Skip to content

Anzeige

Bau-Innung Remscheid Innung für elektrotechnische Handwerke Remscheid Fachinnung für Metall- und Graviertechnik Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Remscheid
Dachdecker-Innung Remscheid Friseur-Innung Remscheid Maler- und Lackierer-Innung Remscheid Kraftfahrzeughandwerk Remscheid

Verstärkte Polizeikontrollen zu Silvester

Auch in diesem Jahr wird die Polizei im Bergischen Städtedreieck (Wuppertal, Solingen, Remscheid) rund um den Jahreswechsel 2017/2018 verstärkt Alkohol- und Drogenkontrollen durchführen. Denn die Erfahrung zeigt, dass sich trotz aller Appelle immer wieder Menschen alkoholisiert ans Steuer eines Fahrzeugs setzen und somit nicht nur sich, sondern auch andere gefährden. Selbst geringe Mengen Alkohol im Blut erhöhen das Unfallrisiko um ein Vielfaches, und viele Autofahrer unterschätzen am nächsten Morgen die Nachwirkungen einer durchzechten Nacht. Viele Verkehrsteilnehmer sind sich zudem nicht darüber bewusst, dass sie sich als Fahrzeugführer bereits mit einer Blutalkoholkonzentration von 0,3 Promille strafbar machen können, wenn es infolge des Alkoholkonsums zu einem Verkehrsunfall kommt.

Damit das Feiern nicht auf einer Polizeiwache oder sogar im Krankenhaus endet, appellieren wir erneut: Finger weg vom Alkohol, wenn Sie noch Auto fahren müssen! Bilden Sie Fahrgemeinschaften oder fahren Sie mit einem Taxi oder öffentlichen Verkehrsmitteln zu Ihrer Feier. Das ist immer noch billiger, als die Folgen einer Alkoholfahrt oder eines Unfalls.

Die Bilanz zum Jahreswechsel 2016/2017 stellte sich wie folgt dar: Die Polizei im Bergischen Städtedreieck überprüfte 148 Fahrzeugführer. Davon mussten vier eine Blutprobe (3 x Alkohol; 1 x Drogen) abgeben. Drei Führerscheine verblieben in polizeilicher Obhut. Glücklicherweise gab es keine Unfälle mit Personenschaden nach dem Missbrauch von Alkohol oder Drogen. Die Polizei im Bergischen Städtedreieck wünscht allen eine schöne Silvesterfeier und einen guten Rutsch ins neue Jahr! (Pressebericht der Polizei Wuppertal)

Wochenrückblick vom 25. bis 31. Dezember 2017

 

Aufbau einer Flüchtlingsvertretung nötig

Eine bislang stark vernachlässigte Gruppe von Akteuren im Bereich der Flüchtlingshilfe stellt die Gruppe der Geflüchteten selbst dar. Auch bei der Erarbeitung dieses Konzeptes konnten Wünsche und Bedürfnisse von Geflüchteten nicht berücksichtigt werden, da hier die kontinuierlichen Ansprechpartner fehlten. Zwar versuchen einige aktive Träger die Perspektive der Geflüchteten in Gesprächen und Arbeitskreisen nach bestem Wissen und Gewissen zu vertreten, doch fehlt bislang eine Selbstorganisation dieser Personen, die der Stadt als Gesprächspartner/in auf Augenhöhe zur Verfügung steht. Im kommunalen Interesse an einer schnellen und nachhaltigen Integration aller Geflüchteten läge es daher, den Aufbau einer Flüchtlingsvertretung und deren Beteiligung an öffentlichen Diskussionen aktiv zu unterstützen. Nur so gelingt es, ein gemeinsames Miteinander zu schaffen, in dem Entscheidungen nicht über die Köpfe der Betroffenen hinweg gefällt werden.

