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Damit das Erlernte in den Ferien nicht verlorengeht

Von lernbegierigen Flüchtlingskindern war am 25. Mai im Schulausschuss die Rede. Lehrer der Alexander-von-Humboldt-Realschule zeigten sich „erstaunt über die hohe Motivation, mit der junge wie ältere Schüler im Deutschunterricht bei der Sache sind“. Und Hans Heinz Schumacher, Leiter des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium, berichtete von Schülern der Seiteneinsteigerklasse „seiner“ Schule, die traurig seien über jede Stunde, in der sie kein Deutsch lernen könnten. Das gelte nicht nur für einen  Brückentag am Freitag, sondern auch für die bevorstehenden Sommerferien. Denn nachdiesen sechs Wochen fürchteten sie manches wieder verlernt zu haben. So kam Schuldezernent Thomas Neuhaus auf die Idee, der Lerneifer der jungen Flüchtlinge könne vielleicht noch rechtzeitig mit einer „Sommerschule“ befriedigt werden. Ein ambitionierter Plan, der trotz Ebbe in der Stadtkasse „innerhalb allerkürzester Zeit dank vieler Beteiligter“ gelang. Das beeindruckte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz; er stellte sie gestern zusammen mit Neuhaus in einer Presskonferenz im Rathaus vor und dankten für ihre spontane Hilfsbereitschaft: Erden Ankay-Nachtwein (Vorsitzende des Integrationsrates) Gabriele Leitzbach (Vorsitzende des Jugendhilfeausschuss) Dr. Horst Sieg (Präsident des Rotary Club Remscheid e.V.) Jörg Bergemann (Rotary Club Remscheid e.V.) Sevinc Brilling (Kommunales Integrationszentrum) Ralf Barsties (Arbeit Remscheid gGmbH), Michael Hagemann (Berufsbildungszentrum der Remscheider Metall- und Elektroindustrie GmbH / BZI), Michael Ketterer (Fachdienst Jugend, Soziales und Wohnen) Daniela Krein (BAF e.V., Begegnen, Annehmen, Fördern) Lutz Pawlas (Fachdienst Jugend, Soziales und Wohnen) Martine Wieczorek (Sportjugend im Sportbund Remscheid e.V.).

Die deutsche Sprache sei nun einmal „für Flüchtlinge, die mit uns in dieser Stadt leben wollen, überaus wichtig, betonte der OB. Sein besonderer Dank galt den Remscheider Rotariern, die das Projekt letztlich durch eine Spende über 4.000 Euro erst möglich gemacht hatte, zusammen mit der BAF, bei der im vergangenen Jahr viele Geldspenden aus der Bürgerschaft eingegangen waren. Dr. Horst Sieg: „Durch den Verkauf von Butterkuchen hatten wir 2.000 Euro eingenommen. Die waren ohnehin für Sprachkurse für Flüchtlinge vorgesehen. Da kam Die Idee der  Sommerschule sehr gelegen!“

Die Bausteine der Sommerschule, die in der Gemeinschaftsgrundschule Am Stadtpark mit Sporthalle und Sportanlage stattfindet, - sind Sprachkurse am Vormittag und gemeinsame sportliche Aktivitäten am Nachmittag. Das soll es den 71 zugewanderte Jugendliche zwischen 11 und 18 Jahren erleichtern, in ihrer neuen Heimat Remscheid anzukommen, andere Menschen kennenzulernen, sich mit ihnen auszutauschen, Gemeinsames zu erleben und neue Freunde zu finden. Nach einer verbindlichen Anmeldung erhalten die neuzugewanderten Kinder und Jugendlichen zwei Wochen (11. bis 22. Juli) lang täglich von 12.30 bis 14.45 Uhr individuellen Sprachunterricht in Gruppen zu je zehn Teilnehmer/innen. Dafür konnte Sevinc Brilling acht pensionierte und aktive (!) Lehrer/innen gewinnen. Für die anschließende Freizeitgestaltung ist dann die Sportjugend mit ihren Übungsleitern zuständig. Deren Angebote gingen über Ballspiele hinaus, verriet Martine Wieczorek, und nannte beispielhaft Taekwondo und „Fitness-Boxen“. Diese Freizeit-Angebote(nur bei gutem Wetter) sind freiwillig, d.h. die Teilnehmer können das Gelände auch vor 17 Uhr verlassen.

