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Heimatbund verteilt Verantwortung auf mehrere Schultern

Mit einem Vortrag von Dietmar Volk, Kaufmännischer Direktor der Evangelischen Stiftung Tannenhof, begann gestern Abend um 19.30 Uhr im Restaurant Neuenhof, Lüttringhauser Straße 154, eine öffentliche Mitgliederversammlung. Fast so, als stünden nur Regularien auf der Tagesordnung und man hätte alle Zeit der Welt. Dabei stand im Mittelpunkt der Versammlung die Wahl eines neuen Vorsitzenden / einer neuen Vorsitzenden für die verbleibende Amtszeit bis zur regulären Mitgliederversammlung im kommenden Jahr. Denn der bisherige Vorsitzende Peter Maar, der seit 2004 den Bürgerverein verkörpert hatte wie keiner seiner Vorgänger und der seit mehr als 30 Jahren dem Vorstand angehörte, legte in der Mitgliederversammlung ein Jahr vor dem regulären Ende der Wahlperiode sein Amt aus gesundheitlichen Gründen nieder. Das hatte er wenige Tage zuvor angekündigt. Und nur deshalb war die Zahl der erschienenen stimmberechtigten Mitglieder mit 53 so hoch, dass die Stühle im kleinen rückwärtigen Saal des Restaurants nicht ausreichten.

Auf Dietmar Volk folgte Heimatbund-Schriftführer Klaus Everling mit dem Jahresbericht. Er verwies auf 140 Veranstaltungen unterschiedlicher Art, die Bürgerinnen und Bürger von Lüttringhausen im vergangenen Jahr ehrenamtlich und erfolgreich organisiert hätten. Auch der Heimatbund-Vorsitzende Peter Maar sei dabei wieder beteiligt gewesen - „mit großem Engagement, vielen Ideen und viel Freude“.

Dagegen sei die Stadt Remscheid auf diesem Sektor kaum in Erscheinung getreten, sagte Maar (nach dem Bericht der Schatzmeisterin) in seinem persönlichen Rückblick auf seine zurückliegende Vorstandsarbeit. Darin zählte er zahlreiche Spendenaktionen (Weihnachtsbeleuchtung, Kriegerdenkmal neben der Stadtkirche etc.) auf und kündigte an, restaurieren lasse der Heimatverein auch das Kriegerdenkmal auf dem Lüttringhauser Friedhof. Denn dort werde in diesem Jahr die zentrale Trauerfeier (Volkstrauertag) der Stadt Remscheid stattfinden.

Zugleich räume Maar aber auch ein, sich mit einigen Forderungen als Vorsitzender des Heimatbundes bei der Stadt Remscheid nicht durchgesetzt zu haben. So sei leider das Bürgerbüro im Rathaus geschlossen worden, die Kreuzung Eisernstein warte noch immer auf einen Kreisverkehr, und das alte Lüttringhauser Hallenbad sei nicht zu einem Bürgerzentrum ausgebaut, sondern abgerissen worden. Für die Neugestaltung des Rathausumfeldes habe die Stadt Remscheid zwar 280.000 Euro zurückgelegt. Aber offenbar fehle ihr „wegen der großen Projekte in Lennep im Straßenbau und Handel“ (DOC) das Personal, um damit endlich zu beginnen. „Dafür habe ich kein Verständnis“, sagte Maar. „Das ist ein Trauerspiel!“

Es war mittlerweile 21.30 Uhr geworden, als Peter Maar seinen Rücktritt mit seiner angeschlagenen Gesundheit begründete und auf die drei Bypässe verwies, die ihm bereits drei Monate vor seinem Amtsantritt 2004 gelegt worden sein. Inzwischen seien ihm auch noch neun Stents gesetzt worden. Aber jedes Mal habe der Kardiologe  nach dem Eingriff versichert, sein Herz schlage weiter für Lüttringhausen.

