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Seniorenbüro am Markt soll "innovative Impulse" setzen

In dem seit Jahren leerstehenden Radiogeschäft Kappen am Markt will die Verwaltung das vom Seniorenbeirat geforderte Senioren-Beratungsbüro einrichten. Auf einer Teilfläche und zunächst befristet auf drei Jahre. Dass der Seniorenbeirat diesem Plan in seiner Sitzung am kommenden Montag zustimmen wird, dürfte eine Formsache sein. Denn schließlich wurde in Vorgesprächen schon vereinbart, dass der Seniorenbeirat aus seinem (bescheidenen) Etat in diesem Jahr 3.300 Euro für Miet- und Mietnebenkosten bereitstellt, in den beiden Folgejahren jeweils 3.960 Euro und 2020 einen Betrag in Höhe von 660 Euro. Ein halbes Jahr vor Ablauf der drei Testjahre soll das Projekt von der Verwaltung in Zusammenarbeit mit dem Seniorenbeirat evaluiert werden (Erfahrungsbericht für die Gremien).

„Radio Kappen“ war in der Nachkriegs- und Wirtschaftswunderzeit gleichsam der zentrale Schnittpunkt von Markt, Alleestraße und Alter Bismarckstraße und laut Verwaltungsvorlage ebenfalls „ein für die Remscheider Stadtwerdung und Stadtplanung geschichtsträchtiger und zukunftsweisender Ort“. Das wird in der umfangreichen Vorlage für den Seniorenbeirat (im Hauptausschuss rätselte am vergangenen Donnerstag Fritz Beinersdorf von den Linken darüber, wer die wohl geschrieben haben möge) mit einem geschichtlichen Rückblick begründet, der bis zu Graf Engelbert I. von Berg (1161-1189) reicht (und deshalb den Rahmen dieses Berichts sprengen würde).
Waterbölles: Auf dem PC füllt eine Kopie der Vorlage 18 (!) Seiten. Auch sprachlich eher etwas für Akademiker im Elfenbeinturm als für handfeste Kommunalpolitiker - und noch handfestere Bürger/innen (es ginge auch weniger schwülstig).

Das Ladenlokal Markt 13 / Alte Bismarckstraße 2 umfasst eine Fläche im Erdgeschoss von ca. 220 m². Umlaufend befinden sich großzügige, teilweise sehr hohe Wandflächen, welche sich für die Präsentation bildender Kunst, aber auch hervorragend für die Präsentation der Projektentwicklungen eignen. Für die Kunst soll dann der Kunst- und Kulturförderverein Pro Arte e.V. zuständig sein. Neben dem Seniorenbüro werden dort (der Mietvertrag wurde bereits zum 1. März unterschrieben) für drei Jahre das Forschungsprojekt „Mosaik“ einziehen und das Beratungs- und Kontaktbüro Stadtteilmanagement. „Mosaik“ soll in Kooperation mit der Technischen Universität Dortmund, Zitat, „modellhafte, anwendungsorientierte Strategien zur integrierten Quartiersentwicklung im demografischen Wandel entwickeln“, und das „Büro Stadtteilmanagement“ soll im Rahmen des Förderprogramms Stadtumbau West zur festen Anlaufstelle werden „für Bewohner, Eigentümer und Geschäftsleute der Innenstadt sowie alle am Stadtumbauprozess eingebundenen Akteure“. Dabei steht „die Umsetzung von Maßnahmen und Projekten zur Aufwertung der öffentlichen Räume sowie Sicherung und Stärkung der zentrenspezifischen Nutzungen genauso im Fokus wie die Stärkung der städtebaulichen Strukturen, fußläufigen Wegebeziehungen und die Profilierung der Innenstadt als Wohnstandort“. Beispielsweise sollen mit einem Haus- und Hofflächenprogramms Innenstadt Anreize für Investitionen und Selbsthilfevorhaben zur Entsiegelung, Begrünung, Herrichtung und Gestaltung von privaten Hof- und Gartenflächen sowie von Fassaden und Dächern gegeben werden (Ratsbeschluss vom 30.6.2016).

