Skip to content

Anzeige

Bau-Innung Remscheid Innung für elektrotechnische Handwerke Remscheid Fachinnung für Metall- und Graviertechnik Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Remscheid
Dachdecker-Innung Remscheid Friseur-Innung Remscheid Maler- und Lackierer-Innung Remscheid Kraftfahrzeughandwerk Remscheid

Beate Wilding auf Listenplatz 1 der Reserveliste der SPD

von links: Hans Peter Meinecke, Jürgen Kucharczyk, Beate Wilding und Lothar Krebs.Pressemitteilung der SPD

Geschlossen geht die SPD in Remscheid in die bevorstehende Kommunalwahl. Beate Wilding wurde heute in der Klosterkirche in Lennep einstimmig als Oberbürgermeisterkandidatin und auf Listenplatz 1 der Reserveliste der SPD gewählt. In ihrer Rede betonte Beate Wilding, Schwerpunkt der kommenden Wahlperiode sei der weitere Ausbau der Betreuungsangebote für Kleinkinder sowie die Schul- und Bildungspolitik: “Wenn Remscheid heute einen Spitzenplatz bei der Betreuung von Grundschulkindern einnimmt, dann ist dies kein zufälliges Ergebnis. Es ist das Ergebnis gemeinsamer harter Arbeit.“ In ihrer Amtszeit sei es gelungen, mehr als 1.800 Betreuungsplätze in einem flächendeckenden Angebot an allen Grundschulen in unserer Stadt anzubieten. Mit einer Betreuungsquote von 40 Prozent sei Remscheid Spitzenreiter in NRW. „Das ist ein Zeichen für den Gestaltungswillen zum Wohle der Menschen in unserer Stadt.“

Auf den weiteren Spitzenplätzen der Reserveliste folgen Fraktionsvorsitzender Hans Peter Meinecke  und der Vorsitzende der Remscheider SPD, Lothar Krebs. Als Spitzenkandidaten in den Bezirksvertretungen wurden Otto Mähler (BV Alt Remscheid), Willi Korff (BV Süd), Ulla Czylwik (BV Lennep) und Luigi Costanzo (BV Lüttringhausen) gewählt. „Der Wahlkampf ist ab sofort eröffnet! Die SPD wird dafür kämpfen, die Oberbürgermeisterin wieder mit Bravour ins Amt zu bringen und sie mit einer komfortablen Mehrheit auszustatten“, so Parteivorsitzender Lothar Krebs in seinem Schlusswort.

Nachfolgend die Kandidatenlisten:

Artikel vollständig lesen

"Suchtprävention ist eine gesellschaftliche Aufgabe!"

Jürgen Kucharczyk

Pressemitteilung des SPD-Bundestagsabgeordneten Jürgen Kucharczyk

Jährlich sterben in Deutschland mindestens 110.000 Menschen vorzeitig an den Folgen des Tabakkonsums, weitere 40.000 Menschen sterben an den Folgen schädlichen Alkoholkonsums, und etwa 1.300 Todesfälle im Jahr sind die Folge illegalen Drogenmissbrauchs. Zielgerichtete Suchtprävention kann einen bedeutsamen Beitrag dazu leisten, die Gesundheit und die Lebensqualität jedes Einzelnen zu steigern und die gesellschaftlichen Kosten zu senken. Diskutieren Sie mit uns über die Ziele und Inhalte einer erfolgreichen Suchprävention. Die SPD-Bundestagsfraktion, vertreten durch die Bundestagsabgeordneten Jürgen Kucharczyk und Willi Brase aus Siegen-Wittgenstein, laden alle an diesem Thema interessierten Bürgerinnen und Bürger für Montag, 2. Februar, um 18.30 Uhr ins Helene-Härtel-Buchmann-Haus der Evangelische Stiftung Tannenhof, Remscheider Str. 76, ein. Mit dem Publikum ins Gespräch kommen werden an diesem Abend ferner Sabine Bätzing, MdB, Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Prof. Dr. Klaus Windgassen, Ärztlicher Direktor der Evangelischen Stiftung Tannenhof,  Bernd Liebetrau vom Diakonischen Werk des Evangelischen Kirchenkreises Lennep und Kai Niehues vom Jugendrat der Stadt Remscheid.

