordnung in den Räumen des DRK an der Alleestraße.)


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