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Ersatzbäume auf Grundstücken von Privatleuten?

"130 Bäume sollen ganz legal verschwinden!", überschrieb der Waterbölles am 4. Februar eine Pressemitteilung der Bürgerinitiative Lennep e.V. Darin kritisierten die erklärten DOC-Gegner die zwischen Stadt und DOC-Investor vereinbarten Ersatzpflanzungen „als ein Feigenblatt, da sie zum größten Teil außerhalb der Stadt nördlich der Knusthöhe stattfinden sollen“. Ein Transparent der Bürgerinitiative gegen die Baumfällungen empfing die Mitglieder der Bezirksvertretung gestern vor der Türe des Röntgen-Museums. Desungeachtet fiel später drinnen im Sitzungssaal ihre Entscheidung fast einstimmig pro Verwaltung aus. Denn es gab lediglich eine Gegenstimme, und die kam konsequenterweise von Rolf Haumann (Grüne); der bereits im Dezember beim DOC-Grundsatzbeschluss mit Nein gestimmt hatte. Haumann sprach diesmal „von einem gewissen Kahlschlag“.

Die von der Verwaltung empfohlene Zustimmung zum Fällantrag des Investors sei eigentlich nur noch eine Formsache, meinte zu Beginn der Sitzung Stadtplaner Robin Denstorff. Denn der Antrag gehöre zum Bauantrag, während die Politik den Baumfällungen vom Grundsatz her schon im Dezember zugestimmt habe. Gefällt werden dürften die Bäume allerdings erst, wenn die Baugenehmigung für das DOC rechtssicher sei. Einzige Ausnahme sind etwa ein Dutzend Bäume an der Kreuzung Ring/Rader Straße, die deren Ausbau im Wege sind.

Frank Stiller von der Unteren Landschaftsbehörde bestätigte in der Sitzung indirekt die Kritik der Bürgerinitiative, es fehle an geeigneten Ersatzstandorten für neue Bäume, indem er die Anzahl der Standorte in Lennep mit 30 bis 40 bezifferte. Allerdings seien diese durchaus „für größere Bäume auf längere Zeit“ geeignet. „Diese Standorte würde ich gerne kennenlernen“, bemerkte Bezirksbürgermeister Markus Kötter. Das sagte Stiller zu. „Eine gute Idee“ nannte er den Vorschlag von Luigi Valitutto, Priuvatleuten die Möglichkeit zu geben, auf ihren Grundstücken einen oder mehrere Ersatzbäume auf Kosten der Stadt/des Investors pflanzen zu lassen.


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Kommentare

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Peter Lange am :

Robin Denstorff wollte es den Bezirksvertretern in der BV am 8.2.2017 vermutlich erleichtern, dem Beschluss zur Fällung von zunächst rund 130 Bäumen zu Gunsten des Outlet Centers zuzustimmen, indem er die angebliche Unwichtigkeit des Beschlusses betonte, es handele sich bei dem Beschluss ohnehin nur um eine Formalie, so Denstorff sinngemäß. Tatsache hingegen ist, dass dieser Mehrheitsbeschluss für das weitere Verfahren zur Vorlage bei der Bezirksregierung benötigt wird. Es zeugt schon von einem seltsamen Demokratieverständnis, wenn ein hochrangiges Mitglied der Verwaltung, wie Herr Denstorff es noch ist, Beschlüsse der gewählten Bezirksvertretung nur noch zur billigen „Formsache“ abqualifiziert. Vielleicht bezog sich der von Denstorff gewählte Begriff der Formalie aber auch auf das vorhersehbare Abstimmverhalten der Mehrheit der Bezirksvertreter, auf deren wenig hinterfragendes Verhalten bei Sitzungen bislang noch immer Verlass war. Sehr positiv hob sich allerdings in dieser Sitzung der grüne Bezirksvertreter Rolf Haumann ab indem er die geplante Fällaktion als einen „gewissen Kahlschlag“ bezeichnete und entsprechend die Beschlussvorlage zur Fällung der 130 Bäume ablehnte. Damit hat zumindest ein grüner Funktionsträger bewiesen, dass er zu den ursprünglichen grünen Grundwerten der Partei steht. Dieser Mut ist umso höher zu bewerten, da die gesamte Führungsspitze der grünen Partei zu Remscheid sich bis heute rühmt, dass die Idee der Outlet-Ansiedlung in Lennep ursprünglich von ihnen stammt. Es bleibt zu hoffen, dass die grüne Basis das Abstimmverhalten ihres Lenneper Bezirksvertreters als Startschuss zur Umkehr zu einer wirklich grünen Politik begreift und sich endlich von ihrem irrlichternden Führungstrio verabschiedet.

