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Als sich der Schnee in den Straßen noch häufte

Winter in der Lenneper Altstadt „Winter“ konnte ich das in den vergangenen Tagen noch nicht nennen: eine dünne Schneeschicht in freier Natur, in der Stadt zumeist schnell weggeschippt oder getaut. Da kommt der oft gehörte Spruch „Früher war alles anders!“ wieder in den Sinn, die Jugendzeit, in der so viel Schnee fiel, dass die Kinder in den aufgetürmten Schneehügeln am Straßenrand Höhlen graben konnten.

Aus dem vorigen Jahrhundert stammen auch die Schwarz-Weiß-Aufnahmen aus der „Sammlung Lempe“, die Dr. Wilhelm R. Schmidt dem Waterbölles zur Verfügung stellte. Da gab es in der Lenneper Altstadt noch Schnee in Hülle und Fülle.

Und der Lenneper Heimatforscher machte auf ein ganz besonderes Winterbild aufmerksam, das den Alter Markt in Lenep im Stil des Naiven Realismus zeigt, gemalt von Josef Hawle (69) aus Troisdorf. Wie dessen Internetseite (http://www.hawle-kunst.de/kontakt.html) verrät, ist der studierte Designer in vielen künstlerischen Bereichen unterwegs, schuf unzählige Gemälde, Fassadenmalereien, (Holz-)Skulpturen und sogar Bühnenbilder. In der Vorweihnachtszeit bei seinen Kunden besonders beliebt: Weihnachtskarten und Adventskalender mit winterlichen Motiven.


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Kommentare

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Dr. Wilhelm R. Schmidt am :

Das Foto links oben zeigt die Lenneper Neugasse im Winter und ist wahrscheinlich vor mehr als hundert Jahren entstanden. Wenn man es mit der jetzigen Ansicht vor Ort vergleicht, dann würde manch einer vielleicht sagen, na klar, sieht man doch, das ist die Lenneper Neugasse. Ja, natürlich ist sie das, und doch: zwischen der Situation dort vor einhundert Jahren und heute bestehen gewaltige Unterschiede. Der Überlieferung nach entstand die Neugasse nach dem letzten großen Stadtbrand Lenneps (1746), also Mitte des 18. Jahrhunderts. Obwohl die Lenneper Bürger ja beim Wiederaufbau der Stadt gegen den Wunsch ihres Landesherrn an den alten mittelalterlichen Grundrissen festhielten, so wurden doch, schon wegen der eintretenden Stadterweiterung, auch neue Wege nach außen geschaffen. So wird weithin auch der heutige, allerdings historisch nicht gänzlich durchgehende Name Neugasse interpretiert. Viele der Anfang des 20. Jahrhunderts noch existenten Häuser dort wurden noch im 18. Jahrhundert gebaut. Auf dem Foto sieht man auch alte Lenneper Häuser, die heute auf beiden Seiten der Neugasse nicht mehr existieren. Als unser Foto vor ca. vierzig Jahren einmal in der heimischen Zeitung abgedruckt wurde, da hieß es in der Unterschrift: „Lenneps verschneite Altstadt, wie sie einmal war“. Zur Geschichte des Hauses links auf unserem heutigen Foto, es handelt sich um die ehemalige Neugasse Nr. 9, recherchierte der in Lennep unvergessene Egon Viebahn von den Altstadtfreunden im Jahre 1994 Folgendes: „Wie für fast alle Lenneper Altstadthäuser kann das genaue Alter dieses Gebäudes nicht angegeben werden. Es sind keine Unterlagen vorhanden. Aufgrund seiner Struktur muss es in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts entstanden sein; das Dach und die Giebelstellung zur Gasse deuten darauf hin. Nachweisbar ist das Haus erst im Jahre 1827. Der Eigentümer war Caspar Rüßmann. Zu dieser Zeit hieß die Neugasse Elberfelder Straße. In den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts dürfte Daniel Becker im Besitz des Hauses gewesen sein, denn 1901 war seine Witwe die Eigentümerin. Im Jahre 1925 kommt der Name der Witwe Becker letztmals als Hausinhaberin in Unterlagen vor, 1927 nicht mehr. Das Haus ging an die Stadt über. Vom 25.0ktober 1930 stammt die Abbruchgenehmigung.. Eine Meldung, die das Datum des 8.Dezember 1930 trägt, sagt aus: Das Haus ist niedergelegt und eingeebnet.”

