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Gegen jegliche Form von Extremismus

Pressemitteilung der Türkisch Islamischen Kulturvereine in Remscheid

Liebe Remscheiderinnen und Remscheider, wir hoffen, dass Sie alle ein gesegnetes Osterfest hatten und sich über die Ostertage erholen konnten. Bedauerlicherweise haben wir durch die Presse von den Ereignissen in Remscheid über die Osterfeiertage (Aleviten fühlten sich bedroht und riefen die Polizei) mit Entsetzen erfahren. Zuerst möchten wir hier betonen, dass wir gegen jegliche provokanten Handlungen und Einschüchterungen sind. Wir stehen für die Grundrechte und die Meinungsfreiheit und distanzieren uns von jeglichen Formen des Extremismus.

Im Hinblick auf die emotionalen Geschehnisse am Wochenende, bitten wir unmittelbar um eine Aufklärung von seitens der Polizei. Es darf nicht vergessen werden, dass wir strikt gegen jegliche Vorwürfe, Polarisierungen und Hetzkampagnen sind, die vor allem unserem friedlichen Zusammenleben in Remscheid schaden. Wie das Motto von „Remscheid Tolerant" auch besagt, legen wir sehr großen Wert auf ein tolerantes Miteinander.Infolge dessen appellieren wir hiermit als türkisch-islamische Vereine in Remscheid an die Politik, Gesellschaft und Medien, in der Zukunft verantwortungsvoller zu handeln, um das friedliche Zusammenleben zu bewahren.

Remscheid, den 18. April

ATIB - Türksicher Kulturverein Remscheid e.V.
DITIB Remscheid
Islamische Gemeinschaft Milli Görü§ e.V.
Türkisches Kultur und Sport Zentrum Remscheid e.V.


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Kommentare

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Volker Leitzbach, Mitglied des Integrationsrates am :

Als Mitglied des Integrationsrates möchte ich mich zu den Vorkommnissen in Remscheid nach Bekanntwerden des Ergebnis des Referendums in der Türkei, insbesondere der Bedrohung und Beschimpfung der Mitglieder der alevitischen Gemeinde, die sich zu diesem Zeitpunkt in ihrem Vereinshaus in der Lenneper Straße aufhielten, äußern. Es ist dringend erforderlich, dass Strafanzeige in diesem Fall erstattet wird, damit der Weg frei gemacht wird für weitere Ermittlungen der Polizei. Wenngleich auch laut Polizei zu keinem Zeitpunkt die Situation vor dem Haus der Aleviten zu eskalieren drohte, zeigen Filmaufnahmen im Internet Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung, Menschen, die auf die Straße laufen, Autos die an unerlaubter Stelle halten etc. Ein Autokorso entsteht nicht urplötzlich aus dem Nichts. Es gibt einen Ort, an dem sich Leute zusammenfinden, um hupend durch die Stadt zu fahren, von wo aus sich ein Korso in Gang setzt. Die Teilnehmer eines Korso kommen nicht unbedingt von zu Hause, oftmals zieht man von Treffs los, an denen man gemeinsam sportliche Großereignisse oder wie hier, Wahlabende mit Auszählung der Stimmen verfolgt hat. In einer Pressemitteilung der türkisch islamischen Kulturvereine in Remscheid behaupten die Unterzeichner, durch die Presse von den Ereignissen am Haus der Aleviten erfahren zu haben. Dies erscheint mir nicht glaubhaft. Eine der Facebook-Gruppen, die Dokumente der Vorfälle gepostet und kommentiert haben, nennt sich Remscheider Türken und weist nahezu 6.000 „Likes“ auf. Da kann es nicht angehen, dass sie in Remscheid gänzlich unbekannt sind und deren Posts nicht verfolgt werden. Die Menschen, die hinter der Gruppe stehen, sind vermutlich auch Mitglieder der türkischen Gemeinden und Vereine vor Ort. Die Distanzierung ist nur halbherzig, denn es ergeht lediglich ein Appell an die Politik, die Medien und die Gesellschaft ganz allgemein in Zukunft verantwortungsvoller zu handeln. Das reicht nicht aus. Hier sollte es ganz klar eine Verurteilung der Geschehnisse geben und Unterstützung zur Aufklärung angesagt werden. Wann äußern sich die Mitglieder der Selbstvertretungen der Migranten im Integrationsrat, schließlich sind sie die demokratisch gewählten Vertreter der Migranten in unserer Stadt, oder spielen sie in der türkischen Gemeinschaft keine politische Rolle? Bereits Tage und Wochen vor Ablauf des Referendums posteten zahlreiche Remscheider Familien und Freundeskreise Selbstbildnisse im Umfeld oder auf dem Weg in die Wahllokale mit dem „Wolfsgruß“, gepaart mit dem „Rabia-Zeichen“ und dem „Ja“ zum Referendum. Uns, den ausschließlich deutschsprachigen Bürgern erschließt sich zumeist der Inhalt der Posts auch mit den Übersetzungshilfen im Netz nicht. Gefährlich wird es dann, wenn auch Bilder bewaffneter Männer gepostet werden und Weltpolitik im Namen Erdogans als Sprecher und Präsident aller Muslime betrieben wird. Dass sich alle Mitglieder des Integrationsrates klar positionieren ist jetzt wichtiger denn je. Wenn wir unser friedliches Miteinander ernst nehmen in unserer kleinen multikulturellen Großstadt und Toleranz wirklich gelebt werden soll, dann ist ein deutliches Zeichen nach außen hin erforderlich und nicht etwas Halbherziges. Entschuldigungen müssen ausgesprochen, Verantwortliche beim Namen genannt und ¬bei gesunder Heimatsland-Liebe ¬ Flagge für unsere Gesellschaft und Demokratie gezeigt werden. Dem eigenen hausgemachten braunen Pöbel deutscher Politik (leider auch in einigen unserer Parlamente vertreten) darf nicht auch noch ein starkes Rudel grau-brauner Wölfe eines globalen Nationalismus zur weiteren Stimmungsmache gegen ein wirklich friedliches, demokratisches und offenes Miteinander an die Hand gegeben werden.

