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März 2006: Der Waterbölles blättert zurück

Das war schon vor zehn Jahren so: Während das Verhältnis Ausländer : Deutscher unter den potentiell Erwerbsfähigen in Remscheid ungefähr bei 1 zu 5 liegt, sieht es unter den Arbeitslosen umgekehrt aus: Da kommen knapp drei Ausländer auf einen Deutschen. Zitat aus dem „Armutsbericht“ der Stadt Remscheid: „Von Migranten-Familien werden die vorhandenen Bildungschancen nicht in ausgeglichenem Maße wahrgenommen. So sind z.B. 34,5 % aller Hauptschüler/innen ausländischer Nationalität, wohingegen nur 6,3 % aller Gymnasiasten Ausländer/innen sind.“ 8,8 Prozent der deutschen Jungen verlassen in Remscheid die Hauptschule ohne Abschluss, aber von den ausländischen Jungen sind es 13,9 Prozent. Deshalb stellte die Arbeitsagentur im März 2006 800.000 zur Verfügung,  damit in Remscheid Ausländer die deutsche Sprache erlernen. Denn: Für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund bilde der Erwerb schulischer und beruflicher Qualifikation eine Schlüsselrolle im sozialen Integrationsprozess. An dieser Erkenntnis hat sich bis heute nichts geändert.

35 Kinder und Jugendliche aus Remscheid im Alter von 13 bis 20 Jahren kehrten vor zehn Jahren von einer abenteuerlichen Reise in die Vereinigten Arabischen Emirate und nach Oman zurück. Das damals gerade ein Jahr alte Remscheider Jugendorchester unter der Leitung von Christoph Spengler hatte dort vier Konzerte mit Kompositionen aus Barock, Klassik und Romantik, Broadway-Melodien und Filmmusik gegeben. Eine Musical-Aufführung in Remscheid hatte zuvor den Kanzler der Deutschen Botschaft im Oman auf das Orchester aufmerksam werden lassen.

Stadtplaner Hans-Gerd Sonnenschein informierte vor zehn Jahren auf einer Bürgerversammlung über den geplanten Bebauungsplan Nr. 453 (Mixsiepen) als „städtebaulich sinnvolle und verträgliche Weiterentwicklung eines bislang unbebauten aber verkehrlich optimal angebundenen Bereichs östlich der Remscheider Innenstadt.“ Von „verträglich“ wollte allerdings kein einziger Anlieger etwas wissen. Inzwischen haben sich die Gemüter offenbar beruhigt

„Ohne Moos nix los“, gilt auch für den 1. Bürgerbusverein Remscheid e.V. und seine kleinen Omnibusse bzw. Kleinbusse. Deshalb wurde die direkte Bürgerbus-Verbindung vom Lenneper Bahnhof zum Sana-Klinikum an der Burger Straße (testweise am  10. Dezember 2005  an Wochenenden) nach einhundert Fahrten mit insgesamt gerade mal 60 Fahrgästen diesen Bus. Auf 60 Fahrten hatte der Fahrer keinen einzigen Fahrgast. Der Fahrbetrieb ist deshalb am 12. März 2006 auch wieder eingestellt.

1995 hatten die beiden städtischen Orchestern Remscheid und Solingen sich zu den Bergischen Symphonikern zusammengeschlossen. 2006 fragten sich Musikfreunde und Musiker angesichts der angespannten Finanzlage der Gesellschafter Solingen und Remscheid, ob die Bergischen Symphoniker wohl noch ihr zwanzigjähriges Bestehen werden feiern könnten. Remscheids damaliger Stadtkämmerer Jürgen Müller vertrat damals die Ansicht, mittelfristig müssten die Bergischen Symphoniker mit dem Orchester der Stadt Wuppertal zu einem Drei-Städte-Orchester vereint werden. Es müsse in großem Stil gespart werden; hier und da eine kleine Streichung im Etat bringe nicht die erforderliche Wirkung. Sinngemäß hatte sich zuvor auch Kulturdezernent Christian Henkelmann, ebenfalls CDU, geäußert.

Mit 10 zu 8 Stimmen lehnte die Bezirksvertretung Alt-Remscheid im März 2006 die probeweise Öffnung der unteren Alleestraße für Autos ab. Sie vermisste in der Beschlussvorlage der Verwaltung ein deutliches Meinungsbild der Marktbeschicker. „Machen die Autos die Alleestraße wirklich attraktiver oder wären sie nicht vielmehr eine Katastrophe“, gab Ernst-Otto Mähler das wieder, was er in Gesprächen mit vielen Bürgern, Anwohnern der unteren Alleestraße, gehört habe. In einer schriftlicher Befragung von Eigentümern und Geschäftsleuten der Alleestraße durch die Verwaltung hatten nur vier Anlieger den „Auto-Versuch“ abgelehnt. Von 96 Angeschriebenen hatten aber nur 37 geantwortet. (Der Versuch wurde dann später doch noch gestartet – ohne großen Erfolg)

Der Stellenplan der Stadt Remscheid für 2006 nannte beeindruckende Zahlen: 400 Beamte, 1000 Angestellte und 324 Arbeiter bezogen damals ihr monatliches Einkommen aus dem Stadtsäckel. Ein „personeller Wasserkopf“, angewachsen im Laufe von Jahrzehnten, oder exakt die Mannschaft, die die „kleinste Großstadt“ Nordrhein-Westfalens braucht, um alle Ansprüche erfüllen zu können, die der Bürger an eine moderne Verwaltung hat? Das war damals die Frage, die damals kontrovers diskutiert wurde. Oberbürgermeisterin Beate Wilding erklärte: „Das kleinere Remscheid muss die gleichen Ämter und Dienstleistungen vorhalten wie Wuppertal.“ Der Bund der Steuerzahler hatte errechnet, dass Remscheid im Vergleich der Personalausgaben pro Einwohner nach Düsseldorf an zweiter Stelle der Negativ-Rekordhalter in NRW liege.


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