Bessere Orientierung mit Hilfe des Internets

Pressemitteilung des Arbeitgeber-Verbandes von Remscheid und Umgebung e.V.

Ab 2. Februar ist das umfangreiche und vielfältige Qualifizierungsangebot der nordrhein-westfälischen Arbeitgeberverbände für jedermann einsehbar. Auf einer gemeinsamen Internetplattform (arbeitgebernrw-weiterbildung.de) präsentieren mehr als 20 Bildungswerke der Arbeitgeberverbände in Nordrhein-Westfalen ihre Lehrgänge in der Ausbildung, ihre Seminare und Fortbildungsveranstaltungen in der Weiterbildung sowie ihre Studiengänge. Mit dabei ist auch das Berufsbildungszentrum der Remscheider Metall- und Elektroindustrie (BZI). Einfach und anschaulich können Unternehmen in Nordrhein-Westfalen nach dem für sie passenden Angebot suchen. Mit wenigen Mausklicks in der einfach strukturierten Suchmaschine erhalten sie Auskunft, in welcher Region, in welchem Bildungsbereich und für welche Branche die einzelnen Bildungswerke tätig sind. Ein entsprechender Link mit einer kurzen Beschreibung des Bildungswerks führt den Nutzer dann direkt auf das ausgewählte Angebot. Als Service bietet die Seite weiterhin Informationen zu aktuellen Fördermöglichkeiten der Weiterbildung durch das Land NRW sowie durch den Bund.

Artikel vollständig lesen

Ronald Paas führt seit gestern den Forstverband

(v.l.: der neue Forstverbandsvorsitzende Ronald Paas, Geschäftsführer Markus Wolff, der bisherige Vorsitzende Walter Kempe)

Der 52-jährige Remscheider Dipl.-Ing. Ronald Paas wurde auf der gestrigen Verbandsversammlung des Forstverbands Remscheid in der Gaststätte Mebusmühle einstimmig zum neuen Vorsitzenden gewählt. Er tritt damit die Nachfolge von Walter Kempe an, der seit 1997 als Vorsitzender die Geschicke des Forstverbands maßgeblich und erfolgreich organisierte und für eine erneute Kandidatur nicht mehr zur Verfügung stand. Vor den rund 50 teilnehmenden Verbandsmitgliedern gratulierte der bisherige Vorsitzende Walter Kempe seinem Nachfolger zu seiner Wahl. Er betonte, dass auf den Forstverband und seinen Nachfolger absehbar eine Vielzahl von Herausforderungen zukämen, die es in einem schwierigen haushalts- und forstpolitischen Umfeld zu meistern gelte. Als Beispiel dafür nannte Walter Kempe die anstehende Umstellung der Landesförderrichtlinien sowie die notwendigen Gespräche mit Politik und Verwaltungsspitze der Stadt Remscheid zur Verlängerung des bisherigen Bewirtschaftungsvertrages, der noch eine Laufzeit bis zum Jahre 2013 hat.

