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Mit Antrag vorschnell dazwischen gegrätscht

Waterbölles-Kommentar

Parkplätze vor der Ladentüre lassen die Kassen klingeln“, titelte der Waterbölles am 18. Mai 2011. An diesem Tag hatten Oberbürgermeisterin Beate Wilding, Stadtplaner Hans Gerd Sonnenschein Prof. Dr. Dirk Temme, von der „Schumpeter School of Business and Economics“ der Universität Wuppertal das „Gutachten zur Auswirkung der probeweisen Öffnung der unteren  Alleestraße (Fußgängerzone) in Remscheid für den motorisierten Individualverkehr“ präsentiert, das die Stadt Remscheid bei ihm in Auftrag gegeben hatte, finanziert von den  Remscheider Wirtschaftsjunioren (Wijus). Der empirische Wirtschafts- und Sozialforscher musste damals einräumen, dass die Ergebnisse weitgehend nicht repräsentativ ausgefallen waren (siehe Kasten). Gleichwohl sahen sich damals die Wijus bestätigt, dass Parkplätze vor den Einzelhandelsgeschäften deren Umsätze tendenziell erhöhen.

Genau darauf stützt sich nun die CDU-Ratsfraktion mit dem Antrag, den sie zur heutigen Sitzung der Bezirksvertretung Alt-Remscheid im Rathaus eingereicht hat. Die Verwaltung möge ein (Parkraum-)Konzept erstellen für künftigen motorisierten Individualverkehr auf der unteren Alleestraße vom Markt bis zur Scharffstraße sowie ein zweites für Wohnbebauung in diesem Bereich der Alleestraße. Zitat aus der Begründung: „Wir müssen uns von der Idee verabschieden, dass im unteren Bereich der Alleestraße Einzelhandel in nennenswerter Größe angesiedelt werden könnte. Die CDU-Fraktion spricht sich daher dafür aus, dass wir uns auf Wohnbebauung konzentrieren. Hier muss ein Quartier (Wohnen plus Nahversorgung) entstehen.“

Zitate aus Waterbölles vom 18. Mai 2011

Neben den Ergebnissen der Zählaktionen hatte Prof. Temme eigentlich auch Zahlen der Einzelhändler auswerten wollen, speziell zur Entwicklung der Umsätze. Aber: „Eine Auswertung der Informationen über die Kassenvorgänge war aber aufgrund fehlender Daten sowie der Unterschiedlichkeit der Art der Angaben nicht möglich. Die subjektiven Einschätzungen der zwölf Einzelhändler, die die Fragebögen ausgefüllt zurückgeschickt haben (Waterbölles: von insgesamt 20 angeschriebenen), ergeben lediglich eine Stimmungslage, die nicht repräsentativ ist!“
An einer schriftlichen Kurzbefragung der Universität nach Ende der Testphase beteiligten sich von 34  angeschriebenen Einzelhändlern nur noch neun; lediglich sieben Fragebögen konnten ausgewertet werden. Auf die Frage, ob die untere Alleestraße nach Abschluss der Probephase wieder für den privaten Fahrzeugverkehr geöffnet werden sollte oder nicht, antworteten vier Geschäfte mit Zustimmung, während drei Geschäfte eine solche Öffnung ablehnten. Einzelhändlern mit Migrationshintergrund hätten sich, so Temme auf Nachfrage, an der Fragebogenaktion nicht beteiligt.

Soweit so gut. Die Idee von mehr Wohnungen an der unteren Alleestraße ist gut. Neu ist sie nicht. Und die CDU kann dafür auch nicht die Urheberschaft beanspruchen. Denn ähnliche Initiativen gab es in der Vergangenheit schon von verschiedenen Seiten. Längst aber hat der Plan weitaus größere Dimensionen angenommen. Eine Revitalisierung der gesamten Innenstadt steht bevor. Das sollte der CDU nicht entgangen sein. Die BV Alt-Remscheid will heute den Planungswettbewerb für Verkehrsplaner, Landschaftsarchitekten, Stadtplaner und/oder Architekten in den politischen Entscheidungsprozess schicken, der zu einer Umgestaltung des Friedrich-Ebert-Platzes führen soll (siehe Waterbölles vom 28. November). Das ist der erster Teil des Großprojektes (siehe auch „Stadt hofft für Revitalisierung der City auf Millionen vom 19. Mai 2015).

Was also soll es zum jetzigen Zeitpunkt bringen, gebetsmühlenartig mehr Autos auf der unteren Alleestraße zu fordern. Und vor allem: Was hat das überhaupt mit der Antragsbegründung der neuen Wohnbebauung zu tun. Bezirksbürgermeister Otto Mähler: „Wir stehen kurz vor Beginn eines Prozesses, der für die gesamte Innenstadt gilt, Millionen kosten wird und hoffentlich bis zum Jahr 2020 abgeschlossen ist. Da nutzt es nicht, das Pferd von hinten aufzäumen mit irgendwelchen Vorschlägen, die womöglich die Vorschläge der Planer konterkarieren würden.“ Mähler geht davon aus, dass die ausgewählte Planungsgemeinschaft in absehbarer Zeit ihre Pläne nicht nur Rat und Verwaltung vorstellen werden, sondern auch den Mitgliedern der ISG Alleestraße und des Marketingrat Innenstadt wie auch allen  übrigen Bürgerinnen und Bürgern.

Bis dahin kann die Antwort auf die Forderung nach Autoverkehr auf der unteren Alleestraße ruhig warten, statt unnötig städtische Planer im Rathaus zu beschäftigen, die mit dem  DOC  noch genug zu tun haben werden. Es würde sogar Sinn haben, das Thema ruhen zu lassen, bis die geforderten neuen Wohnungen  bezugsfertig sind. Vielleicht interessieren sich dafür ja insbesondere ältere Mitbürger ohne eigenes Auto, die ihren Lebensabend gerne stadtnah verbringen möchten – aber ohne viele Autos  anderer vor ihrer Haustür.


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Kommentare

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Chronist am :

In der Sitzung der Bezirksvertretung Alt-Remscheid hat die CDU-Fraktion ihren Antrag auf Autoverkehr auf der unteren Alleestraße (vorläufig?) zurückgezogen. Er solle überarbeitet werden, sagte Rosemarie Stippekohl. Sprecher von SPD, FDP und Grünen hatten zuvor wenig Verständnis für den Antrag gezeigt, zumal die CDU in der Vergangenheit Radfahrverehr in der Fu0gängerzone abgelehnt habe. Und nun Autos?! Im Übrigen sei erst einmal das noch zu finden Planungsbüro in Sachen „Revitalisierung der Innenstadt“ am Zuge.

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