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Große Pläne dampften ein auf einen Quartiersplatz

Jahrelang kreißte der Berg und gebar dann ein Mäuslein. So lässt sich die Geschichte des Bebauungsplans Nr. 644 (Gebiet: Freiheitstraße, Honsberger Straße, Stakelhusen) zusammenfassen. Sie begann im Juni 2009 mit einer „Planungswerkstatt“. Darüber berichtete der Waterbölles am 18. August 2009 unter der Überschrift Der "Stachus" liegt auf der Freiheitstraße und wird grün. Heute steht fest: Zu früh gefreut!

Bei der "Planungswerkstatt", zu der der Fachdienst Stadtentwicklung, Wirtschaft und Liegenschaften (bzw. Stadtplaner Hans Gerd Sonnenschein) eingeladen hatte, waren für Stachelhausen-Mitte folgenden Ziele genannt worden: Individuelles Wohnen an der Trasse des Werkzeugs, der Neubau von Einfamilienhäusern und die Begrünung der Freiheitstraße, der Rückbau der Alten Freiheitstraße, Kremenholler Straße und der Umbau der Südstraße/Honsberger Straße, die Erweiterung des Museums „Destille“ und die Attraktivierung der „Kraftstation“.

In einer Verwaltungsvorlage wurde das damals wie folgt konkretisiert:

  • Neues Wohnen - urban und grün zwischen Kremenholler , Süd- und Freiheitstraße
  • Gewerbehof-Neuordnung, Aufgabe der Wohn- und Mischbebauung
  • Multifunktions-Bürgersaal in der alten Villa am Frantzensgässchen
  • serviceorientiertes Mehrgenerationen-Wohnangebot
  • hochwertige Stadthäuser und -villen am Cityrand
  • Nord-Süd-Grünverbindung mit Anbindung an die Trasse des Werkzeugs (Skulpturenpark)
  • ergänzende Begrünung und Möblierung der Trasse des Werkzeugs.

Mit Hinweis auf die Planungswerkstatt verzichtete die Bezirksvertretung (BV) Alt Remscheid im Mai 2012 auf eine frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung zum Bebauungsplan Nr. 644. Vom 29. Oktober bis 16. November 2012 wurde der PLan offengelegt. Ziel sei es, das Areal Honsberger Straße 2-4, das Gelände der Destille Frantzen und das der seit Jahren leerstehenden Villa am Frantzengässchen aufzuwerten und neu zu nutzen, letzteres als Multifunktions-Bürgersaal, hieß es auch bei dieser Gelegenheit. Von „Neuem Wohnen“,  urban und grün, zwischen Kremenholler, Süd- und Freiheitstraße war die Rede, von einem serviceorientierten Mehrgenerationen-Wohnangebot, hochwertigen Stadthäuser und -villen am Cityrand und von einer Nord-Süd-Grünverbindung mit Anbindung an die Trasse des Werkzeugs (Skulpturenpark und Möblierung der Trasse).
Von einer geplanten Erweiterung des Museums „Destille Frantzen“ habe es noch gar nichts gewusst, sagte damals Dr. Rainer Frantzen, Inhaber der Kornbrennerei Gebr. Frantzen GmbH & Co. KG, nachdem er Blick in den Entwurf des Bebauungsplans geworfen hatte.

Am Dienstag stand der Bebauungsplan erneut auf der Tagesordnung der BV. Es ging um die Entscheidung über die eingegangenen Anregungen und Bedenken aus der Bürgerschaft und beteiligten Behörden sowie um den Satzungsbeschluss. Das hielt die BV-Mitglieder nur wenige Minuten auf. Esa hieß, zu dem geplanten Quartiersplatz könnten Fördermittel des Landes auch noch 2018 abgerufen werden.

Im Ratsinformationssystem findet sich zu dem Tagesordnungspunkt umfangreiches Aktenmaterial. Dazu gehört auch ein Schreiben der Brennerei Frantzen vom 15. November 2012 an Dipl.-Ing. Andreas Huth (Stadtentwicklung). Zitat: „Weder Ihr Amt noch das Architektenteam aus Weimar, welches seinerzeit den Wettbewerb zur Neu-/Umgestaltung des Areals gewonnen hat, haben mit uns persönlich oder schriftlich Kontakt aufgenommen, bevor ein größerer Teil unseres Geländes mit neuen Gebäuden überplant wurde. Es würde uns interessieren, zu erfahren, ob und wenn ja, mit welchen potentiellen Investoren (Bauträgern) Sie Gespräche geführt haben, die eine (...) Bebauung mit Wohnhäusern realistisch erscheinen lässt. (...) Was verstehen Sie unter Skulpturenpark in diesem Areal?“

Ob es danach zwischen der Stadt und der Brennerei Frantzen Gespräche gegeben hat, geht aus den Unterlagen der Stadt nicht hervor. Fest steht jedenfalls nunmehr: Das Plangebiet fällt deutlich kleiner aus, beschränkt sich im Wesentlichen auf das Gelände der alten Trafo-Station der Stadtwerke (Foto oben links) an der Honsberger Straße unterhalb des Jugendzentrums „Kraftstation“ und, nebenan, das Gebäude, das früher die Kfz-Zulassungsstelle beherbergte (Foto obnen rechts).

Aus der gestrigen Beschlussvorlage ergibt sich, wie sehr das Plangebiet und damit auch die einstigen ehrgeizigen Pläne der Stadtplaner eingedampft worden sind. Zitat: „Durch die Verkleinerung des Plangebietes wird das eigene Grundstück („Kraftstation“) nicht mehr überplant und ein Rückbau, der Alten Freiheitstraße ist auch nicht in Planung. Ein Umbau bzw. Rückbau der Freiheitstraße ist derzeit ebenfalls nicht geplant, und weitere Fragen nach Fördermitteln und Zeitplanungen sind nicht im Rahmen dieses Bauleitplanverfahrens zu klären. Die einzigen relevanten Punkte betreffen die Nutzung des Grundstücks Honsberger Straße 4.“

Die beiden Gebäude darauf sollten eigentlich im vorigen Jahr abgerissen werden, wie es damals (Juni) hieß. Der neue Termin ist nun das Frühjahr 2018. Denn zunächst soll der Bebauungsplan rechtkräftig werden. Danach könnten der Abbruch und die Überlegungen zur konkreteren Gestaltung des Quartiersplatzes zwischen „Kraftstation“ und „Trasse des Werkzeugs“ unter Bürgerbeteiligung parallel laufen, sagte Andreas Huth gestern dem Waterbölles. Einige Anregungen zur Gestaltung des Platzes habe die Verwaltung bereits positiv bewertet und in die Überlegungen zur Platzgestaltung aufgenommen: Spielanlagen, Aufenthaltsflächen, einen Kiosk und Fahrradabstellplätze.


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