Hans Werner Degiorgio am :

"Als sich der Schnee in den Straßen noch häufte." Warum in der Vergangenheit geschrieben? Hier im unteren Teil der Engelbertstraße häuft sich zur Zeit auch der Schnee. Vieleicht kommt ja noch irgenwann ein Schneeräumer vorbei. Rodel kann man aber gut.

Dr. Wilhelm R. Schmidt am :

Eine ehemalige Lenneperin schreibt mir gerade zur Neugasse aus Übersee: "Manch schwere Tasche wurde vom Markteinkauf die Neugasse rauf zur Endringhauser Straße getragen, hauptsächlich von meiner lieben Mutti – ganz gleich ob Sonne, Regen oder Schnee. Auch für diese Erinnerung wieder herzlichen Dank! Ich bekomme immer wieder ein bisschen Heimweh, wenn ich Ihre Berichte lese, obwohl wir uns auch hier sehr, sehr zu Hause fühlen; wir sind nun schon über ein halbes Jahrhundert hier. Bei uns ist es traumhaft schön, aber die Heimatstadt bleibt halt immer die Heimatstadt. So viele wertvolle und liebe Erinnerungen!"

Dr. Wilhelm R. Schmidt am :

Zur Thematisierung der Neugasse im Winter erhielt ich noch folgende Zuschrift von einem "alten Lenneper": Er schrieb: "Hallo Herr Schmidt - in Ihrem Bericht erwähnen Sie auch Herrn Egon Viebahn. Ich habe in den 1980er Jahren mit Herrn Viebahn einen Film gemacht in Verbindung mit einer Altstadtführung. Herr Viebahn hatte sich den Film in unserer Firma gespannt angesehen und dabei gesagt, er habe da etwas Falsches erzählt. Es ging um eine Jahreszahl. Ich antwortete, dass bei den Zuschauern hätte dieses wohl kaum einer bemerkt, aber Herrn Viebahn hat es wohl etwas "gewurmt". Er betonte bei seiner Ausprache immer sehr das "rrr" und meinte, es gäbe wohl kaum ein Wort in Remscheid ohne dieses "rr". Ich meinte zu Herrn Viebahn: "Sie kommen doch gar nicht aus Remscheid !!!". Viebahn: "und ob !!! Ich komme aus der Morrrrsbach". Dann sagte ich zu Herrn Viebahn: "Soll ich Ihnen einmal einen Satz ganz ohne rrr sagen?" Viebahn spitzte die Ohren. Ich sagte: "Weke woo dat dann?" Viebahns Temperament schlug an und er sagte: "Das haben Sie falsch gesagt!" - Wieso? - "Da sind sogar zwei "r" drin, es muss heißen: "Weker woor dat dann?" Herr Viebahn kam häufiger in unsere Firma und kaufte auch seinen Videorecorder, Fernseher usw. bei uns. Wenn man mit ihm umzugehen wußte, konnte man auch Spaß mit ihm haben."

Dr. Wilhelm R. Schmidt am :

Das Foto links unten zeigt die Poststraße ungefähr in ihrer Mitte mit der Hausnummer 11, die ebenso wie die davor liegenden Grundstücke Poststraße 9 und Poststraße 5 direkt oder indirekt zur Familie Hardt gehörte. Den prächtigen schmiedeeisernen Zaun vorne im Bild konnte man übrigens noch nach dem Zweiten Weltkrieg bewundern. Er war vor einiger Zeit einmal auf einem Zeitungsrätselfoto zu sehen, aber kein Lesser konnte sich noch daran erinnern. Recht hoch türmt sich der Schnee auf unserem Bild links und rechts der Straße. Ein Mann bewegt sich im frei geschaufelten Teil auf der Straße in Richtung Bismarckplatz. So was haben die älteren uns ja noch selbst erlebt. Rätselhaft aber erscheint, dass der links aufgetürmte Schnee augenscheinlich auf den damaligen Straßenbahngeleisen liegt. Das Foto wurde vom Lenneper Fotografen Alfred Prött gemacht, der sein Atelier damals in der Gartenstraße 3 hatte. In dem DARI-Städtebuch „Der Landkreis Lennep und seine Gemeinden“ aus dem Jahre 1925 pries dieser Herr per Inserat seine Werkstätte für Lichtbildkunst an und Photographische Arbeiten jeder Art für Architektur, Industrie, Handel, Kunst und Gewerbe an. Daneben fertigte er auch Porträts in sauberster zeitgemäßer Ausführung. Produziert und als Ansichtskarte verlegt wurde die Aufnahme übrigens von der Buchhandlung Richard Schmitz in der Wetterauer Straße, die in der Stadt seit 1850 existierte und für eine längere Zeit auch Lenneper Publikationen in Eigenregie druckte.

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