Artikel vollständig lesen

Memorandum zur "Vergeblichkeitsfalle" der Kommunen

Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Stadtdirektor Burkhard Mast-WeiszErstmals im Jahre 2000 hatten die Kämmerinnen und Kämmerer der Ruhrgebietsstädte gemeinsam auf die anhaltend schwierige Finanzlage der Ruhrgebietsstädte aufmerksam gemacht. Und sie zeigten bei der Gelegenheit die Fehler und Schwächen des Gemeindefinanzsystems auf, die in einem hohen Maße ursächlich sind für die kommunale Finanzkrise in Deutschland. Mit drei Memoranden in den Jahren 2001, 2003 und 2006 bezogen die Kämmerer danach erneut zu den Finanzproblemen der Kommunen öffentlich Position und  forderten eine umfassende Reform des Gemeindefinanzierungssystems. Daran wird nächste Woche Donnerstag im städtischen Finanzausschuss eine Verwaltungsvorlage erinnern: „Da der Bergische Städteverbund gleichermaßen von der Finanz- und Strukturkrise betroffen ist, traten die Städte Wuppertal, Solingen und Remscheid Anfang 2008 diesem Arbeitskreis bei.“ So trägt denn das 4. Memorandum, das am 18.12.2008 in Oberhausen vorgestellt wurde, auch die Unterschriften von Oberbürgermeisterin Beate Wilding und Stadtkämmerer Burkhard Mast-Weisz (auf dem Foto von der Kommunalpolitischen Konferenz der SPD-Bundestagsfraktion vorgestern in Berlin zusammen mit dem SPD-Vorsitzenden Frank-Walter Steinmeier). Den Mitgliedern des Finanzausschusses wurde die knapp 30 Seiten umfassende Broschüre inzwischen zugeschickt. In einem Anschreiben an die Landespolitiker in Düsseldorf heißt es dazu:

Artikel vollständig lesen

Statt Kletterwand Multifunktionsplatz für Jugendliche?

„Not amused“ zeigte sich gestern im Jugendhilfeausschuss Dietmar Kotthaus (CDU) darüber, dass der Hauptausschuss am 22. Januar dem von der Verwaltung vorgeschlagenen Verzicht auf eine Kletterwand am neuen städtischen Park&Ride-Parkhaus neben dem Bahnhof zugestimmt hatte, ohne ein Votum des Jugendhilfeausschusses und des Jugendrates abzuwarten. Gunter Breidbach („Bahnhofsbeauftragter“ in der Remscheider Bauverwaltung) entgegnete, die Kletterwand gehöre zum städtebaulichen Vertrag zwischen dem Bahnhofsinvestor HBB und der Stadt; deshalb habe darüber im Hauptausschuss entschieden werden müssen. Auf Verständnis bei den Ausschussmitgliedern stieß der Einwand des Jugendrates, das nun frei werdende Geld von HBB müsse für Jugendliche ausgegeben werden und nicht für Spielplätze (für kleinere Kinder). Die Ausschussvorsitzende Thea Jüttner (CDU) schloss nicht aus, dass auf dem Bahnhofsgelände „etwas konstruktiv Anderes entstanden wäre, wenn der Jugendrat sowie die Fachbereiche Sport und Jugendhilfe frühzeitig in die Planungen mit einbezogen worden wären". Der Ausschuss regte an, das Projektmanagement (Breidbach) möge über die Verwendung der Gelder an anderer Stelle zusammen mit den Arbeitskreisen Sport und Spielplätze des JHA und dem Jugendrat beraten. Richard Ulrich („Schlawiner“) hatte da auch schon eine Idee: „Wie wäre es mit einem Multifunktionsplatz für Jugendliche?!“ – Kommt darauf an, auf welchen Betrag sich HBB und Stadt einigen werden…

5.215 Männer und Frauen in Remscheid auf Arbeitssuche

Pressemitteilung der Agentur für Arbeit

Ute Ackerschott. Foto: Lothar KaiserDas neue Jahr 2009 beginnt gleich mit einem Paukenschlag für den Arbeitsmarkt. Ein kräftiger Anstieg der Arbeitslosigkeit ist zu verzeichnen; 638 Arbeitslose mehr als noch im Dezember sind zu zählen. Damit gibt es aktuell 5.215 Männer und Frauen in Remscheid, die eine Beschäftigung suchen. Mit insgesamt 561 Zugängen aus Erwerbstätigkeit wurden im Berichtsmonat so viele Neuzugänge gezählt wie seit Jahren nicht mehr. Dazu beigetragen haben gleich drei Faktoren. Zum einen der Jahresendtermin 31.12.2008, an dem viele befristete Arbeitsverträge ausgelaufen sind. Daneben erfolgten auch schon erste Freisetzungen von Personal als Auswirkung auf die Absatzkrise in einigen Branchen. Und dann zusätzlich ein weiterer Monat, der durch den harten Winter den Außenbetrieben ein Arbeiten unmöglich gemacht hat und damit die saisonale Arbeitslosigkeit ansteigen ließ. Zu alle dem haben die aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise und die damit verbundenen massiven Auftragsrückgänge die Betriebe auch schon jetzt zu Anpassungen auf der Nachfrageseite nach Arbeitskräften veranlasst. Die Zahl der neu gemeldeten offenen Stellen ist um 24,6% gesunken. Dagegen konnte bei Arbeitsaufnahmen sogar noch ein kleines Plus von 3,5% verzeichnet werden. Ein Zeichen dafür, dass der Markt immer noch Chancen für Beschäftigungsaufnahmen bietet. In der Summe stand diesen 206 Abgängen in eine Beschäftigung jedoch die hohe Zahl an Zugängen aus den Betrieben gegenüber, so dass die Arbeitslosigkeit entsprechend ansteigen musste.

