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Wie die Menschen, so ändern sich auch die Plätze

von Dr. Wilhelm R. Schmidt

Da hat doch jemand, ja wer hat denn da ..., das denkt man sich beim Betrachten dieses Bildes, das einer historischen Ansichtskarte entstammt: Der Osterkorb auf der Straße gehört doch gar nicht in die Szenerie! Aber damals war halt Platz da für den Korb, wie man sieht – damals, die Postkarte wurde Ende des Jahres 1909 verschickt, gab es im Gegensatz zu heute in Lennep wenig bis gar keinen Verkehr. Das 1889, zum so genannten Sedanstag, eingeweihte Kaiserdenkmal mit dem bronzenen Wilhelm I. von Robert Baerwald ragte damals ausgesprochen weit in den Kaiserplatz hinein und störte erst später den Verkehr. Das große alte Haus an der Ecke vom heutigen Thüringsberg und der Lüttringhauser Straße und zur Knusthöhe beherbergte eine "Restauration zur Post", die damaligen Postgebäude lagen ja damals schräg gegenüber im Knick der Lüttringhauser Straße, die damals noch Elberfelder Straße hieß.

Im Gegensatz zu den Postgebäuden, die z.T. in das erste Drittel des 19. Jahrhunderts zurückreichten, steht das alte Eckhaus, das die älteren von uns noch als das Thomas´sche Haus kennen, noch heute, und ich kann mich noch gut erinnern, dass in meiner Kindheit oft die in den Bürgersteig hineinreichenden Kellerluken offen standen. Da hatte man früher die Bierfässer über eine Bretterbahn hinab gerollt. Solche Kellerluken gibt es ja bis heute in Lennep, aber es ist gut, dass sie kaum noch benutzt werden, denn es gab immer wieder Unfälle dort durch unachtsame Fußgänger.

Unsere Ansichtskarte wurde übrigens vor vielen Jahren von einem meiner Lenneper Archivvorgänger für 32 Mark im Antiquariatshandel erstanden. Das Original befindet sich inzwischen im Remscheider Stadtarchiv. Und am Mollplatz, wie der Kaiserplatz seit langem heißt, sieht es inzwischen anders aus. Die Zeiten ändern sich, heißt es, und schon die alten Römer setzten hinzu, dass sich mit den Zeiten auch die Menschen ändern.  Das gilt wohl auch für den Kaiser- bzw. Mollplatz: Mit den Zeiten und den Menschen veränderte auch er sein Gesicht. Aus dem Platz "vor dem Lüttringhauser Tor" mit dem später so genannten "Driesel- oder Tirvelshäuschen", in dem man, wie die Überlieferung sagt, Missetäter öffentlich an den Pranger stellte, wurde Ende des 19. Jahrhunderts einer der wichtigsten Lenneper Plätze. Es präsentierte sich hier vor allem der Preußische Staat, das Wilhelminische Deutschland, das allerdings ein paar Jahrzehnte später den Nationalsozialisten ein Dorn im Auge war, drum wurde der Kaiser vom Mollplatz erst "strafversetzt" und später eingeschmolzen. In meiner Jugend, die ich ja am Mollplatz verbrachte, saß ich oft noch mit Freunden auf den Stufen der Denkmalstreppe oder auf den Bänken oberhalb. Später wurde daraus der eine Bushaltestelle, und heute erblicken wir dort Parkplätze mit Containerambiente. Ja, die Zeiten ändern sich. Aber die Mollplatzerinnerungen an schöne Osterzeiten sind geblieben.

"... und die Gegenwart schaut hilflos dabei zu!"

Zehn Regionsschreiber/innen waren im vergangenen Jahr in Anlehnung an die mittelalterliche Position des Stadtschreibers in den zehn Kulturregionen Nordrhein-Westfalens unterwegs. Was ihnen zum Alltag der Menschen ein- und auffiel, dokumentiert das „Lesebuch NRW“ auf 200 Seiten. Im „Literarischen Salon NRW“ der Leipziger Buchmesse wurde es jüngst vorgestellt. Eine Auswahl aus den rund 140 Texte findet sich im Internet auf dem Blog http://www.stadt-land-text.de. Dazu gehören auch Texte von Dimitri Manuel Wäsch, der vier Monaten durch das Bergische Land reiste und seine Eindrücke in Kurzgeschichten, Reportagen und Porträts festgehalten hat. Mit seinem freundlichen Einverständnis veröffentlicht der Waterbölles seine Geschichte über das Allee-Center und die Alleestraße in Remscheid.

