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Betrunken Unfall gebaut und dann geflüchtet

In der Nacht zum gestrigen Sonntag prallte ein 21-Jähriger, als er an der Johanniterstraße aus einer Parklücke herausfuhr, mit seinem Pkw gegen einen Laternenmast und flüchtete anschließend. Auf der Freiheitstraße fiel wenig später Zeugen der stark beschädigte Opel auf. Sie alarmierten die Polizei, die das Fahrzeug schließlich auf der Eberhardtstraße anhielt. Dabei stellte sich heraus, dass der Fahrer alkoholisiert war. Er musste auf der Polizeiwache eine Blutprobe und seinen Führerschein abgeben. Durch den Unfall entstand ein Sachschaden von etwa 7.000 Euro. (aus dem Polizeibericht)

Auf jeden Gast kamen mindestens drei Pfund Forelle

Denken wir 400 Jahre zurück. Für die in der Nähe wohnenden Tuchmacher befanden sich Walkmühlen im Eschbachtal in Zurmühle und oberhalb Preyersmühle. Nach Kellner Francken hatte Peter Hasenclever, der zur Zeit des 30-jährigen Krieges in der Lobach einen Stahlhammer betrieb, auch einen Reckhammer in der "Zaumühle" an der Stelle eines Schleifkottens erbaut. Dem Anschein nach folgte somit auf die frühere Walkmühle erst ein Schleifkotten und dann ein Hammerwerk. Eine Getreidemühle hat also hier nicht gestanden. Eine derartige Anlage war an dieser Statte nicht zulässig, weil Zurmühle in den Bannkreis der schon im Mittelalter vorhandenen Burger Kameralmühle gehörte. Der Zurmühlener Hammer ist wohl eines der ältesten Objekte im (Eschbach-)Tal, denn dieser Standort wird schon 1469 erwähnt, als "Sybels Knecht und Heintgen in der Summolen" dort eine Walkmühle betrieben. 1600 wird berichtet, dass der Schleifkotten in der „Zaumoelen“ stark verfallen ist. Somit war die alte Walkmühle irgendwann zum Schleifkotten umgebaut worden. Jenseits von 1600 ist der Schleifkotten in ein Hammerwerk umgebaut worden.

Zurmühle war damals also schon Wohnplatz. 1607 und 1621 standen dort auch Sensenschmiedewerkstatten. Zu den erfolgreichsten Begründern von Wasserhämmern im Eschbachgebiet gehören die Vertreter der Familie Hasenclever, die auf dem Hofe Hasenclev im nördlichen Remscheid (Haddenbach) ihren Ursprung hat.

Der bereits erwähnte Kaufmann Peter Hasenclever in der Lobach hat ein kleines Geschäftsbuch aus den Jahren 1633-1644 hinterlassen, das sich im Besitz der Firma Joh. Bernhard Hasenclever & Söhne in Ehringhausen befindet. Aus seinen Aufzeichnungen geht hervor, das er den Rohstahl aus dem Siegerland bezog und ihn in seinen beiden Reckhämmern in der Lobach und Zurmühle zu Beil- und Messerstahl veredelte. Jedenfalls wird der Hammer laut Hasenclevers Geschäftsbuch 1633 als sein Besitz angegeben.

1675 umfasste Zurmühle auch Teile des rechten Eschbachufers: "Sommull, was davon im Kirchspiel Remscheid gelegen". 1692 berichtet der Burger Kellner, das der Reckhammer von Johannes Müller in Ehringhausen übernommen worden ist. In dieser Familie befand sich der Hammer bis mindestens 1750, denn da besteht eine weitere Aufzeichnung als "Schlieffhammer von Engel Müller zu Ehringhausen in der Zaumühle".

