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„Regulatorik-Wahn“ zwingt zum Sparen

Die Stadtsparkasse Remscheid betreibt 22 Geschäftsstellen und SB-Standorte und ist mit einer Bilanzsumme von mehr als 1,4 Milliarden Euro das größte Kreditinstitut in der Stadt. Das Geschäftsjahr 2015 habe sie mit einem zufriedenstellenden Ergebnis abgeschlossen, berichtete der Vorstandsvorsitzende Frank Dehnke auf der gestrigen Bilanzpressekonferenz. Und als Marktführer im örtlichen Privat- und Firmenkundengeschäft habe die Sparkasse sogar noch weitere Kunden hinzugewinnen können: So sei die Zahl der Privatgirokonten um rund 2.300 auf 52.300 gestiegen; darin enthalten sind 250 so genannte Jedermann-Konto ohne Überziehungskredit, etwas für Flüchtlinge.

Die Gesamtsumme der laufenden Kundenkredite erhöhte sich 2015 um 43 Millionen Euro auf 982 Millionen Euro. Darunter war kein einziger Kredit, den die Sparkasse als Verlust hätte abschreiben müssen (Wertberichtigung). Die aktuellen Probleme im Geldgeschäft sind ganz anderer Art, und die Sparkasse Remscheid teilt sie mit anderen Banken europaweit: „Die langanhaltende Niedrigzinsphase wirkt sich auf die Ertragslage aus“, berichtete Vorstandsmitglied Michael Wellershaus. Zum Vergleich: 1974 lagen die Hypothekenzinsen noch bei zehn Prozent; heute steht eine 1 vor dem Komma. Gleichwohl war 2015 für die Stadtsparkasse ein starkes Immobilienjahr. Etliche Immobilienbesitzer vertrauten die Vermittlung ihrer Objekte dem Immobiliencenter der Stadtsparkasse an. Rekord im Immobiliencenter 2015: rund 1.500 Besucher. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr dort Immobilien im Gesamtwert von 8,4 Millionen Euro vermittelt (die nächste Immobilienmesse findet am 21. Mai statt).

Das Baufinanzierungsgeschäft wuchs um 7,5 Millionen auf 75,5 Millionen Euro an, „obwohl auch weiterhin attraktive Neubauprojekte in Remscheid fehlen“, wie Wellershaus feststellte. „Hierbei investieren die Remscheider Bürger in alle Immobilienarten von der Eigentumswohnung über Doppelhaushälften bis hin zum Mehrfamilienhaus.“ Die Kundeneinlagen stiegen 2015 um acht Millionen auf 1.131 Milliarden Euro an. Wobei die äußerst niedrigen Zinserträge nur wenige Anlieger spekulativer werden ließen; die meisten bevorzugen nach wie vor sichere Anlagen – auch zu Lasten der Rendite.

Als problematisch betrachtet der Sparkassenvorstand die steigende Flut von verbindlichen Regulierungen, die von der Bankenaufsicht erlassen werde. Dehnke sprach gar von einem „Regulatorik-Wahn“, der für manche Banken inzwischen existenzbedrohend werde. Der damit verbundene Zwang zu höheren Eigenkapital-Rücklagen (um die Anforderungen von Basel III zu erfüllen) und die zunehmende Digitalisierung, die mit enormen Investitionen verbunden sei, habe den Sparkassenvorstand veranlasst, den Verwaltungsrat um Zustimmung zu bitten, in diesem Jahr auf eine Gewinnausschüttung an die Stadt Remscheid (2015 noch 1,2 Millionen Euro) zu verzichten und den Jahresüberschuss in die Sicherheitsrücklage einzustellen; dem war das Aufsichtsgremium gefolgt, dem auch zehn Kommunalpolitiker angehören mit dem Oberbürgermeister an der Spitze. In seiner Sitzung am vergangenen Donnerstag hatte der Rat der Stadt das kommentarlos zur Kenntnis genommen.