„Vergangenheit oder Zukunft?“

von Dimitri Manuel Wäsch

Ich stehe vor einer Familie, der besonderen Art. Eine Mutter, ein Vater und ein Kind. Sie tragen alle moderne Kleidung und haben dabei ideale Maße. Die drei haben sehr markante, schöne Gesichter, die Frisuren sitzen. Schaut man zu lange hin, möchte man etwas kaufen. Doch es fällt auf, keine der Schaufensterpuppen lächelt, nur ein müder Blick, und dann spricht der Konsum in ernsten Worten zu uns.

«Guten Tag, kann ich Ihnen helfen?»
«Ja, lassen Sie mich in Ruhe!»

Nicht nur in den Ladengeschäften wird man mit dieser Modellwelt konfrontiert, alle paar Meter finden sich auf den Gängen der heiligen Hallen des Allee-Centers kleine Inseln, hier wie da, das gleiche Bild.

Diesem Bild entspringt jedoch ein Kontrast, denn wir befinden uns nicht in irgendeiner Parallelwelt, sondern in dem von den Remscheidern liebevoll ‚Rollator-City‘ getauften Einkaufszentrum. Und während dort einerseits die Zukunft zu uns spricht – in Form der nächste Winterjacke und des trendigen Kaschmirschals aus dem indischen Himalaja –, da spricht auch die Vergangenheit zu uns und schiebt vierrädrige Stützgestelle vor sich her.

Übersee dachten sich die windigen Amerikaner in den 1950er Jahren das Konzept der Mall aus: Mit dem Auto von der eigenen Haustüre bis zur Pforte des Einkaufszentrums und unter einem Dach den ganzen Konsumrausch durch die Adern jagen. Und der Amerikaner sah, dass es gut war. Er exportierte das Modell „Mall“ in alle Ecken dieser Welt, einmal stand ich in einer in Thailand, eine klimatisierte Oase im Großstadtjungle Bangkoks. In Remscheid sprang der Funke sofort über, der Himmel ist undicht, man geht seine Runden also nun unter Dach und die stummen Vorbildsfamilien schauen einem dabei zu.

Ich treffe Maria, sie ist schon 99 Jahre alt, sie sitzt fast täglich hier und sieht für ihr Alter unheimlich vital aus, hat rosige Backen und trägt ein ordentliches Kostüm. Maria wurde im Kaiserreich geboren. Eine Frau mit grünem Haar läuft an uns vorbei, Maria geht das Herz auf. Damals, erzählt sie, wäre das nicht möglich gewesen, da war es Frauen nicht einmal erlaubt zu rauchen. Vielleicht ist das ihr Geheimnis für ein langes Leben. Viel Bewegung gehöre aber auch dazu. Dafür eignet sich das Allee-Center vortrefflich, bei Wind und Wetter, hier trifft man sich und kann beobachten.

Einkaufszentren, der lang gesuchte Jungbrunnen? Das ginge nun zu weit, aber eine Symbiose bilden sie schon, die älteren Menschen und das Einkaufszentrum. Sind wir jetzt in der Zukunft oder in der Vergangenheit?

Doch ich möchte natürlich mehr von Remscheid sehen, denn die Parallelwelt ‚Einkaufszentrum‘ schaut ja doch überall gleich aus. Also hole ich mir ein Bier im Real und folge den Infoschildern zum Ausgang.

Die Allee Straße liegt zu Füßen des Einkaufszentrums und strotzt weniger vor Leben. Über den wenigen Menschen in der Fußgängerzone hängen Regenschirme, der Anblick ist nett. Zu beiden Flanken der Allee stehen die Bäume häufig vor verschlossener Türe. In der Spiegelung der Scheibe steht der Baum ein zweites Mal, hinter der Scheibe nichts. Ein Dönerladen dreht kein Fleisch mehr im Kreis, und auch die Hähnchenrotation hat ein Ende gefunden. Die übrig gebliebenen Geschäfte, es ist ein trauriges Fazit, sind ebenfalls allerorts die gleichen. Darunter jene Läden, die ihr Glück nur für einen Euro in die Welt tragen, außerdem Banken, Mobilfunkexperten, Wettbüros, Friseure und nicht zu vergessen, ein wenig individueller: Eiscafés.

