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Spaß ohne Alkohol ist besser als Zudröhnen

‚Buddys‘ gegen Alkohol, wo Gespräch noch möglich ist“, überschrieb der Waterbölles am 28. Januar 2016 einen Bericht über die neun frisch geschulten Buddys, die Bernd Liebetrau, Leiter der Fachstelle Sucht des Diakonischen Werks Remscheid, und Sandra Schwabe vom städtischen Fachdienst Jugend, Soziales und Wohnen damals den lokalen Medien vorgestellt hatte. Die gleiche Überschrift könnte auch über diesem Bericht stehen. Zum siebten Mal (seit 2012) nehmen in diesem Jahr Studenten/innen aus Wuppertal (innerhalb eines studienbegleitenden Praktikums) und Schüler/innen des Käthe-Kollwitz-Berufskollegs (als Ehrenamtliche) an dem Remscheider „Buddy“-Projekt teil, acht Frauen und drei Männer. Von der Uni Wuppertal kommen Jonas Kruse, Jessica Förster, Bianca Förster, Lisa Pastors und Michaela Böhme, vom Käthe-Kollwitz-Berufskolleg Leonie Masuth, Kevin Wientzek, Svenja Leonhardt, David Voges, Elena Joost und Cathrin Melzer. Aauf ihre Einsätze gegen zu großen Alkoholkonsum von Jugendlichen wareen sie im 2. Halbjahr 2016 sieintensiv vorbereitet worden. Jetzt steht der erste Einsatz kurz bevor –  die „Antidrogen-Disco“ am Freitag, 24. Februar, im Zelt des Lenneper Karnevalsgesellschaft. Und zwei Tage später, vor dem Rosenmontagszug, von 10 bis 14.11 Uhr, dann der zweite.

„Buddys“, das sind die Freunde, die Kumpels. Dementsprechend treten sie bei ihrer besonderen Art der Alkoholprävention Jugendlichen auf Augenhöhe gegenüber. Nicht als Besserwisser, sondern als Ratgeber, Konflikte vermeidend, die Jugendlichen über ihren Konsum zum Nachdenken anregend. Auch mit ein paar „Giveaways“. Motto: Spaß haben ohne Alkohol und Drogen ist besser als Zudröhnen! Und wenn mehr als ein guter Ratschlag, sondern echte Hilfe gefordert ist, können sich die Buddys, unterwegs als Zweier-Team, stets an die Mitarbeiter des Ordnungsamtes wenden, die am Rosenmontag in Lennep im Einsatz sind, wie Arndt Liesenfeld vom städtischen Ordnungsamt bestätigte. Er schätzt die Buddys ebenso wie Gunther Brockmann. Der Vorsitzende der Lenneper Karnevalsgesellschaft e.V. berichtete beim Pressetermin am vergangenen Mittwoch von Eltern, die den Jugendschutz offenbar nicht kennen oder nicht ernst nehmen. Denn es gingen bei ihm zunehmend Anfragen ein, ob zum Karnevalfeiern im Zelt nicht auch eigene Kinder unter 16 Jahren mitgebracht werden dürften. Brockmann: „Das geht natürlich gar nicht!“ Auch die so genannten Muttizettel würden am Zelteingang von den Ordnungskräften nicht akzeptiert. (Auf dem Muttizettel überträgt der/die Erziehungsberechtigte die Aufsicht über sein minderjähriges Kind einem anderen Erwachsenen.)

Zur „Feierkultur“ von Jugendlichen gehören außer Alkohol und Zigaretten in zunehmendem Maße auch Canabis und Amphetamine („Speed“), berichtete Bernd Liebetrau. Das sei eine besonders ungesunde Mischung, lege sich der künstliche Suchtstoff doch über den Alkohol und verhindere eine noch halbwegs reale Selbsteinschätzung der körperlich-geistigen Lage. Auch dies thematisieren die Buddys gegenüber Gleichaltrigen, wenn sie in ihrem Konsum wenig wählerisch erscheinen. Im vergangenen Jahr waren es 14 stark unter Alkohol- bzw. Drogeneinfluss stehende Jugendliche, denen in der im Röntgen-Museum eingerichteten „Jugendschutzstelle“ geholfen werden musste. Eine gegenüber den Rhein-Metropolen Düsseldorf und Köln vergleichsweise kleine Zahl. Das gilt auch für die 33 Jugendlichen, die im vergangenen Jahr wegen einer Alkoholvergiftung im Sana-Klinikum Remscheid behandelt werden mussten. (Weiterhin besteht eine Vereinbarung zwischen der Sana-Klinik und der Fachstelle Sucht des Diakonischen Werkes zwecks Ansprache der betroffenen Eltern. Dies habe 2016, so Liebetrau, zu acht Einzelberatungen bzw. Gruppengesprächen mit Eltern und Jugendlichen geführt. Hinzu kommen als weitere Schnittstellen, um Jugendliche mit riskantem Alkoholkonsum frühzeitig zu erreichen, Jugendberufshilfe, Ärzte, Schulsozialarbeit und Justiz.)

Dieses Netzwerk gegen den Alkohol-/Suchtmissbrauch bei Jugendlichen ist inzwischen auch bei der Landesregierung anerkannt. Liebetrau hofft deshalb darauf, dass der Antrag auf Förderung aus Mitteln der „Aktion Sucht“, den er im Mai stellen will, positiv beschieden wird. Das könnte dem Remscheider Projekt zu 53.000 Euro verhelfen. Denn eines ist klar: Die Alkoholprävention geht weiter. Im Laufe des Jahrs beispielsweise bei „Housepark“ und AGOT-Party „RS United“ im Stadtpark. Aber auch Einsätze vor den Glühweinständen des Remscheider Weihnachtsmarktes, bei denen Erwachsene auf den Alkoholkonsum ihre Kinder angesprochen werden, kann sich Bernd Liebetrau vorstellen.


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