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Warnung vor lebensgefährlichen Feuerwerksbatterien

Pressemitteilung der Bezirksregierung Düsseldorf

Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung warnt vor der Verwendung von Feuerwerksbatterien der Firma LESLI (Registriernummer: 0336-F2-27410, Identifikationsnummer: BAM-F2-0308) sowie den Feuerwerksbatterien Solar und Solaris der Firma JORGE (Registriernummer: 1395-F2-0003/2009, Identifikationsnummer: BAM-F2-0163). Bei diesen Artikeln sind sogenannte gedeckte Anzündschnüre frei sichtbar. Aufgrund der sehr hohen Abbrandgeschwindigkeit muss beim Anzünden damit gerechnet werden, dass die Feuerwerksbatterien direkt durchzünden und das Abbrennen startet. Weil man sich für das Anzünden über die Feuerwerksbatterie beugt, fehlt der Sicherheitsabstand und es kann zu lebensgefährlichen Verletzungen kommen. In drei Geschäften sind diese Artikel vorgefunden und der weitere Verkauf unterbunden worden. Käufer sollten die aufgeführten Artikel keinesfalls abbrennen und möglichst an den Verkäufer zurückgeben. Soweit möglich, versuchen die Händler die betroffenen Kunden zu kontaktieren.

Als es in Lennep noch drei "Lichtspielhäuser" gab

Das Kino "Modernes Theater" an der Kölner Straße in Lennep.Das Programm im Lenneper Union-Theater zu Silvester 1925.

von Dr. Wilhelm R. Schmidt

Nicht nur in Remscheid (Innenstadt), sondern auch in Lennep hat es bis lange nach dem Zweiten Weltkrieg noch Lichtspielhäuser gegeben. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, dass meine Freunde und ich am Alten Markt im Union-Theater auf den billigen sog. Rasiersitzen, das Kinn in Richtung der hoch gelegenen Leinwand gereckt, in den ersten drei Kinoreihen saßen und am liebsten amerikanische Western anschauten - mit John Wayne, Richard Widmark und Henry Fonda. Auch amüsierten wir uns über die Darstellung deutscher Soldaten in den ersten US-Kriegsfilmen. Es ging los, wenn die durch eine bereits stark in Mitleidenschaft gezogene Schallplatte erzeugte Eingangsmelodie verklungen war, der Vorhang sich zur Seite bewegte und die Vorfilme und die Wochenschau begannen. Als Eingangsmelodie diente lange Zeit die Single von Billy Vaughn „Sail along silvery moon“, später die Filmmelodie „Eine Reise ins Glück“ aus dem gleichnamigen deutschen Film von 1958.

Das zweite Kino, das die Kriegszeit überstanden hatte, war das Moderne Theater an der Wallstraße hinter dem Kölner Hof. Dorthin  ging man lange Zeit am Donnerstag, am „Tag des guten Films“. Dieses Kino galt als bürgerlicher, und man zeigte dort z.B. zum Kriegsthema statt der US-Schinken den Film „Die Brücke“, woran ich mich noch gut erinnern kann. Wir waren damals noch keine sechzehn Jahre alt und durften trotzdem rein. Kartenabreißer mit Taschenlampe war ein Herr Wetter, ein früher Schulkamerad meines Vaters. (Wenn meine Oma nachmittags ins Kino ging, plünderte ich zuhause am Mollplatz die Zuckerstückchen in der zinnernen Dose im Zigarrenschränkchen meines bereits verstorbenen Großvaters.)

Selbst den Älteren von uns ist vielleicht nicht bekannt, dass dieses Moderne Theater auf der ehemaligen Außenfläche des Kölner Hofs lag, wo um die Jahrhundertwende der Lenneper Wirt Hermann Windgassen seinen teilweise überdachten Biergarten bewirtschaftete. Wer hätte damals gedacht, dass aus dieser Familie schon bald ein sehr bekannter Opernsänger und in der weiteren Generation der Kammersänger Wolfgang Windgassen hervorgehen würde, an den sich so manche Oma wegen seines Timbres noch erinnern wird. Auch der Kapitän a.D. der Handelsmarine,  der später in Lennep als teilzeitbeschäftigter Stadtarchivar und Sippenforscher wirkte (Paul Windgassen) gehörte dazu. Ihm verdankt das Remscheider Stadtarchiv viel Material über das Alte Lennep. Anders als seine Sippe ging er nicht nach Murnau in Oberbayern, und anders als sein Vater, der einst in den 1870er Jahren in Lennep das vereinsmäßige Gesangswesen begründet hatte, sah man ihn nicht in einer Lederhose und mit der alpenländischen Langpfeife. Irgendwie war die gesamte Familie nicht nur überdurchschnittlich musikalisch, sondern hatte durchgehend auch  etwas Theatralisches. Um die Wende ins 20. Jahrhundert, als Hermann Windgassen den Kölner Hof betrieb, begrüßte er übrigens nach den Erinnerungen des Lenneper Baumeisters Albert Schmidt das Neue Jahr von seinem Wohnhaus an der Karlshöhe über den Bahnhof hinweg bis hinunter ins Weichbild des Städtchens mit seiner Trompete: „Das alte Jahr vergangen ist…!“