Was sagt der Name „Zaumühle“ aus? Eine Zaumühle ist eine Walkmühle, in der das Tuch unter sogenannten Stößern oder Stampfen gewalkt, d.h. zu einem dichten und äußerst haltbaren Gewebe verfilzt wurde. 1752 war diese rechte Uferseite auch bewohnt. In diesem Jahre wird dort das Gut eines Franz Halbach genannt. In der Folgezeit wurden dort auch noch weitere Wohnhäuser und ein Landgasthof errichtet; nach und nach ließen sich verschiedene Landwirtschaften, zwei Feilenschmieden, eine kleine Graugussgießerei und eine Fabrik für Gewindeschneidwerkzeuge nieder.

Bis etwa 1925 gab es in der Gastwirtschaft alljährlich immer ein großes Fischessen, bei dem auf den Teilnehmer mindestens drei Pfund Forellen blau oder gebraten entfielen. Die Teichbesitzer des Eschbachtales nämlich, die sich 1896 unter dem Vorsitz von Hermann Hasenclever, Ehringhausen, zu dem Eschbachtaler Heimatschutz und Fischerei e.V. zusammenschlossen, waren auch 1932 noch mit Liebe und Eifer bemüht, den früher so reichen Fischbestand des Eschbachs nach Möglichkeit zu erhalten.

1800 wird der "Zau Müller Hammer" von Franz Arnold Hasenclever betrieben. 1829 gehört der Hammer zur Feilenfabrik des Wilhelm Gisler in Wermelskirchen. Dieser stellt Feilenstahl her. 1840 ist erwähnt, das Josua Gisler mit zwei Gehilfen für eigene Rechnung Stahl raffiniert. 1853 sagt die Regierungsliste Wermelskirchen, das der Stahlhammer zu Zurmühle von Ferdinand Clarenbach ubernommen worden ist. 1864 erscheint Ferdinand Clarenbach, der zu dieser Zeit 53 Jahre alt ist, als Inhaber. 1900 wird der Bau als Stahlhammer, Faconschmiede und Kluppenfabrik geführt.  Erwähnenswert erscheint mir noch die Tatsache, das der Eschbach schon vor 500 Jahren eine Sprachgrenze nach Wermelskirchen darstellte. Die ripuarische Mundart der Wermelskirchener war damals wie heute deutlich zu unterscheiden. Ein altes Gedicht von 1907 zum 400jährigen Jubiläum besagt, das ein Johann Caspar anno 1507 die Wasserkraft dort erfand. Er baute Wasserrad und Hammer und den "von der Hoh´schen Teich". Caspar fabrizierte Rohstahl in großen schweren Blocken. Er erfand einen Blasbalg, teils von Leder, teils von Holz. Zum Gedächtnis der Erfindung stand der Name eingebrannt: "Fünfzehnhundertsieben Anno Domini Op den Dingsdag 23 Monat Februarii Te zur Moellen maden mech Johann Caspar Opderbek". Caspar hatte, dem Gedicht zufolge, Kohlenmeiler in den Wäldern ringsherum. Er soll in Zurmühle ein Hotel gebaut haben: Das berühmte Landhaus: "Und weil er am blauen Montag - sehr vom Durste ward gequält - trank von morgens er bis abends - Frantzen- Schnäpse ungezählt - Caspar lebte 80 Jahr,- als er längst begraben war - ging dem Blasebalg oh Graus - schließlich auch die Puste aus."

