Skip to content

Anzeige

Bau-Innung Remscheid Innung für elektrotechnische Handwerke Remscheid Fachinnung für Metall- und Graviertechnik Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Remscheid
Dachdecker-Innung Remscheid Friseur-Innung Remscheid Maler- und Lackierer-Innung Remscheid Kraftfahrzeughandwerk Remscheid

OB mahnte, die Diskussion mit Respekt zu führen

Fördermittel für die Gestaltung des Vorplatzes“, überschrieb der Waterbölles am 6. Februar eine Pressemitteilung der Fraktionen und Gruppen von SPD, GRÜNEN, FDP und W.i.R. Sie hatten zuvor den Moscheebau besichtigt und mit Himmet Ertürk gesprochen, dem Vorsitzenden der DITIB-Gemeinde. Auch die CDU habe Gesprächsbedarf gehabt, berichtete gestern Jens Peter Nettekoven. Am vergangenen Montag habe Ertürk der Fraktion „Rede und Antwort gestanden“. Ein Gespräch Ertürks mit der Fraktion der Linken, zu der diese eingeladen hatte, steht nach Auskunft von Brigitte Neff-Wetzel noch aus. Von der Ausgestaltung „öffentlicher Räume“ im Umfeld der Moschee verspricht sie sich „positive Auswirkungen auf den Stadtteil“.

Der Moscheeverein müsse seine Öffentlichkeitsarbeit verbessern und für mehr Transparenz sorgen, betonte Wolf gestern. Das habe man Himmet Ertürk (im Bild unten links bei der Vorstellung des Moschee-Projektes im Oktober 2012, 3. v. li. neben Stadtplaner Sonnenschein) auch gesagt. Beatrice Schlieper zeigte für dessen „schwierige ehrenamtliche Arbeit“ Verständnis: „Da kann man auch mal Fehler machen!“ Die Bedeutung von Öffentlichkeitsarbeit habe Ertürk offenbar lange unterschätzt. Dazu Wolf: „Die DITIB muss mehr in die Öffentlichkeit gehen. Dies kann etwa gelingen, wenn der sehr ansprechend gestaltete Innenraum der neuen Moschee den Anwohnern im Stadtteil und der gesamten Öffentlichkeit auch in der Rohbauphase fortlaufend vorgestellt wird.“

Mit Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz stimmten in der gestrigen Ratssitzung Thomas Brützel (W.i.R.), Philipp Wallutat (FDP) und Sven Wolf darin überein, dass der DITIB-Moscheeverein für seine neue Moschee an der Weststraße, sprich: im Sanierungsgebiet Honsberg, Stachelhausen, Blumental in gleicher Weise öffentliche Gelder beanspruchen kann wie andere Hausbesitzer. Brützel: „Wenn Religion ins Spiel kommt, kann ein Anspruch auf Förderung nicht mit reiner Gewissensprüfung verbunden werden!“ Wallutat ergänzte: „Durch öffentliche Zuschüsse wird der Moscheebau zu einem Projekt der Stadtentwicklung!“ – „Mit entsprechenden Grundbucheintragungen“, ergänzte Nettekoven. Auch darüber werde am heutigen Freitag mit dem Moschee-Vorstand zu reden sein, bestätigte der OB.

Die Förderung sei bis 2020 angelegt. Erst dann werde der Moscheeverein seinen Eigenanteil von 83.650 Euro zusammenhaben, verriet Nettekoven. Das habe Himmet Ertürk beim Treffen mit der CDU-Ratsfraktion gesagt. Die Fördergelder flössen nicht in den Bau der Moschee, sondern seien für die öffentlichen Freiflächen bestimmt, hatte Sven Wolf zuvor betont. „Die werden dann für alle Remscheiderinnen und Remscheider offenstehen. Mit der Gestaltung des Vorplatzes an der Weststraße gewinnt der Stadtteil Stachelhausen.“ Sein Appell: „Egal ob christliche Remscheider, muslimische Remscheider, jüdische Remscheider oder atheistische Remscheider – lassen Sie uns gemeinsam und friedlich in dieser Stadt leben! Gelingt das nicht, und wir fangen aus Angst an, unseren persönlichen Glauben über den unseres Nachbarn zu stellen, dann werden die gewinnen, die Terror – angeblich  im Namen einer Religion – verbreiten wollen. Gelingt uns das doch, und wir lassen uns nicht auseinanderbringen, dann können wir auch weiter sagen: Stolz auf Remscheid!“

Pressekonferenz im Oktober 2012 bei der DITIB an der Stachelhauser Stra0ße. Linke Himmet Ertürk neben dem damaligen Stadtrplaner Hans Gerd Soinnenschein. Foto: Lothar KaiserOberbürgermeister Mast-Weisz hatte die Debatte mit einer Art Grundsatzerklärung eröffnet, die die Richtung vorgab und für Sachlichkeit und Besonnenheit sorgte. „Ich begrüße ausdrücklich, dass die islamischen Gemeinden ihre früheren kleineren sog. Hinterhof-Moscheen zugunsten von modernen, offenen und einladenden Gotteshäusern aufgegeben haben.“ Es gehe bei dem Förderantrag gar nicht um den Moscheebau und auch nicht um städtische Gelder, sondern „die Förderung allgemein zugänglicher Flächen im Stadtumbaugebiet aus Bundes- und Landesmitteln. Bereits in 2014 und 2015 wurden - nicht ausreichende - Antragsunterlagen eingereicht. 2016 wurden diese überarbeitet. Am 8. April hat die Stadt diese weitergeleitet. Am 23. Juni hat der Regionalrat die beantragte Förderung einstimmig beschlossen. Am 14. September hat der Strukturausschuss die Maßnahme einstimmig zur Kenntnis genommen. Am 22. September wurde der Rat in seiner Sitzung in einer Gesamtübersicht informiert, er hat die Vorlage dann am 24. November ohne inhaltliche Diskussion zur Kenntnis genommen!“

Mit dem Wissen von heute, bedauere er, fuhr der OB fort, dass er den Rat nicht im April über die erfolgte Antragstellung informiert zu haben. „Denn die überragende Mehrheit, die auch immer für den Moscheebau war, hätte damals zugestimmt!“ Und mit Blick voraus: „Wir sollten die Diskussion heute und in der Zukunft mit Respekt führen für die vielen Muslime in unserer Stadt, die unsere Kollegen, Nachbarn, Vereinsfreunde sind!“


Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben

Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Formular-Optionen

Die einzelnen Beiträge im "Waterbölles" geben allein die Meinung des Autors / der Autorin wieder. Enthalten eingeschickte Texte verleumderische, diskriminierende oder rassistische Äußerungen oder Werbung oder verstoßen sie gegen das Urheberrecht oder gegen andere rechtliche Bestimmungen oder sind sie nicht namentlich gekennzeichnet nebst E-Mail-Adresse, werden sie nicht veröffentlicht. Das gilt auch für substanzlose Bemerkungen ("Find ich gut/schlecht/blöd...etc."). Aus den oben genannten juristischen Gründen sowie bei längeren Texten sind auch Kürzungen nicht ausgeschlossen.

Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!