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Klare Worte im Entwurf des Ehrenamtskonzepts

Alle zwei Jahre müssen die Kommunen ihr Integrationskonzept fortschreiben. So steht es in den Förderrichtlinien zur Inbetriebnahme eines Kommunalen Integrationszentrums nach Vorgaben des Ministeriums für Kinder, Familien, Flüchtlinge und Integration (MKFFI) und der Bezirksregierung Arnsberg. Berücksichtigt werden müssen dabei die Handlungsstränge „Integration als Querschnittsaufgabe“ und „Integration durch Bildung“. Und hinzukommen soll nun auch ein Ehrenamtskonzept. Das Kommunale Integrationszentrum der Stadt Remscheid hat das 25 Seiten umfassende Papier jetzt dem Integrationsrat zur Sitzung am 23. November vorgelegt. Wird dem Konzeptentwurf dort zugestimmt, kann der Rat der Stadt darüber am 30. November endgültig beschließen.

"Es besteht
Handlungsbedarf!"

Geschätzt arbeiten in Remscheid derzeitig etwa 150 Personen frei­willig im Bereich der Flüchtlingshilfe. Die Tätigkeiten reichen von Angeboten der Sprachvermittlung bzw. -förderung für Erwachsene ohne Zugang zu BAMF-Integrationskursen über Hausaufgabenhilfe und Betreuung von Kindern bis hin zur intensiven Einzelbetreuung einer Person oder ganzen Familie als ehrenamtlicher Pate bzw. ehrenamtliche Patin. (...) Besonders die wachsende Gruppe an Helfern aus dem direkten sozialen Umfeld der Geflüchteten stellt für die städtische Betreuung des Ehrenamtes in der Flüchtlingshilfe eine nicht zu unterschätzende Ressource, aber auch Herausforderung dar.

Für jene Remscheider/innen, die sich über Möglichkeiten des freiwilligen Engagements in der Flüchtlingshilfe informieren wollen und die bislang keinen Zugang zu einem Träger gefunden haben, ist es schwierig, grundlegende Informationen zu Ansprechpartnern, Aufgabengebieten und dem städtischen Angebot eigenständig zu recherchieren. Hier wird ein dringender Handlungsbedarf deutlich. Es fehlt eine offizielle Zusammenstellung von Informationen zu Angeboten und dem ehrenamtlichen Engagement in der Flüchtlingshilfe der Stadt, die interessierten Bürgerinnen und Bürgern den Einstieg in dieses Betätigungsfeld erleichtert. (Zitat aus dem Konzeptentwurf)

„Das Ehrenamt hat in Remscheid in der Flüchtlingshilfe einen sehr großen Stellenwert eingenommen und viel zum erfolgreichen Gelingen der Integrationsarbeit beigetragen. Bisher konnten die ehrenamtlich tätigen Remscheiderinnen und Remscheider durch unsere Trägerlandschaft betreut werden. Doch es gibt ebenso viele Personen, die nicht an einen Träger gebunden werden möchten aber dennoch Betreuung und Beratung bei ihrer Arbeit mit Flüchtlingen/Geflüchteten benötigen“, heißt es in der Beschlussvorlage der Verwaltung. „Das Ehrenamtskonzept deckt sowohl den Handlungsstrang ‘Integration als Querschnittsaufgabe’ ab, indem die Bereiche der Vernetzung und auch Akquise – gerade auch Menschen mit Fluchterfahrung -  angesprochen werden, als auch den Handlungsstrang ‘Integration durch Bildung’ im Bereich der Qualifizierung der Ehrenamtlichen. In das Ehrenamtskonzept wurden ebenfalls Anregungen und Erfahrungen interner und externer Experten mitaufgenommen. Das Integrationskonzept wurde somit um das Handlungsfeld ‘Ehrenamt’ erweitert.“

„Unser Remscheid, unsere Solidarität“ steht über dem Vorwort zum neuen Ehrenamtskonzept der Stadt. Und zitiert wird der Dichter Friedrich Schiller: „In seinen Taten malt sich der Mensch!" Bereits 2014 habe Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz zum Beginn der durch den Bürgerkrieg in Syrien ausgelösten, dann stark angestiegenen Zuwanderung von Flüchtlingen nach Europa – respektive Deutschland –- eine klare .Farbpalette' für die Remscheider Flüchtlingsarbeit festgelegt.