Ebenso wie das Ehrenamtspotenzial von Menschen mit Migrationshintergrund in der Remscheider Flüchtlingshilfe nicht unterschätzt werden darf, so besitzen auch die Geflüchteten selbst Fähigkeiten und Talente, die sie dem Gemeinwohl ihres neuen Wohnortes zur Verfügung stellen können und wollen. Dabei ist nicht davon auszugehen, dass sich dieses Engagement auf die Flüchtlingshilfe beschränken muss, in der besonders die vielfältigen Sprachkenntnisse der Geflüchteten als wertvolle Ressource angesehen werden können. Auch in anderen Bereichen des ehrenamtlichen Engagements kann die Aktivierung von Geflüchteten einen positiven Einfluss auf ihre Integration besitzen. Wird gesellschaftliche Integration sowohl als Entwicklung von Fertigkeiten zur Teilhabe an der Gesellschaft als auch als vielfache Interaktion und ein interkultureller Dialog zwischen allen Mitgliedern der Gesellschaft verstanden, so kann die Mitwirkung in einem Chor, die Hilfe in einem Senioren-Café und die Vermittlung von erlernten Sportarten im Rahmen eines Sport-vereins neben dem Spracherwerb und der Integration in den Arbeits-markt als weiterer Schritt in Richtung der aktiven gesellschaftlichen Teilhabe angesehen werden. Daher sollten künftig auch Menschen mit Fluchterfahrung gezielt über das Ehrenamt und ehrenamtliche Betätigungsfeder informiert werden.

Entscheidet sich die Stadt, künftig bürgerschaftliches Engagement nicht nur in der Flüchtlingshilfe, sondern in allen Bereichen des Zusammenlebens von Remscheider Bürgerinnen und Bürgern zu fördern, ergibt sich daraus nicht nur eine potentiell gesteigerte „Arbeits-leistung“ im Wohlfahrtssektor.

Wie sich durch den Austausch mit Kollegen zeigt, ist die Bereitschaft von freiwillig Tätigen, Projekte zusätzlich zur eingebrachten Freizeit auch finanziell zu unterstützen, vergleichsweise groß. Eine Ursache für diesen Zusammenhang könnte darin liegen, dass erst durch das eigene Engagement, das Wissen über einen bestimmten Bedarf und die daraus resultierenden Notwendigkeiten unmittelbar erfahr- und nachvollziehbar werden. Das ehrenamtliche Engagement, der/des Einzelnen kann demnach als Schlüsselerlebnis für eine aktive Bürgerschaft dienen, über das z. B. auch weitere ortsansässige Unter nehmen als Geldgeber für Projekte gewonnen werden können. In ähnlicher Weise dienen Events – sogenannte „social days“ – vieler-orts dazu, eine engere Verbindung von Wirtschaft und kommunaler Gesellschaft zu bilden. Bei solchen Anlässen wird ehrenamtliches Engagement mit einer Teambuilding-Maßnahme kombiniert. Die Mit-arbeiter des Unternehmens profitieren dabei sowohl von der gemeinschaftlichen Tätigkeit, die vielfach unbekannte Fähigkeiten und Talente der Kollegen offenbart als auch von der positiven Resonanz der „Beschenkten“.

Um den Herausforderungen eines zukunftsorientierten kommunalen Freiwilligenmanagements in der Flüchtlingshilfe gewachsen zu sein, muss auch die Fortbildung und Qualifizierung der verantwortlichen Mitarbeiter/innen gewährleistet sein. Nur durch die regelmäßige Teilnahme an überregionalen Netzwerktreffen und Fortbildungen zum Thema „Freiwilligenmanagement und Fundraising“ können aktuelle Strategien und Konzepte als neues Know-How nach Remscheid gebracht werden. Gerade mit Blick auf die angespannte Haushaltslage ist eine Investition in ein breites bürgerschaftliches Engagement eine Investition in die Zukunft unserer Stadt – auch und gerade weil informierte, aktive und emanzipierte Bürger/innen politische Entscheidungen besser nachvollziehen und mittragen können.

