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"Geflüchtete als Mitmenschen wahrnehmen!"

„Schlimm finde ich, dass er seinen Sohn
schon seit drei Jahren nicht mehr gesehen hat“...

von Ute Lennartz-Lembeck

Die Flucht vor Bombeneinschlägen, ständiger Todesangst, Krieg und Terror ist ein Aspekt des gemeinsamen Ausstellungsprojekts des Gertrud-Bäumer-Gymnasiums, des Stadtteil e. V  und der Kunstschule „Heimat“. Beim gemeinsamen Kuchenessen hatten Schülerinnen und des Gertrud-Bäumer-Gymnasiums (GBG) mit Flüchtlingen  über die Fluchtursachen in deren Heimatländern gesprochen. Dabei kamen nicht nur die düsteren Seiten der Flucht zur Sprache, sondern auch das Ankommen in Remscheid. Beim Austausch über das alltägliche Leben wurden zwar Unterschiede deutlich, aber auch das Streben nach gemeinsamen Werten wie Familie und friedliches Zusammenleben. Mit ihrer Ausstellung im Neuen Lindenhof versuchen die Teilnehmer nun, den vielfältigen Gedanken und Gefühlen hinsichtlich der neuen gesellschaftlichen Situation einen Raum zu geben.

Vorhanden waren zunächst aus dem Kunstunterricht der Jahrgangsstufe Q1 20 verschiedene Arbeiten: Collagen, Graffiti- und Zeichenarbeiten, Fotografien, digitale Präsentationen, Acryl- und Aquarellbilder, Zeichnungen. Fünf Schülerinnen setzten sich dann vor drei Monaten das Ziel, diese in eine Ausstellung einzubinden. In der Kunstschule „Heimat“ entstanden über diesen Zeitraum weitere Installationen, Bilder und großformatige Arbeiten. Gearbeitet wurde daran immer sonntagnachmittags, teilweise auch zweimal in der Woche, inklusive der Ferien.

Bei der Ausstellungseröffnung stellten sich die Schülerinnen – nach der offiziellen Ansprache von Ralf Noll, Geschäftsführer des Stadtteil e.V, Timm Therre, Kunstlehrer am Gertrud-Bäumer Gymnasium, und Ute Lennartz-Lembeck, Kunstschule Heimat –selbst vor: Carmen Nowak hat ihre Wurzeln in Polen, Sangavie Sethukavalan in Sri Lanka, Makbule Bayrak in Marokko, Nabila Benabbou und Anis-Kübra Saba in der Türkei. Sehr berührend war der mit verteilten Rollen vorgetragene, Poetry Slam „hinter uns mein Land“ des Autors Ahmed Yusuf, der 2015 aus Syrien geflohen ist, in Verbindung mit Daniel Lewi, der 1938 aus Deutschland flüchten musste. Johannes Wurzel untermalte die gut besuchte Vernissage mit Geigenmusik.

Die Graffitiarbeit von Nabila Benabou prangert die politische Hilflosigkeit der EU im syrischen Bürgerkrieg an. Carmen Nowak zeichnete ein Comic, in dem sie die jahrelange Trennung von Familien illustrierte. Luca Moormann und Laurenz Gottschalk stellten die Machtlosigkeit und die Anonymität während der Flucht anhand kleiner Plastikfiguren dar. Die Schülerinnen und Schüler wünschen sich ein friedliches und harmonisches Zusammenleben. Dies zeigen die Acryl- und Aquarellarbeiten von Tatjana Staudt und Anis Saba. In zwei Augen, umrahmt vom Stoff einer Burka, spiegeln sich in dem einen die Schrecken und Wunden des Krieges, das andere leuchtet durch die Aussicht auf Frieden und Einklang. Auch das Bild der Medien wird kritisch reflektiert, sowie das ‚Gefangensein’ in Massenunterkünften.

Ziel des Ausstellungsprojektes ist einen „Perspektivwechsel“ anzustoßen, die Geflüchteten nicht mehr nur als Flüchtlinge wahrzunehmen, sondern als Mitmenschen, mit denen wir künftig zusammenleben und an deren Leben wir teilhaben möchten. Anfang Januar werden die Arbeiten erneut im Neuen Lindenhof präsentiert.


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