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Es kommt auf ein schlüssiges Gesamtkonzept an

Dem gegenseitigen Kennenlernen sollte am Donnerstagabend das Treffen dienen, zu dem Beatrice Schlieper, die Vorsitzende des Fördervereins Haus Cleff e.V., die Mitglieder und Dr. Andreas Wallbrecht (55), den neue Chef des Historischen Zentrums, in die Begegnungsstätte im Deutschen Werkzeugmuseum eingeladen hatte. Der ehemalige Kreisarchäologe des Landkreises Gifhorn und Leiter des von 2009 bis 2014 für 3.5 Millionen € sanierten niedersächsischen Renaissanceschlösschens Burg Brome stillte die Neugierde der Heimatfreunde mit einem interessanten Vortrag über Relikte aus römischer Eisenzeit und Mittelalter, die er im Landkreis Gifhorn ausgegraben hatte, das historische Handwerksmuseum in der Burg Brome und das dortige Burgfest, das sich bis zum Beginn der Sanierungsarbeiten 2010 in der Bevölkerung großer Beliebtheit erfreut hatte.

Da lag die Frage nach seinen Beweggründen für den Wechsel nach Remscheid nahe. Die war im vergangenen Jahr im Kulturausschuss schon einmal gestellt worden. Wallbrecht damals: „Ein neues Museum (Brome) einzurichten zu können ist schön. Aber ein zweites Mal eine solche Gelegenheit zu bekommen, in diesem Fall die Sanierung von „Haus Cleff“, das hat mich ganz besonders gereizt!“ In der Wolfsburger Allgemeinen war im Juli vergangenen Jahres, als er Wechsel publik wurde, spekuliert worden, Wallbrecht habe für sich im Landkreis Gifhorn keine Perspektiven mehr gesehen, nachdem er vergeblich auf eine Abteilungsleiterstelle gehofft habe. Wie auch immer - Kulturdezernent Der. Christian Henkelmann freut sich jedenfalls, mit Wallbrecht zum 1. Oktober einen „erfahrenen Museumsmann“ als Leiter von Haus Cleff und das Deutsche Werkzeugmuseum gewonnen zu haben.

Ein Kulturzentrum mit vielfältigen Veranstaltungen!“, versprach Wallbrecht, als er sich im Herbst  den Mitgliedern der Bezirksvertretung (BV) Alt-Remscheid vorstellte. Die Ankündigung „Mehr zum neuen Museumskonzept im Mai“ folgte Anfang Dezember. Dass dazu auch eine deutliche Verzahnung von Werkzeugmuseum und Haus Cleff gehören wird, hatte der neue Museumsleiter bereits im Oktober angekündigt, sehr zur Freude von Beatrice Schlieper. Die hatte in der Vergangenheit schon einige Male kritisch angedeutet, der Förderverein des Museums wolle lieber weiter ein Eigenleben führen.

In dieser Hinsicht scheint sich inzwischen etwas geändert zu haben. Jedenfalls berichtete Schlieper am Donnerstag, die Hastener Heimatvereine hätten „den Austausch ihrer Mitglieder“, sprich: eine Art Verzahnung vereinbart, um zu dokumentieren, dass sie im Prinzip alle an einem Strang ziehen. „Alles andere wäre auch das Dümmste, was man tun kann“, zollte Dr. Wallbrecht dem Anerkennung. Da widersprachen die Mitglieder des Fördervereins von Haus Cleff nicht.

Nachdem das alte Patrizierhaus – einst Doppelhaus für zwei Familien – Ende vorigen Jahres leergeräumt und von Statikern auf der Suche nach späteren baulichen Veränderungen gescannt wurde, wird jetzt, gestützt auf die gewonnenen Erkenntnisse, an einer neuen Raumaufteilung gearbeitet. Dabei ist auch ein Durchgang von der einen zur anderen Haushälfte vorgesehen; der fehlt bislang. Über das ganze Haus verteilt müssen Brand- und Einbruchsmeldeanlagen verteilt werden.

Der erste Entwurf, den Wallbrecht am Donnerstag präsentierte, geht von einer „Ausstellungsebene“ in Parterre und einer „Veranstaltungsebene“ (für Konzerte, Lesungen, „kleine Gastronomie“) im ersten Obergeschoss aus. In Parterre sollen zudem Toiletten, ein Empfangstresen und die Garderobe untergebracht werden. Wenn es die Statik zulässt, soll auch das Dachgeschoss "bespielt" werden. Alles in allem ein sehr ambitionierter Plan, der aus finanziellen Gründen allerdings nur in vielen kleinen Schritten realisiert werden könne, wie Wallbrecht einräumte. Konkret: Sollen künftig regelmäßig in „Haus Cleff“ Kaffee und Kuchen angeboten werden, stellt sich zunächst die Personalfrage.