(Seit der Ratssitzung vom 30. November 2017 ist das neue „Ehrenamtskonzept für die Flüchtlingsarbeit der Stadt Remscheid“ beschlossene Sache. Der Waterbölles veröffentlicht es in einzelnen Kapiteln. Teil 10)

Zu P&R scheinen noch Antworten auszustehen

Politik will Bau von P&R-Parkpaletten prüfen lassen“, titelte der Waterbölles am 15. September. „Da die vorhandenen P+R-Plätze nach Beobachtungen der Verwaltung von Montag bis Freitag tagsüber regelmäßig vollständig belegt sind, ist davon auszugehen, dass bereits Nutzer auf andere Parkmöglichkeiten oder auch andere Zubringer-Verkehrsmittel ausgewichen sind. Beschwerden von Bürgern liegen der Verwaltung bislang nicht vor“, teilte die Verwaltung bereits zur Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Wirtschaftsförderung, Energieeffizienz und Verkehr am 9. November mit. „Da die vorhandenen P+R-Plätze nach Beobachtungen der Verwaltung von Montag bis Freitag tagsüber regelmäßig vollständig belegt sind, ist davon auszugehen, dass bereits Nutzer auf andere Parkmöglichkeiten oder auch andere Zubringer-Verkehrsmittel ausgewichen sind. Beschwerden von Bürgern liegen der Verwaltung bislang nicht vor. (...) Es ist zwar zu erkennen, dass es Bedarf für weitere Stellplätze geben würde, allerdings muss dabei auch gleichzeitig gesehen werden, dass an keiner Bahnstation weitere Flächen zur Verfügung stehen. Ein Ausbau der Kapazitäten wäre daher nur durch Errichtung zusätzlicher Ebenen (Parkhaus) möglich. (...) „Bei einer Neuanlage von Parkflächen oder Parkpaletten bzw. auch dem zugehörigen Grunderwerb ist mit Eigenanteilen für die Stadt in mindestens sechsstelliger Höhe zu rechnen (sofern Fördermittel eingeworben werden können) (...) In Anbetracht der erheblichen Kosten erscheint dieses aus heutiger Sicht nicht realistisch, zumal im Einzelfall erst zu prüfen wäre, ob es baurechtlich bzw. städtebaulich überhaupt möglich bzw. wünschenswert wäre. Am Bahnhof Lennep wäre beispielsweise der Bau einer Parkpalette auf dem vorhandenen P+R-Platz auch mit einer Verkleinerung des Festplatzgeländes verbunden und insofern als nicht erstrebenswert einzustufen.“
Damit bleiben, wenn ich das richtig sehe, noch einige offene Fragen aus der Ausschusssitzung vom 9. März 2016 (RWE-Parkhaus in Lennep etc.). Vielleicht liefert die Verwaltung die Antworten ja in der nächsten Sitzung (9. Januar) nach. Dann steht das Thema wieder auf der Tagesordnung.

Lorenzo Micali wirbt für den Jugendrat

Die Wahl des 8. Jugendrates...

... der Stadt Remscheid seit 2004 wird in der Zeit vom 12. März bis zum 16. März 2018 an allen weiterführenden und den berufsbil­denden Schulen in Remscheid stattfinden. Bewerben kann sich jede/r Remscheider/in, die/der am 12. März 2018 zwischen 14 und 17 Jahren alt ist. Die Satzung und die Wahlordnung des Jugendrates der Stadt Remscheid sind im Internet unter www.jugendrat-remscheid.de nachzulesen. Dort kann auch ein Kandidatenbewerbungsbogen heruntergeladen werden. Dieser kann bis zum 18. Januar 2018 im Sekretariat der „eigenen“ Schule oder bis zum 26. Januar 2018, 14 Uhr, in der Geschäftsstelle des Jugendrates Stadt Remscheid, Fachdienst Jugend, Soziales und Wohnen, Haddenbacher Straße 38 - 42, 42855 Remscheid, Raum 012, abgegeben werden.

