Skip to content

Anzeige

Bau-Innung Remscheid Innung für elektrotechnische Handwerke Remscheid Fachinnung für Metall- und Graviertechnik Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Remscheid
Dachdecker-Innung Remscheid Friseur-Innung Remscheid Maler- und Lackierer-Innung Remscheid Kraftfahrzeughandwerk Remscheid

Thomas Labetzke Stiftung feiert Zehnjähriges

In den Räumen der Alten- und Pflegeeinrichtung Stockder-Stiftung feiert zur Stunde die Thomas Labetzke Stiftung ihr zehnjähriges Bestehen. Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, der Vorstand Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, der Kuratoriumsvorsitzende Dr. Bernhard Meiski, der Vorstand (Gundula Michel, Peter Osenberg, Renate Bertram) und Gastgeber Gerhard Schönberg begrüßen geladene Gäste zu ein kleinen Sektempfang mit musikalischem Begleitprogramm. Hierbei bot sich die Möglichkeit, sich einen Einblick zu verschaffen in die von der Thomas Labetzke Stiftung vor Ort unterstützten Maßnahmen wie beispielsweise das Tanzangebot, das kunsttherapeutische Konzept oder das Schmiede- und Werkstattangebot.

Die Stiftung wurde vor nunmehr zehn Jahren, am 10. April 2007, von der Stiftungsaufsicht der Bezirksregierung Düsseldorf als rechtlich selbständige Stiftung anerkannt. Stifter ist der am 30. August 1911 in Langendreer geborene Thomas Labetzke. Er war verheiratet und hatte keine Kinder. Der gelernte Musiker war in den 1950-er Jahren Mitglied des Orchesters der Stadt Remscheid, in dem er Saxophon, Flöte, Oboe und Klarinette spielte. Anfang der 60iger Jahre veränderte sich Thomas Labetzke beruflich und war seitdem bis zum Eintritt in den Ruhestand als Versicherungskaufmann tätig. Am 25.März 1998 verfügte er in seinem Testament die Errichtung der Stiftung. Ihr Zweck ist die Unterbringung und Versorgung alter und bedürftiger Menschen; gemeinsame Begünstigte sind die Alten- und Pflegeeinrichtung Stockder-Stiftung und die Ökumenische Hospizgruppe Remscheid e.V. Im Alten- und Pflegeheim Stockder-Stiftung, Vieringhausen 64, sollen die Zuwendungen der Stiftung vornehmlich zur Verbesserung der Lebensqualität der dort betreuten alten und bedürftigen Menschen dienen. Die Ökumenische Hospizgruppe Remscheid e.V., Elberfelderstr. 41, kann von dem Zuschuss die Kosten der von ihr angemieteten Räume tragen.

Die Hospizgruppe begleitet Schwerstkranke und Sterbende in ihrer letzten Lebensphase und unterstützt Angehörige und Freunde in dieser schweren Zeit. Beispielhaft für von der Stiftung geförderten Maßnahmen im Alten- und Pflegeeinrichtung Stockder-Stiftung sind Clownsprechstunde „Lachen als Therapie“, Musiktherapie, Tanztherapie, Schmiedearbeiten mit den Bewohnern, Reisen ohne Koffer (z.B. Venedig mit italienischem Buffet und Ambiente (Musik und Dekoration), Kurzausflüge und Auftritte von Künstlern in der Einrichtung (z.B. Zauberer, Blaskapelle, Chor zu Weihnachten etc.). Die Thomas Labetzke Stiftung  kann Spendenbescheinigungen ausstellen und würde sich über Spenden auf ihr Konto bei der Stadtsparkasse Remscheid, IBAN: DE03 3405 0000 0000 0614 65, freuen.

Wohnqualität in den Obergeschossen leidet

5.

Tipps

Empfehlenswert:

  • Maximal ein Ausleger pro Geschäft.

    Ausleger sollten die benachbarten Wohnungen weder beleuchten noch verschatten.

    Auslegerbreite max. 1,0 m (a), Anordnung höchstens bis Oberkante Fenster 1. OG. Durchgangshöhe mind. 2,30 m .

Ungünstig:

  • Kombination von Kragplatten und Auslegern
  • Ausleger als Sonderformen wie Würfel, Pyramiden oder Prismen
  • Lange vertikale Schriftzüge. (siehe Foto links)

 

"Ausleger in Form von schmiedeeisernen Schildern, die auf Gaststätten und Handwerksbetriebe hinweisen, sind eine traditionelle Form der Werbung. Ausleger sind an der Hauswand verankert und ragen rechtwinklig in den Straßenraum. Das Ringen um Aufmerksamkeit führt dazu, dass immer mehr Schriftzüge vertikal montiert werden, selbst wenn es sich um lange Wörter oder Markennamen handelt.

Nicht zu empfehlen: Werbeausleger über mehrere bewohnte Etagen.Historisch, bezogen auf die Wiederaufbauphase, sind in Remscheid viele Gebäude mit Kragplatten ausgestattet. Sie sind heute in der Regel unproportional überformt und Träger großflächiger Werbung. Ausleger werden zusätzlich in die Kragplatten integriert oder oberhalb angeordnet. Eine solche Häufung von Werbung, auffällig und überdimensioniert, bietet wenig Orientierung und beeinträchtigt sowohl das Straßenbild als auch die Wohnqualität in den Obergeschossen.

Ausleger haben immer auch eine räumliche Wirkung. Sie sollten sich daher in die Fassade einfügen und auf andere Werbeelemente sowie auf Wohnnutzung in den Obergeschossen Rücksicht nehmen. Ausleger als grellbunte Leuchtkästen ergeben ein unruhiges Bild und sind zu vermeiden. Eine Alternative sind dezente Leuchtkästen oder angestrahlte Schilder."