Bei mir hat das Konzept von Eiscafés bereits als Kind nicht so recht eingeschlagen, also lange bevor ich Kaffee zu schätzen wusste und noch gerne Eis aß. Plastikstühle, Plastiktischdecke und ein viel zu langer Löffel, der nach Metall schmeckte. Das ist meine erste Erinnerung an ein Eiscafé namens ‚Riviera‘. Was ich immer gut fand, waren die italienischen Ladenbesitzer und deren ebenso überzeugende wie übertriebene Herzlichkeit; als sei eben alles Spaghetti-Eis. Und außerdem, was zählt schon meine Meinung? Denn spaziert man die Alleestraße zum Markt, stellt man fest, dass diese Eiscafés quasi the last man standing sind. Während überall Ladenlokale und Geschäfte jeder Art schließen, floriert das Geschäft mit der Kaltspeise, und die Leute essen fleißig weiter aus der Waffel und lassen sich das Dolce Vita eintrichtern.

Das Schicksal Leerstand teilen viele Städte, der Einzelhandel unterliegt, wie viele andere Aspekte unseres Lebens, einem enormen Wandel. Den neuseeländischen Apfel kauft man beim Discounter. Die neueste Jeans im Einkaufszentrum. Die mit dem Mobilfunktelefon gesteuerte Flug-Drohne im Online-Buchhandel. Und als sei das nicht schon schlimm genug, kommt noch dieser demographische Wandel dazu: Die Gesellschaft wird älter und die Jungen ziehen weg. Die gute alte Einkaufsstraße schreit verzweifelt um Hilfe. Was kann man tun?

Das fragt sich auch StadtBauKultur NRW, ein gemeinnütziger Verein und eine Initiative des Landes in Zusammenarbeit mit Berufsverbänden. Also tauche ich ein, nehme an einer Führung der aktuellen Ausstellung in der Alleestraße teil und verliere mich schnell in wohlklingenden Sätzen. Als eine gute Stunde vorbei ist, stehe ich mit einigen Visitenkarten in der Hand und nachhallenden Abkürzungen und Fachjargon im Kopf alleine auf der Allee Straße; es ist kalt. Auf dem kleinen Prospekt, das man mir gab, steht in weißen Lettern auf blauem Grund der Slogan: Gute Geschäfte. Was kommt nach dem Einzelhandel? Die Frage bleibt unbeantwortet. Nicht, das sie einfach zu beantworten sei, geht es jedoch um einen Wandel und die dazu benötigte Flexibilität, ist die Politik vielleicht nicht der beste Ansprechpartner.

Und der Wandel ist nicht zu leugnen: Die Abwanderung, vor allem jener wichtigen 25- bis 45 Jährigen, nahm stetig zu und hätte Remscheid bald unter die Grenze einer Großstadt mit 100.000 Einwohner zurückgeworfen. Wäre da nicht die Migration. Sie haben richtig verstanden! Einwanderung – Positiv! Man muss es heut zutage wohl so klar sagen. Denn seit dem Jahr 2012 federn Menschen mit Migrationshintergrund, die nach Remscheid ziehen, den Einwohnerschwund ab und führten 2014 erstmals wieder zu einem positiven Wandersaldo, also mehr Ein- als Auswanderung.

Nun ja, ich stehe also auf der Alleestraße, habe alle das im Kopf, und eine Familie läuft an mir vorbei, Die Eltern und die beiden Kinder sprechen türkisch. Auf dem Rückweg zum Auto gehe ich in Richtung des Allee-Center und komme noch einmal an den Leerständen vorbei. Auf halber Strecke fühle ich mich, als sei ich zwischen die Vergangenheit und die Zukunft geraten, die beiden ziehen an mir und die Gegenwart schaut hilflos dabei zu.“

6.000 Arbeitnehmer mehr im Städtedreieck

Pressemitteilung der Agentur für Arbeit

„Die Vorboten der Frühjahrsbelebung haben die Arbeitslosigkeit im bergischen Städtedreieck deutlich sinken lassen. Auch wenn der frostige März den Außenberufen zugesetzt hat, sorgt die gute Konjunktur dafür, dass die Unternehmen in der Region weiterhin neue Arbeitsplätze schaffen. Gegenüber dem Vorjahr steigt die Beschäftigung um 6.000 Menschen und erreicht damit ein neues Rekordhoch. So viele Menschen waren zuletzt vor 17 Jahren im bergischen Städtedreieck beschäftigt. Und die Nachfrage der Betriebe nach neuen Beschäftigten bleibt hoch. Aktuell suchen die Unternehmen weitere 5.000 Arbeitskräfte“, erläutert Martin Klebe, Chef der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal.