Zurmühle ist nach dem Heintjeshammer die nächste größere Siedlung im (Eschbach-)Tal. In neuerer Zeit, schon weit vor dem Ersten Weltkrieg, existierten im Ort zwei kleinere Feilenfabriken: die von Winterhoff, später von der Höh, und die im 19. Jhdt. gegründete von Ferdinand Clarenbach, welche zurzeit in der vierten Generation dieser Familie von dessen Urenkel Walter Clarenbach betrieben wurde. Eine Handschmiede besaß bis kurz nach dem Ersten Weltkrieg Paul Spelsberg, der hier mit einigen Gesellen Feilenhauerhämmer herstellte.  Paul Spelsberg setzt am 19.9.1921 einen Fallhammer in Zur Mühle 1. In dieser kleinen Ortschaft war in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts auch der Ursprung der oben erwähnten Bohrerfabrik Hasenclever. Außerdem waren in Zurmühle noch in drei Haustuben einige Handfeilenhauer als Heimarbeiter tätig. Bereits im Jahre 1857 erfolgte die Errichtung der Firma Peter Karl Winterhoff, Feilenfabrikation, in Zurmühle. 1868 gründet Ferdinand Clarenbach eine Feilenfabrik in Zurmühle. Die Feilenhauerei von Emil Klarenbach Zur Mühle 7 erhält 1937 die Genehmigung für einen Anbau. Die Inschrift auf dem Blasebalg ( A.D. 1507 D. J. 23. Febr. Z.M.J. Casp. Opderbek M.F.),muss nichts mit der Erbauung eines Hammerwerks in Zurmühle zu tun haben. Erstens spricht dagegen, dass um 1507 in Zurmühle die Tuchindustrie ansässig war, zweitens ist der Name „Opderbek“ im Remscheider und Wermelskirchener Bereich nicht geläufig, drittens kann dieser Blasebalg auch ein Einfuhrprodukt sein. Zwischen 1469 und 1600 ist zwar ein informatives Loch, aber der Nachweis eines Hammerumbaus gilt erst ab dem Schleifkottenumbau ab 1600. (nach: Hämmer- und Kottenforschung in Remscheid. Herausgegeben von Günther Schmidt, Band 5 - Vom Blombach bis Eschbach)

Sonniges Pilgerfest lockte viele in die Altstadt

von Dr. Wilhelm R. Schmidt

Liebe Freunde des Bergischen Landes, liebe Lenneper,  gestern zog es mich mal wieder in die Lenneper Altstadt, genau genommen auf den Alter Markt, wo im Rahmen des „Lenneper Sommers“ das beliebte Pilgerfest ausgerichtet wurde. Als Mitglied Lenneper Vereine, unter anderem von „Lennep Offensiv“, der Verein feierte sein zehnjähriges Bestehen mit einem ganzen Jubiläumswochenende, wollte ich aber vor allem der Gründung des  Vereins „Lenneper Pilgerfreunde e.V." meinen Tribut zollen, da ich der Meinung bin, dass der Lennepladen mit seinen vorbereitenden Aktivitäten hier beste Arbeit geleistet hat.

Auf dem Markt war bereits bei meiner Ankunft um 14.30 Uhr ein reges Treiben, mir kamen in den umliegenden Straßen schon eine Menge Leute mit Kuchenpaketen entgegen, vielleicht hatten diese auf dem Markt keinen Sitzplatz mehr gefunden, die Bänke waren um diese Zeit nämlich schon alle belegt. Beobachter des Geschehens zählten mehrere tausend Gäste, und dies ist sicherlich nicht übertrieben, vor allem wenn man diejenigen dazuzählt, die es sich vor den umliegenden Gaststätten in der Sonne gut sein ließen.

Am Morgen hatten sich ca 40 Pilger auf den Weg nach Schloss Burg gemacht, um von dort aus acht Kilometer zu pilgern. Willi Oberlis, der Organisator, manchmal auch Pilgervater oder Chefpilger genannt, versicherte mir am Nachmittag, dass alles bestens gelaufen sei. Der Bezug Lenneps zum Pilgerwesen wird durch das Wirken des Lennepladens heute noch deutlicher. Seit vielen Jahren hat der Jakobs-Pilgerweg in Lennep einen hohen Stellenwert. Der Tourismus ist nur eine Seite davon. Seit dem Jakobusjahr 2010 führt Lennep Offensiv regelmäßig Pilgerfeste und Pilgerwanderungen durch. Das Angebot von mehrtägigen Wanderungen auf dem Jakobsweg in Spanien fand große Resonanz.