Artikel vollständig lesen

Wieso soll ohne "großen Plan" gar nichts passieren?

Die Idee war nicht schlecht: Bei städtischen Veranstaltungen sollte es in der Nähe des Hauptzugangs zur Veranstaltungsstätte zwei Behindertenparkplätze geben, und zwar auch dann, wenn diese die für „reguläre“ Dauer-Behindertenparkplätze geltenden gesetzlichen Vorgaben nicht erfüllen. Der Vorschlag von Herbert Wilke (CDU) aus der Juni-Sitzung der Bezirksvertretung Süd wurde vom Behindertenbeirat begrüßt. Und die Verwaltung? Wie die BV gestern von der Verwaltung erfuhr, habe inzwischen  „der Vorstand des Behindertenbeirates … zugesagt, eine Auflistung der gewünschten Veranstaltungen zu erstellen. Sobald diese vorliegt, kann gezielt und dem Bedarf entsprechend eine sachgerechte Lösung getroffen werden.“ Das klang nach St. Nimmerleinstag, und entsprechend war die Reaktion der Kommunalpolitiker. Von „Schwachsinn“ sprach Willi Korff (SPD). Hier komme es nicht auf eine Liste der Veranstaltungsorte an, sondern auf kurzfristige Reaktion. Und auch Herbert Wilke war verärgert: „Erst hört man mehr als sechs Monate nichts (Anm.: siehe auch „Auskunftsrecht der Kommunalpolitiker“) und dann so etwas!“ - Vielleicht kann die Verwaltung in der nächsten BV-Sitzung einmal näher erläutern, warum nicht folgendes Verfahren praktikabler wäre: Der Veranstalter meldet im Rathaus eine Veranstaltung an, und ein städtischer Mitarbeiter kümmert sich dann um die Markierung von zwei Behindertenparkplätzen am Veranstaltungsort. Eine Liste sämtlicher in Remscheid möglicher Veranstaltungsorte würde ihm dabei ohnehin nicht helfen.

Auf 100 Papiercontainer kann künftig verzichtet werden

Dass Papier- und Glascontainer das Stadtbild verschönert, wird wohl niemand behaupten. Vor allem nicht bei einem Blick auf das Umfeld. Da kann es nur besser werden, wenn sich die Zahl der Papiercontainer im nächster Zeit um 100 verringern wird. Das geht aus der Antwort der Remscheider Entsorgungsbetriebe (REB) auf eine Anfrage der Bezirksvertretung (BV) Süd hervor. In der gestrigen BV-Sitzung wurde sie einhellig begrüßt. Darin heißt es: Anfang Juli 2008 führten die Remscheider Entsorgungsbetriebe die Blaue Papiertonne .. als zusätzlichen, kostenlosen Service … ein. Am 7.11.2008 standen bereits 6.900 Papiertonnen unterschiedlicher Größen mit einem Gesamtvolumen von über 2.000 Kubikmeter … zur Verfügung und die Nachfrage nach den praktischen blauen Sammelbehältern hält weiterhin an. Diese Entwicklung wirkt sich natürlich auch auf die Nutzung der öffentlichen Depotcontainer für Altpapier im Stadtgebiet aus:

Artikel vollständig lesen

Lenneper gingen 1952 mit Wender & Dürholt nach Australien

An der Wupperstraße residierte früher die Firma Wender & Dürholt .