(aus dem Entwurf des „GESTALTUNGSHANDBUCHS FÜR EINZELHANDEL UND GASTRONOMIE“, (c) stadtraum architektengruppe , Düsseldorf. Konzeption, Gestaltung und Bearbeitung Bernd Strey, Christopher Dierkes, Sylvia Winkel und Jens Hoppstädter. Die Erstellung des Gestaltungshandbuchs wurde wird mit Mitteln aus der Städtebauförderung des Landes NRW unterstützt.)

Beschäftigung so hoch wie lange nicht mehr

Pressemitteilung der Agentur fürArbeit

„Der September ist üblicherweise ein Monat mit guter Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Auch im bergischen Städtedreieck ist die Arbeitslosigkeit im September saisontypisch gesunken. Die Gründe sind vielfältig: Schulabgänger beginnen ihre Ausbildung, die Jugendarbeitslosigkeit sinkt. Viele Unternehmen starten nach der Sommerpause mit Neueinstellungen durch und suchen händeringend Personal für die anstehenden Aufträge. Alleine im bergischen Städtedreieck warten über 5.000 Jobangebote auf fleißige Hände und damit etwa dreißig Prozent mehr als vor einem Jahr. Dabei haben die Unternehmen der Region schon kräftig eingestellt. In den drei Städten sind über 4.000 Menschen mehr beschäftigt, als vor einem Jahr. Dadurch steigt die Zahl der Beschäftigten auf ein neues Rekordhoch seit dem Jahr 2002. Der Arbeitsmarkt im bergischen Städtedreieck ist in einer robusten Verfassung. Sorgen bereiten mir allerdings die über 11.000 Menschen, die schon seit einem Jahr oder länger eine Arbeit suchen. Mit der zunehmenden Dauer der Arbeitslosigkeit wird es für diesen Personenkreis immer schwieriger, eine Arbeit zu finden“, erläutert Martin Klebe, Chef der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal.

Im bergischen Städtedreieck sinkt die Arbeitslosigkeit im September auf nun 28.265 arbeitslose Frauen und Männer. Damit sind aktuell 579 Menschen weniger arbeitslos als im August und auch 1.425 Personen weniger als vor einem Jahr. Der Herbstaufschwung ist etwas schwächer als im Durchschnitt der letzten drei Jahre, als die Arbeitslosigkeit im September um rund 860 Personen sank. Die Arbeitslosenquote für die drei Städte sinkt von 8,9 Prozent im August auf aktuell 8,7 Prozent (September 2016: 9,2 Prozent).

In Remscheid sind aktuell 4.826 Menschen arbeitslos gemeldet, 161 weniger als im August und auch 207 Personen oder 4,1 Prozent weniger als im September vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sinkt von 8,6 Prozent im August auf aktuell 8,3 Prozent. Vor einem Jahr betrug die Arbeitslosenquote im September noch 8,6 Prozent. Besonders die Jugendarbeitslosigkeit ist in Remscheid wieder deutlich gesunken. Es meldeten sich 943 Personen im September neu oder erneut arbeitslos und 1.109 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden. Besonders gesucht sind in Remscheid derzeit Fachleute aus den Bereichen Metall, Mechatronik, Verkehr und Logistik, Schutz und Überwachung  sowie Handel und Gesundheit.

Zählt man alle Personen, die im September eine Erwerbstätigkeit anstreben, zu den gesetzlich definierten Arbeitslosen von 28.265  in den drei Städten hinzu, ergibt sich eine „Unterbeschäftigung“ von 47.269 Personen. Dies sind 233 weniger als im August, aber 1.066 mehr als vor einem Jahr.

Nach dem saisontypischen Anstieg ist die Jugendarbeitslosigkeit im September wieder gesunken. Aktuell sind 3.158 junge Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahre arbeitslos gemeldet, 193 Personen oder 5,8 Prozent weniger als im August und auch 50 junge Leute oder 1,6 Prozent weniger als im September vor einem Jahr.

Im September sind im Städtedreieck 11.322 Menschen ein Jahr oder länger arbeitslos gemeldet. Das sind 78 weniger als im August und 383 weniger als vor einem Jahr. Die überwiegende Zahl der langzeitarbeitslosen Personen wird von den drei Jobcentern betreut.  Von 100 langzeitarbeitslos gemeldeten Personen:

  • haben 37 keinen Schulabschluss
  • haben 70 keine abgeschlossene Ausbildung
  • sind 79 geringqualifiziert
  • sind 26 unter 35 Jahre alt
  • sind 19 Personen 55 Jahre oder älter

Die Ausländerarbeitslosigkeit ist im Vergleich zum letzten Monat leicht gesunken. Aktuell sind 10.989 Ausländer arbeitslos gemeldet, 171 Personen weniger als im August, aber 51 Menschen mehr als im September vor einem Jahr. Damit haben 38,9 Prozent der Arbeitslosen im bergischen Städtedreieck einen ausländischen Pass.

Integrationsrat stellt sich auf einem Flyer vor

"Unsere Stadt ist Heimat für Menschen aus mehr als 120 Nationen. Fast 40 Prozent der Mitbürgerinnen und Mitbürger haben einen Migrationshintergrund, ca. 17 Prozent besitzen eine ausländische Staatsangehörigkeit. Damit gehört Remscheid zu den Städten mit dem höchsten Anteil an Einwohnerinnen und Einwohnern mit Migrationshintergrund in NRW.