„Beste Beratung ist bei uns kein Zufall, sondern Absicht!“, rührten Dehnke und Wellershaus in der gestrigen Pressekonferenz auch ein wenig die Werbetrommel, in dem sie auf den „CityContest“ von Focus Money verwiesen: „Dass wir den ersten Platz ein drittes Mal in Folge erzielt haben, spricht für unser ganzheitliches Beratungskonzept!“ Und beim Deutsche Leasing Award habe die Stadtsparkasse einen guten zweiten Platz erreicht. „Damit zählen wir seit vielen Jahren in Folge zu den erfolgreichsten Leasing-Sparkassen in NRW.“ Im Mai 2015 hatte die Sparkasse rund 1.000 Kunden nach dem Grad ihrer Zufriedenheit befragt.  „Wir haben von ihnen ein ‚sehr gut‘ mit kleinen Verbesserungsvorschlägen bekommen. In den Bereichen Service, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft sind wir besonders gut bewertet worden“, freute sich Frank Dehnke.

Das ist aus Sicht des Vorstands kein Zufall. Einen Wettbewerbsvorteil sah er etwa in den „hochmotivierten und hochqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, unserem wichtigsten und wertvollsten Kapital“, betonte Frank Dehnke.

Deshalb lege die Stadtsparkasse auch sehr viel Wert auf eine kontinuierliche Aus- und Weiterbildung. Derzeit hat die Stadtsparkasse Remscheid 34 Auszubildende – in den Sparten Banken, Versicherungen und IT. Die Ausbildungsplätze für 2016 wurden inzwischen vergeben, darunter erstmals zwei an Realschüler. Für 2017 sind Bewerbungen schon jetzt möglich. Allerdings werden pro Jahr, beginnend in 2016, keine zehn Ausbildungsplätze mehr besetzt, sondern lediglich acht. Dehnke: „Aus damit bilden wir noch über unseren eigenen Bedarf hinaus aus!“ Auch das hat mit der anhaltenden Niedrigzinsphase zu tun. Denn sinken die Einnahmen weiter – Experten schließen bei deutschen Banken einen Gewinnrückgang um 25 Prozent bis 2019 aus -, muss auf der Ausgabenseite weiter gespart werden. Und dort schlagen vor allem die Personalkosten zu Buche. Frank Dehnke: „Wir denken deshalb auch über Altersteilzeitangebote für unsere älteren Mitarbeiter/innen nach!“ Die Stadtsparkasse Remscheid ist mit rund 330 Mitarbeiter/innen einer der größten örtlichen Arbeitgeber.

Keine Auswirkungen hat der Sparzwang auf die Sparkassenstiftung mit ihrem Kapital von sechs Millionen Euro. Jahr profitieren gemeinnützige Vereine und Institutionen in Remscheid von den Spenden- und Sponsoring-Aktivitäten der Sparkasse im Umfang von mehr als 500.000 Euro. Damit war die Stadtsparkasse auch 2015 der größte Förderer von gemeinnützigen Projekten, insgesamt mehr als 280. „Wir stehen zu unserer Stadt und wissen, was vor Ort – in den Vereinen und Institutionen – ehrenamtlich geleistet wird“, sagt Vorstand Michael Wellershaus. „Deshalb ist es uns wichtig, Veranstaltungen, Projekte und diverse Maßnahmen aus den Bereichen Kultur, Soziales, Sport und Jugend zu fördern und zu unterstützen, die vielleicht sonst nicht realisierbar wären.“ So wurden auch im vergangenen Jahr mehr als 500.000 Euro ausgeschüttet, und für 2016 ist eine gleichbleibend hohe Förderung geplant.

In diesem Jahr blickt die Stadtsparkasse Remscheid auf eine 175-jährige, erfolgreiche Unternehmensgeschichte zurück. Und das soll gemeinsam mit den Remscheiderinnen und Remscheidern gefeiert werden. Beispielsweise mit einem Bürgerfest am 30. April und einer Sparkassen-Soulshake-Party am 1. Oktober. „Verteilt über das restliche Jahr wird es noch viele weitere Überraschungen geben“, versprachen gestern die beiden Vorstände.


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