Die Verwaltung hofft darauf, dass sich diese drei Einrichtungen „wie in einem Laboratorium modellhafte universitäre Strategien zur Quartiersentwicklung“ entwickeln, „bereichert von den Erfahrungen und der Arbeit eines innovative Impulse setzenden Seniorenbüros, dessen Publikum eine gemeinsame repräsentative Schnittmenge bildet mit der Bewohnerschaft der Quartiere und der Innenstadt“. Diese „korrelierende Open-Space-Nutzung“ könne dann „zusätzlich inspiriert und verlebendigt werden durch eine Nutzung der Hängeflächen der Wände mit Werken der Bildenden Kunst, aber auch mit zielgruppen- und themenspezifischen Ausstellungen der jeweiligen Projektbüros oder der Seniorenberatung“. Das führe dann „zu einer noch stärkeren Identifikation der Bürgerschaft mit ihrer Stadt, die so trendsetzende Künstler wie Johann Peter Hasenclever (1810-1853), Gerd Arntz (1900-1988) oder Teo Otto (1904-1968) hervorgebracht hat, und der gesellschafts- und zeitkritischen Sicht und auch den Zukunftsvisionen von Künstlern, Architekten, Fotografen und Designern, die unser Bewusstsein nicht selten geprägt und auf jeden Fall unseren Wahrnehmungshorizont erweitert haben“.


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Kommentare

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Gerd Rothbrust am :

Der erste Teil bis zur „Begründung“ ist ein normaler Verwaltungsakt. Danach wird es z.T. unübersichtlich. Das hätte „stimmiger“ und viel kürzer sein können! Meine Meinung zur „Begründung“: Die Vorbemerkung ist eine wahllose Aneinanderreihung abgeleierter Historie. Besonders kümmerlich beurteile ich auf Seite 3 den Absatz 5: Ein einziger Satz mit 124 Worten, der über 14 Zeilen geht! Zum MOSAIK: Zwei städtische Mitarbeiter werden für die TU-Dortmund (Fakultät Raumplanung) Daten sammeln. Dieses Material wird dann an der Uni be-/verarbeitet. Zum PROJEKTBÜRO STADTTEILMANAGEMENT: Ziehen Mitarbeiter des Stadtmarketings stundenweise zum Markt 13? Zum SENIORENBÜRO: „…alter Wein in neuen Schläuchen…“? Zur "Kunstausstrellung": Alibi für die fehlende Gallerie! Interessant zu erfahren wäre die Meinung des Seniorenbeirats zu diesem Geniestreich.

Fraktion der Grünen am :

Eine Gemeinschaftsnutzung von MOSAIK, Stadtteilmanagement und Seniorenberatung ist sinnvoll. Bei den Themen Quartiersentwicklung im demografischen Wandel, Stadtumbau West sowie Beratung für Senior*innen aus 120 Nationen gibt es einige Schnittstellen, die durch eine Zusammenarbeit bereichert werden können. Eine solche Kooperation ergibt wichtige Synergieeffekte und ist Sinnbild für eine inklusive Gesellschaft. Es fällt dabei auf, dass noch andere Gruppen an diesem Ort eine Anlaufstelle erhalten könnten und sollten. So wäre es, auch aufgrund der Doppelfunktion von Herrn Krüger (Senioren- und Behindertenbeauftragter), möglich, Beratung für Menschen mit Behinderung anzubieten. Dies würde dazu führen, dass sich die Seniorenberatungsstelle zu einem Inklusionsbüro erweitert. Außerdem könnte man auch dem Integrationsrat anbieten, seine Sprechstunden in der neuen Anlaufstelle abzuhalten. Die Ausstellungsmöglichkeiten in den Räumen des ehemaligen Radio Kappen, könnten über die bisherigen Planungen hinaus für Ausstellungen von städtischen Künstler*innen und Kunst von Menschen mit Behinderung (vgl. Projekte der Stiftung Tannenhof oder AHH) genutzt werden.

Gerd Rothbrust am :

Der von der Grünen-Fraktion beschriebene „Entwurf des Seniorenbüros“ ist in weiten Teilen ein Luftschloss. Die beschriebenen Synergien (sich ergänzende Effekte) sind nicht wahrscheinlich. Zudem verengt sich der signifikante, allumfassende Beginn des Grünenvortrages schon im zweiten Satz auf ein kleines Segment des Ganzen: Inklusion, ein von den Grünen in die Schullandschaft eingebrachter (gescheiterter) Aspekt, soll nun ein (mit)tragender Teil des Seniorenbüros werden. Wie in der Schule, auch im Seniorenbüro mit „üppiger“ Personalausstattung: 1 Mann – Herr Krüger!

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