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Warten auf "bedarfsgerechte Konzepte" hält an

Waterbölles-Kommentar

Sozialarbeiter Daniel Schmidt vor großer Aufgabe“, titelte der Waterbölles am 30. März 2016, nachdem die Stadt den bekannten Remscheider Marathonläufer als Koordinator eines neuen Modellprojekts des Landes NRW („Altengerechte Quartiersentwicklung Remscheid-Süd“) vorgestellt hatte. Dieses „Quartier“ ist groß, umfasst Zentralpunkt, Neuenkamp, Fichtenhöhe, Wüstenhagen, Bökerhöhe, Mixsiepen, Struck, Falkenberg, Ehringhausen und Bliedinghausen. Dort wohnen insgesamt rund 24.000 Menschen. Ein Fünftel davon, genau: 5.130, sind 65 Jahre alt oder älter, darunter 1.700 alleinlebend. 80 Jahre alt oder älter sind 1.470 Menschen, davon ca. 700 alleinlebend. In den Zahlen sind die  Bewohner der drei Altenheime im Südbezirk nicht enthalten.

Die Zahlen sind nicht neu. Exakt dieselben nannte der Sozialarbeiter, als er im Dezember 2016 den Mitgliedern der Bezirksvertretung Süd das Projekt vorstellte. Damals sollte es noch eine Laufzeit von zwei Jahren haben und am 31. Januar 2018 enden. Inzwischen sei es, finanziert vom Land NRW, um ein weiteres Jahr verlängert worden, sagte Daniel Schmidt am vergangenen Donnerstag im Integrationsrat und hielt einen PowerPoint-Vortrag. Von dem zeigten sich die Beiratsmitglieder beeindruckt, wenngleich er sich von früheren nur in Nuancen unterschied und keine konkreten (Zwischen-)Ergebnisse enthielt, noch nicht einmal in Ansätzen.

Dabei hatte Ministerin Barbara Steffens von „maßgeschneiderten, bedarfsgerechten Konzepten“ gesprochen, als sie das Projekt 2015 in Düsseldorf vorstellte. Projektkoordinator Schmidt sieht sich dabei eher als Impulsgeber, wie er im März 2016 sagte. Das schließt offenbar die Lenkungsgruppe und die Quartierskonferenz ein, die als zwei weitere Säulen zu dem Projekt gehören. Sozialdezernent Thomas Neuhaus umriss das Aufgabenfeld dieser drei Projektsäulen im März 2016 wie folgt:

  • Aufbau von Prävention und von Versorgungsnetzwerken
  • Initiierung altengerechter Bau- und Wohnprojekte
  • Aufbau und die Stärkung von Nachbarschaftshilfen und -initiativen
  • Initiierung wohnungsnaher Entlastungs- und Unterstützungsangebote für pflegende Angehörige
  • Initiierung von Engagement-Möglichkeiten sowie von teilhabeorientierten und gesundheitsfördernden Maßnahmen.

In sieben Handlungsfeldern wurde zu Projektbeginn eine detaillierte Bestandsaufnahme in Aussicht gestellt:

  • Information und Beratung (Ziel: Ausreichende Informationsmöglichkeiten über Angebote im Quartier und Beratung über in Frage kommende Hilfen)
  • Infrastruktur und Mobilität (Ziel: Möglichkeit der bedarfsgerechten Sicherstellung der Versorgung im näheren Umfeld)
  • Alltagshilfen, Unterstützung, Gesundheit, Pflege (Ziel: Schaffung von Strukturen und - präventiven - Angeboten, die bedarfsgerechte Hilfe und Unterstützung sicherstellt)
  • Begegnung und Nachbarschaften, soziale Netzwerke (Ziel: Niederschwellige Möglichkeiten zur Befriedigung des Bedürfnisses nach Begegnung, Kommunikation und Sicherheit)
  • Beteiligung/Vernetzung und bürgerschaftliches Engagement (Ziel: Beteiligung der Bewohner bei der Ausgestaltung ihres Quartieres und Ausbau ehrenamtlicher Netzwerke im Quartier)
  • Wohnen und Wohnumfeld (Ziel: Adäquate Wohnmöglichkeiten und altengerechtes Wohnumfeld im Quartier)
  • Freizeit, Kultur und Bildung (Ziel: Information über und barrierefreier Zugang zu Freizeitangeboten, kulturellen Angeboten und Bildungsangeboten im Quartier)

Aufgabe der Quartierskonferenz werde es sein, aus Bedarfen und Potenzialen weitere konkrete Maßnahmen zu entwickeln. Dieses Quartierskonzept könnte dann womöglich Vorbild werden für die altengerechte Entwicklung in anderen Remscheider Stadtbezirken.

Heute, nach anderthalb Jahren und 378 Arbeitstagen auf einer Vollzeitstelle, sollte Daniel Schmidt eigentlich erste Erkenntnisse und Ergebnisse vorlegen können – sollte man meinen. Doch dazu sagte Daniel Schmidt am Donnerstag – nichts! Wohl aber erfuhr der Integrationsrat, es sei für ihn „teilweise schwierig, an die Migrantenvereine heranzukommen“. Die Frage nach den Gründen wurde leider nicht gestellt und blieb demzufolge unbeantwortet.

Wie oft die Lenkungsgruppe bis heute getagt hat? Man weiß es nicht. Die Quartierskonferenz kam bisher ein einziges Mal zusammen (Februar 2017). Für den 2. November ist ihr nächstes Treffen geplant. Dann endlich sollten erste konkrete Maßnahmen („maßgeschneiderte, bedarfsgerechte Konzepte“?) auf der Tagesordnung stehen, die sich aus ermittelten „Bedarfen und Potenzialen“ ergeben haben. Damit sich diese die übrigen Remscheider Stadtteile, wie erhofft, zum Vorbild nehmen können.

Die Frage, wie es nach drei Jahren weitergehen soll, wenn das Projekt ausgelaufen ist, stellte im Integrationsrat Ralf Wieber (CDU). Die Antwort ist klar: Das kommt auf die Ergebnisse an. Hoffentlich gibt es dann welche, und sie sind konkret.


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Lothar Kaiser am :

Die Fördermittel für das Projekt „Altengerechte Quartiersentwicklung“ beziehen sich auf den Zeitraum bis einschließlich 28. Februar 2019. Die voraussichtlichen Kosten für den gesamten Projektzeitraum: 257.450 Euro. Die Summe setzt sich zusammen aus der Landeszuwendung in Höhe von 133.235 Euro und dem städtischem Eigenanteil von 124.215 Euro. So die städtische Pressesprecherin Viola Juric auf Anfrage.

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