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Neue Stelle zur Koordinierung des Ehrenamtes

Stelle des Ehrenamtskoordinators noch unbesetzt“, titelte der Waterbölles am 29. Mai 2017, nachdem die Verwaltung unter der Überschrift „Möglichkeiten zur verbesserten Unterstützung des Ehrenamtes für Geflüchtete und Migrant*innen“ acht Fragen der Grünen beantwortet hatte. Zur Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 17. Januar liegt nun eine Beschlussvorlage vor, wonach (rückwirkend?) zum 1. Januar und befristet bis zum 31. Dezember 2022 die Stelle „Ehrenamtskoordination/ Patenschaften“ eingerichtet werden soll, eingruppiert nach S12 (Sozial- und Erziehungsdienst) mit jährlichen Personenkosten zwischen 65.000 (2018) und 68.200 Euro (2022). Den größten Teil davon (50.000 Euro im Jahr) übernimmt das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW. Die neue Stelle soll die Arbeit der bisher befristet eingerichteten „KOMM-AN“ Stelle fortführen, angereichert durch zusätzliche Aufgabenbereiche.

Seit dem Anstieg der Flüchtlingszahlen hatte das Ministerium die Kommunen  in den vergangenen zwei Jahren mit verschiedenen Förderprogrammen unterstützt:

  • Ehrenamt in der Flüchtlingshilfe (18.000 €)
  • Zusammenkommen und Verstehen (8.500 €)
  • KOMM-AN NRW – befristet bis 31.12.2017  – (ca. 41.000 €)

Daraufhin hatte der Rat der Stadt bereits am 22. September2016 dem Kommunalen Integrationszentrum (HI) der Stadt eine neue Stelle zugebilligt, befristet vom 1.9.2016 bis zum 31.12.2017.  Die Aufgabenschwerpunkte: Koordinierung, Vernetzung und Qualifizierung im Bereich der Integration, insbesondere der Flüchtlingshilfe entlang einer Integrationskette, in die das Ehrenamt einbezogen werden sollte. Doch dieses Vorhaben stand leider unter keinem guten Stern. Zitat aus der Vorlage für den Jugendhilfeausschuss: „Diese Stelle konnte erst Mitte Mai 2017 besetzt werden, da der Stellenmarkt in der Zwischenzeit niemanden hergab, der die Einstellungskriterien erfüllen konnte.“

Was hätte die Stelleninhaber / die Stelleninhaberin in den knapp neun Monaten ab September 2016 nicht alles anstoßen sollen!? Um einige zu nennen Neue Angebote für erwachsene Flüchtlinge, Arbeitskreise zu den Aktivitäten in der Flüchtlingshilfe, Qualifizierungs- und Fortbildungsmaßnahmen für ehrenamtlich Tätige ebenso wie für die kommunalen Partner und Multiplikatoren, insbesondere der Flüchtlingshilfe, Koordinierung und Vernetzung der vor Ort tätigen Behörden und Institutionen zur sozialen Eingliederung von Flüchtlingen.

Die Stadtverwaltung räumt ein: „Aufgrund des personellen Engpasses seitens des KI und der erst späten Besetzung der KOMM-AN Stelle konnten die freien Träger nicht die Unterstützung erhalten, die sie gebraucht hätten, um die Fördersummen entsprechend der ministerialen Vorgaben zu verwenden. Aus diesem Grund mussten nicht verausgabte Fördergelder an die Bezirksregierung Arnsberg zurückgegeben werden.“ Gleichwohl sei in Remscheid „ein starkes Netz an Ehrenamtsarbeit“ aufgebaut worden, das es auch weiterhin zu unterstützen gelte, so die Verwaltung. Das ändert aber nichts daran, dass die über längere Zeit freigebliebene Stelle ärgerlich für die einen und peinlich für die anderen war!