Aber zurück zum Thema Kino. In meinem Lenneparchiv fand ich Unterlagen, die das Thema der Lenneper Kinos gerade auch mit dem zurzeit aktuellen Thema der Jahreswende verbinden. Auch wenn die Datumsangabe fehlt, so lässt sich doch aus einer historischen Zeitungsseite erkennen, dass diese aus dem Jahre 1925/26 stammt, denn die Lenneper Turngemeinde 1860 lud z.B. für Freitag, den 1. Januar 1926 abends um 5 Uhr zur nachträglichen Weihnachtsfeier in den Berliner Hof und das Café Grah bat für „heute Abend“ zur Sylvesterfeier am 31. 12. 1925. Nicht zu übersehen sind auf der Zeitungsseite auch die Anzeigen der Lenneper Kinos. Danach hat es im Jahre 1925 in Lennep drei Kinos gegeben: Neben dem Union-Theater am Alten Markt (seit ca. 1910) und dem Modernen Theater am Kölner Tor  (seit ca. 1924) gab es nämlich noch ein Lichtspieltheater in der Rotdornallee, damals hieß diese Straße vom Bahnhof den Johannisberg hinunter einschließlich der heutigen Rotdornallee insgesamt noch Mittelstraße. Das dort gelegene Kino hieß im Jahre 1925 „Alhambra“. Leider habe ich kein Foto dieses Etablissements, und der genaue geographische Ort war für mich nicht zu ermitteln, trotz der Straßenbezeichnung Mittelstraße 6. Filmhistorisch hatte dieses Lichtspieltheater allerdings schon einen Vorläufer, der bis ins Jahr 1911 bzw.1915 zurückgeht. Damals firmierte das Theater unter dem Namen „Fern-Andra Lichtspiele“. Davon gab es damals in Deutschland viele, es handelte sich um eine der ersten Lichtspielketten. (Der Name „Fern Andra“ bezog sich dabei auf eine US-amerikanische Schauspielerin, Regisseurin, Drehbuchautorin und Filmproduzentin. Neben Henny Porten und Asta Nielsen war sie eine der beliebtesten und bekanntesten Schauspielerinnen des deutschen Stummfilms der 1910er Jahre.)

Das Kino am Alten Markt in Lennep.Vor den Feiertagen der Jahreswende 1925/26 brachten die drei Lenneper Kinos natürlich ein besonderes Festprogramm. Das Union-Theater am Alten Markt warb dafür mit folgenden Worten: „Auch in dieser Woche bringen wir den Beweis, dass die Qualitätsfilme des Union-Theaters eine Klasse für sich bilden. Waren unsere letzten Programme schon das unumstrittene Tagesgespräch von Lennep, so ist der an den Feiertagen zur Aufführung gelangende Spielplan eine Meisterleistung ohnegleichen“. Gespielt wurde damals Buster Keatons Metro-Großfilm mit dem Titel „Ben Akiba hat nie gelogen“. Es folgte noch der Hinweis: „Samstag zahlen Erwerbslose auf sämtlichen Plätzen nur 50 Pfg.“, was in der sog. Schlechten Zeit mit ihrer Inflation wenig war.

Vielleicht hatte die Leitung des Modernen Theaters am Kölner Tor geahnt, dass es bezüglich ihres „gewaltigen Filmwerks Pat und Patachon als Millionäre“  im Union Theater Konkurrenz gab. Jedenfalls gesellten sie dem genannten Duo noch ein anderes, damals brandneues Filmwerk bei. Unter dem Titel „Elegantes Pack“ wurden Hochstaplergeschichten aus der damaligen Zeit gezeigt.