Von Wilhelm R. Schmidt

Die Geschichte holt uns immer wieder ein. Personen, die längst verstorben sind, Ereignisse, kaum noch bekannt, Firmen, welche die meisten von uns –wenn überhaupt- nur dem Namen nach noch kennen, manchmal kehren sie wieder und wecken die Erinnerung. So auch dieser Tage, als über das Historische Zentrum eine Anfrage an mich weitergeleitet wurde bez. einer Person, die im Jahre 1952 mit der Lenneper Firma Wender & Dürholt nach Australien gegangen war. Rund zwei Wochen zuvor war ich nach Nachfahren der ehemals Lenneper Familie Wender gefragt worden, die der Firma einen Teil des Namens gegeben hatte. Wender & Dürholt? Ach ja, an der Wupperstraße, da wo jetzt das Einkaufszentrum ist und zwischendurch der OBI-Baumarkt war. Dort standen früher, die Alten erinnern sich, die Gebäude, in denen die Firma Wender & Dürholt residierte. Nach außen machte der Firmenkomplex einen ziemlich abgeschlossenen Eindruck. Ein Sammler alter Lenneper „Schätzchen“ erinnerte sich: „Ich habe ganz in der Nähe, zwei Minuten entfernt in der Spielbergasse, gewohnt. Oft gingen wir Jungs am Hoftor der Firma in der Wupperstraße vorbei. Dass das so eine große bedeutende Firma gewesen sein soll, das haben wir damals nicht gewusst.“ Unter dem Gesichtspunkt, dass eine Ausgründung der Firma nach dem 2. Weltkrieg unter demselben Namen in Australien im Regierungsauftrag Häuser baute, war Wender & Dürholt sogar eine Weltfirma.

Für ihre Schiebefenster hatte Wender & Dürholt ein Reichspatent. Bild: damalige Firmenwerbung

Aber wie kam es überhaupt zu dieser Firma? Wie so oft in Lennep hat es wieder einmal mit Albert Schmidt zu tun, genau genommen allerdings eher mit dessen Vater. Auch der war nämlich schon ein gut beschäftigter Baumensch der Wupperindustrie. Obwohl selbst nicht mit den Weihen eines Meisters ausgestattet, befehligte er auf dem heutigen Gebiet von Lennep und Lüttringhausen ein Konglomerat von Firmen, die alle mit dem Bauwesen zu tun hatten. In Lüttringhausen war es eine Feldbrand- bzw. später Ringofen-Ziegelei, die manche von uns noch als Klinkerwerk Eberhardi im Gedächtnis haben, von der Knusthöhe in Lennep aus führte er ein Baugeschäft für die Bauten an der Wupper, und in der heutigen Wupperstraße in Lennep befand sich die Zimmerei, die den Bauten das bearbeitete Holz lieferte. Die Baumaterialien Holz und (Ziegel-)stein waren also in der eigenen Hand. Und nicht umsonst war Christian Schmidts Sohn Albert später, wie es die Dokumente ausweisen, zunächst Bau- und Zimmermeister, bevor er Architekt und ehrenhalber „Baurat“ wurde.

Wender und Dürholt? Schon früh traten Vertreter dieser Namen in das Leben Albert Schmidts. Wilhelm August Wender war, im Jahre 1829 geboren, sozusagen das Bindeglied zur vorherigen Generation, die an der Wupper baute. Oft erwähnt Albert Schmidt, wie „Freund Wilhelm Wender“ und er morgens an die Wupper schritten, um die dortigen Bauten zu kontrollieren. Und Dürholt? Mit Ludwig Dürholt (1842-1913), in der Familie allgemein Louis genannt, kam der fast gleichaltrige Albert Schmidt bereits während seiner Lehre und Ausbildung in Berührung. Aus diesen Beziehungen entwickelten sich später in beiden Fällen durch Heirat verwandtschaftliche Verhältnisse, die aber dazu führten, dass das geschäftliche Erbe von Großvater Christian Schmidt aufgeteilt wurde. Noch in recht späten Werbematerialien der Firma Wender & Dürholt wurde Wert darauf gelegt, dass das Geschäft im Jahre 1840 gegründet worden sei, das war noch die Zeit von Christian Schmidt, die Neugründung unter dem Namen Wender & Dürholt wurde am 2. März 1870 in das Handelsregister der Stadt Lennep eingetragen.