Im bergischen Städtedreieck sank die registrierte Arbeitslosigkeit im März auf nun 28.866 arbeitslose Frauen und Männer. Damit sind aktuell 928 Menschen weniger arbeitslos als im Februar und 2.773 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote für die drei Städte sinkt von 8,6 Prozent im Februar auf aktuell 8,3 Prozent (März 2017: 9,2 Prozent).

Zählt man alle Personen, die im März eine Erwerbstätigkeit anstreben, zu den gesetzlich definierten Arbeitslosen von 26.866 in den drei Städten hinzu, ergibt sich eine „Unterbeschäftigung“ von 45.932 Personen. Dies sind 252 weniger als im Februar und auch 1.551 weniger als vor einem Jahr.

In Remscheid sind aktuell 4.449 Menschen arbeitslos gemeldet, 217 weniger als im Februar und auch 583 Personen oder 11,6 Prozent weniger als im März vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank von 8 Prozent im Februar auf aktuell 7,7 Prozent. Vor einem Jahr betrug die Arbeitslosenquote im März noch 8,6 Prozent. Es meldeten sich 866 Remscheider im März neu oder erneut arbeitslos und 1.090 konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden.

Im September 2017 waren im Bergischen Städtedreieck 224.705 Menschen sozial-versicherungspflichtig beschäftigt, das waren 2.901 (+1,3 Prozent) mehr als im Juni 2017 und 6.020 (+ 2,8 Prozent) mehr als im September 2016. Das ist ein neues Rekordhoch seit 17 Jahren. Mit dem Zuwachs von 2,8 Prozent rangiert der Agenturbezirk im oberen Drittel in Nordrhein-Westfalen. In Remscheid sind zurzeit 45.204 Menschen sozialversicherungs-pflichtig beschäftigt, 307 mehr als im Juni 2017 und 1.201 (+ 2,7 Prozent) mehr als im September 2016. Remscheider Arbeitgeber meldeten im März 212 freie Arbeitsstellen. Insgesamt werden in Remscheid damit 1.146 Arbeitskräfte gesucht, das sind 76 Stellen oder 7,1 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist gegenüber Februar leicht gesunken. Konkret wurden in diesem Monat der Arbeitsagentur 1.197 insgesamt offene Stellen gemeldet, 472 weniger als im Februar und auch 314 weniger als vor einem Jahr. Insgesamt sind im bergischen Städtedreieck aktuell 5.012 freie Stellen gemeldet. Das sind 554 Stellen mehr als vor einem Jahr (+12,4 Prozent). 4.507 und damit 89,9 Prozent aller Stellen sind unbefristet, 624 Stellen oder 12,5 Prozent werden in Teilzeit angeboten. Besonders gesucht sind Fachleute aus den Bereichen Metallerzeugung, -bearbeitung, Metallbau, Medizinische Gesundheitsberufe, Maschinen- und Fahrzeugtechnikberufe sowie Mechatronik-, Energie- und Elektroberufe.

Besonders gesucht werden in Remscheid derzeit beispielsweise Fachleute im Objekt- und Personenschutz, Fachleute und Helfer in der Metallbearbeitung, Fachkräfte und Helfer in der Lagerwirtschaft, Fachkräfte im Maschinenbau, Fachkräfte aus dem Bereich der elektrischen Betriebstechnik, Verkäufer, Kranführer, Fachkräfte in der Werkzeugtechnik, Fachkräfte im Metallbau, Fachleute im Bereich der Bauelektrik, Fachleute in der Kfz-Technik, Maschinen- und Anlagenführer, Fachkräfte für Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik, Bürofachkräfte, Zahnmedizinische Fachangestellte, Krankenpfleger sowie Fachkräfte im Bereich der Kunststoff- und Kautschukherstellung.

Die Granatbrosche, eine Ostergeschichte

von Alma Mühlhausen

„Doris", sagte die alte Frau, mährend sie der Enkelin eine Schmuckkassette hinschob, „suche dir zum morgigen Ostertag etwas Hübsches aus". Freudig überrascht schaute das junge Mädchen auf. „Wenn ich schon wünschen darf, Großmutter, dann möchte ich die Brosche gerne haben, die du am Kleid trägst."