Wochenrückblick vom 23. bis 30. Juli 2017

Feilenhaumaschine für das Deutsche Werkzeugmuseum

Feilenfabrik Ehlis wird Museum und Manufaktur“, berichtete der Waterbölles am 27. Juni 2016. Kurz zuvor hatten Volker Haag, Walter Pricken und Thomas Abbas (Hatec GmbH, Mühlheim) das 30.000 Quadratmeter große Gelände der seit Jahren stillgelegten Feilen-Fabrik Ehlis in Schlepenpohl im Eschbachtal nebst der alten Ehlis-Villa (Jugendstil) nahe Preyersmühle gekauft und damit der denkmalgeschützten Fabrik über die neu gegründete „Wohnwert Immobilien GmbH“ wieder eine Zukunft gegeben. „Die alte Fabrik könnte sich auch noch für andere Industrie- und/oder Freilichtmuseen als Fundgrube erweisen“, schrieb der Waterbölles damals. In der Zwischenzeit interessierte sich Dr. Andreas Wallbrecht, Leiter des Historischen Zentrums Remscheid mit dem Deutschen Werkzeugmuseum, für zwei der zahlreichen Feilen-Maschinen von Ehlis. Eine stand bereits zur Eröffnung in der aktuellen Sonderausstellung „Ganz schön ausgefeilt! – Schlag auf Schlag entsteht die Feile. Geschichte, Aufschwung und Niedergang, Herstellung und Handel.“ Und die zweite, eine mehr als 200 Kilogramm schwere Feilen-Haumaschine von 1923, wie Stadtführer Klaus R. Schmidt zu berichten wusste, baute Wallbrecht heute in der Fabrik im Eschbachtal ab – mit Unterstützung von Markus Heip, Hans Jungheim,  Werner Wand und Thomas Abbas und mit Hilfe eines Flaschenzuges. (siehe Video). Sie wird ebenfalls in der Ausstellung im Deutschen Werkzeugmuseum zu sehen sein.

Einst gab es in Groß-Remscheid zehn "Lichtspieltheater"

Während der Bau von Remscheids neuem und einzigem Kino Fortschritte macht (Foto oben), hier (in Neuauflage nach 2011) ein kleiner Blick in Remscheids Kino-Vergangenheit. Stadtführer Klaus R. Schmidt: „Auf dem Höhepunkt der Kinowelle um die Mitte der 1960er Jahre gab es in Groß-Remscheid sogar zehn 'Lichtspieltheater', nämlich Capitol-Theater, Central-Theater, City-Lichtspiele, Hastener Kammerlichtspiele, Filmstudio, Metropol-Theater, Modernes Theater, Tributh-Lichtspiele, Union-Lichtspieltheater (2x).“

Hans Gerd Göbert steuerte zur einer Umfrage aus 2011 das „Astoria“ auf der Burger Straße, kurz hinter der Einmündung der Ziegelstraße, bei sowie das „Central“-Kino am Beginn der Burger Straße. Jürgen Koball – er wohnt seit 1960 in Remscheid – konnte sich an folgende Kinos erinnern: Union-Theater (später mit Studio), Metropol, City, Lux, Capitol, Central, Hastener Kammerlichtspiele, TT-Theater in Lütterkusen und ein Kino in Lennep. Tatsächlich waren es in Lennep mal drei „Lichtspielhäuser“, wie man sie einst nannte. Lennep-Kenner Dr. Wilhelm R. Schmidt: „Neben dem Union-Theater am Alten Markt (seit ca. 1910) und dem Modernen Theater am Kölner Tor  (seit ca. 1924) gab es noch ein Lichtspieltheater in der Rotdornallee, das hieß im Jahre 1925 'Alhambra'.“

Auf der oberen Alleestraße gab es das „Capitol" schon vor dem Krieg – unmittelbar gegenüber dem einstigen „Stadthof'“ (Ecke Scharffstraße). . Das „neue" Capitol entstand nach dem 2. Weltkrieg ungefähr an gleicher Stelle. In ihm verbrachten viele Remscheider ein paar schöne Stunden, um Not und Elend der Nachkriesgszeit für eine kurze Zeitspanne zu vergessen. Filme „Grün ist die Heide", sprich: die Sehnsucht nach der heilen Welt füllten dort wochenlang die Kassen. Das Aufnahmejahr des Fotos ist unschwer zu erraten. Die Olympiareklame deutet auf 1936/37 hin. (Dieser Absatz nach: „Remscheid. Ein verlorenes Stadtbild“, von Rolf Lotzmann, erschienen 1994 im Wartberg-Verlag)