Die Frage der Finanzierung der Sanierung von Haus Cleff stellt sich nicht erst jetzt; sie wurde bereits im April vorigen Jahres im Kulturausschuss diskutiert („Viele Unsicherheiten zu Geld und Personal“). Die städtischen Rücklagen reichen für die Renovierung des Hauses nicht aus. Und durch private Spenden lässt sich der Fehlbetrag sicherlich auch nicht ausgleichen, wie am Donnerstag Richard Otto Bremicker feststellte, der Vorsitzende des Vereins "Hasten für Hasten" e. V. Eine Tatsache, an der auch die Aktion „Cleff-Aktie“ nichts ändern dürfte, die Wallbrecht in Aussicht stellte. Es wird also darauf ankommen, öffentliche Fördergelder zu akquirieren. Doch bevor auch nur ein Euro fließe, müsse den Geldgebern ein schlüssiges Gesamtkonzept vorgelegt werden, so Wallbrecht. Das ist jetzt seine erste große Aufgabe – und Herausforderung.

„Tup-tup-tup“ der Feilenhauer erklang den ganzen Tag

Früher floss der Eschbach in der Ortschaft Preyersmühle fast komplett in den großen Teich der Feilenabrik Ehlis eingangs des unteren Eschbachtales. Ein malerisches Bild war es, wenn man über den riesigen Teich mit dem Bootshauschen, den Schwänen und der versteckten Firma dahinter ins Tal blickte. Leider ist der Damm von Bisamratten zerfressen worden und der Teich eines Tages spektakulär ausgelaufen. Die Kosten zur Wiederherstellung standen in keinem Verhältnis zum Nutzen für die Firma, und so entschloss sich Herr Ehlis, auf die Wasserkraft mittels Turbine zu verzichten. Schade wäre es nur, wenn die Turbine durch Stillstand nach und nach kaputt ginge, denn sie ist neben der Francis-Turbine im Johanneshammer der Zeuge der Vergangenheit im Tal. Aber schauen wir uns erst einmal die Historie des Ehlishammers an:

Villa stand schon 2014 zum Verkauf

Märchenhaft wohnte man in der Villa im Eschbachtal“, titelte der Waterbölles am 8. August 2014, und berichtete, dass sich der Remscheider Rechtsanwalt Till Büssem im Auftrag der Eigentümer um den Verkauf der ehemaligen Fabrikantenvilla Ehlis in der Preyersmühle bemüht. Nachdem Horst Ehlis am 1. August 2015 im Alter voon 83 Jahren verstorben ist, steht nun das gesamte, 30.000 Quadratmeter große Gelände im Eschbachtal zum Verkauf, die unter Denkmalschutz stehende Feilenfabrik ebenso wie das daneben stehende Wohnhaus und der große Teich. Es gebe mehrere Interessenten, heißt es.
Als es der Stadt Remscheid im Oktober 2006 im Rahmen der Bergischen Expo `06 gelang, die Feilenfabrik Ehlis (die Fotos des Waterbölles entstanden damals) für zwei Tage der offenen Tür zu gewinnen, wurde dort noch gearbeitet. Zitat aus der Pressemeldung der Stadt: „Die malerisch gelegene Fabrik wird heute in vierter Generation betrieben und offenbart mit Maschinen und Produktionsabläufen einen nahezu unverfälschten Blick in die Geschichte der Werkzeugproduktion. Sie gehört zu den interessantesten alten und immer noch genutzten Produktionsstätten im Bergischen Städtedreieck und ist damit, so die Regionale 2006 Agentur GmbH, „ein absoluter Geheimtipp, was die Industriekultur der Region anbelangt, und bietet lebendige Industriegeschichte und Authentizität“.