Auch der Sportfilm war 1925 schon geboren. Sozusagen im Beiprogramm zeigte man damals im Modernen Theater die Dokumentation „Breitensträter gegen Harry Gould“. Hans Breitensträter war in den 1910er und 1920er Jahren einer der weltbesten Schwergewichtsboxer. Im Berliner Sportplast waren bei seinen Kämpfen die 15. 000 Plätze restlos ausverkauft. Man kann sich denken, dass die Wiedergabe seiner Kämpfe im Kino die damaligen Zuschauer förmlich von den Stühlen rissen, Fernsehen und Computer gab es schließlich damals noch nicht.

Das „ Alhambra“ empfahl sich 1925 zum Jahresende mit einem „Mahnruf an Deutschlands Söhne“. Der Fremdenlegionärsfilm mit dem Titel „Die Flucht aus dem Heere der Heimatlosen“ zeichnete den Schicksalsweg eines jungen Deutschen nach, der seine „Liebste und das Vaterhaus verließ, um sein junges Leben in der berüchtigten Fremdenlegion aufs Grausamste und auf elendeste Weise zu beenden“. Die Anzeige schließt mit den Worten: „Eltern, zeigt diesen Film Euren Söhnen!“ Hinzu kam der orientalische Prunkfilm „Tänzerin vom Nil“ , ein Liebesdrama in sechs Akten mit angeblichen Originalaufnahmen aus dem Land der Pharaonen. In der Hauptrolle war Arvia zu sehen, die „schönste und charmanteste Tänzerin am ägyptischen Hofe in ihren pikanten Tänzen“. Oh la la.

Und damit nun endlich einen „guten Rutsch“ und bitte nicht vergessen: In der Restauration von Albert Isken findet am 1. Januar morgens von 11 bis 13 Uhr ein Konzert mit der Original-Jazzband statt. - Ach schade, das ist nun leider schon 85 Jahre her! Denn auch diese Ankündigung ist eine Geschichte aus dem Alten Lennep.

Gleisarbeiten für den Bau eines Elektronischen Stellwerks

Pressemitteilung der Bahn AG

Die Deutsche Bahn AG arbeitet an den Wochenenden vom 6.1., um 23 Uhr durchgehend bis 9.1., um 4.55 Uhr und 13.1., um 23 Uhr durchgehend bis 16.1.2012, um 4.55 Uhr, im Gleis von Leichlingen nach Opladen sowie in den Bahnhöfen Leichlingen und Opladen. Für den Bau des Elektronischen Stellwerks (ESTW) in Solingen werden Kabeltrassen neu verlegt, Fundamente für neue Signalmasten erstellt, Signale aufgestellt und Kabelarbeiten durchgeführt.  Die Deutsche Bahn AG investiert in Nordrhein-Westfalen bis 2017 rund 700 Millionen Euro in die neue Stellwerkstechnik. Durch den Bau von ESTW wird die Wirtschaftlichkeit der Betriebsführung deutlich verbessert. Wegen der Bauarbeiten fallen einige Züge der Regionalbahnlinie RB 48 zwischen Köln-Messe Deutz und Wuppertal Hbf aus. Die Linie verkehrt nur noch stündlich. Einzelne ICE und IC in Richtung Köln (Wupperschiene) werden über Düsseldorf Hbf umgeleitet. Hierdurch verlängert sich die Fahrzeit um bis zu 20 Minuten. Aufgrund der eingleisigen Betriebsführung kann es zu einzelnen Verspätungen im übrigen Reisezugverkehr kommen. Die Reisenden werden durch Lautsprecherdurchsagen und besondere Fahrplanaushänge über die Änderungen im Zugverkehr informiert. Weitere Informationen gibt es auch im Internet unter www.bahn.de/bauarbeiten. Für Handy-, PDA- oder Smartphonebesitzer stehen Informationen auch unter bauarbeiten.bahn.de/mobile zur Verfügung. Ein automatisches Warnsystem warnt die am Gleis arbeitenden Bauarbeiter vor herannahenden Zügen.

Fast hätte Dienstmann Pitter die Wette gewonnen ...