Angemeldet hatten sich zur Sommerschule rund 90 Kinder und Jugendliche und 19 junge Erwachsene. Letztere werden in zwei Gruppen – in der ehemaligen Stadtgärtnerei und dem benachbarten Seniorentreff – an einem Weiterbildungskolleg teilnehmen. Dort beginnt auch ein mehrtägiges „Fahrradtraining“, das die Arbeit Remscheid gGmbH zusammen mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club e. V. organisiert hat, wie Ralf Barsties gestern berichtete. Es besteht für die Teilnehmer am Weiterbildungskolleg aus einer Fahrradwerkstatt am 12. und 14. Juli in der Alten Stadtgärtnerei, jeweils von 15 bis 18 Uhr, und dem „Reparaturen-Café“ am 13. Juli von 9.30 bis 12Uhr am Ambrosius-Vaßbender-Platz. Um Fahrradtraining und Verkehrsregeln geht es am 15. Juli von 15 bis 18 Uhr in der Alten Stadtgärtnerei, und eine Fahrradtour mit Picknick zur „Kräwi“ ist für den 18. Juli ab 15 Uhr geplant. Das BZI steuert von 15. bis 19. August für zehn Schüler/innen von Sekundärschulen den Bau von Kickboards in der Metall-Werkstatt an der Wüstenhagener Straße bei und stellt dafür Ausbilder/innen und Industriemeister/innen mit Qualifikation zur Ausbildung ab. Michael Hagemann: „Die Sommerschule ist für uns eine Nachwuchs-Akquise für die heimische Wirtschaft!“

„Ich freue mich, dass in dieser Stadt so schöne Sachen so schnell möglich gemacht werden“, sagte Erden Ankay-Nachtwein. Und Gabriele Leitzbach wünschte such, dass die Begeisterung anhalten und alle jungen Leute bei der Stange bleiben werden. Da hat Daniela Krein in Sprachkursen für Flüchtlinge auch schon anderes erlebt. Ihr Wunsch: „Zwei Tage mehr Vorbereitungszeit“ (augenzwinkernd). Das sieht Thomas Neuhaus nicht anders. Er will alle Beteiligten kurz nach den Ferien zu einem Erfahrungsaustausch einladen, um zu beraten, wie es weitergehen soll. Die Remscheider Rotarier jedenfalls wären dazu bereit. Dr. Horst Sieg: „Im Advent wollen wir wieder im Allee-Center Butterkuchen verkaufen, um wieder Geld in die Kasse zu bekommen für Sprachkurse für Flüchtlinge!“


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Chronist am :

Im Rahmen des Projektes „Sommerschule“ – Deutschkurse für Flüchtlinge in Remscheid – vom 11. bis 18. Juli fand in der Alten Stadtgärtnerei auch ein Fahrradworkshop statt, begleitet von der Arbeit Remscheid gGmbH, dem Diakonischen Werk, dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) und weiteren Ehrenamtlichen. Nach dem Deutschkurs mittags nutzten elf junge Erwachsene an insgesamt vier Tagen die Möglichkeit, mit Unterstützung und Anleitung ein Fahrrad für sich fahrtüchtig zu machen. Danach gab es ein Fahrtraining auf dem Schützenplatz und eine Verkehrsschulung, so dass sie am Montag, 18. Juli, mit den ihnen anvertrauten Fahrrädern eine Rundtour vom Bahnhof Lennep zum Freizeitpark Kräwinklerbrücke unternehmen konnten. Acht Flüchtlinge und fünf Begleiter machten zwischendurch Halt im Freizeitpark an der Wuppertalsperre, um sich zu stärken und zu erfrischen. „Leicht geschafft“ kamen sie abends wieder am Bahnhof Lennep an. Mittels der Fahrräder konnten die Neubürger Remscheids auf der Tour einen Eindruck davon bekommen, was es alles außerhalb der Ortschaften im Bergischen Land zu entdecken gibt. Die Fahrräder durften die Flüchtlinge übrigens mit nach Hause nehmen. (Katja Schmidt, Arbeit Remscheid gGmbH)

Chronist am :

Ob es denn auch in diesem Jahr wieder ein „Sommercamp“ für lernbegierige Flüchtlingskinder („Sommerschule“) geben werden, wollte am Donnerstag in der Ratssitzung Waltraud Bodenstedt von Sozialdezernent Thomas Neuhaus wissen. Dessen Antwort: Ja, und zwar in der Humboldt-Realschule an der Grunerstraße. Voraussichtlich mit 90 Jugendlichen und mit Unterstützung durch die Remscheider Sportjugend. Neuhaus: „Spracherwerb in sportlicher Form!“

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