Ein Schatten glitt bei den Worten des jungen Mädchens über das Altfrauengesicht. „Warum muss es dann ausgerechnet die Granatbrosche sein, Doris? Du weißt doch, wie ich an ihr hänge." „Deshalb wird sie mir als Andenken umso teurer sein", sagte Doris und schmiegte ihren blonden Wuschelkopf an die Schulter der Greisin. Doch die alte Frau wehrte ab. „Von dieser Brosche, die ein Ostergeschenk deines verstorbenen Großvaters ist, werde ich mich vor meinem Tode niemals trennen. Sie ist mir mehr als nur ein Schmuckstück". „Dann hat die Brosche vielleicht ihre Geschichte, Großmutter?" „Ja, Kind, die hat sie..."

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Sprechstunde zur Ausbildung in der Altenpflege

Pressemitteilung der Agentur für Arbeit

In der Altenpflege werden Fachkräfte dringend gesucht. Mit der Qualifizierungs- und Ausbildungsoffensive Altenpflege will die Bundesregierung die dringend benötigten zusätzlichen Pflegekräfte gewinnen. Auch die Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal erleichtert den Einstieg in die Altenpflege und bietet eine regelmäßige Sprechstunde für Interessierte aus dem Bergischen Städtedreieck an. Frauen und Männer, die eine Tätigkeit in der Altenpflege anstreben oder an einer Ausbildung zur staatlich anerkannten Pflegefachkraft interessiert sind, können sich am Dienstag, 3. April, von 14 bis 15 Uhr im Berufsinformationszentrum (BiZ) Wuppertal, Hünefeldstraße 10a, umfassend und individuell beraten lassen. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die Sprechstunde richtet sich besonders an Erwachsene, die über einen beruflichen Wechsel nachdenken oder den Wiedereinstieg ins Erwerbsleben planen und Interesse an einer Tätigkeit in der Altenpflege haben. Auch zu Perspektiven und Chancen für Menschen, die bereits Erfahrungen als Hilfskraft in einem Pflegeberuf gesammelt haben und sich nun über Möglichkeiten der Qualifizierung und Weiterbildung informieren möchten, wird in der Sprechstunde beraten. Die Experten der Agentur für Arbeit informieren auch zu der neuen Pflegeausbildung ab 2020, denn künftig wird die Ausbildung in der Pflege einheitlicher. Mit dem Pflegeberufegesetz wird eine neue generalistische Pflegeausbildung mit dem Berufsabschluss "Pflegefachfrau" oder "Pflegefachmann" eingeführt. Sie ermöglicht, nach der Ausbildung in allen Versorgungsbereichen zu arbeiten, in der Krankenpflege, Kinderkrankenpflege oder Altenpflege.

Zwölf Brandmeister-Anwärter in der Grundausbildung

Zum 1. April beginnen zwölf Brandmeisteranwärter ihre Ausbildung bei der Berufsfeuerwehr Remscheid. Zusätzlich absolviert ein Brandoberinspektor-Anwärter der Feuerwehr Solingen in Remscheid einen Teil seiner Grundausbildung. 18 Monate werden die neuen Kollegen im Bereich Brandschutz, Technische Hilfeleistung und Rettungsdienst ausgebildet. In dieser Zeit werden sie auf die umfassende Tätigkeit im Feuerwehr- und Rettungsdienst vorbereitet.

In den nächsten fünf Monaten werden die Brandmeisteranwärter von überwiegend internen Ausbilder im Brandschutz und in der der technischen Hilfeleistung für den Feuerwehrdienst theoretisch und praktisch geschult, um Menschenrettung, Brandbekämpfung und technische Hilfeleistung professionell meistern zu können Dazu gehört die Gefahrenbeurteilung bei Bränden, die technische Hilfeleistung nach Verkehrsunfällen und die technisch/taktischen Maßnahmen bei Gefahrgutunfällen mit gefährlichen Stoffen und Gütern. Täglicher Dienstsport im Rahmen von Laufen, Leichtathletik und Schwimmen macht die Brandmeisteranwärter für ihre spätere Tätigkeit fit. Ziel ist es unter anderem, die Halbmarathonstrecke beim Röntgenlauf  zu bewältigen.