„Ehrenamtliche unterstützen nicht nur mit ihrer erbrachten Arbeitsleistung und Angeboten die Integration von Geflüchteten, sondern vermitteln auch gleichzeitig ein gutes Beispiel für unsere gesell­schaftlichen Ideale und Werte“, heißt es weiter. „Wenn wir als offene und tolerante Gesellschaft erkannt und anerkannt werden wollen, müssen wir durch unsere Taten auch als solche wirken. Ehrenamtliche können durch ihr persönliches Engagement bei Geflüchteten bestehende Vorbehalte gegenüber kommunalen und staatlichen Strukturen abbauen. Zudem wirken sie als Meinungsmultiplikatoren in ihrem persönlichen Umfeld einer einseitigen oder negativen medialen Be­richterstattung entgegen. Dem Ehrenamt kommt daher eine Schlüsselrolle bei der Integration von Geflüchteten zu.“

Ziel der Flüchtlingshilfe - wie sie in Remscheid gelebt werde - sei nicht die Segregation der Geflüchteten in spezielle Angebote, sondern die Teilhabe aller Remscheider Bürgerinnen und Bürger, gleich welcher Herkunft, am gesellschaftlichen Leben unserer Stadt. Dies könne z. T. über Angebote erfolgen, die sich zunächst speziell an Geflüchtete richten. „Aus den heutigen Flüchtlingen werden Nachbarn, werden Freunde, werden Remscheiderinnen und Remscheider mit Migrationshintergrund - wie gut ein Drittel der in Remscheid lebenden Bevölkerung. Deshalb kann ein Konzept für das ehrenamtliche Engagement in der Flüchtlingsarbeit nicht losgelöst vom Integrationskonzept unserer Stadt stehen, sondern muss künftig integraler Bestandteil dieses Konzeptes werden.“

Als ein Ziel wird genannt, „in der zweiten Jahreshälfte vermehrt organisatorische und operative Routinen in den Abläufen des Kommunalen Integrationszentrums zu verankern, die in der Flüchtlingshilfe zu einer nachhaltigen Verbesserung der Kommunikation und der Netzwerkarbeit beitragen sollen.“ Zugleich wird darauf verwiesen, „dass die Aufrechterhaltung der geschaffenen Strukturen personelle Kapazitäten bindet und auch in Zukunft binden wird. Besonders von der poli­tischen Führung der Stadt muss daher bald eine bewusste und deutliche Entscheidung für oder gegen die aktive Förderung und Begleitung des freiwilligen bürgerschaftlichen Engagements in der Flüchtlingshilfe getroffen werden.“


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Kommentare

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Chronist am :

Gestern hat der Integrationsrat einstimmig dem Rat der Stadt die Beschlussfassung über das Ehrenamtskonzept empfohlen.

Beatrice Schlieper, Fraktionssprecherin der Grünen am :

Das Ehrenamt ist eine wichtige Säule unseres städtischen Zusammenlebens. Ohne das Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger könnten viele soziale, sportliche und kulturelle Angebote nicht stattfinden. Das Ehrenamt macht Remscheid lebenswert. Ob im Sportverein, der Kultur oder der Flüchtlingsarbeit. In vielen Bereichen sind die Remscheiderinnen und Remscheider ehrenamtlich aktiv. Dies bedarf einer hohen Wertschätzung. Daher hat sich die Stadt Remscheid der von der Landesregierung Nordrhein-Westfalen angebotenen Ehrenamtskarte angeschlossen. Diese Ehrenamtskarte ist kostenlos und mit ihr verbunden erhalten besonders Engagierte ein Dankeschön in Form von attraktiven, landesweiten Vergünstigungen. Die Ehrenamtskarte wird in der Regel vom Oberbürgermeister persönlich übergeben, kann aber auch zugeschickt werden. In der Vergangenheit hatte man die Wahlmöglichkeit. Der diesbezügliche Button auf dem Beantragungsformular wurde entfernt. Ein offizieller Übergabetermin fand in letzter Zeit nicht mehr statt. Hat sich die Konzeption der Vergabe von Ehrenamtskarten verändert? Wenn ja, wie und warum hat sich die Vergabe verändert?

Chronist am :

Die Antwort auf die Anfrage der Grünen lieferte die Verwaltung in der heutigen Ratssitzung: „Die Konzeption der Vergabe einer Ehrenamtskarte hat sich grundsätzlich nicht verändert. Es werde lediglich das gegenwärtige Musterformular zur Beantragung einer Ehrenamtskarte um einen Button (persönliche Übergabe oder auf Wunsch postalische Zusendung der Ehrenamtskarte) ergänzt und das neue Formular dann auf www.ehrensache.nrw.de und www.remscheid.de eingestellt. Die Ehrenamtskarten würden auch künftig weiter vergeben, kündigte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weist auf Nachfrage von Jutta Velte an. werden wird.

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