Ein Gremium zur Vertretung der Interessen der hier lebenden Ausländerinnen und Ausländer hat in Remscheid lange Tradition. Um diesen Personenkreis stärker an der Politik in unserer Stadt zu beteiligen, wurde in Remscheid bereits 1971 ein „Arbeitskreis für Angelegenheiten ausländischer Arbeitnehmer" eingerichtet, im Jahr 1980 folgte der „Ausländerbeirat". Diese Gremien existierten in Remscheid bereits vor der gesetzlichen Verpflichtung, ein entsprechendes Gremium einzurichten. Seit 2014 gibt es einen Integrationsrat, den wir Ihnen mit diesem Flyer vorstellen möchten. Scheuen Sie sich nicht, sich mit Ihren Fragen und Anregungen an uns zu wenden. Lassen Sie uns gemeinsam an der Integration arbeiten. (...)

Der Integrationsrat gebildet... besteht aus 15 Migrantenvertreterinnen und -Vertretern, die von allen Migrantinnen und Migranten gewählt werden. Dazu kommen acht Mitglieder des Rates. So sollen Politik und Integrationsrat sich zusammen für die Interessen der vielen eingewanderten Menschen einsetzen. Der Integrationsrat kümmert sich um alle integrationspolitischen Themen in der Stadt. Er kann sich mit allen politischen Angelegenheiten in Remscheid befassen.

Nach den demokratischen Regeln kann der Integrationsrat Anträge an den Stadtrat stellen. So sollen Migrantinnen und Migranten an der politischen Willensbildung mitwirken. Seine Mitglieder vertreten die Interessen aller in Remscheid lebenden Migrantinnen und Migranten gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit. Darüber hinaus sind Mitglieder des Integrationsrates in weiteren Gremien wie dem Jugendhilfeausschuss, der Gesundheitskonferenz, der Konferenz Alter und Pflege und im Landesintegrationsrat NRW und vertreten dort ebenfalls die Interessen der Migrantinnen und Migranten. Themen im Integrationsrat sind zum Beispiel:

  • Interkulturelles Miteinander aller Remscheider Bürgerinnen und Bürger
  • Politische Teilhabe von Migrantinnen und Migranten
  • Umsetzung des Integrationskonzeptes der Stadt Remscheid
  • Bildung und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund
  • Spracherwerb und herkunftssprachlicher Unterricht
  • Situation von Flüchtlingen
  • Unterstützung von Migrantenvereinen

Der Integrationsrat arbeitet dabei eng mit dem Kommunalen Integrationszentrum der Stadt Remscheid, das Menschen bei der Integrationsarbeit unterstützt und berät, zusammen. Ebenfalls erfolgt eine gute Zusammenarbeit mit dem Fachdienst Zuwanderung. Nähere Informationen zu beiden Fachbereichen finden Sie auf der Internetseite der Stadt Remscheid unter www.remscheid.de. Die genaue Zusammensetzung des Gremiums finden Sie im Ratsinformationssystem der Stadt Remscheid. Darüber hinaus erfahren Sie dort die Sitzungstermine und -orte und haben Zugriff auf die Tagesordnungen und die öffentlichen Niederschriften der Sitzungen."  (aus dem jüngsten Informationsflyer des Remscheider Integrationsrates)

Barrierefreies Wohnen im alten Berufskolleg?

Die SPD-Fraktion hat den Antrag gestellt, die Verwaltung möge einen Bebauungsplan aufstellen, damit das bisherige Berufskollegs Wirtschaft und Verwaltung an der Stuttgarter Straße für barrierefreies und generationenübergreifendes Wohnen umgebaut werden kann.

Begründung: „Viele Städte und Kommunen sind von Wohnungsnot bedroht. Auch barrierefreier Wohnraum steht meist nicht ausreichend zur Verfügung. Der demografische Wandel bietet die Chance, neue Formen des Zusammenlebens zu erproben. Modelle, in denen Menschen ihre eigenen Kräfte und Fähigkeiten einsetzen können, um selbstbestimmt und eigenverantwortlich zu leben und zu wohnen. Für viele Senioren und Seniorinnen ist eine stationäre Pflegeeinrichtung keine akzeptable Wohnform. Gemeinschaftliche Wohn-projekte sind eine zukunftsfähige Alternative zu herkömmlichen Wohnformen.

Projekte für generationenübergreifendes Wohnen gibt es mittlerweile in zahlreichen Städten und Kommunen. Sie bieten viele Vorteile. Vermutlich wird der Bedarf nach solchen Wohnformen, die auch gegenseitige Hilfestellung und Betreuung umfassen, im Alter noch zunehmen. Andererseits ist ein wachsendes Interesse an der Innenstadt als Wohnstandort zu beobachten. Die SPD-Fraktion unterstützt Umsetzung neuer Wohnformen. Aufgabe von Wohnungswirtschaft und Stadtpolitik ist es, geeignete Angebote auch für diese Bevölkerungsgruppen zu sichern, indem die Anpassung des Wohnungsbestands an die veränderten Bedürfnisse der Bevölkerung vorangetrieben und das Schaffen zusätzlicher Angebote für selbständiges und selbstorganisiertes Wohnen unterstützt werden.“

Gesetzesänderung betrifft Windpocken

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) wurde in mehreren Teilen am 17. Juli 2017 geändert. Am 24. August hat das Robert-Koch-Institut (RKI) in seinem „RKI-Ratgeber für Ärzte – Windpocken, Herpes zoster (Gürtelrose)“ die Abschnitte „Impfungen“ und „Umgang mit Kontaktpersonen“ aktualisiert. Das Vorgehen wurde damit den bereits bestehenden Empfehlungen beim Auftreten von Masern angepasst. Der Paragraf 34 des IfSG bezieht sich auf die Tätigkeit oder Besuch einer Gemeinschaftseinrichtung nach Paragraf 33 IfSG (Schulen, Kindergärten, Horte, Ferienlager etc.) und kann bei Kindern, die keine Immunität gegenüber Windpocken besitzen, zum Ausschluss aus der Einrichtung für einen Zeitraum der mittleren Inkubationszeit (16 Tage) führen. Immunität gegenüber Windpocken haben diejenigen, die entweder diese Erkrankung durchgemacht haben oder zwei Mal eine Impfung gegen Windpocken erhalten haben.