Recht unscheinbar wirkt Remscheids erster Bahnhof (Bildmitte), zurecht im Volksmund 'Zigarrenkiste' genannt.von Max Eulenhöfer

Dankbar nahm ich die kleine Radierung in Empfang, die mir eines Tages eine Remscheiderin überreichte. Ja, hier ist er wieder, der frühere Remscheider Bahnhof, klein und bescheiden und doch auf alle Dienste eingerichtet. Links der Ausgang für die Reisenden, anschließend Wartesäle, Fahrkartenausgabe und Gepäckabfertigung. Was könnte diese enge Sperre uns erzählen von denen, die da kamen und gingen! Wie viele gute Geschäfte sind durch sie gehuscht! Hier standen die alten Dienstmänner, die mit Gepäck und bergischem Humor sich manchen blanken Taler verdienten. Längst hat der kleine Bahnhof seinem großen Nachfolger, der außerdem einen „Ruck nach rechts" machte, weichen müssen. Den kleinen Bahnhof aber umspielen noch in mancher Anekdote die guten, alten Zeiten. Wer sie gerne hört, dem erzähle ich die Geschichte vom Dienstmann - nennen wir ihn Pitter - so wahr ich sie hörte.

Es war an einem warmen Sommertag. Nur dann und wann störte ein einlaufendes Züglein die frühmittägliche Ruhe. Versonnen und nachdenklich stand d'r Pitter mit dem Rücken zum Ausgang der Sperre und zählte „blind" die Groschen und Fünfziger in seiner Hosentasche unter der grünen Dienstmannschürze. Nur in Gedanken ließ er ein eisgekühltes „Kipper Pils" durch seine trockene Kehle rinnen. Bekannte Stimmen weck­ten ihn aus durstigen Träumen. Hoffnungen auf gewohnte Teilnahme an althergebrachten Frühschoppen mit zahlungskräftigen Remscheidern ließen ihn plötzlich hellwach werden. Gewiss, es waren nicht nur freigebige Zecher, sondern auch derbe Spaßvögel. Man nahm auch nicht leicht etwas übel, wenn es nichts kostete. Und schon stand die erste Runde „Stakelser Kloren" in alter Frische auf dem Tisch des Wartesaales. Pitter schlürfte mit Behagen. Vom Knobeln um die Runde blieb er ausgenommen. Zwinkernd prostete er dem Verlierer dreier Runden zu. Dann aber . . . war er gemeint. Eine Wette! Ver­dammte Leidenschaft der Grobschmiede!

„Du kaß eng Stond eten on drenken suvöll de woß, äwwer du darfs ki'en Woat dobie kallen, söß mots du dän ganzen Schmär befahlen," krächzte der rüstige „Kaal vam Matte".  Da gab's kein Kneifen,  und  die  Sache  schien  an  sich  nicht  bedenklich. „Bestellen darfs de, wat de woß, äwwer ki'en Woart mi'ehr kallen", und Pitter aß und trank. Kein Versuch der lustigen Runde vermochte ein zusätzliches Wort aus vielbeschäftigtem Munde zu locken. Vergnügt und überlegen zwinkerte unser Dienstmann den Herausforderer zuweilen zwischen zwei fetten Bissen und einem silberklaren „Stakelser"  an.

„Doch mit des Geschickes Mächten ist kein ew'ger Bund zu flechten, und das Unglück schreitet schnell . . ." Pitters angetrautem Weib, wohlvorbereitet durch viele „Schick­salsschläge", trug man die Kunde zu, „ähr Keärl wöär üewergeschnappt, he söht em Bahnhoff, süöp on frööt on küön ki'en Woart mi'ehr kallen . . . He fuchdelnden märr noch met denn Armen en derr Weiltgeschechden eröm." Und die erschrockene Frau rannte spornstreichs zum Bahnhof . - Ech kann et nit glüöwen . . . bös de wörklech üöwergeschnappt . . . Sag doch i'en Woart . . . Mann, hüör mech ahn . . . ech glüöw et baul selwer, dat de doll bös . . . nu kall doch . . . jammerte sie. Die Grienlacher versanken vor Lachen unter den Tisch. Zwanzig Minuten stopfte Pitter und fuchtelte vor seinem „Wief" herum. . . Dann platzte ihm der Kragen und er schrie: „Gottverdammich, nu mott ech dann ganzen Schmär selwer betahlen!“ (nach: „Remscheider Bilderbogen“ von Max Eulenhöfer aus dem Jahre 1950)

Us Dröppelkann Dröppelmina

von Gustav Hermann Halbach

Sie stammt noch vannen Aulen
On sti'eht lang buter Di'enst,
Doch donn ech en I'Ehren se haulen,
De Koffekann van i'enst.


