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Ideal: Vom ehrenamtlichen Vormund zum Paten

Acht Berufsvormünder, vom Familiengericht bestellt, betreuen in Remscheid bis zu 13 unbegleitete minderjährige Ausländer (Mündel), berichtete der Waterbölles am Freitag, 6. Januar. Zum Jahreswechsel gab es insgesamt 59 derartige Vormundschaften. Ausgeübt  wurden sie zum Teil auch von Familienangehörigen (Onkel/Tante oder volljährige Geschwister). Hierin sieht Karl-Richard Ponsar, der Vorsitzende des Kinderschutzbundes in Remscheid, der selbst zwei  Vormundschaften für jugendliche Flüchtlinge übernommen hat, ein Problem. Und das betonte er gestern in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses, der sich ausführlich mit dem im Waterbölles am 6. Januar zitierten Bericht der Verwaltung beschäftigte.

Zwar bestätigten in der Sitzung Sozialdezernent Thomas Neuhaus und Tom Küchler vom Jugendamt der Stadt, dass es in Remscheid in ausreichender Zahl Vormünder gebe. Und da seien die „von Berufs wegen“ tätigen die juristisch qualifiziertesten. Bei ihnen seien die jugendlichen Flüchtlinge auch deshalb gut aufgehoben, weil sie bei Pflegeeltern oder in Einrichtungen der Jugendliche die ansonsten wichtige Ansprache und Betreuung erhielten. Gleichwohl brach Ponsar eine Lanze für ehrenamtliche Vormünder gerade in diesem besonders sensiblen Bereich. Und wurde dabei von Thea Jüttner (CDU) und Rolf Haumann (Grüne) unterstützt. Denn zu den üblichen Problemen von Jugendlichen kämen in diesem Fall noch Sprachschwierigkeiten hinzu und eine für sie fremde Kultur. „Ehrenamtliche Vormünder können zu ihrem Mündeln leichter eine Beziehung aufbauen als hauptberufliche“, meinte auch Karin Dasbach (Caritas). Und: Das „An die Hand nehmen“ dürfe mit dem 18. Lebensjahr nicht aufhören, wenn die offizielle Vormundschaft ende.

Dafür hatte Richard Ponsar ein eindringliches Beispiel: Ein jugendlicher Flüchtling habe in Remscheid kürzlich mit Beginn der Volljährigkeit nicht nur seinen Berufsvormund verloren, sondern auch seinen Platz in einer Pflegestelle (hätte auch eine Einrichtung der Jugendhilfe sein können) und sei in einer Flüchtlingsunterkunft gelandet. Mit einem ehrenamtlichen Vormund wäre das vielleicht nicht passiert, deutete Ponsar an. Denn der habe die Betreuung des jungen Mannes dann womöglich als Pate fortgesetzt.

Über dieses „Patenmodell“, das es in anderen Städten schon gibt, will Sozialdezernent Thomas Neuhaus jetzt gemeinsam mit interessierten Mitgliedern des Jugendhilfeausschusses in kleinerem Kreis weiter nachdenken.  Und auch über Drittmittel für Schulungen von ehrenamtlichen Vormündern. Ponsar: „Wir sollten einen Pool von ehrenamtlichen Vormündern einrichten, um gewappnet zu sein!“ Familienmitglieder mit dieser Aufgabe zu betrauen, hält der Vorsitzende des Remscheider Kinderschutzbundes für keine gute Lösung: „Die sind doch häufig schon mit ihrer eigenen Lage als Flüchtlinge überfordert!“


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