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Für aufzugebende Infrastruktur adäquater Ersatz

Thomas Brützel, Ratsgruppe der Wählergemeinschaft WiR, in der heutigen Ratssitzung.

Mit der Eingemeindung 1975 bin ich Lenneper geworden. So lange ich also denken kann, gehöre ich zu dieser Stadt und diese Stadt zu mir. Ich bin hier zur Schule gegangen – genau wie meine Kinder – und sehr wahrscheinlich werde ich hier auch begraben werden. Und während mancher das für provinziell halten mag, erfüllt es mich mit Stolz. Denn ich liebe diesen Stadtteil, seine Menschen und sein Lebensgefühl.

Deswegen fällt uns der Beschluss des heutigen Tages nicht leicht – denn er wird Lennep verändern. Er wird Lennep wahrscheinlich so sehr verändern, dass ich nicht weiß, ob ich es in fünf Jahren wiedererkennen werde. Durch das DOC wird das Lenneper Vereinsleben stark beeinträchtigt. Die Parkplatzsituation für Nicht-DOC-Besucher wird noch schwieriger werden und man muss kein Prophet sein, um die Wiedereinführung des PARAMAKO zu erwarten. Wenn wir mit der Integration des DOC in den Stadtteil erfolgreich sind, werden wir bald so viele Besucher in der Altstadt haben, dass die Fußläufigkeit quasi zwangsläufig wird. Und der Verkehr wird auf jeden Fall zunehmen. Es ist eine große Schwäche des Städtebaulichen Vertrages, dass er keinen Gedanken an einen Plan B und dessen Finanzierung verschwendet, falls Lennep entgegen der Gutachter doch im Verkehrsinfarkt versinken sollte.

Es wird also nicht alles besser geschweige gut werden, sondern die Lebensqualität wird für viele Anwohner mit hoher Wahrscheinlichkeit abnehmen. Wer Lennep liebt kann also nicht einfach „Hurra!“ rufen. Das fühlt sich vielleicht in Remscheid nicht so an, und noch viel technokratischer scheint die Perspektive aus Wuppertal oder Rheinbach zu sein, aber für jemanden aus Lennep ist das alles nicht so einfach. Und ich hätte mir schon oft in den vergangenen Monaten mehr Sensibilität und Respekt für die Menschen in diesem Stadtteil gewünscht, angefangen damit, dass man sie bei einem solchen Jahrhundertprojekt auch per Bürgerentscheid fragt.

Dennoch befürworten WiR das DOC – denn wir müssen das Ganze im Auge behalten. Remscheid und auch Lennep brauchen diesen wirtschaftlichen Impuls. Wir sind davon überzeugt, dass wir den bestmöglichen Investor für dieses Projekt gefunden haben. Und WiR hoffen, dass am Ende die Realität mit den Entwürfen Schritt halten kann. Herr Balzer, WiR wünschen Ihnen viel Erfolg, denn wenn es Ihrem DOC gut geht, dann ist das auch gut für Remscheid.

Deswegen wollen WiR heute das DOC nicht ablehnen. Aber leider machen es Rat und Verwaltung nicht möglich, heute zuzustimmen. Denn wenn wir heute zustimmen, dann brechen WiR mit Ihnen ein weiteres Versprechen, das die Stadt den Bürgerinnen und Bürgern gegeben hat, nämlich dass das DOC nicht kommt, ohne dass es für die aufzugebende Infrastruktur adäquaten Ersatz gibt.

Dieses Versprechen hat der Rat schon in Bezug auf die Festplatzlösung gebrochen – Herr Oberbürgermeister, der Remscheider Schützenplatz ist für die Lenneper Vereine alles, nur nicht adäquat. Genauso könnten Sie argumentieren, um auf das Stadion am Hackenberg zu verzichten, da der FCR ja auch im Stadion Zoo spielen könnte – und vielleicht ist das ja Ihre nächste Option, überraschen würde es mich kaum noch. Denn niemand, der heute über das DOC abstimmt, weiß, ob es einen angemessenen Ersatz für das Röntgenstadion in Lennep geben wird und was er kostet.

WiR sind sicher: Würde McArtherGlen auch das Sportzentrum umbauen, hätten wir hier und heute auch eine fertige und akzeptable Planung! Aber jeder, der heute zustimmt, tut dies basierend auf Hoffnung und Glauben – und wir glauben nicht, dass so politische Versprechen gehalten oder seriöse politische Entscheidungen getroffen werden sollten.

Das DOC ablehnen wollen wir nicht, dem DOC zustimmen können WiR heute so nicht. WiR entziehen uns dem, indem WiR uns heute enthalten werden. Die Ratsmehrheit wird heute das DOC ohne unsere Bedenken durchwinken. Danach bleibt uns - wie Ihnen auch - nur noch zu hoffen, dass es am Hackenberg schon irgendwie gut gehen wird. WiR finden das schade. Und gegenüber den Remscheider Bürgerinnen und Bürger auch irgendwie peinlich!


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