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Radverkehr in RS? Da ist noch viel zu prüfen!

Mit der Entwicklung des Fahrradverkehrs in Remscheid befassen sich der Rat der Stadt und mehrere seiner Ausschüsse seit Oktober. Und von CDU, Linken und W.i.R. ging bei der Stadtverwaltung ein ganzer Katalog von Fragen ein. Der wurde jetzt beantwortet. Drei Ausschüsse und die vier Bezirksvertretungen haben die Mitteilungsvorlage in diesem und im kommenden Monat auf der Tagesordnung, beginnend mit dem Ausschuss für Stadtentwicklung (...) und Verkehr am Dienstag, 11. Januar. Nachfolgend fasst der Waterbölles die Kernaussagen der Verwaltung zusammen:

„Es gibt bislang kein Radverkehrskonzept, da bisher der Radverkehr in Remscheid nur eine untergeordnete Rolle spielte. Lediglich in 2002 wurde eine „Rad- und Freizeitkarte“ entwickelt, welche die bestehenden Radwege, ihre Art und Beschaffenheit darstellte und Empfehlungen für einige Routen enthielt. Da nun von der Politik Finanzmittel für ein umfassendes, auf der Grundlage aktueller Analysen basierendes Radverkehrskonzept bereitgestellt wurden, konnte ein solches im September 2017 beauftragt werden und soll in etwa einem Jahr abgeschlossen sein. Bestandteil des Konzepts wird auch eine Bürgerbeteiligung mit Workshop sein (Vorgesehen für Frühjahr 2018). (...)Weder in 2017 noch in den letzten Jahren wurden Fördergelder für Radwegemaßnahmen beantragt oder abgerufen. Es gibt zurzeit auch noch keine Planungen für Radwegemaßnahmen. (...) Bisher war die Arbeit der Verwaltung stets auf die Optimierung der Infrastruktur für Kraftfahrzeuge und auf einen ungestörten Verkehrsfluss hin ausgerichtet. Im Zuge des angestrebten Klimaschutzes sieht aber auch die Verwaltung die Notwendigkeit nach einer Neuorientierung hinsichtlich der Prioritätensetzung im Stadtverkehr. (...)

Im Rahmen des beauftragten Radverkehrskonzepts werden die Möglichkeiten für eine Weiterführung des Radverkehrs von der Balkantrasse aus in Richtung Lüttringhausen/Wuppertal und in Richtung Innenstadt geprüft. Das Konzept wird ... mögliche Varianten und ihre Vor- und Nachteile darstellen, aber keine fertigen Ausführungspläne enthalten. Diese sind im Anschluss unter Berücksichtigung von Grunderwerbskosten, Baukosten und Prüfung baurechtlicher Fragen zu fertigen. (...) Aus Sicht der Verwaltung ist es durchweg als positiv zu beurteilen, nunmehr ein fachkundiges Büro an der Hand zu haben, welches auch die Fortführung der Balkantrasse prüfen kann. Daher erscheint ein vorzeitiges Herausnehmen dieses Teil-Projekts als nicht sinnvoll. (...)

Für den Ausbau der touristischen und verkehrlichen Infrastruktur ist es erforderlich ein Umsetzungsgutachten zu erarbeiten, dass einen Kosten- und Zeitplan umfasst, die bestehenden Lücken im System der Radwege im Stadtgebiet und dem regionalen Trassenverbund zu schließen. Dabei ist zu prüfen, ob Fördermittel beansprucht und beispielsweise bei einer erfolgreichen Bewerbung des Bergischen zur REGIONALE diese Projekte berücksichtigt werden können. Der Oberbürgermeister wird beauftragt, den Beschluss zur Vergabe eines externen Fachgutachtens vorzubereiten. Da es sich um eine Grundlagenuntersuchung im Rahmen des beabsichtigten Ausbaus von Radwegen handelt, können die erforderlichen Mittel als Planungsleistung im Investitionsplan für das Jahr 2017 mit einer Auszahlung in Höhe von 40.000 Euro eingeplant werden.

Es gibt nur einige wenige Straßenabschnitte mit speziellen Radverkehrsanlagen. Dieses sind baulich getrennte Radwege (z.B. Bismarckstraße im Bereich Hbf), Radfahrstreifen (z.B. Neuenkamper Str., Klausener Str.) oder Schutzstreifen (z.B. Schützenstraße). Ansonsten muss der Radverkehr die Fahrbahn gemeinsam mit dem Kfz-Verkehr nutzen. Im Rahmen des Radverkehrskonzepts soll nun versucht werden, ein möglichst akzeptables Gesamtnetz für Radfahrer zu definieren, um dort mit geeigneten Maßnahmen (bauliche und/oder verkehrsregelnde) anzusetzen. (...)