Graffitisprache neben schwarzem Kiwi polarisiert

Parkplatz an der Barmer Straße ist heiß begehrt“, titelte der Waterbölles am 5. April. Auf dem städtischen Parkplatz an der Barmer-/ Ecke Beyenburger Straße in Lüttringhausen ließe sich auf 1.400 qm eine neue Kindertagesstätte errichten, eine weitere Flüchtlingsunterkunft oder ein Wohnhaus für 24 Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen (Interessent in diesem Fall:  die Stiftung Tannenhof). Das ehemalige Kino Telgmann gleich nebenan würde Karin Bartels, Sprecherin der Erbengemeinschaft des 1.000 Quadratmeter großen Grundstücks, bei jedwedem Projekt am liebsten mit verplant sehen – um es verkaufen zu können. Doch stillruht der See...

Mal abgesehen von einem neuen Graffiti an der rechten Hauswand des alten Kinos. Wer vom Eisernstein in Richtung Autobahn fährt, kann die gesprayten Schriftzüge („Tags“) nicht übersehen. Vor gut einem Jahr entstand auf der linken Hauswand, am Parkplatz, ein weiteres Graffiti. Beide stammen von dem Graffiti-Künstler Dominik Hebestreit ("Big Birne"). Er hat nun einen befreundeten Schweizer Spray-Pop-Art Künstler („onetruth.ch“) bewegen können, seine "Tags" an der Hauswand bewusst zu setzen. Sie stehen, so Karin Bartels, „für gegensätzliche Schlagwörter und spiegeln die Ur-Graffiti-Kunst im besten Sinne wider.“ Sie sieht in dieser „durchaus polarisierende Graffitisprache ein Zeichen unserer Zeit, das hier künstlerisch die Widersprüchlichkeiten, die sich um dieses Haus ranken,  in der Form widergeben, wie es die normale Lautsprache bisher versucht und nicht verstanden hat bzw. umsetzen konnte.“

Die Reaktionen von Passanten seien „natürlich s e h r unterschiedlich: Die älteren Hingucker hätten vermutlich lieber das Heile-Welt-Bild mit dem zahmen Rehkitz, die jüngeren finden es einfach stark, und die Wissenden würden gerne, um auf Fragwürdigkeiten hinzuweisen, eine eigene freie Wand besitzen!“ Der große schwarze Kiwi-Vogel, auch in Wirklichkeit flugunfähig, versinnbildlicht für Karin Bartels „die Wartestellung, in der sich das Haus seit mehr als Jahren befindet“. Vielleicht unterstütze die Phantasie, die sich jetzt u. U.  in den Köpfen breit mache, ja den Energiefluss in Richtung  planerischer Gestaltung bzw. Umsetzung.

Verkehrsunfall auf der A1 mit zwei Schwerverletzten

Zu einem schweren Verkehrsunfall musste gestern die Berufsfeuerwehr Remscheid ausrücken: Gegen 19:51 Uhr war der Leitstelle der Feuerwehr Remscheid ein Verkehrsunfall auf der A1 in Fahrtrichtung Dortmund, 700 Meter vor der Abfahrt Ronsdorf, gemeldet worden. Dort hatte sich ein Pkw überschlagen und war schwer beschädigt auf dem Dach liegen geblieben. Bei Eintreffen befand sich der Fahrer noch in seinem Fahrzeug und musste befreit werden. Die Beifahrerin hatte sich selbst aus dem Fahrzeug befreien können und wurde von Passanten betreut. Beide schwerverletzte Personen wurden durch zwei Notärzte medizinisch stabilisiert. Der Remscheider Rettungsdienst transportierte eine Person in die Neurochirurgie Bethesda Wuppertal, die zweite Person wurde ins Sana-Klinikum Remscheid gebracht. Die Autobahn Richtung Dortmund war für den Verkehr voll gesperrt. Es ist positiv hervorzuheben, dass die Verkehrsteilnehmer dieses Mal vorbildlich eine Rettungsgasse gebildet hatten. (aus dem Bericht der Feuerwehr Remscheid)

"Man ging damals ins Kino, egal was gespielt wurde!"