Märr nüömt se DrÖppelmina

Em Bergeschen allgemeng.
Besouten us Ueöhm Kapp, Müöhn Stina,
Dann festlech her et geng.

Enn Koffedesch.wuoden beladen

Met Eten, datte faß brok:
Met Twieback on Brezeln, fresch-haden,
Noa denn dann de Stuf arg gruot rok.

Met Schwabruot on Kräntestuten,
Met Fienbruot on Burenplatz;
Met Botter on Mattekeeskluten
On Appelkrut, sürlech, nit gatz.

Met fettleckern Muzen, Wofelten
On Riesbre'i met Zucker on Kni'el

Wahrafteg, nit lang märr grofelten,
De Utwahl te schwoar gar nit fi'el.

En Pronk äwwer löüden on blängden
Dröppelmina, de Koffekann.
Manch Köppken Truost tappden on schängden
Onger Dawern sech en ji'edermann.

Do bi er Koffefisitte
Et goof gi'enen Muckefuck,
Met derr engen Kannentüte
De Koffemott kom molls en Tuck.

 Foto: Lothar Kaiser

Zipp - ronn märr enn Dröppel vam Hännschen,
On pottern märr i'esch muoß me'm Droht,
Bis Koffe wi'e li'ep ut demm Krännschen
On ji'eder sech nöü follt sing Mot.

Em Auler vam Schnupp de Müöhn Stina
Har emmer enn Dröppelnas -
Us Dröppelkann Dröppelmina
Hätt verdennt ehren Namen dröm baas.

(Waterbölles: Für „Hergeluopene“: Das ist Remscheider Platt aus: „Remscheider Bilderbogen“ von Max Eulenhöfer aus dem Jahre 1950)

Foto von der Remscheider Talsperre in frühen Jahren

Die Remscheider Talsperre um 1906.

Die Eschebachtalsperre um 1906. „In Remscheid kommt, wer auf sich hält, schon mit dem Regenschirm zur Welt." Ob sich Prof. Dr. h.c. Dipl. Ing. Ludwig Otto Intze von diesem „geflügelten Wort" beeinflussen ließ, am 4. Mai 1889 den Grundstein für die erste Trinkwassertalsperre Deutschlands in Remscheid zu legen, bleibt ungewiss. Fest steht nur, dass die damaligen Niederschlagsmessungen in Remscheid doppelt so hoch waren wie im übrigen Land. In nur 47 Tagen speisten Remscheids Quellen und Bäche, von deren Fleiß auch die Hämmer-, Kotten- und Mühlenbesitzer ein „Lied sangen", die Sperre, für deren Bau der Stadtrat 643.000 Mark bewilligt hatte. Die Sperre hatte einen Inhalt von einer Million Kubikmetern, bei einer Oberfläche von 134.000 Quadratmetern. Die tiefste Stelle lag bei 17 Metern, und der Fuß der 25 Meter hohen Sperrmauer hatte eine Dicke von 15 Metern. Nach Renovierung der Sperre und dem Neubau des Autobahnhotels (im Bild oben der Vorgänger), bietet die Talsperre mit ihrem Umland heute ganz anderes Bild. (aus: „Remscheid. Ein verlorenes Stadtbild“, von Rolf Lotzmann, erschienen 1994 im Wartberg-Verlag)

Stadtmarketing in Lennep und Lüttringhausen im Focus

Pressemitteilung des  Heimatbundes Lüttringhausen e.V. , Verkehrs- und Fördervereins Lennep e.V., der Altstadtfreunde Lennep, der Lenneper Karnevalsgesellschaft e.V. und des Lenneper Schützenverein 1805

In der vergangenen Woche fand zwischen Vertretern der o.a. Vereine und Oberbürgermeisterin Beate Wilding sowie Andreas Meike, Leiter des Stadtmarketings der Stadt Remscheid, auf Wunsch der Vereine ein Meinungsaustausch statt, der sich mit den Aktivitäten des Stadtmarketings befasste. Dabei ging es um folgende Problembereiche:

  1. Nach Auffassung der Vereine sind im Rahmen der Veranstaltungsorganisation des Stadtmarketings entsprechende Aktivitäten in Lennep und Lüttringhausen so gut wie nicht vorhanden. Die vom Stadtmarketing organisierten Veranstaltungen erstrecken sich fast ausschließlich auf die Innenstadt.
  2. Die klassischen Aufgaben und Zielsetzungen des Stadtmarketings und die Umsetzung durch die zuständige städtische Organisationseinheit sind für Lennep und Lüttringhausen nicht erkennbar. Ein von der Verwaltung entwickeltes und praktiziertes Stadtteilmarketing existiert nicht.