Ihr bis dahin Erlerntes müssen die Anwärter am Ende der fünf Monate in einer Zwischenprüfung unter Beweis stellen. Zusätzlich wird das Deutsche Sportabzeichen und das Rettungsschwimmabzeichen geprüft. Werden alle Prüfungen erfolgreich abgelegt, beginnen die nächsten Ausbildungsabschnitte. Die  dann folgenden drei Monate stehen im Zeichen des Rettungsdienstes. Dann erlernen die neuen Kollegen in Theorie und Praxis den Umgang mit kranken und verletzten Patienten. Die Rettungssanitäter-Ausbildung umfasst einen theoretischen Teil, ein Krankenhauspraktikum, Dienst auf den Rettungsfahrzeugen und einer anschließenden staatlichen Prüfung. Nach dem Abschluss der Rettungssanitäter-Ausbildung schließt sich der Führerschein Klasse CE  zum Fahren der Einsatzfahrzeuge an. Selbstverständlich muss auch hierbei die Prüfung erfolgreich bestanden werden.

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Jazz-Erlös hilft, Brücke zum Ehrenamt zu bauen


Über die Brücke zu einem Ehrenamt“, titelte der Waterbölles am
8. Dezember 2017, nachdem die Freiwilligenzentrale für Remscheid – Die Brücke e.V. einen neuen Vorstand gewählt hatte: 1. Vorsitzende Annette Potthoff, 2. Vorsitzende Christa Hellmann, Schatzmeisterin Rosina Wastl, Beisitzer Evelyn Müller, Dieter Janke, Ralf Noll und Martin Rogalla. Berater: Thomas Köppchen, Stadt Remscheid. Er war gestern Mittag in der Geschäfts- und Beratungsstelle Alte Bismarckstr. 8 fast vollzählig erschienen, um dem Rotary-Club Remscheid Dank zu sagen. Denn der hatte den Erlös seiner ersten Jazzmatinee vom 4. März in der Schalterhalle der Stadtsparkasse Remscheid dazu bestimmt, das Ehrenamt zu fördern. Und was lag da näher, als die stattlichen 11.050 Euro, die der „Swing-Jazz der Extraklasse“ an jenem Sonntag in die Vereinskasse 'gespielt' hatte, an den Verein der „Brückenbauer“ weiterzugeben, der vor fast zehn Jahren als „Freiwilligenzentrale“ aus der Taufe gehoben worden ist.

Seitdem vermittelt die Brücke e.V. das vielfältige freiwillige Engagement der Bürgerinnen und Bürger von Remscheid für Remscheider. „Wir sind auf einem guten Weg, aber noch nicht am Ziel“, sagte gestern Beisitzer Dieter Janke. Da kann die Finanzspritze der Rotarier nur hilfreich sein. Denn mit derzeit sechs Team-Mitgliedern - es waren mal neun! - lassen sich zwar die Sprechstunden in der Geschäftsstelle ehrenamtlich besetzen, mehr aber auch nicht (mehr). „Wir können Verstärkung gut gebrauchen“, betonte denn auch Annette Potthoff. Denn mit weiteren Ehrenamtlichen könnte der Verein auch in Schulen und Firmen aktiv für soziales Engagement werben.

Dafür soll ein Konzept entwickelt werden, hat der Vorstand mit den Rotariern verabredet, die die „Brücke“ auch künftig im Blick behalten wollen. Einig ist man sich, dass nicht nur die 30- bis 40-jährigen Remscheider angesprochen werden sollen, sondern auch Schülerinnen und Schüler. Denn gerade für diese könnte sich aus ehrenamtlicher Arbeit eine „Win-Win-Situation“ ergeben bei der Ausbildung, dem späteren Studium oder im Beruf. Sparkassenvorstand Michael Wellershaus konnte gestern bestätigen, dass Unternehmer bei Stellenbesetzungen zunehmend nach dem sozialen Engagement der Bewerber/innen fragen. Rotarier Michael Birker: „Das ist in unserer Gesellschaft in vielen Bereichen längst unverzichtbar!“ Deshalb habe sich der Rotary-Club Remscheid dafür entschieden, die Freiwilligenzentrale Remscheid nachhaltig und langfristig zu fördern. Und Annette Potthoff sah darin auch ein Zeichen der Wertschätzung für die Arbeit der „Brücke“. Die Spende könne helfen, „die richtigen Leute zusammenzubringen“, meinte Wilhelm Mertens, der amtierende Präsident der Remscheider Rotarier. Je größer das Netzwerk, desto besser! Auch mit Hilfe junger Leute. Dass das Diakonische Werk (gegenüber) mit seiner „Taschengeldbörse“ gute Erfahrungen gemacht habe, betonte Pfarrer Martin Rogalla.

