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Bemühen um Fördermittel dürfte schwierig werden

Die Neukonzeption der Musik- und Kunstschule in der ehemaligen Städtischen Galerie an der Scharffstraße ist mit Sondermitteln der Städtebauförderung des Landes verwirklicht worden. „Das hat eindrucksvoll bewiesen, was möglich ist, wenn wir uns mit Leidenschaft und Kreativität um Fördermittel bemühen!“; zitierte gestern die SPD in einer Pressemitteilung ihre Unterbezirksvorsitzende Christine Krupp (Foto), zugleich Sprecherin der Fraktion im Ausschuss für Kultur und Weiterbildung. In dessen gestrigen Sitzung im Deutschen Werkzeugmuseum brachte Christine Krupp den Antrag ein, die Stadt möge sich um Gelder aus dem „ 360°–Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft“ der Kulturstiftung des Bundes bemühen in der Hoffnung auf ähnliche Impulse für die Bergischen Symphoniker und das Teo Otto Theater. Die beiden Fragen an die Verwaltung aus der SPD-Anfrage im Wortlaut: „Wird die Verwaltung die Möglichkeit einer Bewerbung im Rahmen des Förderprogramms der Kulturstiftung des Bundes prüfen – ggf. auch in Zusammenarbeit mit den Bergischen Symphonikern? Wird die Verwaltung das Angebot der Kulturstiftung des Bundes nutzen, sich über die Förderpotentiale im Rahmen der angekündigten Info-Tour zu informieren, die im Februar und März an vier Standorten im Bundesgebiet Station machen wird?“

„Migration hat die Gesellschaft in Deutschland in der Vergangenheit verändert und wird sie auch in Zukunft verändern. Deutschland ist ein Einwanderungsland und besonders Städte sind geprägt durch gesellschaftliche Vielfalt. Viele Institutionen haben begonnen, die neue Stadtgesellschaft mitzugestalten, jedoch spiegelt sich die kulturelle Diversität der Städte in den Programmangeboten, im Personal und im Publikum von Kultureinrichtungen noch nicht wider. Weder in Entscheidungspositionen noch im Publikum entspricht der Anteil von Menschen mit Migrationsgeschichte ihrem Anteil an der Bevölkerung“, begründet die Kulturstiftung des Bundes ihren aktuellen Förderaufruf im „360°-Fonds“.

Mit diesem unterstützt die Stiftung Institutionen aus den Sparten Kunst, Musik, Darstellende Künste, Literatur, Architektur, Neue Medien und verwandte Formen sowie spartenübergreifende Institutionen und kunst- und kulturhistorische Museen, die sich in ihrem Feld mit Fragen der Gegenwart befassen, die gesamte Gesellschaft in den Blick zu nehmen: Einwanderung und kulturelle Vielfalt sollen als ebenso chancenreiches wie kontroverses Zukunftsthema aktiv in das eigene Haus und in die Stadtgesellschaft getragen und strukturelle Ausschlüsse im Kulturbetrieb vermindert werden. Der Fonds soll eine große Bandbreite von Ansatzpunkten, Strategien und Methoden fördern, die in exemplarischer Weise aufzeigen, wie Institutionen - thematisch und personell - ihr Potenzial zur Mitgestaltung der neuen Stadtgesellschaft wirksam entfalten können.

Konkret bedeutet das: Gefördert wird die Öffnung von Kultureinrichtungen in den Bereichen Programmangebot, Publikum und Personal mit dem Ziel von mehr Vielfalt. Hierfür stellt die Kulturstiftung dann Mittel für eine Personalstelle („Agent“) in der Kultureinrichtung sowie zusätzlich Projektmittel für unterstützende Aktivitäten und Formate bereit. Eine Chance, die sich die Stadt Remscheid nicht entgehen lassen sollte, meint die SPD, ohne allerdings schon konkreter werden zu können. Das Entscheidende steht, für jedermann nachzulesen, auf der Internetseite des „360°-Fonds“: „Vorhaben, die ausschließlich auf die Vermittlung von bestehenden Themen und Inhalten abzielen, werden nicht gefördert. (...) Gemeinsam mit der Institution soll der/die Agent/in über einen Zeitraum von bis zu vier Jahren Vorschläge und Maßnahmen erarbeiten, wie sich einerseits die Institutionen selbst ändern und diversifizieren können und wie sie andererseits ihren Beitrag zu einer selbstbewussten, Einwanderern gegenüber offenen Gesellschaft so gestalten können, dass das gesamte urbane Umfeld – die Stadtgesellschaft – davon profitiert.“

Die zweite Förderrunde des Fonds“ erfordert eine Antragsstellung bis zum 30. Juni. Und einen solchen Antrag kann ich leider nicht erkennen. Zwar meinte der Ausschussvorsitzende Karl Heinz Humpert, als er gestern den Tagesordnungspunkt aufrief, die SPD sei mit der Anfrage „flotter gewesen als die CDU“. Die habe das Thema auch in der Pipeline, wolle darüber aber erst einmal in der Fraktion reden. Doch was Lars Fischer vom städtischen Kulturmanagement dazu zu sagen hatte, lässt einen solchen Antrag, von wem auch immer initiiert, eher aussichtlich erscheinen. Zum einen bezogen auf das Orchester: Das sei von diesem Programm generell ausgeschlossen, so Fischer. Und zum anderen wegen der erforderlichen finanziellen Eigenanteils der Stadt Remscheid: Um einen Zuschuss in Höhe von 100.000 Euro beantragen zu können, müsse der Antragsteller 50.000 Euro an Eigenmitteln vorweisen, erläuterte Fischer weiter. Aus welchem Hut sollte die finanzschwache Stadt Remscheid den zaubern können? Und ein derart betuchter Sponsor ist erst recht nicht in Sicht.


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Lothar Kaiser am :

Die Antwort der Verwaltung auf eine Anfrage der SPD zeigte gestern im Haupt- und Finanzausschuss doch noch eine Perspektive auf. Zitat: „Die Nachfrage bei der Kulturstiftung des Bundes hat ergeben, dass eine direkte Förderung der Bergischen Symphoniker nicht möglich ist, jedoch eine mittelbare Förderung über die beiden Hauptspielstätten in Remscheid und Solingen erfolgen könnte. Die Stadt Solingen ist darüber informiert worden. Die weiteren Schritte werden in einem Gespräch mit der Geschäftsführer der Bergischen Symphoniker erörtert.“ Stadtkämmerer Sven Wiertz sprach von einer maximalen Fördersumme von 360.000 Euro.

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