Am Ende des mehr als zweistündigen Gesprächs wurden folgende Ergebnisse erzielt:

  • Durch die Verwaltung wird geprüft, welche vom Stadtmarketing organisierten Veranstaltungen – insbesondere aus der Veranstaltungsreihe „Remscheider Sommer“ – sich für eine Durchführung in Lennep und/oder Lüttringhausen anbieten könnten. Für Lennep wurde dabei in erster Linie der Bereich der Altstadt und für Lüttringhausen die Freilichtbühne in Betracht gezogen.
  • Überlegungen zur Konzeption eines Stadtteilmarketings, jeweils speziell auf Lennep und Lüttringhausen zugeschnitten, sollen in gemeinsamen Gesprächen näher geprüft werden.

Polizei sucht Zeugen zur Identifizierung einer Toten

Am ersten Weihnachtstag gegen 00.48 Uhr wurde in Vieringhausen eine unbekannte Frau von einem Trtiebwagen des „Müngsteners“ erfasst und erlitt tödliche Verletzungen. Bislang haben sich keine Hinweise auf ein Fremdverschulden ergeben. Zur Identifizierung der Toten benötigten die Ermittler der Polizei dringend Zeugen. Die korpulente Frau war 160 bis 170 cm groß und zwischen 20 und 35 Jahre alt, hatte grau-blaue Augen sowie 15 bis 20 cm langes braunes Haar. Sie trug neben künstlichen Fingernägeln diversen Ohrschmuck (im rechten Ohr vier kleine Stecker, im linken Ohr zwei kleine Stecker) und hatte im Bereich des rechten Unterbauchbereiches eine ca. 15 cm lange Tätowierung in Form einer "Rose durch ein Tribal geschlungen". Bekleidet war die Tote mit einer schwarzen Daunensteppweste, einer schwarzen Wollmütze, einer schwarzen Jeanshose, einem schwarzen Sweatshirt mit türkisfarbenen Nähten, einer schwarzen Fleecejacke, einem blauen bedruckten T-Shirt, einem Schal in der Grundfarbe blau mit rot-blauen Karos und schwarzen Sportschuhen mit roten Nähten (Herstelleraufdruck: Esprit). Hinweise nimmt die Polizei (Kriminalkommissariat 11) unter der Tel.-Nr. 0202/284-0 entgegen. (aus dem Polizeibericht)

Senioren-Union bleibt nicht nur beim Stadtparkteich am Ball

Foto: Lothar KaiserGeorg GregullErkenntnis nach zwei Stunden: „Wir brauchen Geld!“, titelte der Waterbölles am 2. Juni nach einer Bürgerversammlung im Rathaus, die den Stadtparkteich (Foto links) gewidmet war. Der droht bekanntlich zu verlanden und ist undicht, was schon seit 1961 aktenkundig ist. Die Sanierungskosten bezifferte die Stadtverwaltung mit 250.000 Euro. Doch dieses Geld für die Entsorgung von 1.000 Kubikmetern schwermetallhaltigen Schlamms und die anschließende Teichabdichtung durch eine Folie oder Ton hat die finanzschwache Stadt nicht. Deshalb stellte am 2. Juni Georg Gregull (CDU, Foto rechts)) fest: „Wir brauchen einen Verein zum Erhalt des Stadtparkteiches!“ Der könne dann in der Bürgerschaft Spenden einsammeln.

