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Integrationpoint, Leuchtturm im Behördenschungel

Als die ersten Busse mit Flüchtlingen in Remscheid ankamen, sei die Devise für amtlichen und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer „trocken, warm, satt“ gewesen, erinnerte sich gestern Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz. Inzwischen stehen Stadtspitze, Fachämter wie die Ausländerbehörde, das Sozial- und Jugendamt, das Jobcenter und die Arbeitsagentur vor weit größeren Herausforderungen: Sie müssen sich darum bemühen, diejenigen Flüchtlinge, die auf Grund der politischen Situation in ihren Herkunftsländern mit hoher Wahrscheinlichkeit in Deutschland bleiben dürfen, so schneller wie möglich in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu integrieren. Dafür ist die vernetzte Zusammenarbeit dieser Behörden eine wesentliche Voraussetzung. Sonst würden sich die Flüchtlinge „im Behördendschungel“ verlieren. So gestern Dr. Bettina, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal. Gemeinsam mit Dirk Faust, Geschäftsführer Jobcenter Remscheid, unterzeichneten Wolf und der OB im Kleinen Sitzungssaal eine Kooperationsvereinbarung zur Zusammenarbeit in einem so genannten „Integration Point“ (Integrationspunkt). Der ist seit dem 1. Februar, vorübergehend im Jobcenter an der Bismarckstraße untergebracht, die zentrale Anlaufstelle für alle Flüchtlinge mit Bleiberechtsperspektive und Wohnsitz in Remscheid. Ihnen bieten dort derzeit vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – je zwei von  Jobcenter bzw. Arbeitsagentur - ganzheitliche Beratung und Unterstützung bei der beruflichen Integration und der Sicherung des Lebensunterhalts

Je besser das gelingt, umso besser für die städtischen Finanzen. Denn jeder Flüchtling ohne Arbeit, sprich: ohne eigenes Einkommen erhöht die ohnehin schon ausufernden Transferleistungen nach SGB II, für die Kommune aufkommen muss. Dirk Faust: „Momentan sind das 119. Wenn aber die Asylverfahren, wie angestrebt, künftig schneller abgewickelt werden, muss Remscheid mit weitaus mehr Sozialhilfeempfängern unter den Flüchtlingen rechnen, sofern es nicht gelingt, sie in Arbeit zu bringen!“ Das aber setzt bei diesen „einigermaßen gute Deutschkenntnisse“ voraus und eine „hohe Motivation“. Die Deutschkurse wollen die Mitarbeiter des Integrationspoint, demnächst acht, vermitteln. Und die Motivation sei vorhanden, sagte die Leiterin der Wuppertaler Arbeitsagentur: „Ich bin deshalb optimistisch, was die Arbeitsvermittlung angeht!“ Nicht zuletzt dank guter Kontakte zur bergischen Industrie- und Handelskammer sowie zur Kreishandwerkerschaft Remscheid. 120 Plätze zur „Berufsfelderkundung“ warten inzwischen in Remscheid darauf, von Flüchtlingen besetzt zu werden, weitere 18 sind für Jugendliche reserviert. Derzeit besuchen rund 400 Flüchtlinge in Remscheid Einstiegssprachkurse in Deutsch; Ende dieses Monats gehen diese Kurse zu Ende. Dann werden die Mitarbeiter/innen des Integrationpoint viel zu tun bekommen. Ihre Arbeit sei durchaus auch „aufsuchend“, verrieten Anja Mans uns Faramarz Esfandiari.

Im Jobcenter soll die neue Anlaufstelle für Flüchtlinge auf Dauer nicht bleiben, berichtete gestern  Franz Heuel, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal. Gesucht werden Büroräume in der Nähe des Ämterhauses, wo sich das Remscheider Ausländeramt befindet (gestern vertreten durch Claudia Schwarzweller und ihren Stellvertreter Dietmar Murach). Im Ämterhaus selbst fehlt es an Platz. Kraftstation und Albert-Einstein-Gymnasium scheinen als Standort nicht mehr im Gespräch zu sein; sie wurden gestern von Sozialdezernent Thomas Neuhaus jedenfalls nicht mehr erwähnt.

Von einer „übersteigerten Erwartungshaltung“ beim Integrationsprozess der Flüchtlinge warnte die städtische Beigeordnete Barbara Reul-Nocke: „Wir müssen da wohl von fünf Jahren ausgehen!“ Und Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz betonte, bei diesem Prozess komme es darauf an, den sozialen Frieden in der Stadt zu wahren und keine Neiddebatte aufkommen zu lassen. „Kein deutscher Arbeitsloser muss befürchten, im Jobcenter künftig schlechter beraten zu werden. Wir werden niemanden aus den Augen verlieren!“


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