Am 1. Januar 1917 wurde die Firma als Kommanditgesellschaft geführt. 1939 dann trat Eugen Lohmann in die Firma, ein, ein Jahr dann schied Paul Dürholt aus. Unter dem Sohn Eugen Lohmanns wurden die Firma nach dem 2. Weltkrieg weitergeführt, allerdings wurde die Schreinerei 1974 eingestellt und das Baugeschäft 1985 aufgegeben. Leider gingen bereits in den 1970-er Jahren  bei den ersten Abbrüchen der Büro- und Fabrikationsgebäude alle Geschäftsunterlagen verloren. So sind wir heute auf die nicht sehr zahlreichen Dokumente angewiesen, die die Zeiten überdauert haben und die durch den Briefkopf z.B. über die Firma Auskunft geben. Danach bezeichnete sich die Firma z.B. als „Werkstätten für Architektur und Bauausführung“ und warb für die „Gesamtübernahme schlüsselfertiger Bauten“, oder man warb für die „Einrichtung zeitgemäßer Geschäftsräume“ und den „feinsten Innenausbau“. Im Jahre 1889 bereits, in demselben Jahr übrigens wie die Firma Johann Wülfing & Sohn, erhielt die die Firma als „mechanische Bau-Tischlerei“ eine Dampfmaschine, und zwar eine „liegende Maschine mit drehbarem Expansionsschieber“ von der Firma MAN.

Die Tätigkeit und Bedeutung der Firma Wender & Dürholt erstreckte sich unter dem Strich auf drei Gebiete: die ursprünglich allgemeine Zimmerei, den professionellen Fensterbau und ein Architektur- und Baugeschäft, wobei die durchaus bedeutende architekturgeschichtliche Epoche mit der Tätigkeit von Paul Dürholt (1880-1955) verbunden ist, dem Sohn des Firmenmitgründers Louis Dürholt. Als „Architekturbüro“ beschäftigte die Firma zeitweise auch verschiedene für Lennep und seine Umgebung wichtige Architekten, z.B. Friedrich Wilhelm Höffgen (1883-1940). Paul Dürholt ließ, um 1915 oder später, eine Werbeschrift mit dem Titel „Bauten in Bergischer Heimaterde 1908-1913“ drucken, in der seine hauptsächlichen Lenneper Bauten mit Bildbeispielen wiedergegeben werden, eine weitere Schrift in Ecksteins Biographischen Verlag Berlin gilt als verschollen. Bekannt ist hiervon nur das Titelblatt, das Werk selber ist in keiner Bibliographie verzeichnet, und augenscheinlich besitzt es auch niemand. U.U. war es in der Zeit des 1. Weltkriegs geplant und vorbereitet worden, wurde jedoch nicht mehr fertig gestellt.

Der Urheberanteil der einzelnen Architekten der Firma ist oft im Einzelnen bei Bauwerken nicht feststellbar, es existieren heute auch noch Architekturpostkarten, bei denen die Zueignung durch die Firma Wender & Dürholt mit dem Namen des eigentlichen Architekten überdruckt werden musste und umgekehrt. Eine Zusammenarbeit mit seinem Vetter Arthur, dem Sohn von Albert Schmidt, ist nicht nachweisbar, Arthur Schmidt und Paul Dürholt, die sich in vielem sehr ähnlich waren, standen in deutlicher Konkurrenz beim Entwurf  und der Ausführung teurer Bauten, künstlerisch hochstehend und entworfen bis ins kleinste Detail.