Die Windpocken werden durch das Varizella-Zoster-Virus verursacht und führen im Kindesalter zu dem typischen Krankheitsbild der Windpocken mit Fieber und Hautausschlag, bei nichtimmunen Erwachsenen  und Risikopersonen, wie beispielsweise Schwangeren oder Personen mit einer Immunschwäche kommen auch schwere Verläufe mit Komplikationen vor (zum Beispiel Lungenentzündung mit hoher Sterblichkeit, Hautblutungen). Auch Neugeborene sind besonders gefährdet, da sie ein unreifes Immunsystem haben.

Wer die Windpocken einmal hatte, ist gegen sie immun, kann jedoch im späteren Lebensalter die sogenannte Gürtelrose bekommen („Zoster“), denn diese wird vom selben Virus verursacht, das im Körper lebenslang verbleibt. Die Windpocken sind äußerst ansteckend und werden sowohl durch die Luft als auch durch den Bläscheninhalt übertragen. Man schätzt, dass weit über 90 von 100 nichtimmunen Personen nach Kontakt mit einem Infizierten erkranken. Die Ansteckung erfolgt etwa ein bis zwei Tage vor Auftreten der typischen Bläschen. Das führt zu einer raschen Ausbreitung in einem nichtimmunen Kollektiv und macht die Ausbreitungskontrolle sehr schwer. Es gibt jedoch vorbeugende Maßnahmen (Impfung) und nachsorgende (postexpositionelle Immunisierung) sowie weitere Maßnahmen der Ausbruchskontrolle (Zulassungsbeschränkungen), die in den nachfolgenden Absätzen näher beschrieben werden sollen.Seit August 2004 besteht eine Impfempfehlung für alle Kinder und Jugendlichen. Mit zwei Impfungen ab dem 11. Lebensmonat wird ein wirksamer Schutz vor Windpocken erreicht. Die Impfung wird auch für bestimmte erwachsene Risikogruppen empfohlen. Ganz wichtig ist beispielsweise, dass Personal im Gesundheitsdienst, vor allem im Bereich Gynäkologie/Geburtshilfe und Intensivmedizin immun ist, da dort die besonders empfänglichen Personengruppen anzutreffen sind.

Artikel vollständig lesen

Prof. Dr. Klaus Windgassen geht in den Ruhestand

Prof. Dr. KLaus Windgassen. Foto: Nico Hertgen.Professor Windgassen, Sie gehen heute in den Ruhestand, nachdem Sie 19,5 Jahre als Ärztlicher Direktor in der Evangelischen Stiftung Tannenhof tätig waren. Wie geht es Ihnen damit?
Der Abschied fällt mir nicht leicht. Tatsächlich habe ich überlegt, ob ich nicht noch ein wenig länger arbeite. Allerdings glaube ich nicht, dass mir der Abschied in einem oder zwei Jahren leichter fallen wird – im Gegenteil. Deswegen werde ich Samstag auch erst einmal zu einer kleinen Reise aufbrechen, um etwas Abstand zu gewinnen.

Was werden Sie am meisten vermissen?
Die Patienten. Ich bin Arzt geworden, um Menschen zu helfen.

Aber als Ärztlicher Direktor hatten Sie doch sicherlich auch viele andere Aufgaben.
Das ist richtig. Aber bis heute habe ich Wert darauf gelegt, auch als Ärztlicher Direktor Patienten zu behandeln. Das ist sicherlich oftmals ein Spagat gewesen. Aber wenn man die Bedingungen für Patienten verbessern will, muss man sich mit ihnen befassen. Natürlich muss aber auch die Wissenschaft im Blick behalten werden, um Entwicklungen in die Versorgung einzubringen.

In zwei Jahrzehnten haben Sie viel erlebt – welche markanten Ereignisse würden Sie besonders herausheben?
Hier muss man zwischen zwei Bereichen unterscheiden: zwischen allgemeinen Entwicklungen in der Psychiatrie und der Stiftung Tannenhof im Besonderen. Ganz wichtig war es für die Stiftung, mit stationären Betten nach Wuppertal zu gehen. Schließlich sind wir für die Pflichtversorgung in Remscheid und Wuppertal zuständig. Als ich 1998 hier anfing, gab es nur den Standort in Lüttringhausen. Mittlerweile sind es insgesamt acht: zwei in Remscheid, einer in Velbert- Langenberg und fünf in Wuppertal. Auch im Bereich der Tagespflege hat sich viel getan. Übrigens nicht alleine aus Kostengründen, wie oftmals vermutet wird. Vielmehr bietet diese Behandlungsform die Möglichkeit, den Lebensalltag der Patienten besser in die Behandlung einzubeziehen.
An dieser Stelle muss man aber auch verschiedene Entscheidungen nennen, die für die gegenwärtige und zukünftige Situation entscheidend sind. Als Beispiel seien hier verschiedene Bauvorhaben genannt. Wir bauen, um die Situation unserer Patienten zu verbessern.
Allgemein kann ich den wesentlichen Behandlungsfortschritt in der Psychiatrie nennen sowie politische Entscheidungen, welche die Rahmenbedingungen verbessert haben; beispielswiese die Definition von Personalbedarf.