Wer mit guten Argumenten überzeugen will, kann auf Kenntnisse in Gesprächsführung nicht verzichten. Deshalb soll die Spende der Rotarier auch zur internen Qualifizierung der ehrenamtlichen Mitarbeiter eingesetzt werden, wie die Vorsitzende berichtete. Auf die Gespräche mit Bürger/innen, die wegen eines Ehrenamtes nachfragen, lege man schon jetzt großen Wert. „Wir ziehen keine Karteikarte aus dem Kasten, sondern fragen erst einmal ‚Was können Sie, wo möchten Sie helfen und wie viel Zeit bringen Sie mit?‘“ Wichtig sei aber auch, ergänzte Dieter Janke, dass ein Ehrenamt Spaß machen müsse.

Rosina Wastl hat die Erfahrung gemacht, dass es mit der Vermittlung eines Ehrenamtes nicht getan ist, sondern dass es auch sehr auf die Betreuung ankommt („Die Brücke als Wegbegleiter“). Auch deshalb täte dem Verein Verstärkung gut. Eine interessante Aufgabe für Menschen, die das Berufsleben schon hinter sich haben und aus ihrem Erfahrungssatz schöpfen können. „Für junge Leute bietet sich da eher zeitlich begrenzte Projektarbeit an“, sagte gestern Michael Birker, pensionierter Leiter des Gertrud-Bäumer-Gymnasiums. Der Rotarier weiß, dass heutzutage weit weniger Jugendliche als früher an Parteipolitik interessiert sind, wohl aber an Politik. Hierüber lasse sich in den Schulen auch das Interesse an persönlicher ehrenamtlicher Arbeit wecken. Und vielleicht gelingt das künftig bei neun (G9 statt acht) Schuljahren in den Gymnasien ja noch besser ...

Kitas: 570 Laternen für mehr Verkehrssicherheit

Die Zahl der Verkehrsunfälle zu vermindern ist ein wichtiges Anliegen der Verkehrspolitik in Nordrhein-Westfalen. Mit dem Verkehrssicherheitsprogramm NRW stellt das Land den Kommunen auf Antrag Mittel zur Verfügung, um gezielt Maßnahmen vor Ort zu fördern und zu unterstützen.  Gemeinsam hatten die Remscheider Verkehrswacht und die Stadt Remscheid aus diesem Topf Fördermittel beantragt. Mit Erfolg: Das Land NRW stellt 3.500 Euro zur Verfügung, die in diesem Jahr in Remscheid zur Verbesserung der Verkehrssicherheit eingesetzt werden können. Weitere 1.000 Euro kommen von der Verkehrswacht Remscheid.

Hintergrund: Im vorigen Jahr hatten Erzieherinnen bei einem Treffen mit der Verkehrssicherheitsberatung der Polizei angeregt, Laternen zu erstellen, die sich auf den Straßenverkehr beziehen. Polizeihauptkommissar Stephan Keller bastelte daraufhin einen „Prototyp“. Und zusammen mit Fachleuten einer Werbeagentur und einem Partner für Kartonagen entstand schließlich eine Laternen, die bei Aktion zur Verkehrssicherheit (z. B. „Siehst du mich“ im Herbst) kommen können. Bei ca. 62 Kindertageseinrichtungen in Remscheid, fünf bis zehn Laternen pro Kita und ca. 5,80 Euro pro Laterne ohne Halterung ergeben sich (bei ca. 570 Laternen) Ausgaben von ca. 4.500.00 Euro. Dieser Betrag steht nun dank Land NRW und Verkehrswacht Remscheid zur Verfügung.

Remscheider Frauen kamen mit vielen Themen



Pressemitteilung des SPD-Landtagsabgeordneten Sven Wolf

Dreißig Frauen von der Evangelischen Kirchengemeinde Lennep besuchten vor einigen Tagen den Remscheider Landtagsabgeordneten Sven Wolf in Düsseldorf und sprachen mit ihm über Lenneper Anliegen und bundesweite Themen. So war die Situation der Beschäftigten im Schul-, Sozial- und Pflegebereich ein großes Thema. Die Besucherinnen machten sich Sorgen um die Arbeitsbelastung beim ambulanten Pflegedienst und um den Mangel an Facharbeitskräften, und sie diskutierten mit dem Abgeordneten über die Ursachen.