„Ich hab immer gezögert, ich wollt mich schon ein Jahr vorher bewerben und dann hab ich auf Facebook auch noch viele Aktionen gesehen, die ihr erreicht habt oder gemacht habt, wie die Festivals zum Beispiel, ja und ich find das jetzt eigentlich ne gute Entscheidung, dass ich jetzt hier bin, da es auch Spaß macht mit anderen Gleichaltrigen zusammen zu arbeiten oder zusammen Dinge zu erreichen mit Politikern. Manchmal ist es zwar anstrengend, aber letztendlich haben wir es jetzt oft geschafft, wir sind auch noch an vielen Dingen dran.“

„Beim Jugendrat kannst du viele Dinge erreichen.  An meiner Schule waren die Chemieräume und die Ausstattung der Chemieräume nicht gut. Dann konnten wir den Herrn Neuhaus einladen (Herr Neuhaus ist u.a. als Dezernent zuständig für die Schulen) und er ist auch vorbei gekommen und wir konnten ihm dann die Zustände zeigen, also ich finde übern Jugendrat laufen immer Hilfen viel schneller, als wenn man jetzt jemanden so anschreibt über die Stadt.“

„Es lohnt sich auf jeden Fall, dabei zu sein, weil man halt viel Unterstützung bekommt von den Politikern, von Gerd und Sandra, das sind, unsere Jugendhelfer (in der Geschäftsstelle), die immer an unserer Seite stehen und auf jeden Fall lohnt es sich, weil wir haben echt viele Dinge erreicht. Es lohnt sich auf jeden Fall auch für mich persönlich, denn ich hätte nie gedacht, das wir jetzt so viel schaffen zusammen.“

„Ich wurde immer von den Erwachsenen ernst genommen, manchmal muss man zwar mit den Politikern etwas viel reden, aber das schafft man schon.“ (Lorenzo Micali, Albert-Schweitzer-Realschule)

Ämterhaus gestern zeitweise unverschlossen

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Als unmittelbare Reaktion auf einen gestrigen Post in den Sozialen Medien hat die Stadtverwaltung noch in der Nacht die Schließung sämtlicher Eingänge zum Ämterhaus am Friedrich Ebert-Platz überprüft. Alle Außentüren waren geschlossen und von außen nicht zu öffnen. Personenbezogene Daten waren zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Warum es gestern Vormittag Personen zeitweise möglich war, den Hauptflur des Ämterhauses durch den rückliegenden Eingang zu betreten, ist möglicherweise ermittelt: Am gestrigen Vormittag musste ein Mitarbeiter im Ämterhaus eine dringende ordnungsrechtliche Angelegenheit erledigen. Der Mitarbeiter schloss die Tür auf, betrat das Gebäude, verschloss die Tür jedoch nicht von innen, so dass der Schließmechanismus weiterhin geöffnet blieb. Erst als der Mitarbeiter das Gebäude wieder verließ und die Tür verschloss, war ein Betreten des Gebäudes nicht mehr möglich. Fest steht: Weil sämtliche Büros verschlossen waren, bestand niemals die Möglichkeit auf einen Datenzugriff durch unberechtigte Dritte. Personenbezogene Daten waren demnach zu keinem Zeitpunkt gefährdet.

Die näheren Umstände haben der Leiter des städtischen Gebäudemanagements und der Leiter des Bürgerbüros heute Morgen ausgemacht: Nach wie vor waren alle Außentüren verschlossen. Allerdings war versäumt worden, die automatische Steuerung für Licht und Aufrufmonitore für den Zeitraum der Schließungstage anzupassen. Deswegen war im Gebäude die übliche Werktagsbeleuchtung für den Eingangsbereich rund um die Info-Theke als auch für den Treppenaufgang und die Wartezone im ersten Obergeschoss eingeschaltet. Die Monitore der Aufrufanlage im Erdgeschoss und auf der Wartezone im Obergeschoss liefen ebenfalls. Auf der Wartezone war außerdem der Monitor mit der permanenten Nachrichtenübertragung in Betrieb. Die Steuerung für Licht und Monitore wird nun überprüft und die Programmierung wird angepasst.

Auf die Schließung der Stadtverwaltung wurde in den letzten Wochen durch Schilder im Hause hingewiesen. Eine entsprechende Presseinformation hat gleichfalls auf die allgemeine Verwaltungsschließung während der Feiertage aufmerksam gemacht (http://www.remscheid.de/). Die bislang versäumte Beschilderung mit der Aufschrift „Heute geschlossen“ an den Außentüren des Ämterhauses hat die Stadtverwaltung heute Morgen nachgeholt. Künftig wird sichergestellt, dass an den Schließungstagen ein entsprechender Hinweis an den Gebäudezugängen ausgehängt wird.