Man hört immer wieder, dass die Zahl von psychische Erkrankungen ansteigen. Wie erklären Sie sich das?
Da muss ich Sie jetzt vielleicht enttäuschen. Die Anzahl der Erkrankungen ist nicht gestiegen, sondern psychische Erkrankungen werden heute eher erkannt.

Wodurch?
Das hat mit den Veränderungen in unserem Gesundheitssystem zu tun. Durch eine immense Verbesserung der hausärztlichen Kompetenz werden diese Krankheiten heute besser identifiziert. Zudem begeben sich inzwischen mehr Patienten in Behandlung.

Worauf freuen Sie sich im Ruhestand?
Mein Leben wurde bislang von der Psychiatrie bestimmt, da ist Einiges zu kurz gekommen. Ich lese zum Beispiel sehr gerne oder gehe wandern.

Steht ihr Nachfolger bereits fest?
Nein, das Auswahlverfahren läuft. Zunächst wird mich mein bisheriger Stellvertreter, Dr. Jörg Hilger, kommissarisch vertreten.

Ihre Funktion übernehmen wird er aber nicht?
Nein. Ich habe es immer als meine Aufgabe gesehen möglichst viel richtig zu machen, aber auch die Wissenschaft entwickelt sich weiter. Wir tun gut daran, sehr lange und gründlich nach einem geeigneten Nachfolger Ausschau zu halten. Da sollte man sich nicht an einem Datum orientieren. Ich halte es für richtig, dass jemand von außen kommt, der neue Impulse miteinbringt.

Sie wurden mit einem Psychiatrischen Symposium verabschiedet. War das Ihr Wunsch?
Ich habe mich immer für die wissenschaftliche Seite meines Berufs interessiert und werde das auch weiterhin tun. Somit ist dieses Symposium in meinem Sinn und ich freue mich sehr, dass meine Vorstandskollegen das ermöglicht haben. Es sollte an diesem Tag nicht in erster Linie um meine Person gehen.

Unruhige Zeiten nach dem Ersten Weltkrieg

Schüttendelle und Königstraße im Jahre 1905.Remscheid in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg. Noch sah man in der Stadt den liefernden Fei­lenhauer, der mit der schwarzseidenen Mütze, einer soge­nannten Lütterkuser Kappe, und dem angetan mit dem „Bloulienen“, das „Liewermängken“ auf dem „Dragklöppel“, also den Liefer­korb auf dem schulterangepaßten Tragestock, zum Liefern aufbrach, dies vornehmlich am Wochenende. Wenn er schon während der Woche 12 bis 14 Stunden täglich gearbeitet hatte, dann sollte der Gang zum Auftraggeber mit den fertigen Fei­len auch den Anschein einer feierlichen Handlung haben, de­ren Ausklang nicht selten in einer Wirtschaft am Wegesrand stattfand. Und der sprichwörtlich blaue Montag war in Remscheider Haustuben so unbekannt auch nicht. Mit den Handfeilenhauern sind außer ihrer Tracht, die immer noch einmal in Heimatspielen auftaucht oder von einem Heimat­verein, den Donnerkielen, getragen wird, auch andere Be­gleiterscheinungen ihrer Existenz verschwunden. Ihre Haustuben mit ihren großen, in zahlreiche Felder aufgeteilten Fenstern im „Versprong“, also im Souterrain, ihre Kanarienvögel oder „Flasfinken“, also Hänflinge, ihre Tauben und Eichhörnchen, die sie sich hielten und die ihnen im eintönigen Tagewerk Abwechslung boten.

Die 80.000-Einwohner-Grenze ist in Sicht. Im Innenstadtbereich sind zwar viele Bausünden zu verzeichnen, aber die Remscheider haben in ihnen zu leben gelernt. Sie genießen den Ausbau des Straßenbahnnetzes, sie haben mit Wohlgefallen das Entstehen zahlreicher repräsentativer Gebäude erlebt, sie freuen sich jetzt, 1912, über die Errichtung des ersten deut­schen Freiluftbades mit Frischwasserzufuhr im Eschbachtal. Schon wieder eine Premiere nach Straßenbahn und Talsperre! Sie hören davon reden, dass zur Behebung der großen Woh­nungsnot - Remscheid war für den vorhandenen baulichen Bestand einfach zu schnell gewachsen - eine neue Gartenstadt entstehen soll. Am 4. ... mit dem „Liewermängken“ unterwegs.April, kaum vier Monate vor dem gro­ßen Krieg, steht in der Zeitung zu lesen: »Remscheid, das auf verschiedenen Gebieten unter den bergischen Städten die Führung übernommen hat, darf auf dem noch bedeutsameren Feld der Wohnungsfürsorge nicht ins Hintertreffen geraten.« Nun, der Krieg machte die Gartenstadtpläne zunichte, und die Wohnungsnot sollte zur Dauerbegleiterscheinung des tägli­chen Lebens werden.

Was war an diesem Alltag außer dem bisher Gesagten? Das schöne Heim? Wohl kaum. Dafür hatten die Remscheider in ihrer großen Mehrheit keinen Sinn - und auch kein Geld. Sie arbeiteten hart, sie hatten keine Zeit, sich behaglich einzu­richten, sie hätten auch keine gehabt, die Einrichtung zu ge­nießen. Die wenigen großen und reichen Familien bildeten eine Ausnahme, aber auch nur vorübergehend in Zeiten be­sonderer Konjunktur. Als der Lärm der Maschinen an­schwoll, traten Möbel, Bilder, Musik wieder in den Hinter­grund. Für alle blieb die derbe, hastige Vergnügung: »Hau den Lukas, damit du glaubst, dass du außer der Arbeit auch sonst noch etwas findest auf dieser Welt, aber achte darauf, dass dir das Vergnügen nicht schon wieder zur Arbeit ausar­tet«. Unterhaltungsmöglichkeiten gab es wenig. Sensationen der damaligen Zeit - wie etwa ein Luftschiffbesuch - lassen uns heute nur lächeln, wenn auch wehmütig (weil man so bescheiden gern noch einmal wäre).