Das Kino "Modernes Theater" an der Kölner Straße in Lennep.von Dr. Wilhelm R. Schmidt

Auf meinen Artikel über die Lenneper Kinos gab es so viele Reaktionen, dass ich zu diesem Thema noch weiteres mitteilen möchte. Ein Leser schickte mir eine Digital-Kopie von einem Dia des Modernen Theaters aus der Nazizeit, wahrscheinlich Anfang der 1940er Jahre. Links und rechts neben dem Eingang zum Kölner Hof waren in Schaukästen nicht nur die Kinoplakate ausgehängt, sondern um sie herum auch größere Szenen- und Künstlerfotos  in der Art von Pressefotos. Sehr interessant ist aber auch der zeithistorische Aspekt des Dias: Auf der Kölner Straße sieht man einen SA-Mann mit Braut, und rechts an der Vormauer des Bankgebäudes erblickt man deutlich die rotgestrichenen Schaukästen der „NSDAP-Ortsgruppe Lennep – Zelle Röntgen“.

Unter dem Giebel im ersten Stock des „Modernen Theaters“ stand damals ein Projektor. Im Sommer, wenn es heiß war, wurde das Fenster aufgemacht. Da das Gebäude dort einen Knick nach links entlang der gekrümmten Wallstraße macht, stand der Projektor direkt am Fenster. Ich selbst habe als Kind in diesem Kino den ersten Film meines Lebens erlebt. Es war noch in der Besatzungszeit, und deutsche Filme waren nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst verboten. Meine Eltern nahmen mich damals mit in einen der ersten Filme. Ich war fasziniert von dem schön bestickten Vorhang vor der Leinwand. Es war ein Landschaftsbild zu sehen, und ich glaubte zunächst, es sei schon der Film.

Es gab zuerst einen englischen Kriegsfilm in Schwarz Weiß zu sehen, in original englischer Sprache und wahrscheinlich mit deutschen Untertiteln (ich konnte noch nicht lesen). Später gab es dann weitere Filme wie „The Overlanders“, deutsch: „Das große Treiben“ aus dem Jahre 1946, ein australischer Film, der 1947 nach Deutschland kam. Dargestellt wird der Weg eines Viehtriebs aus Angst vor einer Invasion der Japaner 1942 mitten in die Outbackwildnis. Dort gerieten die Rancher in Hungersnot und haben Raupen gegessen. Eine einprägsame Sache. Das war alles noch vor der Währungsreform. Man ging damals regelmäßig ins Kino, egal was gespielt wurde. Vorher holte man sich ein Programm für ein paar Groschen (vier Seiten mit einer Bildmontage von vielen Aufnahmen und der Liste der Darsteller). Vorne im sog. Parkett kostete der Platz 50 Pf. Dahinter gab es Sperrsitz I und Sperrsitz II für 70 Pf. Bzw. 1,10 DM. Für 1.10 DM gab es dann schon ein Rückenpolster (grün) auf den Holzklappstühlen der Loge, für 1.60 DM hatte man dann den Sitz rot gepolstert.

 

Häuserzeile verbirgt sich hinter starker Grafik

Die Grafik ist so stark, dass die Häuserzeile auf dem Foto auf den ersten Blick gar nicht als solche zu erkennen ist. Sie gehört zur Siemensstraße auf dem Honsberg. Erkannt hatte den fotografischen Reiz des Motivs der Remscheider Fotograf und Naturfreund Hans Georg Müller, der den Waterbölles seit seiner Gründung mit eindrucksvollen (Natur-)Aufnahmen bereichert. Im Honsberger Verein Ins Blaue ist Müller seit 2016 "in der Szene" und im urbanen Leben auf dem Honsberg mit der Kamera unterwegs. Der Honsberg - momentan und danach", ist seine Fotoausstellung im Neuen Lindenhof überschrieben. Am 1. August ist dort die Eröffnung um 18 Uhr.