Gleich 500 Meter unterhalb von Preyersmühle befindet sich in dem zu Remscheid gehörenden Schlepenpohl die Feilenfabrik Ernst Ehlis, die zweitgrößte des Tales. Sie ist noch heute in Betrieb und beherbergte von 1997 bis 2005 als Pächter den letzten Remscheider Degenschmied, Eberhard Paffenhoff. Der ursprüngliche Flurname war Langenbroch. 1685 errichtete an dieser Stelle auf einer vom Landesherren in Erbpacht genommenen Wiesengrundstuck Tillmann Hasenclever zu Bliedinghausen einen Reckhammer. 1692 zahlt er - der Burger Aufstellung zufolge - einen Goldgulden als Erbpacht und für die Benutzung eines Teiles der landesherrlichen Wiese im Langenbroch und des Teiches drei Goldgulden. Das war damals sehr viel Geld. 1806 gehört der Stahl-Raffinierhammer den Engels & Hasenclever- Erben. 1810 ist ein F. Korts von Bliedinghausen ein Nachfolger der Erben Hasenclever. 1824 führt Caspar Corts zu Pohlhausen den Hammer und 1829 bis 1834  ein Peter Caspar Corts zu Wermelskirchen. Dieser arbeitet dort selbst mit einem Bruder und einem Tagelöhner, verarbeitet eigenes Material (rohen Stahl) und verkauft den raffinierten Stahl an hiesige Schmiede. Ausgerüstet ist der Hammer mit drei oberschlächtigen Wasserrädern, die einen Hammer und zwei Herdgebläse treiben.

Am 29.4.1835 ist der Hammer durch Kauf in das Eigentum des Peter Caspar Ehlis übergegangen.  Am 22.8.1840 bekommt Peter Ehlis die Konzession, einen weiteren Hammer an den Teich zu setzen. 1853 steht der zweite Hammer mit einer Jahresproduktion von 60.000 bis 80000 Pfund Raffinierstahl zu Buche. Als Inventar sind zwei Ambosse und drei Feuer angegeben. 1846 kam ein Schleifkotten, 1858 ein zweiter Schleifkotten und 1864 noch ein dritter Schleifkotten hinzu, letzterer mit Wasser- und  Dampfkraftantrieb. Schon 1853 werden fünf oberschlächtige Wasserräder gezählt.

Ehlishammer mit Teich 1908. Foto: HIZ RemscheidEine Konzession vom 22.10.1855 berechtigt Ehlis, eine Knochenstampfmühle und eine Schleiferei am gleichen Teich anzulegen. Die Knochenstampfmühle wurde gleich als Schleifkotten gebaut. Erst 1834 ist von einem Haus mit sechs Einwohnern die Rede. 1864 werden zwei bewohnte Häuser mit 15, 1867 vier Häuser mit 33 Einwohnern in sieben Haushaltungen genannt. Bis 1900 stieg die Zahl der Wohnhäuser auf sechs an, die Zahl der Einwohner blieb aber die gleiche. Noch heute (2006) ist die Fa. Ehlis der größte Feilenhersteller des Eschbachtales.

Im bergischen Fachwerkstil zeigt sich die Feilenhauerstube in Berghausen. Das am 23. April 1967 abgerissene Haus des Feilenhauers Wilhelm Hein steht für die traditionelle Remscheider Zunft. Schon 1845 gründete sich in Remscheid eine eigenständige Feilenhauerinnung.Früher war in Remscheid, Wermelskirchen und Umgebung die Feilenherstellung ausschließlich Heimindustrie. Wohl gab es Feilenschmieden, in denen geschmiedet und gehärtet wurde, aber die übrigen Arbeiten, besonders das Hauen, wurde nur von Heimarbeitern ausgeführt. In den Wasserhämmern in den Tälern des Eschbachs und des Morsbachs wurden die von den Hüttenwerken gelieferten schweren Stahlblöcke zu Werkstücken vorgeschmiedet. Auf dem Amboss schmiedete dann der Feilenschmied mit seinen Zuschlägern die Feilen in die gewünschte Form aus. Dann folgte das Ausglühen der Feilen, woraus sich wieder ein eigener Gewerbezweig entwickelte, da nur wenige Feilenschmiede auch Glühofen besaßen. Das Ausglühen geschah gewöhnlich sonnabends und sonntags, denn der Feilenschmied brachte die geschmiedeten Feilen samstags dem Ausglüher, der sie am Montagmorgen wieder beim Feilenschmied abliefern musste, da sich dann die Feilenhauer dort ihre Arbeit für die kommende Woche geben ließen. Früher musste der Feilenhauer die im Glühofen krumm gezogenen Feilen erst noch richten und in einem Schleifkotten schleifen lassen. Lief aber wegen der Eisbildung oder bei längerer Wasserknappheit das Wasserrad nicht, so musste der Feilenhauer sich selbst dieser Arbeit unterziehen und von den Feilen den Glühspan abfeilen, um sie behauen zu können.