Die abschließende Klärung der Frage, wie es dazu kommen konnte, dass der Hintereingang des Ämterhauses am gestrigen Vormittag zweitweise unverschlossen blieb, bleibt Gegenstand einer unmittelbaren internen Ermittlung der Stadtverwaltung. Die Stadtverwaltung bittet Bürgerinnen und Bürger darum, sich bei derartigen Auffälligkeiten unter Tel. RS 162400 bei der Feuerwehr-Leitstelle zu melden. Die Leitstelle ist 24 Stunden besetzt und vermittelt jeden relevanten Hinweis unmittelbar intern weiter.

Dezember 2007: Der Waterbölles blättert zurück

Eigentlich hätte der Stadtteil Hackenberg vor zehn Jahren ein Stadtteilcafè erhalten sollen, nachdem sich in Leserbriefen in der Lokalpresse Bürger durch junge Spätaussiedler verunsichert und angegriffen gefühlt hatten. Ab Januar hatte der Internationale Bund (IB) daraufhin die leerstehende Eisdiele neben den Hochhäusern am Henkelshof gemietet, damit sich dort auch Russlanddeutsche und „Einheimische“ näher kommen sollten, die vielfach noch ihre gegenseitigen Ressentiments pflegten. Der unerwartete Rückschlag für das Projekt kam dann im Dezember.

Angesichts der Tatsache, dass inzwischen rund die Hälfte der Grundschüler in Remscheid einen Migrationshintergrund habe, sei für den Förderverein für Interkulturelle Erziehung e.V. (IKE) die Integration eine wichtige Aufgabe, sagte Hans Peter Meinecke, damals Vorsitzender des städtischen Schulausschusses, vor zehn Jahren zum 15-jährigen Bestehen des IKE. Und Oberbürgermeisterin Wilding betonte: „Integration hat mit Menschlichkeit, Achtung und Respekt zu tun, heißt, miteinander, voneinander zu lernen. Integration ist keine Einbahnstraße. Von ein wenig südländischer Mentalität könnten auch manche Deutsche profitieren!“ (Der Waterbölles berichtete damals unter „IKE, der Glücksbringer für Migrantenkinder in Remscheid“).

Im März 2007 starteten in Remscheid Caritas, Diakonisches Werk, Kinderschutzbund und „Die Schlawiner“. die Aktion "Notbremse". Bis Dezember 2007 hatten die neuen „Hilfen für Kinder in Remscheid“ bereits 110 Jungen und Mädchen erreicht, deren Eltern in finanziellen Nöten steckten. Wie Ralf Barsties (Diakonisches Werk), Werner Fußwinkel (Caritas) und Richard Ulrich („Schlawiner“) damals berichteten, konnten in den ersten zehn Monaten 11.000 Euro verteilt werden. Als Zuschuss zum Teilnehmerbeitrag an einer Schulfreizeit, als Taschengeldzuschuss für eine Klassenfahrt, als Finanzierung von Freizeitaktivitäten (Sport, Musik), für Schulbücher, Bekleidung, Schuhe, Möbel oder Medikamenten. Von 2007 bis Juli 2017 standen der Aktion durch Spenden insgesamt 189.088, 43 € zur Verfügung. Und die Aktion geht weiter. Weil es in Remscheid zunehmend „verschämte Armut“ gibt.

Eine neue Energiequelle nahm vor zehn Jahren die evangelische Stiftung Tannenhof in Betrieb: Ein Holzhackschnitzelwerk. Mit der 2,6 Millionen Euro teuren Anlage setzte die Stiftung auf ein neues energiesparendes, klima- und finanzfreundliches Gesamtkonzept. „Von der Dampferzeugung haben wir uns ganz verabschiedet, die Warmwasserbereitung geschieht zukünftig dezentral, also direkt dort, wo es gebraucht wird“, sagte damals Rainer Frey als Technischer Leiter.