Gerda Spaan am :

Herr Leitzbach, da stimme ich Ihnen vollmundig zu. Das Schweigen der Vertreter türkischer Vereine im Integrationsrat zu diesen Bedrohungsszenarien ist auch für mich mehr als nur befremdend.

Lothar Kaiser am :

Ich musste es zweimal lesen, um festzustellen, dass ich mich nicht geirrt hatte. Da appellieren die türkisch-islamischen Vereine in Remscheid „an die Politik, Gesellschaft und Medien, in der Zukunft verantwortungsvoller zu handeln, um das friedliche Zusammenleben zu bewahren“. Hätten die Medien über die „Kundgebung“ von Erdogan-Anhängern vor den Toren der Alevitischen Gemeinde nicht berichten sollen, um das „friedliche Zusammenleben“ nicht zu stören? Wer war denn hier der Störenfried?!! Ich rate den Vorständen der türkisch-islamischen Vereine in Remscheid dringend, einmal ein ernstes Wort mit den (jugendlichen?) Heißspornen in ihren Reihen zu reden. Das wäre wesentlich zielführender als ein Appell an „die Politik, Gesellschaft und Medien“. Vielleicht auch ein Thema für das nächste Freitagsgebet?

Peter Lange am :

Zitat: "Infolge dessen appellieren wir hiermit als türkisch-islamische Vereine in Remscheid an die Politik, Gesellschaft und Medien, in der Zukunft verantwortungsvoller zu handeln, um das friedliche Zusammenleben zu bewahren." - Diese Aussage der Vereine ist wohl das, was man im klassischen Sinne unter einer "Verschlimmbesserung" versteht. Zumindest sollte diese Aussage im ersten Schritt einmal ernsthaft hinterfragt werden. Auch "Remscheid Tolerant" ist hier gefragt!

Norbert Landen am :

Das ist ja von Seiten der islamischen Vereine nicht mehr zu überbieten. Wo sind eigentlich die Parteien in Remscheid. womöglich abgetaucht. Was macht der Integrationsrat? Darf die Vorsitzende aus Parteiraison nichts dazu sagen? Es ist jammerschade,das es so kommen musste. Begraben wir jetzt die Integration? Ich glaube ja, weil die islamische Seite keinen Integrationswillen aufgebracht hat.

Chronist am :

Der Integrationsrat und auch sie selbst als dessen Vorsitzende habe sich zu den Geschehnissen vor dem Haus der Alevitischen Gemeinde geäußert und das undemokratische Verhalten der Demonstranten verurteilt, heißt es in einem Offenen Brief von Erden Ankay-Nachtwein. Zitat: „ Viele Probleme in der Gesellschaft sind leider nicht immer mit einer einfachen Betroffenheitsäußerung zu lösen. Daher ist es sehr wichtig, dass der Integrationsrat gemeinsam mit der Stadtverwaltung und den „Migranten Selbstorganisationen“ einen Weg erarbeiten muss, derartige Geschehnisse bereits im Vorfeld zu verhindern. Deshalb appelliere ich an alle Betroffenen, mit konstruktiven Ideen dazu beizutragen, dass wir in Remscheid ‚Integrationsbemühungen gemeinsam und friedensbewahrend‘ leisten können. Integrationsarbeit ist weiterhin Aufgabe von allen“.

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