Das attestierte ihm Karl-Heinz Meermagen, der Vorsitzende des Heimatbund-Beirats, als er Maars Verdienste würdigte. Der erste Laudator war er allerdings nicht. Kaum hatte Maar vergangene Woche seinen Rücktritt angekündigt, hatte ihm der CDU-Fraktionsvorsitzende Jens Peter Nettekoven einen Offenen Brief geschrieben: „Sie haben sich immer mit voller Kraft und Engagement für Ihre und unsere Heimat und deren Interessen eingesetzt. Dabei scheuten Sie sich nie, auch ein offenes Wort an die Politik zu richten. Als Vorsitzender agierten Sie jedoch immer mit offenem Visier und einer direkten Art, die ich sehr zu schätzen weiß! Lieber Herr Maar, vielen Dank für Ihr Engagement für Lüttringhausen und Ihre unermüdliche Arbeit für diesen sehr besonderen Stadtteil unserer Heimatstadt. Sie haben Lüttringhausen durch Ihre Arbeit nachhaltig geprägt. Dafür bin ich Ihnen als Bürger dieses Stadtteils sehr dankbar. Für Ihre Gesundheit wünsche ich Ihnen persönlich nur das Beste.“

Zuletzt verwies Peter Maar (Foto links) auf die anstehende Wahl und berichtete vom Beschluss des Vorstandes, künftig die Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen. Bis zu seiner Pensionierung war Maar 40 Jahre lang Beamter in der Remscheider Stadtverwaltung (Hauptamt) gewesen. Dort sei man schließlich vom „System der organisierten Unverantwortlichkeit abgekommen“ und habe den Fachbereichen mehr Kompetenzen übertragen. Inzwischen allerdings werde dort „vielfach wieder zentralistisch durchregiert“, so Maar. Der Heimatbund habe sich dagegen bislang noch nie auf dezentrale Strukturen verstanden. Vielmehr habe der Vorstand den Vorsitzenden gerne walten lassen. Nunmehr solle es aber neue Verantwortlichkeiten geben.

Die folgende Wahl leitete Karl-Heinz Meermagen: Bei zwei Enthaltungen wurde Rechtsanwältin Christiane Karthaus (bisher stellvertretende Vorsitzende) zur neuen Vorsitzenden gewählt. Die erste Frau an der Spitze des Heimatbundes wird das Amt zunächst bis zum Ende der regulären Amtszeit von Peter Maar (also bis 2018) behalten. Neue Schatzmeisterin ist Marlies Schwarz, neu im Vorstand ist Sandra Schulte als ihre Stellvertreterin. Stefan Jasper bleibt stellvertretender Schriftführer. 
In den Beirat wurden acht neue Mitstreiter gewählt: Thomas Schulte, Sascha von Gerishem, Angela Heise, Dagmar Formella, Thorsten Greuling, Bernhard Hoppe, Jochen Siegfried und Jürgen Koball.

 


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Kommentare

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Lothar Kaiser am :

Dach und Turm der Kirche auf dem Gelände der Stiftung Tannenhof seien sanierungsbedürftig, berichtete Dietmar Volk gestern Abend. Die Reparaturkosten bezifferte er mit 900.000 Euro. „Da werden wir wohl sammeln müssen!“ Des Weiteren ging er auf die verschiedenen großen Bauprojekte der Stiftung ein (über die der Waterbölles berichtet hatte) und sprach von teilweise schwierigen Verhandlungen mit der Bauverwaltung der Stadt. „Über dicke Bretter, die es zu bohren galt, sind wir jetzt bei dicken Balken angekommen!“

Heimatbund Lüttringhausen e.V. am :

Die Mitgliederversammlung des Heimatbundes Lüttringhausen wählte in der Jahreshauptversammlung am 11.7.2017 einstimmig den bisherigen Vorsitzenden Peter Maar zum Ehrenvorsitzenden mit Sitz und Stimme im Vorstand des Vereins.

Chronist am :

"Mit beratender Stimme" wäre sofort nachvollziehbar gewesen...

Peter Maar am :

Die Satzung des Heimatbundes sieht vor, dass ein Ehrenvorsitzender mit Sitz und Stimme im Vorstand vertreten ist. Es darf davon ausgegangen werden, dass ich in dieser Funktion ausschließlich "beratend" tätig sein werde. Dies habe ich in der Mitgliederversammlung auch ausdrücklich erwähnt.

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