Ein wenig aufgehalten wurde das Programm der Besuchsgruppe durch hohen Staatsbesuch: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besuchte an diesem Tag das Land Nordrhein-Westfalen und den Landtagspräsidenten. Die entgangene Viertelstunde wurde aber zur Diskussion hinzugefügt und war auch nötig in Anbetracht der vielen engagierten Beiträge der Remscheiderinnen. „Ich freue mich über das Interesse und vor allem über die kritischen Anmerkungen und Nachfragen. Ich nehme auch Anliegen - wie die Kritik am Spielplatzangebot im Viertel - mit in die weitern Besprechungen mit der Ratsfraktion in Remscheid“, sagte Sven Wolf. „Auch wenn die Stadt bei der Planung zu dem Schluss gekommen ist, dass die vorhandenen Spiel-Möglichkeiten in einem Quartier ausreichen, muss man sich darum kümmern, dass die vorhandenen Spielplätze auch in ordentlichem Zustand sind. Wenn die Menschen das Gefühl haben, dass sie mit ihren Kindern oder Enkelkindern dort nicht mehr gefahrlos hingehen können, müssen wir das sehr ernst nehmen.“

Hier zeigte sich, dass die Besucherinnen vieles bereits selbst in die Hand genommen hatten oder die Stadt informiert hatten – vom Fehlen einer Schraube bei der Schaukel bis zur Suche nach den Armen eines Clowns. „Schöne Spielplätze entstehen besonders dann, wenn Kinder und Angehörige an der Planung der Ausstattung mit Spielgeräten beteiligt werden“, so Wolf. „Denn natürlich wissen Kinder am besten, wie man wirklich gut spielen kann. Hier wollen wir auch in Zukunft mehr Beteiligung unterstützen.“

„LüttringHASEN“ diesmal auch mit Handy-App

Am Samstag, 31. März 2018, findet im Herzen der Lütterkuser Altstadt nun zum bereits dritten Mal die Osteraktion „LüttringHASEN“ statt. Neben den Geschäftsleuten aus Richthofen- und Gertenbachstraße nehmen diesmal auch Händler von der Kreuzbergstraße teil. Veranstalter der Aktion ist erneut die „Vereinigung Gertenbachstraße“ in Kooperation mit dem Heimatbund Lüttringhausen. Sie laden für diesen Tag alle Kinder mit ihren Familien zur großen Hasensuche ein. Von 10 bis 13 Uhr dürfen die Kinder dann Süßigkeiten, Papeterie-Artikel und andere Kleinigkeiten, zu großen Teilen aus fairem Handel, rund um die teilnehmenden Geschäfte suchen. Die ansässigen Cafés und die Geschäfte sind währenddessen normal geöffnet.

Der rosafarbene Osterhase vom letzten Jahr wird die Besucher wieder fröhlich bespaßen, zur Verstärkung hat er eine junge rosafarbene Häsin dabei. Als besondere Neuerung gibt es eine Handy-App mit Namen „LüttringHASEN GO“, die Charly Schulte, Sohn von Sandra und Thomas Schulte, entwickelt hat. Damit können in den teilnehmenden Läden virtuelle Ostereier gesammelt werden. Unter allen Teilnehmern, die per App Eier sammeln, werden zusätzliche Preise verlost.

Unterstützt wird die Osteraktion „LüttringHASEN“  wieder von mehreren Schauspielern der Lüttringhauser Volksbühne, die das Lütterkuser Dorp in ihren klassischen Kostümen als wunderbare Kulisse nutzen wollen. Gleichzeitig werben sie um Publikum für die mundartlichen Aufführungen auf der Heimatbühne und für den „Restaurant-Day“, ebenfalls eine Kooperation mit den Händlern der Gertenbachstraße: Im Anschluss an die Aufführung der Volksbühne am 16. Juni wird sich das Dorf ebenfalls zum dritten Mal in eine kulinarische Meile mit Kunst und Live-Musik verwandeln. (Auf www.luettringhasen.de sind alle aktuellen Informationen und Unterstützer der Veranstaltung zu finden.“