Feilenhauenan der Maschine.Nach dem Ausschmieden oder Auswalzen des Feilenmaterials ist die rohe Form der Feile fertig. Es folgt das Ausglühen und Wiederausrichten. Dann kommt das Flachschleifen. Nach dem Bläuen und Scheuern der Feilen, deren Kanten abgestrichen sind, beginnt die wichtigste Arbeit: das Hauen. Auf den Haumaschinen werden die gewünschten Hiebarbeiten von der feinsten bis zur gröbsten schnell und sauber hergestellt. Die Leistungsfähigkeit der Maschine übertrifft die der Handarbeit natürlich um ein Vielfaches. Es folgen das Neurichten, das Ausbürsten und das hochgewichtige Harten. Nach einem Reinigungsvorgang im Sandstrahlgebläse werden noch einige verfeinernde Bearbeitungen vorgenommen, so das Spülen, Ölen, Trocknen und das Anlassen der Angeln. Bevor dann die Feilen verpackt werden, werden sie einzeln auf ihre Güte und Schnittfähigkeit hin geprüft, um die Gewähr für eine einwandfreie Härtung zu haben. Jede Feile muss frei von Rissen und Sprüngen sein. Die mit dem Fabrikzeichen versehenen Feilen tragen einen Garantiestempel, der dem Ruf deutscher Fabrikation in aller Welt Achtung verschaffen soll. Die Kunst des Handhauens kann man sich vorstellen, denn jede einzelne Ritze (sprich jeden Hieb) im richtigen Winkel parallel zur vorhergehenden Ritze im gleichen Abstand zu schlagen, dazu bedurfte es langer Einarbeitungszeit, Talent und Erfahrung. „Tup-tup-tup“ ging das den ganzen Tag, mindestens zwölf Stunden lang.  Feilenhauer aus Pohlhausen sind bei uns im Bergischen die ältesten ansässigen Gewerbetreibenden, denn schon 1820 werden sie erwähnt. (nach: Hämmer- und Kottenforschung in Remscheid. Herausgegeben von Günther Schmidt, Band 5 - Vom Blombach bis Eschbach)

Pollmann-Hammerwerk für Feilen und Werkzeuge bis 1950

Nüdelsbacher Hammer Pollmann, Foto: HIZ Remscheid.Der Nüdelshalbacher Hammer ist, als Kotten-Standort gesehen, etwa um 1580 entstanden. Wo die Haddenbacher Straße den Abzweig nach Nüdelshalbach bildet mit einer Brücke über den Mückenbach, war etwas unterhalb der langgezogene Teich des Hellenhammers, der heute nur noch zu erahnen ist. Der Standort hat eine wechselvolle Geschichte.  Der Beyenburger Rentmeister Karsch erwähnte 1607 ein "Klopfhemergen mit Blasrad und Schmiedrad dem Dietherichen gehörend über der Neudelshalbach uff der Muckenbeck". Etwa 1628 wird das "Stahlhämmerchen von Hens in der Nüdelshalbach" erstmalig erwähnt, das im 30jährigen Krieg zerstört wurde oder zerfallen ist. 1650 wurde der Hammer neu errichtet und 1749 ist im Besitz von Friedrich in der Nuhlshalbach.  Die Flurbezeichnung besagt, dass der Hammer "in der Hölle" steht. 1826 und 1828 im Mühlenkataster taucht mit Caspar Diederich zu Goldenberg ein neuer Besitzername auf.

1846 ist von einem Raffinierhammer für Rohstahl mit einem Feuer und einem Amboss bei einer Jahresleistung von 30.000 Pfund die Rede – im Besitz die Gebrüder Hasenclever. 1853 steht in der Regierungsliste, dass der Nüdelshalbacher Hammer von J.P. Hasenclever allein betrieben wird. Mittlerweile sind zwei Feuer installiert, ein Amboss steht immer noch bereit und drei Arbeiter teilen sich die Arbeit. 1867 ist Carl Hasenclever als Besitzer erwähnt. 1926 arbeitete der Hammer mit Dampfkraft und Wasserkraft, wobei die Wasserkraft kaum genutzt wurde. Der Besitzer war zu dieser Zeit ein Schmied namens Pollmann. 1950 wurde der Pollmanns Hammer abgerissen.

Repro: G. Schmidt

Die Dynastie Hasenclever wanderte im 16. Jahrhundert nach Remscheid ein. Sie bauten gegenüber des Haddenbacher Grundes (Hölle) ein malerisches Fachwerkhaus, das heute das älteste in Remscheid erhaltene ist. Nicht nur die hohe vorkragende Giebelwand in blendendem Schwarz-Weiß, sondern auch die mit farbigen Schindeln in Gestalt roter Trauben geschmückten Traufseiten sind sehenswert.

