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Oberschüler übernehmen Patenschaft über Stolpersteine

 

Seit Oktober 2007 liegen im Bürgersteig-Pflaster vor dem Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium zwei kleine Messingquader. Die „Stolpersteine“ erinnern an die jüdischen Schüler Helmut Lazer und Simon Häusler. Ein Jahr später kam als dritter „Stolperstein“ der für Jakob Mandelbaum hinzu, auch er ein Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Im gleichen Jahr begann der pensionierte Fernmeldetechniker Johann Max Franzen damit, die Messingplatten im Pflaster von Straßen und Plätzen in Remscheid mit Scheuermitteln und Putzlappen lesbar zu halten, die der Kölner Künstler Gunter Demnig dort, vor den einstigen Wohnhäusern oder Geschäften ermordeter Remscheider Juden, verlegt hat. Denn nur wenn die „Stolpersteine gegen das Vergessen“ keine Patina angesetzt haben und goldgelb glänzen, bestehe die Chance, dass sie die Aufmerksamkeit von Passanten erregen, meint Franzen. Die Platten tragen die Namen der Juden, die zwischen 1933 und 1945 von den Nazis verfolgt und ermordet worden sind. Gereinigt hat Franzen die Messingblöcke in den vergangenen Jahren nach einem festen „Reinigungsplan“, für den er sich eine Tabelle erstellt hat. Manchmal brachte er an einem Tag zehn Tafeln auf Hochglanz, manchmal waren es auch 30. Niemand hatte den Rentner zu dieser Arbeit aufgefordert, und niemand bezahlte ihn dafür.

Johann Max Franzen hatte seit 2008 auf den Knien oder in der Hocke viel geputzt und gescheuert. Die Zahl der Messingquader erhöhte sich mit der Zeit auf 180. „Die Opfer der Nazis dürfen nicht in Vergessenheit geraten“, sagt Franzen auch heute noch. Seine Homepage ergänzt die Informationen über die Stolpersteine, die seit September 2009 auf der städtischen Geoportalstartseite http://geoportal.remscheid.de/stolpersteine zu finden sind.

Die drei „Stolpersteine“ für die ehemaligen EMA-Schüler putzte Franzen gestern zum letzten Mal. Denn jetzt, mit 74 Jahren, hat er die Patenschaft über die kleinen Mahnmale den Schülerinnen und Schüler der Oberstufen der drei Remscheider Gymnasien und der beiden Gesamtschulen sowie das Wermelskirchener Gymnasium übergeben (der Rücken und die Knie hatten nicht mehr mitgemacht). Dazu versammelten such in der großen Pause um 11.15 Uhr viele Schüler/innen der „EMA“ vor dem Schuleingang an der Elberfelder Straße. Und Oberstudiendirektor Hans Heinz Schumacher erinnerte an die am 7. Mai 1945 im Obersten Hauptquartier der Alliierten Expeditionsstreitkräfte in Reims unterzeichnete bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg, die am 8. Mai um 23:01 Uhr in Kraft trat. „Damit endete auch das unmittelbare Leid vieler Menschen, die von den deutschen Nationalsozialisten verfolgt wurden, weil sie anderen Staaten angehörten oder in Deutschland zu bestimmten Gruppierungen gehörten: Juden, Zeugen Jehovas, gläubige Menschen, Sinti und Roma, politisch Andersdenkende und Menschen mit Behinderungen“, sagte Schumacher. Bei Johann Max Franzen bedankte er sich "im Namen der gesamten Remscheider Bevölkerung für das herausragende gesellschaftliche Engagement".

Die Sophie-Scholl-Gesamtschule war bei der kleinen „Stabübergabe“ vertreten durch Lehrerin Ulrike Dietze und die Schüler/innen Lisa Scharwächter, Maximilian Obermeier, Julius Peitz und Valentina Stojanovic. Vom Leibniz-Gymnasium waren Schulleiter Dr. Thomas Giebisch und Lehrerin Friederike Hübner sowie die Schüler/innen Finne Heltenwig und Sebastian Peltzer erschienen. Vom Gertrud-Bäumer-Gymnasium kamen Schulleiter Stefan Döring und  Lehrerin Dorothee Philips sowie die Schüler/innen Chiara Jebsen, Rieke Arntz, Leonie Fluhrer, Jennifer Bornemann und Marie Hofer.
Im Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium wird sich künftig die Klasse 90a (Barcala, Laura; Brähler, Marie-Sophie; Criasia, Bennett; Ernst, Constantin; Estradas, Jarod; Fehling, Lea; Fischer, Anton; Gevorgyan, Mariya; Hanisch, Nils; Hasan, Anna; Jimenez-Trimpop, Gian-Luca; Kaufmann, David; Lauermann, Julia; Marczak, Saimen Marcel; Niehues, Henrik; Radzhabova, Leyla; Rehhagen, Vanessa; Rohlf, Pascal; Schier, Justin; Schmitz, Pascal; Scholtyssek, Janine; Scholz, Eloise; Senoglu, Ebru; Springob, Marie; Straub, Viktoria; Wichner, Nadja; Wilms, John) um die Stolpersteine kümmern. Wie Lehrer John Kessel berichtete, habe sie bereits die Gedenksteine auf der Alleestraße poliert, dienzu ihren Zuständigkeitsbereich gehören.
(Die Namen von Lehrern und Schülern der Albert-Einstein-Gesamtschule werden nachgetragen, sobald sie per E-Mail eingegangen sind).


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Städtisches Röntgen-Gymnasium am :

Am Montag, 13. November, um 12.30 Uhr werden Schüler des Röntgengymnasiums in der Kölner Straße 48 in Lennep Stolpersteine säubern, deren Pflege sie übernommen haben. Der Zusatzkurs Geschichte/Oberstufe unter Leitung der Geschichtslehrerin Claudia Rüß wird mit Blick auf den zurückliegenden 9. November auch im klei-nen Rahmen der Verfolgung und Vernichtung der Juden in der NS-Zeit gedenken. Matthias Lippert, Schulleiter des Röntgen-Gymnasiums, Burkard Mast-Weisz, Oberbürgermeister der Stadt Remscheid und weitere Ge-schichtslehrer werden anwesend sein.

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