„Verstößt das Altenheim-Projekt auf dem Hohenhagen gegen geltendes EU-Recht?“, fragte der Waterbölles am 27. November 2007. Die Antwort gab Stadtdirektor Jürgen Müller einen Monat später im Bauausschuss: „Ja, so ist es. Deshalb muss nun europaweit nach einem Investor gesucht werden. Vor Mitte nächsten Jahres dürfte das Ausschreibungsverfahren nicht abgeschlossen sein!“ Also könne frühestens Mitte 2008  mit dem Bau des Altenheims am Otto-Lilienthal-Weg auf dem Hohenhagen begonnen werden. „Katastrophal“ nannte das damals Elke Rühl (CDU), die Vorsitzende des Bauausschusses. Doch weil das EU-Recht in nationales Recht übernommen und durch Oberlandesgerichte weiter spezifiziert worden war, kommt die Stadt Remscheid bei größeren Bauprojekten an einer europaweiten Ausschreibung in der Regel nicht mehr herum.

Bahnhof Güldenwerth erhält in 2008 107 P&R-Parkplätze“, berichtete der Waterbölles am 5. Dezember 2007. Der Beschluss des Bauausschusses war einstimmig ausgefallen. Die P&R-Anlage mit vier Behindertenplätzen, 28 Plätzen auf der Ostseite und 79 Plätze auf der Westseite war mit 522.000 € veranschlagt.

Erstmals berichtete der Waterbölles im Dezember 2007 über den „Schleichweg“, seitdem noch einige weitere Male. Immer dann, wenn das Thema in der Bezirksvertretung Süd oder einem anderen politischen Gremium wieder einmal hochkochte: Die Rede ist von der eigentlich nur für Busse geplanten Verbindung aus dem Neubaugebiet Hohenhagen über die Eschen- und Metzerstraße zur Neuenkamper Straße. Das erspart die Ampel am Neuenhaus, birgt für Autofahrer aber das Risiko eines Knöllchens. Denn für sie ist die Straße „Am Alten Flugplatz“ eigentlich eine Sackgasse ('Durchfahrt verboten'). Aber Schranke, die lediglich den Bussen der Stadtwerke den Weg zur Eschenstraße freimachen soll, war schon vor zehn Jahren ständig geöffnet. Und inzwischen scheint sich niemand mehr über die „Falschfahrer“ aufzuregen...

 

Dreimal Probleme mit Fragen in Tabellenform

Das Landesvorhaben „Kein Abschluss ohne Anschluss – Übergang Schule-Beruf in NRW“ (KAoA) wurde im Schuljahr 2016/17 in Remscheid im dritten Jahr umgesetzt, erstmalig an allen weiterführenden Schulen. Im September 2016 beschloss der Lenkungskreis, dass sich die Kommunale Koordinierungsstelle der Stadt Remscheid um eine Befragung der Lehrkräfte zum Ende des Schuljahres 2016/17 kümmert, um zu erfahren, wie sich die Übergänge der Schulabgängerinnen und Schulabgänger im Schuljahr 2016/17 gestaltet haben. „Diese Übergangsstatistik dient der Qualitätssicherung und Wirksamkeitsanalyse im Landesvorhaben ... und ... soll künftig regelmäßig erfolgen“, heißt es in einer Vorlage der Verwaltung zur Sitzung des Schulausschusses am 4. Januar. „Mittelfristig sollen hieraus Handlungsempfehlungen für die Stadt Remscheid zur Steuerung und Unterstützung der Übergänge ... entwickelt werden.“

Die Befragung erfolgte zum Schuljahresende nach den jeweiligen Zeugniskonferenzen. In Remscheid nahmen alle weiterführenden Schulen teil, die an „Kein Abschluss ohne Anschluss“ beteiligt sind, soweit sie über die Klassenstufen 8,9 und 10 (bzw. Förderschulabschlussklassen) mit Schulabgänger*innen verfügen. Nicht erfasst wurden die Abgangsschüler*innen der Sekundarstufe II (Abiturienten/Abiturientinnen). „Die erstmalige Datenerfassung an den weiterführenden Schulen stieß auf unterschiedliche Resonanz“, heißt es im Bericht für den Ausschuss. „Während der überwiegende Teil der Schulen mit der Befragung in Form von Tabellen zurechtkam, gab es drei Schulen, die sich hierzu nicht in der Lage sahen. An diesen drei Schulen erfolgte die Befragung ersatzweise mit vereinfachten Fragebögen in Papierform. Da die Fragebögen teilweise von Schüler*innen und nicht von Lehrkräften ausgefüllt wurden, war die Qualität der Daten eingeschränkt.“

