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Glatt daneben: Wahlplakat als Bilderrätsel

Waterbölles-Kommentar

Wahlplakat von SPD-Bndestagskandidat Ingo Schäfer, von Beruf Feuerwehrmann.Ob heutzutage zum Kunstunterricht von Gymnasien noch die „Bildbesprechung“ oder „Bildinterpretation“ gehört? Ich weiß es nicht. Als Motiv dafür würde sich das Wahlplakat des SPD-Bundestagskandidaten Ingo Schäfer für den Wahlkreis 103 (Solingen - Remscheid - Cronenberg - Ronsdorf) empfehlen. Als ich das Poster das erste Mal an der Haddenbacher Straße an einem Laternenmast von Weitem entdeckte, sah es so aus, als fielen Ingo Schäfer auf der einen Seite lange, dunkle Locken über die Schulter. Was er auf dem Kopf trug, konnte ich auch aus näherer Sicht bei 50 km/h nur undeutlich wahrnehmen. Sieht so ein Feuerwehrhelm aus?

Klar, ein Feuerwehrhelm! Der 51 Jahre alte Solinger ist von Beruf Wachabteilungsleiter bei der Berufsfeuerwehr. Aber wer weiß das schon, wenn er keine Lokalzeitung abonniert hat und sich für Politik nur am Rande interessiert? Dann muss er schon Eins und Eins zusammenzählen, den (halben) Helm auf der Fotomontage mit der Unterzeile „Ihre Sicherheit ist mein Auftrag.“ Und ob er dann wirklich die richtigen Schlüsse zieht?

Zwischen Foto und Unterzeile steht in größerer Schrift „Mensch. Ingo!“ Mit einem Punkt und in der Mitte. Würde dort ein Komma stehen, hätte es auch eine Anrede sein können. Das aber hätte die Zahl der angesprochenen, potenziellen Wähler sehr eingeschränkt. Es geht also um den Mann auf dem Bild. Der heißt Ingo, wird dem Betrachter verraten. Ein Mensch – mit diversen Auftritten in seinem Wahlkreis unter dem Motto „Mensch. Ingo!“  Das steht da zwar nicht, aber darauf hat in den vergangenen Wochen die Remscheider SPD in Pressemitteilungen aufmerksam gemacht. Ob sich daran die Autofahrer und Passanten beim Betrachten des Wahlplakates erinnern? Wahrscheinlich nicht. Nachlesen können sie die Infos auf der SPD-Homepage im Internet. Da steht dann auch, dass Ingo Schäfer 2011 mit anderen Wehrleuten die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft gegründet hat, deren Vorsitzender er ist. Und dass er für die SPD (auf dem Plakat unscheinbar rechts oben vermerkt) kandidiert.

Gewiss, ein Wahlplakat und ein Wahlbrief sind zweierlei. Der Brief an die Bürgerinnen und Bürger sollte die politischen Positionen verdeutlichen, für die der Kandidat steht. Das Plakat sollte dafür da sein, den Menschen einprägsam vorzustellen. Mit seinem Namen und der Partei, für die er antritt. Ein Bilderrätsel (Rebus) ist hier fehl am Platz.

Ein Rätsel ganz anderer Art ist für mich, warum das niemand aus dem Wahlkampfteam von Ingo Schäfer frühzeitig erkannt hat. Und warum der Kandidat sich letztlich auf dieses Plakat überhaupt eingelassen hat. Es ist am PC-Bildschirm entstanden. Soweit, so gut. Bei entsprechender technischer Ausstattung hätte man den Entwurf in DIN A3 ausdrucken, probeweise an einem Straßenmast hängen und sich von weitem ansehen können. Das ist, darauf wette ich, nicht geschehen. Anders ist die Entscheidung für diese verworrene bildliche Vermischung von Feuerwehrmann und Politiker nicht zu erklären. „Gut gemeint“ ist eben nicht immer auch „gut gemacht“. Das gilt auch für den Slogan „Mensch.Ingo!“ Den gab es in ähnlicher Form schön früher: „Mensch Meier!“, „Mein Gott, Walter!“

Mein Fazit: Für manche Werbung mag zwar der alte Grundsatz gelten "Egal, ob gut oder schlecht, Hauptsache, man redet über uns!" Aber: Dieses Wahlplakat hat die SPD verhunzt. Schade! Dabei ist Ingo Schäfer eigentlich ein gestandener Mann, der auch auf (normalen) Fotos sympathisch rüberkommt. Das beweist das Foto links oben, im Internet zu finden auf der Homepage des Kandidaten. Mann, oh Mann, SPD!!


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Kommentare

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Wolfgang Rau am :

Mir fiel dieses Plakat auch negativ auf. Neben der schlechten Visualisierung des Kandidaten und des fragwürdigen Slogans kam mir die Assoziation "Die Partei der halben Sachen".

Torsten Sackmüller am :

Und ich habe gedacht, das sei ein Kampfpilotenhelm oder sonst was Militärisches. Na gut, »Sicherheit« kann natürlich auch Sicherheit vor Feuer bedeuten. Doch meistens geht es ja bei der Wahlpropaganda eher um die Staatssicherheit. Und wenn die ein Anliegen der Politik ist, dann sollte erst mal beschlossen werden, dass Deutschland aus den Waffenexportgeschäften aussteigt. Dadurch hülfe man mit, den Terrorismus auszutrocknen, da auch legal an NATO-Mitgliedsstaaten gelieferte Waffen immer ihren Weg auch in terroristische Kreise finden. Und ein Verbrechen an der Humanität sind Geschäfte mit Waffen sowieso. Wie auch immer – selbst rein gestalterisch, wie so schön in dem Artikel beschrieben, ist das Plakat völlig daneben. Wahrscheinlich hat das ein Anfänger mit einem »einfach zu bedienenden« Bildbearbeitungsprogramm mal eben für wenig Geld so dahingerotzt – so wirkt es auf jeden Fall.

Christian Groger am :

Das Plakat ist wohl durchdacht und beinhaltet eine geheime Botschaft: Sind wir eher für Links oder doch etwa für Rechts.... Als ehemaliger Kunstlehrer an Remscheider Gymnasien würde ich dieses Plakat als haptische Übung mit der Schere einsetzen: Thema: Zerteile das Plakat mit einem logischen Schnitt - und werfe beide Teile in den Papierkorb.

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