Eija Tirkkonen am :

Es ist nachvollziehbar, dass die TBR kritiklos bei der Entscheidung über Baumfällungen im Straßenraum ist. Die TBR unterliegt einer rein ökonomischen Kosten-Nutzen Rechnung. Bäume brauchen regelmäßige Pflege und kosten deshalb. Hunderte Bäume weniger schlagen in der Aufwandsbilanz positiv zu Buche. Die Gleichung - weniger Aufwand = mehr Gewinn - lässt offensichtlich die scheinbar geniale Idee aufblitzen, den Ersatz für gefällte Straßenbäume auf privaten Grundstücken nachweisen zu wollen. Die Rechnung geht nicht auf. Die Bäume sind mehr als Zahlen in der Bilanz. Alleen mit Straßenbäumen haben einen bedeutenden städtebaulichen Zweck. Die Unterscheidung der innerstädtischen Straßen dienen der räumlichen Wiedererkennung und Ästhetik. Straßen mit Bäumen gehören zu weichen Standortfaktoren und stellen einen Mehrwert für das Wohnumfeld dar. Das Wohlbefinden ist nicht ökonomisch messbar. Für Remscheid ist das ein Schritt in die falsche Richtung.

Lothar Kaiser am :

Die Idee kam nicht von der Verwaltung, sondern von der Politik. Steht im Text.

Peter Lange am :

Bereits im RGA vom 2.2.2017 war folgendes zu lesen: Bei jenen (Bäumen), die vom Jahn- und Kirmesplatz verschwinden, soll nach Möglichkeit in Lennep für Ersatz gesorgt werden. „Dazu ist es denkbar, dass wir nicht nur städtische Grundstücke nutzen, sondern auch an Privatbesitzer herantreten“, erklärt Wolfgang Putz (Leiter des Umweltamtes). Herr Valitutto hat vermutlich diesen Artikel gelesen und dann in der BV diesen Ansatz aufgegriffen.

Eija Tirkkonen am :

Die Verwaltung kündigte am Anfang Februar (BM 2.2.17) zum ersten Mal an, Ersatz für gefällte Straßenbäume auf privaten Grundstücken anpflanzen zu wollen.

Eija Tirkkonen am :

Lassen wir Ringstraße kurz Revue passieren: Am Anfang hieß es, dass der Ausbau von der Straße nichts mit dem DOC zu tun hätte. Man müsse die Bäume fällen, weil der Straßenbelag so tief erneuert werden muss, dass die Wurzeln der Bäume Schaden nehmen würden. Bei den Lennepern entstand Widerstand. Die Ringstraße kannte man nur mit Bäumen. Die Straße drohte ihren Wiedererkennugswert zu verlieren, und die Ästhetik wurde grau. Die Bürgerinitiative schlug vor, dass man die Fahrbahn verschieben könnte, um die Bäume zu retten. Die TBR bedauerte, dass diese Mehrkosten von den Anwohnern zu tragen wären, während die Baumfällung die TBR übernehmen würde. Zum Pressetermin brachte die TBR zwei Anwohner mit, die bestätigten, dass die Baumwurzeln an ihrer Kellerwand nagten. Die Bäume fielen mit entschiedenen Tatkraft. Die Geschichte erhielt in der letzten BV in Lennep eine überraschende Fortsetzung. Ein BV-Mitglied schlug vor, dass man an der Ringstraße wieder Bäume pflanzen könnte. Eine sehr gute Idee. Die Straße würde langfristig ihren städtebaulichen Wert wiedererlangen. Nicht nur ich bin auf die Antwort der Verwaltung gespannt.

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