Die Hasenclevers bauten vor 1600 im Singerberger Grund eine Hütte mit einem Wasserhammer und um 1595 eine Pulvermühle, die nur 50 Jahre existent war. Bis in das 19. Jahrhundert waren in der Familie auch Kaufleute. Das Stammhaus im Hasenclev wurde 1861 an den vormaligen Sichelschmied und Fabrikanten Fritz Stursberg verkauft, dessen Nachkommen das Anwesen jedoch weiterverkauften. Die Erben Hasenclever verkauften nicht nur das Stammhaus, sondern auch den Leyerhammer, den Hellenhammer sowie den Nüdelshalbacher Hammer an den Sägenmüller Gustav Pollmann zu Stursbergerhöhe, der als Kaufmann neben dem Wasserhammer eine mit Dampfkraft ausgerüstete Werkhalle und Schleiferei setzte. 1890 verkaufte Pollmann den zugehörigen Hellenhammer an Walter Courthen.

1910 ist am Nüdelshalbacher Hammer zu lesen "Gustav Pollmann, Hammerwerk für Feilen und Werkzeuge". Der Hammer hatte ein oberschlächtiges Wasserrad. Pollmann und sein 1869 geborener gleichnamiger Sohn ließen durch fremde Hammerschmiede und Schleifer für ihr Handelsgeschäft produzieren. 1899 heiratete der Sohn Ida Stursberg und baute 1907 am Ambossweg ein Schieferhaus. Als er bei einem Unfall eine Hand verlor, musste er die Produktion aufgeben. Die Fabrik wurde ch an Walter Courthen verkauft. Nach dem Tod von Courthen im 2. Weltkrieg siedelte sich im Hammer eine Feilenschmiede an. 1950 wurde die Hammeranlage abgerissen. Als Erbe übernahm der Pflegesohn Walter Zenses das Anwesen. Er war Eisenwarenhändler.  (Aus: Hämmer- und Kottenforschung in Remscheid Herausgegeben von Günther Schmidt Band 4 - Leyerbach, Diepmannsbach, Mückenbach)

 

Aktueller Spendenaufruf der Flüchtlingshilfe

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Die Flüchtlingshilfe Remscheid öffnet kommenden Dienstag und Mittwoch (2./3. Februar) jeweils von 12 bis 19.30 Uhr ihr Spendenlager, Haddenbacher Straße 38-42 (neben Injoy und Bowl Inn - Zufahrt gegenüber der Kipperstraße) und bittet erneut um Sachspenden. Dank des unermüdlichen Einsatzes ihrer ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer sind fast alle bislang abgegebenen Sachspenden sortiert und eingelagert oder bereits an die Notunterkünfte ausgeliefert. Aktuell benötigt werden:

  • Bekleidung Herren:  Bekleidung aller Art, kleine Größen (S und M), bitte der aktuellen Jahreszeit angepasst,  Schuhe aller Art, (kleine Größen) bitte der aktuellen Jahreszeit angepasst,  Unterwäsche, bitte aus hygienischen Gründen nur ungetragen und originalverpackt.
  • Bekleidung Damen:  Unterwäsche, bitte aus hygienischen Gründen nur ungetragen und originalverpackt,  Umstandskleidung. 
  • Bekleidung Kinder / Babys:  Trainingsanzüge/Sportkleidung für Kinder,  Schuhe (Größen 39-43) aller Art, bitte der aktuellen Jahreszeit angepasst,  Unterwäsche, bitte aus hygienischen Gründen nur ungetragen und originalverpackt.  Bitte KEIN Spielzeug und KEINE Kuscheltiere, davon haben wir mehr als wir verwenden können.
  • Hygieneartikel für Frauen (Damenbinden, Shampoo, Duschgel, Deo, Cremes, Rasierer, Feuchttücher etc.) und für Männer (Shampoo, Duschgel, Deo Cremes, Rasierer, Rasierschaum etc.) sowie Babypflege (Shampoo, Duschgel, Pflegecreme, Feuchttücher, Windeln aller Größen, besonders Größe 1).  Bitte KEINE Zahnpasta und bitte KEINE Zahnbürsten, davon haben wir sehr viel auf Lager.
  • Sonstiges: Reisekoffer / Reisetaschen.