An allen Remscheider Bahnstationen sind etwa 10 bis 20 Fahrradabstellbügel zum Anschließen eines Rades vorhanden, die aber kaum, bzw. nur vereinzelt genutzt werden. (...)Die Verwaltung prüft die Einrichtung einer Radstation am Bahnhof Lennep. Im Zusammenhang wird ein Konzept für ausleihbare Cityfahrräder (auch E-Bikes/Pedelecs), z.B. durch Sponsoring und/oder öffentlich geförderte Beschäftigung. (...)

Zurzeit ist das Projekt „Wupperradweg“ in Bearbeitung, mit dem Ziel eines durchgängig beschilderten Radwegs entlang des Flusses von der Quelle bis zur Mündung. Remscheid ist hierbei ... im Bereich der Müngstener Brücke und im Bereich der Wuppertalsperre (betroffen). (...)“

Zur Frage nach Fahrrad-Parkplätzen bei der Stadtverwaltung:
„Bislang gab es noch keine Maßnahmen für Mitarbeiter, die mit dem Rad zur Arbeit fahren. Es gibt bislang auch noch keine Fahrrad-Parkplätze.“ Aber: Nunmehr sollen Mitarbeiter der Verwaltung die Möglichkeit bekommen, einen unverzinslichen Vorschuss für die private Beschaffung eines elektrisch unterstützten Fahrrads (Pedelecs) zu erhalten.


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Heinz Wäscher am :

Nicht unerwähnt bleiben sollte der im Zuge des Neubaus des Autobahnanschlusses zwischen Lennep und Lüttringhausen errichtete gemeinsame Rad- und Gehweg, welcher den nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmern dort ein sicheres Passieren der beiden neuen Einmündungen zumindest suggerieren soll. Der ADFC Remscheid hat diesen liebevoll beschilderten Straßenabschnitt aufgrund seiner Einzigartigkeit im Remscheider Straßenbild bereits vor Jahren in beiden Fahrtrichtungen mit jeweils einer eigenen Fotodokumentation bedacht. Nirgendwo sonst hängen in Remscheid so viele unnötige "Schilda" auf einem so kurzen Straßenabschnitt. Und es bleibt festzustellen, dass Radfahrende, die überhaupt dort hingelagen wollen, das auf den Fahrbahnen der übrigen Straßen radelnd zusammen mit dem dann doch nicht mehr so gefährlichen KFZ-Verkehr bewerkstelligen müssen. (https://www.adfc-nrw.de/kreisverbaende/kv-remscheid/radverkehr/lennep-luettringhausen.html / https://www.adfc-nrw.de/kreisverbaende/kv-remscheid/radverkehr/luettringhausen-lennep.html)

Gerd Rothbrust am :

Das sind ja tolle Kernaussagen der Verwaltung. Nach Woxikon reicht die Definition „toll“ von brillant über sagenhaft bis amüsant, närrisch und übergeschnappt – da ist für jeden etwas dabei… Ich frage mich allerdings, ob die mehr als ausgelasteten Mitarbeiter der Verwaltung nichts Sinnvolleres zu tun haben und ob Geld nicht wesentlich effektiver ausgegeben werden kann?

Lothar Kaiser am :

Im Ausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaftsförderung, Energieeffizienz und Verkehr dankte gestern Jens Peter Nettekoven Baudezernent Peter Heinze für die Antworten der Verwaltung auf Anfragen der Politik zum Radverkehr in Remscheid mit den Worten :"Das habe ich gut lesen können!"

Gerd Rothbrust am :

Lesen können, noch dazu gut, ist schon mal eine verheißungsvolle Grundlage! Bleibt die Frage: Was folgt daraus? Die Verwaltung hat zwar erkannt, dass“… bisher der Radverkehr in Remscheid nur eine untergeordnete Rolle spielte. …“, sieht aber keine Notwendigkeit diesen Willen des Bürgers zu berücksichtigen. Sondern sie sieht „…die Notwendigkeit nach einer Neuorientierung hinsichtlich der Prioritätensetzung im Stadtverkehr.“. Dass dadurch viele Bürger (besonders die älteren) sehr viel Lebensqualität einbüßen, ist unerheblich und für dieStadtverwaltung Nebensache!

Chronist am :

Gestern erfuhren die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung, Wirtschaftsförderung, Energieeffizienz und Verkehr den Termin des Radwege-Workshops: Montag, 19. März, 17 Uhr, kleiner Sitzungssaal des Rathauses. Interessierter Radfahrer/innen sind willkommen.

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