Historischer Blick auf die Stadtkirche am Markt.Und die Sache mit Gott? Nun, der Remscheider hat auch in dieser Hinsicht nie übertrieben, konnte dem pietistischen Treiben im nahen Wuppertal keinen Geschmack abgewinnen. Seit die Reformation in Remscheid und Umgebung ihre Spu­ren hinterlassen hatte, herrschte hier ein erdfestes Luthertum vor. Es war dogmatisch nicht beschwert, trug eher den Zug zum Praktischen, war ein Christentum der helfenden Hand, der bürgerlich-ehrsamen Lebensführung. »Die in Moral umgedeutete Religiosität war der sittliche Halt weiter Schichten des Bürgertums und leitete hin zu dem religiösen Liberalismus des späten 19. Jahrhunderts«, schreibt Wilhelm Rees in seiner »Geschichte des kulturellen Lebens in Rem­scheid« Anno 1937.

Remscheids damals wohl populärster Oberbürgermeister, Dr. Walther Hartnann, der die Geschicke der Stadt von 1914 bis 1937 lenkte.Karl Jarres, gebürtiger Remscheider (1874-1951), von 1923-25 Reichs-Innenminister, 1925 Kandidat für das Amt des Reichspräsidenten, von 1910-1914 Remscheider Ober¬bürgermeisterDie letzten Jahre vor dem Ersten Weltkrieg Krieg brachte den Remscheidern einen Mann als Stadtoberhaupt, der hier geboren war und der in den 1920er Jahren ein Kapitel deutscher Geschichte mitschreiben sollte: Karl Jarres. Er hat es in Remscheids Rathaus nur vier Jahre ausgehalten, aber sein Lebensweg ist interessant genug, ihn an dieser Stelle zu er­wähnen. 1874 hatte er in Remscheid das Licht der Welt er­blickt. Er studierte Jura, wurde mit 36 Jahren Oberbürger­meister von Remscheid, mit 40 Jahren Oberbürgermeister von Duisburg. Er stand der Deutschen Volkspartei nahe. 1923 bis 1925 war er Reichsinnenminister. 1925 kandidierte er für das Amt des Reichspräsidenten, im ersten Wahlgang ge­gen Hindenburg. Er unterlag und wurde 1925 erneut Ober­bürgermeister von Duisburg. Er erhielt damit ein Amt, das er bis zum Jahre 1933 verwaltete.

Sein Nachfolger in Remscheid wurde im Kriegsjahr 1914 Walther Hartmann. (Dieser Mann hielt das Ruder der Stadt bis zum Jahre 1937 in der Hand. Das waren 23 erfolgreiche, aber auch schwere Jahre.)  Der Krieg erwies sich bald als abschreckendes Er­lebnis, das Familien auseinanderriss, Not und Elend mit sich brachte. Die »werktätige Liebe«, den Remscheidern mit ihrem praktischen Christentum ein vertrauter Begriff, konnte sich bewähren. Verwundetenpflege in Hilfslazaretten oder Sammelaktionen zur Unterstützung des Heeres waren Selbstverständlichkei­ten, hatten großes Echo in der Bevölkerung. Und die ersten Gefangenen-Unterkünfte, die man einrichtete, waren den Remscheidern noch so etwas wie Wegzeichen zu einem ge­rechten Ende dieses Krieges, das ja nur identisch sein konnte mit einem deutschen Sieg, Doch dann zog sich die Sache hin, die Verlustlisten wurden länger. 2.152 Remscheider starben auf den verschiedenen Schlachtfeldern, und die Versorgung der Daheimgebliebenen wurde schwierig. Zwar vermögen heute noch Statistiken auszuweisen, dass Remscheid dank der sicheren Hand Dr. Walther Hartmanns zu den am besten versorgten deutschen Städten zählte, aber die Steckrübenzeit ist doch nicht ganz an ihr vorübergegangen.

Trauerzug für die 'Märzgefallenen' 1920.Als die Waf­fen schwiegen, kehrte in Remscheid die Ruhe so schnell nicht wieder ein. Im Gegenteil: Jetzt wurde auch hier geschossen. Remscheid war in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg Schauplatz erbitterter Auseinandersetzungen zwischen »Bürgerlichen« und »Roten«. Es gab Opfer auf beiden Seiten. Am 21. März 1920 trugen die Kommunisten ihre Toten zu Grabe. Sie nannten sie die » Märzgefallenen«. Foto rechts: Der Leichenzug in der Alleestraße. Die zwanziger Jahre brachten aber auch immer wieder Tra­ditionalisten auf die Straße. So paradierte am 4. September 1927 das III. Westfälische Infanterie-Regiment »Freiherr von Sparr« Nr. 16 vor Generalleutnant Schar und Generalleut­nant Dernen (Foto links).