Ein Tag für die Wahrscheinlichkeitsrechnung

Pressemitteilung der Bildungskonferenz Mathematik

Für Mittwoch, 3. Februar, hat die Bildungskonferenz Mathematik aller  Remscheider Schulen einen sogenannten Wahrscheinlichkeitstag für alle 4. und 5. Klassen der Remscheider Schulen geplant. Wo immer es möglich ist, sollen sich an diesem Mittwoch alle Viertklässler der Grundschulen und alle Fünftklässler aller weiterführenden Schulen einen Schultag lang mit der Wahrscheinlichkeitsrechnung beschäftigen. Alternativ soll der Stoff in der Woche vom 1. bis 5. Februar -  auf mehrere Stunden verteilt - vermittelt werden. So soll diesem mathematischem Teilgebiet, dass vor Jahren neu in die Lehrpläne aufgenommen wurde, ein neuer Stellenwert eingeräumt werden und gleichzeitig eine profunde Grundlage für den weiteren mathematischen schulischen Werdegang der Schülerinnen und Schüler gelegt werden. Zu diesem Zwecke hat die Bildungskonferenz Mathematik entsprechendes Unterrichtsmaterial zusammengestellt und an alle Remscheider Schulen verschicken lassen. (Hans Heinz Schumacher, (Leiter der Bildungskonferenz Mathematik in Remscheid)

Neues WhatsApp-Angebot für Bahn-Pendler

Pressemitteilung der Deutschen Bahn

Ab sofort bietet DB Regio NRW seinen Fahrgästen einen zusätzlichen, personalisierten Informationskanal über den beliebten Messenger WhatsApp an. Nahverkehrskunden, die sich für den kostenlosen Service registrieren, erhalten bei größeren Störungen auf ihrer Linie eine WhatsApp-Nachricht über Ausmaß, Dauer und Reisealternativen. „Das WhatsApp-Angebot ist besonders für Pendler interessant, die regelmäßig auf einer bestimmten Strecke unterwegs sind. Sie können Echtzeit-Infos gezielt zu ihrer Linie abonnieren“, erklärt Björn Stroiczek, der als Streckenagent von DB Regio NRW die Fahrgäste des Nahverkehrsunternehmens der Deutschen Bahn via WhatsApp und Twitter schnell über Störungen informiert. Konkret zugbezogene Informationen sind weiterhin in den Reiseauskünften unter www.bahn.de/ris oder in der DB Navigator-App abrufbar. Die Registrierung für den WhatsApp-Service erfolgt über die Website www.bahn.de/streckenagent-nrw. Dort können Interessierte die Linie auswählen, zu der sie künftig Informationen erhalten möchten. Auch der Zeitraum lässt sich festlegen. Hinterlegt werden muss lediglich die eigene Mobilfunknummer für den Empfang der Nachrichten.

Der neue WhatsApp-Dienst ist eine weitere Stufe zum Ausbau des bestehenden Streckenagenten-Angebots: Vor rund sechs Monaten war zunächst der Twitter-Kanal Regio_NRW an den Start gegangen, der Fahrgäste über die aktuelle Betriebslage in NRW informiert. Seitdem hat das Team um Björn Stroiczek über 15.000 Tweets abgesetzt: „Wir twittern nicht nur, wenn ein Zug verspätet ist, sondern informieren die Fahrgäste auch zu den Gründen, halten sie über Fortschritte auf dem Laufenden und geben Bescheid, wenn alles wieder nach Plan läuft.“ (Dirk Pohlmann)

Vorstand gratulierte zur bestandenen Prüfung

Pressemitteilung der Volksbank Remscheid-Solingen eG

Erleichterung und Freude standen neun jungen Volksbankern ins Gesicht geschrieben: Einen Tag nach der bestandenen letzten Prüfung gratulierten die Volksbankvorstände Andreas Otto und Lutz Uwe Magney ihren jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zur erfolgreichen Ausbildung. Otto machte deutlich, dass alle – unabhängig vom individuellen Prüfungsergebnis – Grund haben, stolz auf sich zu sein: „Sie haben eine große Hürde genommen und einen weiteren wichtigen Schritt in Ihrer persönlichen Entwicklung gemacht.“ Für den vielfältigen Einsatz schon während der Ausbildung dankten die Vorstände ihren Ex-Azubis. „Es war eine tolle Zeit mit Ihnen“, sagte Lutz Uwe Magney.

Am Montag beginnt das normale Arbeitsleben in der Volksbank Remscheid-Solingen eG. Die neuen Bankkaufleute werden in verschiedenen Bereichen, Filialen wie Fachabteilungen, des Hauses eingesetzt, die sie teilweise schon während ihrer Ausbildung kennengelernt haben. Dass sie gute Chancen haben, sich in der Bank weiterzuentwickeln und fortzubilden, versprachen Andreas Otto und Ausbildungsleiter Thomas Willczek den jungen Leuten. Mit einer kleinen Finanzspritze entließen die Vorstände sie in ihre private Abschlussfeier. Für das Ausbildungsjahr 2017 stehen noch Plätze für engagierte junge Leute zur Verfügung. Ansprechpartner ist Thomas Willczek, Tel. RS 699451.