Waterbölles: Könnte es sein, dass sich Mitglieder des Schulausschusses am 4. Januar dafür interessieren, w a r u m die drei ungenannt gebliebenen Schulen mit der Befragung in Form von Tabellen nicht zurechtkamen? Noch wäre Zeit, bei den Schulleitern mal nachzufragen...

25 neue Laubbäume in Großhülsberg

„Unternehmernetzwerk Großhülsberg spendet für Tafel“, berichtete der Waterbölles am 17. November. Seit dem Projektstart im Sommer 2016 entwickele sich das Forschungsverbundprojekt „Grün statt Grau – Gewerbegebiete im Wandel“ mit Unterstützung des Unternehmernetzwerks „Großhülsberg – nachhaltig“ erfreulich gut, sagte damals Dipl.-Ing. Susanne Smolka, die städtische Projektkoordinatorin. Dazu passt die Antwort der Verwaltung auf eine Anfrage der Fraktion der Linken, die am 11. Januar in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Wirtschaftsförderung, Energieeffizienz und Verkehr auf der Tagesordnung steht. Demnach sollen das Netzwerkmanagement, der Wissenstransfers und die Kooperationen innerhalb des Bergischen Städtedreiecks im neuen Jahr weiter ausgebaut werden. Ziel sei – auf der Grundlage wissenschaftlicher Analysen und Projekterfahrungen –  „ein innovatives, tragfähiges, bedarfsorientiertes  Zukunftskonzepts für das Gewerbegebiet Großhülsberg“. Daran wirken unter dem Dach des Unternehmernetzwerks „Großhülsberg – nachhaltig“ mit seinen 25 Unternehmen drei Arbeitsgruppen (Gebäudebegrünung, Mobilität, Photovoltaik) mit.

Stichwort „Grün“: Inzwischen wurden in dem Gewerbegebiet 28 einheimische Laubbäumen gepflanzt. Das Forschungsvorhaben „Grün statt Grau – Gewerbegebiete im Wandel“ wird über das Projekt „Sozial-ökologische Forschung  im Förderbereich „Nachhaltige Transformation urbaner Räume“ vom Bundesministeriums für Bildung und Forschung zu 100 Prozent gefördert. Kerngedanke ist, im Gewerbegebiet Großhülsberg (aus den 1960 - 1970er Jahre „eine Balance zwischen wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Aspekten herzustellen“. Dem hätten bisher neun Veranstaltungen gedient, so die Verwaltung.

Freiwillige in der Freien Wohlfahrtspflege

Eine Möglichkeit, Jugendliche und junge Erwachsene in einem kurzen Zeitraum für ehrenamtliches Engagement zu sensibilisieren und zu schulen, liegt in dem Konzept des ServiceLearning. Solche u. a. durch das Programm „sozial genial“ unterstützten Angebote werden in Oberstufen und Berufskollegs im Optionalbereich verankert und ermöglichen die Umsetzung von selbst entwickelten Projekten der Schüler/innen, die durch geschulte Lehrkräfte angeleitet werden. Im Regelfall liegt die Laufzeit eines Projekts bei einem Schuljahr und durchläuft alle relevanten Phasen des Projektmanagements:

Ideenfindung, Konzeptentwicklung, Projektplanung, dessen Umsetzung und Evaluierung. Diese Projekte spiegeln die Interessen und Eigeninitiativen der Schüler/innen wider und können als Einstieg ins Ehrenamt dienen – sind gleichzeitig aber überschaubar und durch die schulische Struktur in einen festen Rahmen eingebunden und betreut.

