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Beschwerdeausschuss hält Baumfällungen für geboten

Eigentlich war von Seiten der Fachleute an anderer Stelle schon alles gesagt worden, was es zur geplanten Fällung von 56 Linden an der Ringstraße (zwischen der Kreuzung Trecknase und der Kreuzung Rader Straße zu sagen gab. Nur eben noch nicht im städtischen Beschwerdeausschuss. Und weil den die Bürgerinitiative Lennep e.V., vertreten durch Bettina Stamm und Peter Lange, angerufen hatten, um die baldige Fällung zu verhindern, hatte Kai Kalt3wasser (CDU) gestern zu einer Sondersitzung eingeladen. Mit dabei wieder Michael Zirngiebl, der Leiter der Technischen Betriebe Remscheid (TBR), und der Baumsachverständigen Dr. Hans-Joachim Schulz. Er reiste trotz heftigen Schneetreibens aus Waldbröl an, um das zu wiederholen, was er bereits in der Bezirksvertret8ung Lennep gesagt hatte: „Um die Bäume an der Ringstraße zu kämpfen lohnt nicht; sie sind nicht zu halten!“ Vielleicht könnten einige dünnere Exemplare stehenbleiben. Aber würden dann den Straßenbauern die gleichen Probleme bereiten, wie heute die #älteren Bäume, so Zirngiebl. Ausführlich begründete er noch einmal, warum die TBR den Vorschlag der Bürgerinitiative ablehnen, die Ringstraße (Richtung Trecknase gesehen) um 40 Zentimeter nach links zu verschieben: Dann geriete ein Teil der Versorgungsleitungen aus dem Bereich des Bürgersteigs unter die Fahrbahn. Ganz abgesehen davon, dass dies mit zusätzlichen Ausgaben in Höhe von einer halben Million Euro verbunden wäre und sich die Anlieger an den Kosten der dann neuen Straße beteiligen müssten.

Auch ohne die Neuverlegung von Leitungen durch EWR und Telekom würde eine Straßenverlegung _ mit einem Straßenneubau gleichzusetzen – gegenüber den gegenwärtigen Sanierungsplänen Mehrkosen von 575.000 Euro bedeuten. „Das kann keine wirtschaftliche Alternative sein“, betonte der TBR-Betriebsleiter. Und David Schichel (Grüne) gab ihm Recht. Für dieses Geld könne Stadtförster Markus Wolff „sehr viele neue Bäume pflanzen“.

Er hätte es lieber gesehen, die Bäume retten zu können, bekannte Zirngiebl (wie schon in der BV Lennep). Denn: „Bäume gehören nun einmal – auch aus ökologischer Sicht – in ein Stadtbild. Wir müssen deshalb, wenn neue Straßen geplant werden, über eine größere Breite nachdenken, um den Bäumen gebührend Platz einräumen zu können.“ Leider aber sei „Deutschland schon zu 95 Prozent verbaut!“

Waltraud Bodenstedt (W.-i.R.) wies darauf hin, dass etliche Bäume an der Ringstraße längst krank wirkten. Anwohner hätten ihre Fällung in Medienberichten ausdrücklich begrüßt. Fritz Beiersdorf(Linke)  hielt dagegen, der Zustand der Straße sei nicht schlechter als der von „fünfzig anderen Straßen in Remscheid auch“. Deshalb sei hier keine Eile geboten. David Schichel entgegnete, natürlich wisse er, dass die Fällung von Bäumen in Remscheid immer ein emotionales Thema sei. Aber die Straßensanierung um ein paar Jahre zu verschieben, würde die Bäume auch nicht retten. Und Michael Zirngiebl wies darauf hin, dass die Ringstraße neben der B 1 in Bergisch Born und der Freiheitstraßen zu Remscheids meistbefahrenen Straßen gehören – mit entsprechend großem Verkehrslärm. Deshalb auch die Entscheidung für lärmmindernden Asphalt auf der Ringstraße. Und dass die Planer dabei das DOC-Projekt nicht aus dem Blick gelassen habe, sei nur folgerichtig gewesen.

Eines längeren Vortrages von Dr. Hans-Joachim Schulz hätte es eigentlich nicht mehr bedurft. Die Argumente der Verwaltung für den Straßenausbau wären auch so von der Mehrheit der Ausschussmitglieder anerkannt worden; sie stimmten mit Ausnahme von Fritz Beinersdorf für die Fällungen und gegen die Anträge der Bürgerinitiative Lennep e.V.


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Kommentare

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Michael Heimlich am :

Bravo! Da hat man ja mal wieder gegenüber den Bürgern Durchsetzungsvermögen gezeigt! Arthur Mc Glenn wird es wohlwollend zur Kenntnis nehmen. Um den aus Waldbröl im Schneetreiben anreisenden Gutachter tut es mir auch leid, bei soviel Konfrontation mit den Naturgewalten, hätte er sich das wirklich sparen können, denn das Ergebnis stand doch sowie vorher fest. Deshalb erscheint mir hier in Remscheid auch ganz etwas Anderes "krank" als die Bäume an der Ringstraße.