Anders als im Architekturbereich kann die Entwicklung der Firma im Fensterbau als eine durchgehende und einzigartige Erfolgsgeschichte bezeichnet werden. Ausgehend von der ursprünglichen Zimmerei wurden neben Schränken, Stehmöbeln und Türen bereits vor 1900 verschiedene Arten von Fenstern entwickelt und hergestellt. Bei den sog. Schiebefenstern knüpfte man nach eigener Aussage an die „altbergischen Bauten aus dem 18. Jahrhundert“ an und schmückte später das Werbematerial mit dem Haus Cleff in Remscheid-Hasten, das schon 1778 /79 bei seiner Entstehung Schiebefenster aufgewiesen hatte. Der Briefkopf der Firma trug dabei den Schriftzug „Spezialwerkstätten der WEDE Schiebefenster D.R.P.“ Die spezielle Art der Fenster war also als Deutsches Reichspatent eingetragen. Auch ausländische Patente hatte die Firma hier inne und genoss mehrfachen Gebrauchsmusterschutz.

Noch heute besitzt so manches gediegene Haus im Bergischen Land die WEDE Originalfenster, gearbeitet aus Pitch Pine, einer besonders wetterbeständigen Kiefernart aus Nord- bzw. Mittelamerika, und ausgerüstet mit den speziell hergestellten Beschlägen der Firma. In Deutschland wurden ausweislich eines erhaltenen Prospekts jedoch mit großem Erfolg auch Fensteranlagen für Großbauten geliefert, für Schulen, Fabrikanlagen und Tagungsstätten, z.B. nach Bad Ems, Berlin, Bottrop, Datteln, Hagen, Hamburg, Köln, Stade usw. Mit der Zeit ging man zuletzt, als man auch Stahlfenster herstellte, etwa das We-De Stahlkellerfenster nach dem System „KEFESTA“. Wie schon die Holzfenster sollte es „ in der Außenansicht sauber und vornehm“ wirken. Im Urteil der Kunden kamen die Fenster denn auch gut weg. Aus Hannover schrieb z.B. ein Bauherr: Ich bestätige gerne, dass ich bei dem Neubau meines Hauses im Jahre 1910 Ihre WEDE Schiebefenster verwendet habe. Die Ausführung erwies sich als technisch vorzüglich. Nach 20 Jahren ist der Schluss und die Dichtung der Fenster äußerst genau, vor allem aber habe ich meine Freude an dem ausgezeichneten Holze gehabt.“

Im Jahre 1952 versuchte die Firma Wender & Dürholt in Australien einen Neuanfang. Auch wenn die Geschichte nicht lange währte, so war doch der Start fulminant. Über eine Regierungsstelle sollte die Firma gleich 500 Häuser für den South Australian Housing Trust erstellen. Das kann man sogar im Internet nachlesen. Im australischen Nationalarchiv sind auch die Personen zu recherchieren, die damals aus Remscheid-Lennep mit übers Meer kamen. Name, Geschlecht, Alter usw., und das Datum der Einreise. Sogar das Schiff, mit dem die Überfahrt erfolgte, ist vermerkt.

Über Wender & Dürholt kam dann in jenen Jahren so mancher Remscheider nach Australien. Diese Migranten, wie wir heute auch auf Deutsch sagen, wohnten zunächst in deutschen Camps, wo auch die Tradition des deutschen Männergesangsvereins weiter gepflegt wurde. Das deutsche Lied und der deutsche Männerchor waren aber gerade in Südaustralien sowieso nicht unbekannt. Denn dort gab es und gibt es heute noch Die Deutsche Liedertafel von 1858. Durch die neuen Deutschen kam es am anderen Ende der Welt auch zu einer Auffrischung der Sangestradition. Dieses historische Ereignis wird auf der Internetseite des traditionellen Sängerbundes unter Nennung des Firmennamens Wender & Dürholt für die Nachwelt festgehalten. Als ich also neulich nach dem Schicksal eines Mannes gefragt wurde, der mit Wender & Dürholt nach Australien gegangen war, wandte ich mich an die Liedertafel und hatte, man glaubt es kaum, innerhalb von 24 Stunden Antwort. Zwar war der Gesuchte selbst gar kein Sänger, jedoch kannte ihn noch jemand als Arbeitskollegen, just in der Zeit von 1952 bis 1954. Man sieht an alledem wieder einmal: die Welt ist klein, und: Remscheider sind in aller Welt!