Noch Plätze frei für Existenzgründer

Pressemitteilung der IHK

Im IHK-Seminar für Existenzgründer am 1. und 2. Februar jeweils von 17 bis 20 Uhr und am 3. Februar von 17 bis 19.30 Uhr gibt es noch einige freie Plätze. Wer sich als Unternehmer selbstständig machen will, kann sich deshalb jetzt noch kurzfristig anmelden. Das Seminar findet statt in der Hauptgeschäftsstelle Wuppertal der Bergischen Industrie- und Handelskammer (IHK), in Wuppertal, Heinrich-Kamp-Platz 2. Weitere Informationen unter Tel. 0202 / 2490-701 (Svenja Lütkereinke), E-Mail: s.luetkereinke@wuppertal.ihk.de oder online unter www.wuppertal.ihk24.de, Dokumentennummer 87901.

Kein Viertelstunde, und die Nebelsuppe war weg

Foto: Hans Georg MüllerMeine Naturexkursion soll Richtung Eschbachtal auf dem Wanderweg A 5 verlaufen. Schon unterhalb der Drosselwiese am Hasenclever-Wald strahlt gleißend helles Licht aus dem nahen Tal. An der Waldgrenze blickt man sonst immer auf die Ortschaft Zur Mühle. Nur heute nicht, da liegt ein dickes Nebelpaket über dem Tal, auf das die Sonne scheint, ein Kaltluftsee. In windstiller, kalten Nacht hatte sich die schwere Kaltluft unten im Tal gesammelt. Nun wird sie von der Sonne erwärmt und kondensiert zum Nebel. Kein Viertelstunde nach der Aufnahme bildete sich eine  starke warme Luftblase über dem See, die die Nebelsuppe aus dem Tal beförderte, und prompt war der blaue Himmel auch wieder in Zur Mühle auf der Talsohle zu genießen.    

 

Netzwerk gegen Radikalisierung hat große Maschen

„In einer beispiellosen Aktion hat die Staatsmacht die wohl radikalste Moschee Deutschlands in Solingen geschlossen. Millatu Ibrahim" gilt als extremistische Gruppe, die den Dschihad unterstützt.“, berichtet die Tageszeitung „Die Welt“ am 14. Juni 2012. Und am 5. September 2014 macht die „Sharia-Polizei“ aus Wuppertal Schlagzeilen: „Radikale Salafisten sind als "Scharia-Polizei" durch Wuppertal gezogen, um Passanten über Verhaltensregeln zu belehren. Jugendliche wollten sie am Discobesuch hindern“ (ZEIT Online). Etwa ein Dutzend Jugendliche hätten sich in Wuppertal und Solingen dem IS in Syrien angeschlossen, vermutet Wuppertals Sozialdezernent Stefan Kühn. Von Remscheid war in diesem Zusammenhang nicht die Rede. Doch das müsse nicht heißen, dass es nicht auch hier Jugendliche gebe, die sich radikalisiert hätten, meinen die drei Mitarbeiter der Beratungsstelle „Wegweiser im Bergischen Land“,  eine Initiative der Landesregierung, die seit April vergangenen Jahres von Wuppertal aus die Salafisten-Szene im Bergischen Land beobachten. Durch Beratungen von Jugendlichen, Eltern, Lehrern, Sozialarbeiter, Ausbildern etc. wollen sie der Radikalisierung muslimischer bzw. zum Islam übergetretener  Jugendlicher  vorbeugen .

Die Berater aus dem Bereich der Islamwissenschaft und Sozialpädagogik mit türkischen oder arabischen Sprachkenntnissen verstehen sich als Ansprechpartner (Hotline: 0202-47858913; E-Mail: wegweiser@stadt.wuppertal.de">wegweiser@stadt.wuppertal.de) auch für die lokalen Moscheevereine, Schulen, Multiplikatoren oder Träger der Jugendhilfe. So steht es in dem Flyer, den Hakan D. ((Waterbölles: Name geändert. Nach Angaben des Beraters sind er und seine Kollegen aufgrund der Vorgabe des Innenministeriums gehalten, ihre Namen aus Sicherheitsgründen nicht gegenüber der Presse zu nennen.) am Mittwochabend im großen Sitzungsaal des Remscheider Rathauses verteilte. Der Jugendhilfeausschuss hatte den Berater eingeladen, den „Wegweiser“ vorzustellen. Und dabei kam heraus, dass von engen Kontakten zwischen den Beratern und den Remscheider Moscheevereinen noch keine Rede sein kann. Einer Einladung zu einem Kennenlerngespräch ins Rathaus seien gerade mal drei Moschee-Vertreter gefolgt. Und auch die Kontakte zwischen den Moscheevereinen und der Stadtverwaltung seien eher gering, habe er gehört. Was prompt Widerspruch auslöste: „Die Kontakte sind gut!“, äußerten sich gleichlautend Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, Erden Ankay-Nachtwein, die Vorsitzende des Integrationsrates, und Nihat Murat. Das hänge, wie immer im Leben, von Personen ab, sah Richard Ulrich („Schlawiner“) die Situation differenzierter. Tenor: Mal sind die Kontakte gut, mal weniger...

