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Kastanie und Esche sind Markus Bergers Sorgenkinder

Die Mitglieder des städtischen Ausschusses für Bürger, Umwelt, Klimaschutz und Ordnung lernten gestern die Baumschutz-Satzung der Stadt Remscheid mit „allem Drum und Dran“ von jemandem kennen, der täglich damit zu tun hat: Markus Berger. Der 35 Jahre alte Lenneper hat Bäume zu einem Beruf gemacht. Das begann mit der abgeschlossenen Lehre als Baumschulgärtner, gefolgt von einem Gartenbau-Studium (Abschluss: Dipl. Ingenieur), und obendrauf kam dann noch ein Kursus zum zertifizierten Baumkontrolleur. Inzwischen, seit Anfang 2015, arbeitet Berger als Angestellter bei der Unteren Naturschutzbehörde im Umweltamt der Stadt auf einer befristeten Vollzeitstelle. Eine seiner Aufgaben: Begutachtung aller Anträge auf Fällung eines oder mehrerer Bäume im Stadtgebiet, von Privatleuten wie auch von der Verwaltung selbst.

Wie viele solcher Anträge es in den vergangenen drei Jahren im Remscheider Rathaus zu bearbeiten gab, hatte der Ausschuss bereits im November erfahren: 476. Genehmigt wurde die Fällung von 857 Bäumen (Stand: 29.9.2016), die von weiteren 415 Bäumen wurde abgelehnt. In den vergangenen zwei Jahren habe er 31 Ersatzbäume pflanzen lassen, berichtete Berger im Ausschuss. Dafür die geeigneten Standorte zu finden, sei gar nicht so einfach gewesen. An Straßen sei das besonders schwierig. Denn vielfach verliefen in Untergrund die unterschiedlichsten Versorgungsleitungen. Neue Bäume wurden gepflanzt an der Konrad-Adenauer-Str, Bismarckstr., Gustav-Theill- Str., Lüttringhauser Str., Parkplatz Hochstr., am Jägerwald, der Fürbergerstr., Hohenbirkerstr. und Freiherr von Stein Grundschule. Für weitere 210 Bäume wäre im Etat der Stadt noch Geld vorhanden: 105.000 € (bei 500 € pro Neuanpflanzung) - von Privatleuten, meist Bauherren, für gefällte Bäume kassierte Ersatzgelder.  Wenn eben nur die Strandortsuche nicht so schwierig wäre...

Pilzkranke Esche. Foto: Stadt Remscheid.Aufgaben der Baumschutzsatzung ist der Schutz von Bäumen zur

  • Sicherstellung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes
  • Gestaltung und Gliederung des Orts- und Landschaftsbildes
  • Erhaltung oder Verbesserung des Stadtklimas
  • Erhaltung eines artenreichen Baumbestandes

Unter die Baumschutzsatzung? fallen

  • Bäume mit einem Stammumfang von mehr als 120cm, gemessen in einem Meter Höhe über dem Erdboden
  • mehrstämmige Bäume, die in Summe einen Stammumfang von 120 cm überschreiten und mindestens einen Stamm einen Stammumfang von 30 cm aufweisen

Nicht unter die Satzung fallen Obstbäume mit Ausnahme von Walnuss und Esskastanie, Nadelgehölze mit Ausnahme der Eibe, Scheinakazien (Robinien), Birken, Weiden und Pappeln.

Die Bürgeranfragen zwecks Ausnahmegenehmigungen verteilen sich auf

  • kranke oder abgestorbene Bäume
  • Gefahrenbäume(Zwiesel, angebrochene Äste)
  • Die Verschattung von Wohnraum
  • Laubfall
  • Schäden an Gebäuden
  • „Bäume sind zu hoch geworden“
  • Nachbarschaftsstreitigkeiten wegen Laub oder überhängenden Ästen und Verschattung.

„Bürger stellen die Anträge erst, wenn bereits offensichtlich erkennbar ist, dass der Baum erkrankt oder abgestorben ist“, hat Markus Berger in den vergangenen zwei Jahren festgestellt. Und: „Die meisten Bürger versuchen die Bäume zu erhalten, meist ist dies auf Grund der Schadursachen allerdings nicht möglich.“ Probleme bereiten ihm insbesondere Kastanien und Eschen. Bei Eschen jeden Alters tritt häufig ein aus Asien eingeführter Schlauchpilz auf. Das zeigt sich an welken Blättern, Blattflecken, Rindenverfärbungen und einer veränderten Verzweigungsstruktur der Baumkrone. Berger: „Die Bäume werden geschwächt, Schädlinge können in den Baum eindringen, etwa holzzersetzende Pilze; die Bäume sterben relativ schnell ab, vor allem junge Bäume. Ein Heilmittel gibt es bis jetzt nicht – und kaum resistente Eschensorten!“ Am Absterben von Kastanien trägt das Bakterium Pseudomonas die Schuld. Der schleichende Baumtod zeigt sich an schütteren Kronen mit einzelnen absterbenden Ästen, „blutenden“ Flecken am Stamm und Rissen in der Borke, in denen sich dann Pilze einnisten können.

Welche Bäume sich an im Straßenbereich, je nach Klima und Bodenbeschaffenheit, am besten für Nachpflanzungen eignen, verrät den Fachleuten die sogenannte GALK-Liste, so benannt nach der Deutschen Gartenamtsleiterkonferenz. Sie gibt Aufschluss über morphologische und physiologische Eigenschaften der einzelnen Baumarten wie Wuchskraft, Wurzel-, Stamm- und Kronenbildung, Lichtdurchlässigkeit, Standortansprüche an Klima, Boden, Wasser und Lichtbedarf, Lebenserwartung, Pflegeaufwand, Widerstandsfähigkeit gegen Umweltbelastungen, Krankheiten und Schädlinge, Verkehrssicherheit mit Blick auf Stand- und Bruchsicherheit, Totholzbildung und Lichtraumprofil. Markus Berger: „Aufgabe für die Zukunft ist es, mit den schwierigen örtlichen Gegebenheiten potentielle Standorte für Ersatzpflanzungen zu finden, was aber auch bedeutet, keine Bäume an Standorten anzupflanzen, die völlig ungeeignet sind!“


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