Von diesem Plan hat sich Gregull bis heute nicht verabschiedet. „Sieben Gründungsmitglieder zu finden, wäre kein Problem. Aber mit 250.000 Euro ein Spendengeldern würde sich der Verein wahrscheinlich überheben“, sagte der Vorsitzende der Remscheider Senioren-Union (CDU) gestern in der Geschäftsstelle der CDU am Ebertplatz auf einer Pressekonferenz, in deren Mittelpunkt die Aktivitäten der Senioren-Union standen. Im Bemühen, den Stadtparkteich zu erhalten, weiß Gregull die Unternehmer Wolfgang Kleinbongartz und Jan Wilhelm Arntz an seiner Seite. Aber 250.000 Euro? Machbar sei „vielleicht die Hälfte“, vermutet Gregull und brachte deshalb, bevor eine Vereinsgründung konkret ins Auge gefasst wird, für den Teich eine andere Sanierungstechnik ins Gespräch: Eine zweijährige Austrocknung des Teiches, was eine Verdichtung des Schlamms um zwei Drittel zur Folge hätte, und die Einmischung eines Bindemittels, um den Schlamm in dieser Konsistenz zu halten und weitgehend wasserundurchlässig zu machen. Von Reinhard Bauer (Grünflächenamt) erfuhr Grewull kurz vor Weihnachten, auf diese Weise sei eine ausreichende Abdichtung grundsätzlich möglich. Allerdings: „Aus tragfähiger Untergrund für den aufbereiteten Schlamm müssten die Böschungen stabilisiert werden. Eine überschlägige Kostenschätzung stellte Bauer für Mitte Januar in Aussicht.

Je nachdem, wie diese Schätzung ausfällt, wird die Senioren-Union der Gründung eines Fördervereins nähertreten. Am 16. Juli, als sie vor dem Allee-Center Passanten über die Probleme mit dem Stadtparkteich informierte für seinen Erhalt warb, sammelte sie mehr als 400 Unterschriften von Bürger/innen ein. Darauf ließe sich aufbauen. Wobei auch aus dem Kreis der Mitglieder der Senioren-Union – derzeit sind es 85 – sicherlich etliche als traditionsbewusste Remscheider dem neuen Verein beitreten würden. Gregull: „Und organisatorische Hilfe bei der Vereinsgründung und –führung hat bereits die Remscheider Bürgerstiftung zugesagt!“

In den vergangenen Jahren stieg die Zahl der Mitglieder des Senioren-Union kontinuierlich. Nicht alle gehören zugleich auch der CDU an. Doch was sich als CDU-Mitglied für den Beitritt zur Senioren-Union entschließt, muss „doppelt Beitrag zahlen“, verriet auf der Pressekonferenz Schatzmeisterin Erika Schmitz. Mit dabei auch Schriftführer Hermann-Josef Hohn und die beiden stellvertretenden Vorsitzenden Elke Rühl und Helmuth Tomscheit. Rühls Thema gestern: Die inhaltliche Austrocknung der Fachausschüsse des Rates – zum einen durch einen längeren Tagungsturnus und zum anderen durch einfaches Übergehen. Aktuelles Beispiel: Die „Ehrenamtskarte“, die in der Dezember-Sitzung des Rates beschlossen worden sei, ohne zuvor Sozial, Sport- und Kulturausschuss sowie den Seniorenbeirat damit zu befassen. Georg Gregull und Erika Schmitz stimmten ihr zu: „Wenn der Rat erst einmal einen Beschluss gefasst hat, kommen Anregungen und eventuelle Bedenken der Fachausschüsse zu spät!“

Zu den Themen, die der Seniorenbeirat immer wieder behandelt, gehört die Situation unterstützungsbedürftiger und pflegebedürftiger Menschen. In der jüngsten Sitzung wurde der Antrag der Senioren-Union angenommen, die Verwaltung möge zum Stichtag 30. November aktuelle Belegungszahlen der Remscheider Altenheime vorlegen als die aus dem Jahre 2009. Hintergrund: Georg Gregull will erfahren haben, dass ein Remscheider Senior von der Stockder-Stiftung angewiesen wurde, obwohl dort 14 Betten frei waren. Grund: Es fehle an dem notwendigen Fachpersonal. Zur Februar-Sitzung des Seniorenbeirates erwarten Gregull, Schmitz, Tomscheit, Janke und Hohn die eingeforderte Information der Verwaltung.

Ein „Kind“ des Seniorenbeirats ist die „Woche der älteren Generation“. In diesem Jahr erstreckte sie sich über einen derart langen Zeitraum, dass sie als zusammenhängende Veranstaltungsreihe kaum noch wahrgenommen wurde. Ein Problem, das auch die Senioren-Union erkannt hat. Ein weiteres Problem: Die  äußerst geringe Besucherzahl bei der Eröffnungsveranstaltung in der VHS und beim Familienkonzert im Teo Otto Theater. Als Konsequenz daraus schlägt die Senioren-Union für das kommende Jahr vor, die „Woche der älteren Generation“ im Westdeutschen Tourneetheater (WTT) an der Bismarckstraße zu eröffnen, verbunden mit einer Märchenaufführung („für Großeltern und Enkel“).