Parade der 'Traditionalisten' vor dem Rethaus.In der Tat herrschte in Remscheid und Umgebung noch Jahre nach dem Ende des Ersten WeltkriegsBürgerkrieg. Im Remscheider General-Anzeiger sprach sich die bürgerliche Seite für die »Rettung der Reichseinheit« und »gegen Diktatur« aus. Die Parolen der kommunistischen Arbeiter- und Soldatenräte aber lauteten anders: »Das Privateigentum an den Produk­tionsmitteln muss auf die Allgemeinheit übertragen werden.« Die Vollzugsausschüsse der Räte tagten sozusagen in Per­manenz, die Räte hatten die Macht. Und so konnten sie den missliebigen General-Anzeiger am 25. März 1920 auch ver­bieten. Verleger Dr. Franz Ziegler, der sich als sogenannter Zeitfreiwilliger in Freischärlereinheiten dem Kampf gegen die Rote Armee gestellt hatte, wurde als Geisel verhaftet. Die Zeitung schweigt, nachdem sie wieder erscheinen darf, keineswegs über die politischen Verhältnisse hinweg, sondern berichtet am 9. August 1920 breit über eine Veranstaltung des Remscheider Veteranen-Vereins. In dem Artikel, der vor dem Hintergrund der Begeisterung von 1870/71 den Reichsge­danken beschwört, wird von den aufmerksamen Lesern als ein Gegengewicht zu den Umsturzparolen der KPD und der von der SPD abgespaltenen radikalen USPD erkannt.

Parteilokal der Nationalsozialisten.Lange weht die rote Fahne nicht vom Remscheider Rathaus, aber die Drohung der radikalen Kräfte bleibt, und selbst, als bei den Wahlen zum preußischen Landtag am 20. Februar 1921 die bürgerlichen Parteien in Remscheid die Mehrheit erringen, schwindet die Unsicherheit nicht. Die KPD ist nämlich stärkste Partei geblieben. Wegen dieser Konstellation verlief natürlich auch die Heraufkunft des Na­tionalsozialismus nicht sonderlich friedlich. Die Inflation, die ganz Deutschland hart traf, hinterließ in der Stadt ihre Spuren. Am Beispiel der Remscheider Straßenbahn wird das deutlich. Noch 1919 fuhr man für 25 Pfennig, 1920 kostete die Einzelfahrt eine Mark. Im Januar 1922 setzte die Lawine ein: zwei Mark für die Einzelfahrt, im Juli 10000 Mark, am 25. August 150000 Mark. Am 10. März 1923 kam der Straßenbahnverkehr wegen total zerrütteter Finanzen zum ersten Male zum Erliegen, am 24. September war zum zweiten Male Schluss. Und erst am 15. März 1924, nach Schaffung der Rentenmark, brauchten die Remscheider die Sünden der deutschen Währungshüter nicht mehr zu Fuß abzubüßen.

Foto links: An der Ecke Allee-/Luisenstraße lag das Lokal »Zum alten Ratskeller«, besser bekannt als »Tante Paula«. Es war vor 1933 das Verkehrslokal der NSDAP. Der ehemalige Besitzer dieses Fotos vermerkt: »Unsere Zuflucht 'Tante Paula’ war jahrelang das Heim der SA und damit das Herz des Wider­standes gegen die Roten und Rosaroten. Hier war die Zentra­le, hier wurde Kraft angefordert, diese Räume sahen die Be­wegung wachsen und erstarken«. (aus: „Remscheid so wie es war“, von Dr. Gerd Courts, erschienen 1974 im Droste Verlag.)

"Mit Außenwerbung sehr sensibel umgehen!"

4.

Tipps

  • Werbeanlagen in Art und Größe dem Gebäude unterordnen.
  • Mehrere Läden in einem Gebäude sollten sich abstimmen.
  • Keine durchlaufenden Werbeanlagen über mehrere Gebäude.
  • Keine grellen Farbkombinationen.
  • Vermeidung großflächiger Werbeanlagen, Rücksicht auf Gliederung und Farben der Fassade.
  • Montage nur zwischen Erdgeschoss und Brüstung 1. Obergeschoss, bei Vordächern aus Glas nur unterhalb des Daches.
  • Höchstens ein Schriftzug pro Geschäft je Fassadenseite.
  • Flachwerbung max. über die Hälfte der Fassadenlänge, Höhe max. 0,6 m.
  • Abstand zu den Gebäudeaußenecken und zu angrenzenden Gebäuden min. 0,5 m.
  • Aufeinander abgestimmte Werbung bei mehreren Geschäften in einem Gebäude.
  • !! Werbeanlagen sind ab einer Größe von 1 m² grundsätzlich genehmigungspflichtig.
  • !! Werbeanlagen oberhalb des 1. Obergeschosses stören die Straßenperspektive empfindlich.

 

"Werbeanlagen sind notwendiger Bestandteil der Außendarstellung von Geschäften, Dienstleitungs- und Gastronomiebetrieben. Da sie aber über die Botschaft des einzelnen Unternehmens hinaus auf das ganze Gebäude, die Nachbargebäude und den Straßenraum wirken, ist hier besondere Sensibilität und Verantwortung gefragt. Man unterscheidet unmittelbar auf der Fassade montierte Flachwerbung, Ausleger, die im rechten Winkel zur Fassade angebracht werden sowie Fahnen und Schaufensteraufschriften. Werbeanlagen dieser Art prägen in vielen Innenstädten das Bild der Einkaufsstraßen. Sie werden von Passanten oft eher wahrgenommen als die Fassaden und Schaufenster. Auch beeinflussen Werbeanlagen den Charakter und die Attraktivität von Straßen und Plätzen. Zu viel, zu groß, zu bunt, das spricht nicht unbedingt für Qualität und stört das Bild der Innenstadt, auch immer wieder entlang der Alleestraße.