Durch die (vorrübergehende) Aussetzung der Allgemeinen Wehrpflicht und die daraus folgende Abschaffung des Zivildienstes ist es besonders für junge Männer nicht mehr zwingend erforderlich, sich in einer wichtigen Phase des Erwachsenwerdens mit dem Thema bürgerschaftlichen Engagements auseinanderzusetzen. Daher fehlen auf der einen Seite verlässliche Freiwillige in allen Bereichen der Freien Wohlfahrtspflege, auf der anderen Seite fehlt den Jugendlichen aber auch eine Übergangsphase auf ihrem Weg von der Schule hin zu Ausbildung oder Studium. Die unmittelbare Erfahrung der sichtbaren Auswirkung des eigenen sozialen Handels stellt einen direkten Kontrast zum oft abstrakten Lernen im Schulalltag dar und dient damit der persönlichen Entwicklung des oder der Einzelnen.

Zudem wird das ehrenamtliche Engagement von offizieller Seite bestätigt und dient den Jugendlichen als zusätzliche Qualifikation im Bewerbungsverfahren für Ausbildungs- oder Hochschulplätze bzw. Stipendien. Für künftige Projekte in diesem Bereich könnten sich besonders „Patenschaften“ für gleichaltrige Neuzugewanderte, die Organisation eines interkulturellen Jugendfestes oder die Redaktion eines Stadt- und Freizeitführers für geflüchtete Jugendliche anbieten.

Die in solchen Projekten erworbenen sozialen und fachlichen Kompetenzen u. a. Kultursensibilität, Projektmanagement und Öffentlichkeitsarbeit dienen den Jugendlichen als wertvolle Ressourcen für ihr späteres Berufsleben und im Idealfall auch für ihr anhaltendes freiwilliges Engagement.

Nicht nur nach Ansicht des englischen Sozialtheoretiker Stuart Hall sind Menschen mit Migrationshintergrund, die zwischen den Kulturen aufgewachsen sind, d. h. früh und in einzigartiger Weise gelernt haben, verschiedene kulturelle Sprachen zu sprechen und mit verschiedenen Identitäten zu leben, in besonderem Maße dafür qualifiziert zwischen den Kulturen zu vermitteln und Brücken zu bauen. Ziel im Remscheider Freiwilligenmanagement sollte es also sein, gezielt mit Migrantenselbstorganisationen zusammenzuarbeiten und sie für ein kommunales Engagement zu gewinnen. Aktuell sind die in Remscheid ansässigen Migrantenvereine zwar in der Flüchtlingshilfe engagiert, allerdings begrenzen sich die Angebote z. T. auf bestimmte Personengruppen, und ein direkter Austausch mit städtischen Stellen findet fast nicht statt. So fehlen bislang z. B. Angaben zur Einhaltung von erarbeiteten Qualitätsgrundlagen: ein Nachweis oder die Absichtserklärung und das erweiterte polizeiliche Führungszeugnis von allen engagierten Ehrenamtlichen – vor allem jenen, mit direktem Umgang mit Minderjährigen – einzufordern.

Künftig wäre zu überlegen, ob für die Remscheider Migrantenselbstorganisationen zusätzlich zu allgemeinen Fort- und Weiterbildungsangeboten ein spezielles Modul zum Thema „Öffentlichkeitsarbeit“ angeboten werden könnte, da eine positive Medienberichterstattung über die ehrenamtlichen Tätigkeiten der Vereine das öffentliche Interesse an MSOs in Remscheid stärken könnte.

Ebenfalls sollte erwogen werden, auch in diesem Rahmen bessere Hilfestellungen für die Beantragung von Landes- und Bundesfördergelder (z. B. „Integration leben – bürgerschaftliches Engagement von Menschen mit Migrationshintergrund stärken“) bereitzustellen, um eine bessere Vernetzung und Ausbildung der ortsansässigen Vereine zu unterstützen.

(Seit der Ratssitzung vom 30. November 2017 ist das neue „Ehrenamtskonzept für die Flüchtlingsarbeit der Stadt Remscheid“ beschlossene Sache. Der Waterbölles veröffentlicht es in einzelnen Kapiteln. Teil 9)