Peter Lange am :

Der von der Bürgerinitiative gemachte Vorschlag wurde im Beschwerdeausschuß erstmals und nicht nochmals diskutiert. Die BI hat weder den Anspruch alles zu wissen noch alles zu können. Immerhin wurde unser Vorschlag auch von den Fachleuten des TBR als im Prinzip machbar dargestellt, Er beinhaltet jedoch scheinbar einige Problemstellungen, die in der Abwägung gegen dessen Umsetzung sprechen. Noch ein paar Anmerkungen zum Beschwerdeausschuss. 1. Dieser wurde von Herrn Kaltwasser gut vorbereitet und fair geleitet. 2. Die Behauptung, die Anwohner der Ringstraße müssten bei der Umsetzung des BI-Vorschlags wegen der Verbesserung des Gehwegs an den Ausbaukosten beteiligt werden, ist zumindest umstritten, da es sich hier keineswegs eindeutig um eine Verbesserung im Sinne des Kommunalabgabengesetzes (KAG) handelt. 3. Die Schäden an den Häusern der Anwohner durch die Wurzeln der Bäume führte der Gutachter Dr. Schulz auf Baumängel an den Gebäuden zurück. Darüber hinaus richtete sich der Vorschlag der BI gegen den Kahlschlag von 56 Bäumen, dies schließt keineswegs aus, dass ein einzelner oder mehrere Bäume aus wichtigem Grund gefällt werden können. 4. Laut Herrn Zirngiebl wird versucht, zwölf verhältnismäßig kleine Bäume zu erhalten. 5. Laut Herrn Zirngiebl offenbarte sich der substanziell schlechte Aufbau der Ringstraße erst vor kurzer Zeit, bei einer anderen Baumaßnahme. Es ist verwunderlich, dass dem TBR über die Bausubstanz einer so wichtigen Straße bis vor kurzem nichts bekannt war. Es fragt sich, wie es in dieser Hinsicht um andere Straßen in Remscheid bestellt ist. 6. Im Investitionsprogramm der Stadt wurde die Sanierung der Ringstraße mit 1,25 Millionen Euro beziffert, laut der Antwort auf eine Anfrage der Partei „die Linke“ wird die Summe aktuell mit ca. 1.850.000 Euro beziffert. Hier stellt sich die Frage, wie die Differenz von über einer halben Million Euro zum Investitionsprogramm zu begründen ist. Scheinbar gibt es bis heute keinen Beschluss, in dem die Maßnahme detailliert beschrieben wird. Ob der wiederum notwendig ist, scheint unklar. 7. Laut Aussage von Herrn Zirngiebl, verursachen gerade 7,5 -Tonnen-Lkw auf „geflickten“ Straßen an den Nähten besonders viel Lärm. Der Outlet Lieferverkehr soll zu einem großen Teil mit 7,5 -Tonnen-Lkw abgewickelt werden. Ein großes Glück für McArthurGlen, dass die Stadt ausgerechnet jetzt auf eigene Rechnung diese Sanierungsmaßnahme durchführt. 8. Ein direkter Zusammenhang der Sanierungsmaßnahme mit den Outlet-Planungen wurde von Herrn Zirngiebl bestritten, eine Berücksichtigung des Outlet Projekts bei den Planungen zur Sanierung jedoch eingeräumt. Eine Beteiligung des Investors an den Kosten, wie von der BI gefordert, wurde folglich nicht diskutiert. 9. Sollte das Outlet Projekt umgesetzt werden, würde für die Anwohner der Ringstraße durch die Sanierungsmaßnahme vermutlich keine Verbesserung im Vergleich zur heutigen Situation eintreten, da sich das Verkehrsaufkommen um tausende Kfz Fahrten pro Tag erhöhen würde. 10. Laut Herrn Zirngiebl ist die Priorisierung der Straßen im Lärmaktionsplan, die Ringstraße belegt hier Rang 11, nicht maßgeblich für den Zeitpunkt und die Reihenfolge der durchzuführenden Maßnahmen. Es stellt sich die Frage warum dann überhaupt priorisiert wird? 11. Auf die gute Frage von Herrn Nettekoven, ob es aufgrund der vielen Erdkabel überhaupt noch sinnvoll ist Bäume entlang von Straßen im Stadtgebiet zu Pflanzen, gab Herr Zirngiebl zu bedenken, dass mittlerweile jeder Netzbetreiber das Recht hat Leitungen zu verlegen und die Situation dadurch schwieriger werde, Standorte für Bäume müssten zukünftig radikaler ausgewählt werden. Ein interessanter Hinweis für die Ersatzpflanzungen.

Lothar Kaiser am :

Der Haupt- und Finanzausschuss folgte gestern wie erwartet der Empfehlung des Beschwerdeausschusses und lehnte die Bürgereingaben zu den geplanten Baumfällungen an der Ringstraße ab. Einzig die Linken, diesmal vertreten durch Brigitte Neff-Wetzel, glauben der Sachdarstellung der Fachleute (TBR, Gutachter) nicht.

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