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Gemeinsamer Weg zum Weltkulturerbe

Presseinformation der Stadt Remscheid

Fünf beeindruckende Großbogenbrücken in vier Ländern Europas – jede einzelne von ihnen eine revolutionäre technische Meisterleistung, alle gebaut in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und alle bis heute erhalten. Jetzt sollen sie gemeinsam zum Weltkulturerbe werden: die Müngstener Brücke in Deutschland,  die beiden Brücken "Ponte Dom Luis I" und "Ponte Maria Pia" in Portugal, das "Viaduc de Garabit" in Frankreich und die "Ponte San Michele" in Norditalien. Jede dieser Brücken war damals Stolz der jeweiligen Nation. Heute erkennen wir vor allem die Verbindung: Die fünf Großbrücken sind konstruktiv eng miteinander verwandt und veranschaulichen, wie sich im 19. Jahrhundert Techniken entwickelt haben, die für den modernen Großbrückenbau wegweisend sind.

Die Initiative ist einzigartig: Partner aus vier Ländern Europas engagieren sich gemeinsam, um eine gemeinschaftliche Bewerbung als "transnationales serielles UNESCO-Welterbe" auf den Weg zu bringen. Der Startschuss fällt mit dem international besetzten Fachkongress "Brücken im UNESCO-Welterbe", der gestern und heute – pünktlich zum 120. Geburtstag der Müngstener Brücke – in Haus Müngsten tagt(e).

Der Anstoß kam von den drei Oberbürgermeistern des Bergischen Städtedreiecks, Burkard Mast-Weisz, Remscheid, Tim Kurzbach, Solingen, und Andreas Mucke, Wuppertal. Bei der Tagung begrüßen sie ihre Amtskollegen Renzo Rotta, Bürgermeister der Stadt Paderno d'Adda in Italien, Gérard Delpy, Bürgermeister von Ruynes-en-Margeride in Frankreich und Rui Loza, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Porto in Portugal, zudem Experten aus Deutschland und Europa. Mitveranstalter sind ICOMOS Deutschland (Internationale Rat für Denkmalpflege) und TICCIH Deutschland (International Commitee for the Conservation of the Industrial Heritage). Beide Institutionen beraten das UNESCO-Welterbe-Komitee, das für die Einschreibung in die UNESCOWelterbeliste zuständig ist.

Unterstützt wird die Initiative von der Deutschen Bahn als Eigentümerin der Müngstener Brücke. Sie hat in den letzten Jahren erhebliche Mittel investiert, um das Brücken-Monument zu erhalten. Beim Kongress wird sie von Peter Alsbach (DB Netze, Leiter Produktionsdurchführung) vertreten. Mit der geplanten Nominierung wollen die europäischen Partner vor allem den Gedanken der "Verbindung" aufgreifen: Gemeinsam will man sich dafür stark machen, dass die Großbogenbrücken, die an ihren jeweiligen Standorten seit Jahrzehnten Verbindung schaffen, für kommende Generationen erhalten werden können. Zugleich soll der gemeinsamen Weg aber auch der Beginn einer engen Kooperation sein, der die Verbindung zwischen den einzelnen europäischen Kommunen und Ländern stärkt und festigt. Auf diese Weise trägt die Bewerbung zur interkulturellen Völkerverständigung bei. Höhepunkt des Kongresses war gestern Abend die Unterzeichnung eines  "Memorandums of Understanding". Es ist beabsichtigt, dass auch die beteiligten Bahnen ein solches Memorandum auf den Weg bringen.

Zum Hintergrund:  Im Jahr 2011 fand in Nordrhein-Westfalen ein Interessenbekundungsverfahren statt, das zum Ziel hatte, potenzielle neue deutsche Welterbestätte in allen Bundesländern zu identifizieren. Ziel des Verfahrens war es, die deutsche Vorschlagliste für das Welterbe (Tentativliste) erneut zu füllen. Vom Bergischen Städtedreieck wurde damals die Müngstener Brücke vorgeschlagen. Die in das Interessenbekundungsverfahren eingebundene Jury empfahl damals, die Brücke nicht als Einzelbauwerk vorzuschlagen, sondern vielmehr eine so genannte "serielle transnationale" Nominierug anzustreben. Dabei sollten weitere Großbogenbrücken, die mit der Müngstener Brücke konstruktiv verwandt sind, einbezogen werden. Dieser Empfehlung folgt die jetzt angestrebte gemeinsame Bewerbung. 


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