Der religiöse Dialog mit Moscheegemeinden sei wichtig, hatte Innenminister Ralf Jäger am 7. April 2015 bei der Eröffnung der Beratungsstelle betont. "Mir ist besonders wichtig, dass das Programm vor Ort umgesetzt wird!“ Tatsache ist allerdings: Sehr umtriebig waren die Mitarbeiter der Beratungsstelle „Wegweiser“ in Remscheid bislang noch nicht. Aber: „Wenn wir eingeladen werden, kommen wir gerne,“ betonte Hakan D.. So zum Beispiel in die Akademie Remscheid.

In der Beratungsstelle in Barmen (Höhne 20) kann jedermann nachfragen, wenn er mit Begriffen wie Islam, Islamismus, Salafismus, Dschihadismus nicht zurechtkommt und sie ihm Angst machen. Oder wenn sich Sohn / Tochter / Neffe /Nichte /( Enkel/in verändert haben. Eine religiöse Neuausrichtung sei allerdings noch keine Radikalisierung, betonte Benabdessadek. Dazu heißt es in dem Flyer: „Der Islam ist ein Teil unserer pluralistischen Gesellschaft und gehört gemeinsam mit anderen Religionen und Weltanschauungen zum Alltag in Deutschland. Das Interesse am Islam wächst ebenso in der deutschen Mehrheitsgesellschaft, sodass auch Übertritte zum Islam, besonders unter jungen Menschen, nicht unüblich sind. Aber auch Jugendliche aus muslimischen Familien interessieren sich immer mehr für „ihre Religion" und verstehen diese als Teil ihrer persönlichen Identität. In Zeiten innen- und außenpolitischer Ideenkonflikte sowie Facebook und YouTube möchten wir diese Jugendlichen bei ihrer Suche nach Identität, Anerkennung und spirituell-religiöser Erfüllung nicht allein lassen und vor Abhängigkeit und Radikalisierung schützen. Gleichzeitig sollen Eltern, Lehrern und anderen Beteiligten unbegründete Ängste genommen und ein differenziertes Verständnis für „den Islam" und „die Muslime" vermittelt werden.“

"Wegweiser" soll den Einstieg junger Menschen in die gewaltbereite salafistische Szene verhindern. Ein Beispiel: Der 17jährige Hassan fühlt sich in der Schule ausgegrenzt und zieht sich aus fehlender Anerkennung immer mehr zurück. Der Schulabschluss ist gefährdet. Sein vorherrschendes Gefühl: ich habe sowieso nie Erfolg. Die Gesellschaft gibt mir keine Chance. Hassan sondert sich weiter ab. Und genau in dieser Situation locken ihn extremistische Salafisten in ihre Kreise. Sie geben ihm Bestätigung und nehmen ihn ‚als Bruder‘ in ihre Mitte auf. Minister Jäger: „Hier müssen wir die jungen Menschen erreichen. Rechtzeitig, bevor sie in die Radikalisierungsfalle geraten!“

Die direkte Ansprache gefährdeter Jugendlicher sei allerdings schwierig, räumte Hakan D. am Mittwoch im Jugendhilfeausschuss ein. „Wir können niemanden zwingen, mit uns zu reden. Und ein Gesprächsangebot christlicher Lehrer wird erst recht abgelehnt.“ Die Radikalisierung beginne meist zuhause am PC und nicht in einer Moschee. Lehrern und Jugendarbeitern riet er, sensibel zu sein. Es sei nicht ausgeschlossen, dass sich Remscheider Jugendliche in ihrem Umfeld gar nicht als Salafisten zu erkennen gäben und den Kontakt zu radikalen Gruppen in Wuppertal oder Solingen suchten. Prävention und frühe, maßgeschneiderte Hilfen für junge Menschen seien wichtig, hatte im April der damalige Wuppertaler  Oberbürgermeister Peter Jung betont.

Die drei Mitarbeiter der Beratungsstelle „Wegweiser im Bergischen Land“, werden zur Hälfte vom Land bezahlt, die andere Hälfte zahlen die Städte Remscheid, Solingen und Wuppertal gemeinsam. Die beiden Männer und eine Frau teilen sich zwei Vollzeitstellen, die Verträge sind auf fünf Jahre befristet.