Die „KOMM-AN“-Mittel sollten in erster Linie zur Stärkung und Begleitung des ehrenamtlichen Engagements verwendet werden. Mit dem Wegfall der Stelle „würde auch die Unterstützung seitens des KI an die Träger nicht in adäquater Weise weitergeführt werden können, und somit wäre auch nicht gewährleistet, dass die Fördersumme von erneut 41.000 Euro den Trägern/Vereinen/Religionsgemeinschaften zugutekommen würde, die diese für ihre unermüdlichen Arbeit benötigen“ (Zitat). Dabei habe sich längst herauskristallisiert, dass die Ehrenamtlichen einer Qualifizierung bedürfen. Ehrenamtliche seien genauso wenig eine homogene Gruppe wie die Geflüchteten selber. Deshalb dürfe die Kommune „auch nicht von einer homogenen Gruppe ausgehen, sondern muss in der Arbeit mit Freiwilligen auch auf deren individuelle Bedürfnisse eingehen. Insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene benötigen auf der Basis einer vertrauensvollen Beziehung verlässliche Ansprechpartner außerhalb der Regelsysteme, um sie an die Herausforderungen der hiesigen Gesellschaft heranzuführen.“ Integration sei nicht auf einen Teilbereich beschränkt, sondern verfolge einen ganzheitlichen Ansatz – vom Kleinkind (frühkindliche Bildung) über Schulkind (interkulturelle Schulentwicklung) über Ausbildung und Beruf bis hin zum seniorengerechten Leben. Die Verwaltung: „Wir benötigen Unterstützer in den verschiedensten Handlungsfeldern: Technische und soziale Infrastruktur (Wohnen), Arbeitsmarktzugang, Schulangebote, Gesundheit, Freizeit.“ Für den / die Inhaber/in der neuen Stelle im Kommunalen Integrationszentrum bedeutet das „neue Bedarfe, ...  um ... erfolgreiche Integrationsarbeit in der gleichen Qualität weiterführen zu können“. Eine Aussage, die angesichts der langen Vakanz mutig erscheint. Die Bedarfe im Einzelnen:

  • Erarbeitung eines Patenschaft-Konzeptes von der Betreuung der unbegleitete minderjährige Ausländer/Flüchtlinge bis hin zu Wohnungs-, Schul- und Arbeitspaten zunächst in Kooperation mit dem hiesigen Jugendamt.
  • Erarbeitung von entsprechenden Qualifizierungsmodulen und Koordinierung der Qualifizierungen in Kooperation mit den freien Trägern.
  • Koordinierung der Ehrenamtsarbeit und Qualifizierung der ehrenamtlich Engagierten in Kooperation mit den Akteuren der Ehrenamtsarbeit (Wohlfahrtspflege, Freie Träger, Religionsgemeinschaften).
  • Erprobung und Implementierung von neuen Ansätzen der interkulturellen Familienarbeit und Stärkung der Erziehungskompetenzen der Eltern.

Das KI erhält vom Land pro Jahr 50.000 Euro Sachmittelzuschuss zur Errichtung eines Dolmetscherpools und/oder Qualifizierungsmaßnahmen für Paten und/oder Kulturmittler/innen in der Flüchtlingsarbeit plus 10.000 Euro für das „KOMM-AN“-Programm. Nicht verausgabte Mittel müssen an das Land zurückerstattet werden. Eine Nachfrage der Stadt, ob Remscheid anstelle der erneut zu besetzenden „KOMM-AN“-Stelle, die vom MKFFI immer nur für ein Jahr bewilligt wird, im KI eine neue Stemmstelle eingerichtet werden könne, beschied das Ministerium am 6.Dezember 2017 positiv mit Hinweis auf „den großen Bedarf der unbegleiteten Minderjährigen“ und empfahl, „dabei insbesondere die jungen Volljährigen in den Blick zu nehmen, die nicht immer ausreichend Hilfen im Rahmen der Jugendhilfe erhalten.“ Weil die Aufgaben des KI sich nicht weniger, sondern mehr geworden seien, so die Verwaltung, „ist die Einrichtung einer zusätzlichen Stelle – zur Bewahrung der bisherigen Qualität der Integrationsarbeit -  unumgänglich“.


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Kommentare

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Bildung statt Ausgrenzung e.V., Barbara Zirbes am :

Anmerkung zum Landesförderprogramm Komm AN NRW : Das Kommunale Integrationszentrum erhielt für den Programm -Teil II nach dem V-Schlüssel von Arnsberg für das Jahr 2016 zur Verteilung an örtliche Träger und Vereine 41.000 €. Für das Jahr 2017 wurden noch einmal 41.000 € für RS bereit gestellt - bedeutet für entsprechende Projekte und Maßnahmen standen für zwei Jahre 82.000 € für die Arbeit mit Flüchtlingen zur Verfügung. Aus dem Projektteil Komm An NRW I beantragte das Kommunale Integrationszentrum für zwei Jahre zusätzlich die Finanzierung der Koordinatorenstelle 2016/2017 für die Flüchtlingsarbeit. Hoffen wir also auf eine zielführende, kompetente und effektive Flüchtlingsrbeit in 2018 ... ;-)

Chronist am :

Der Rat der Stadt hat der neuen Stelle gestern mit 38 Ja- und einer Nein-Simme bei einer Enthaltung zugestimmt.

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