In den 1950er und -60er Jahren war die Werbung durch Schriftzüge geprägt, die häufig in Typografie und Farbe zum Leitbild des Unternehmens passten und einen Bezug zur Fassade hatten. Auch heute gilt: Werbeanlagen sind dann gelungen, wenn sie gut lesbar sind und sich gestalterisch in Gebäude und Umgebung einfügen. Fangen die ersten Geschäfte an, aufdringlicher zu werben, wirkt das häufig "ansteckend". Aus Sorge, nicht mehr wahrgenommen zu werden, ziehen die Nachbarn nach oder geben den Standort auf. Wenn sich diese Entwicklung fortsetzt, wird der Straßenzug langfristig entwertet. Die Qualität der Läden sinkt ebenso wie die Höhe der erzielbaren Mieten. Leerstand kann die Folge sein. Ziel muss es sein, trotz der Fülle berechtigter Werbebotschaften darauf hinzuwirken, dass die Alleestraße in allen Teilen wieder zu einem zentralen Einkaufsbereich mit durchgehend angenehmer Einkaufs- und Aufenthaltsqualität wird.

Bei der Flachwerbung handelt es sich in der Regel um den Namensschriftzug, die wichtigste Werbebotschaft für ein Geschäft. Die Architektur der Nachkriegszeit lieferte mit den integrierten Kragplatten hierfür ideale Werbeträger. Der Schriftzug bestand in der Regel aus aufgesetzten farblich abgestimmten Einzelbuchstaben und wurde damit selbstverständlicher Bestandteil der Fassade.

Grundsätzlich können Schriftzüge auf flachen Kastenkörpern, auf transparenten Trägermaterialien oder als Einzelbuchstaben auf die Fassaden gebracht werden. Dabei fallen flächige Beschriftungen eher unangenehm auf als Schriftzüge aus Einzelbuchstaben und ohne Grundplatte. Das gilt vor allem für die Beschriftung von Kragplatten. Einzelbuchstaben lassen dagegen die Fassade „durchscheinen“ und erhalten die Einheit von Erd- und Obergeschossen. Werbeanlagen sollten möglichst nicht mit wechselndem und bewegtem Licht, Lichtwerbung in grellen Farben und Wechselbildern arbeiten. Auch wenn sich die Kunden an den Namen orientieren, sollte Werbung unmittelbar auf der Fassade zugunsten des Gebäudecharakters zurückhaltend sein. Es ist darauf zu achten, dass Werbeanlagen nur am Geschäftsgebäude – dort, wo die Leistung erbracht wird – montiert werden. Auf zusätzliche Fremd- oder Produktwerbung sollte verzichtet werden."

(aus dem Entwurf des „GESTALTUNGSHANDBUCHS FÜR EINZELHANDEL UND GASTRONOMIE“, (c) stadtraum architektengruppe , Düsseldorf. Konzeption, Gestaltung und Bearbeitung Bernd Strey, Christopher Dierkes, Sylvia Winkel und Jens Hoppstädter. Die Erstellung des Gestaltungshandbuchs wurde wird mit Mitteln aus der Städtebauförderung des Landes NRW unterstützt.)

Filigrane Kragplatten und transparente Vordächer

3.

Tipps

  • Kragplatten, Vordächer und Markisen mit Rücksicht auf Entstehungszeit und Gliederung des Gebäudes gestalten.
  • Aufkantung der Kragplatten max. 60 cm (a), helle Farben bevorzugen.
  • Mit transparenten und frei tragenden Stahl-Glaskonstruktionen den optischen Zusammenhang zwischen Erd- und Obergeschoss erhalten.
  • Markisen max. 2,5 m tief, Abstand von min. 0,5 m zu den Gebäudeaußenkanten einhalten, textilähnliche Oberfläche passend zur Fassade.
  • Abgestimmte Ausführung in räumlich zusammenhängenden Bereichen.
  • Keine oder deutlich untergeordnete Werbung.

"Kragplatten, Vordächer und Markisen gehören zum Bild der Innenstadt. Sie bieten Wetterschutz für Waren und Passanten und laden zum Stehenbleiben ein. Als gestalterisch integrierter Bestandteil von Gebäuden können filigrane Kragplatten, transparente Vordächer und schlichte Markisen die Einkaufszonen angenehm und abwechslungsreich gestalten. In den 1950er und -60er Jahren waren Kragplatten ein bewusst eingesetztes Bauelement. In Verlängerung der Geschossdecken ragten sie waagerecht und ohne Stützen aus der Fassade hervor und bildeten ein leichtes Vordach. Entlang der Alleestraße ist diese Qualität weitgehend verloren gegangen. Vor allem im mittleren und unteren Teil fällt ein enges Nebeneinander bunter und teilweise mächtiger Kragplatten und Vordächer auf.

Nachträglich angebrachte oder vergrößerte Kragplatten wirken fast immer störend. Sie erscheinen schwer, trennen Erd- und Obergeschosse und verhindern den Blick nach oben. Erst recht, wenn sie großflächig für Werbezwecke genutzt werden. Weitgehend transparente Vordächer aus Stahl und Glas sind insbesondere bei Neubauten eine Alternative, solange sie nicht massiv und unruhig konstruiert sind. Auch Markisen sollten schlicht sein und in Form und Farbe zur Passade passen. Zugunsten einer hohen Stadtraumqualität sind Gebäudeelemente wie Kragplatten, Markisen und Vordächer nicht isoliert, sondern immer auch im Zusammenhang mit den Nachbargebäuden zu betrachten."

(aus dem Entwurf des „GESTALTUNGSHANDBUCHS FÜR EINZELHANDEL UND GASTRONOMIE“, (c) stadtraum architektengruppe , Düsseldorf. Konzeption, Gestaltung und Bearbeitung Bernd Strey, Christopher Dierkes, Sylvia Winkel und Jens Hoppstädter. Die Erstellung des Gestaltungshandbuchs wurde wird mit Mitteln aus der Städtebauförderung des Landes NRW unterstützt.)