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Städtische Tochter GEWAG feiert Jubiläum

„Durch bewegte Zeiten hindurch, die geprägt waren von Wiederaufbau, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen, hat sich die die GEWAG zu dem entwickelt, was sie heute ist. Ein modernes und erfolgreiches kommunales Wohnungsunternehmen, das sich durch engagiertes und verantwortungsbewusstes Handeln im Bergischen Land, in der Stadt Remscheid und in den eigenen Quartieren vor Ort auszeichnet: mit modernen Wohnformen und integrativen Angeboten. Die GEWAG und vor allem die Menschen, die dort arbeiten, können auf ihre bisherigen Leistungen mit Fug und Recht stolz sein“, heißt es im Grußwort des Verbandes der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Rheinland Westfalen (VdW) zum 100-jährigen Bestehen der GEWAG Wohnungsaktiengesellschaft Remscheid, einer städtische Tochtergesellschaft. Gefeiert wird es morgen im Kulturzentrum der Klosterkirche Lennep. Die zahlreichen Gäste, die GEWAG-Vorstand Hans-Jürgen Behrendt dorthin eingeladen hat, erwartet nach dem Empfang ein Theaterstück mit viel Musik, eigens für diesen Anlass geschrieben und aufgeführt vom „Scharlatan-Theater“ aus Hamburg, und ein gemeinsamer Brunch.

Zum Jubiläum wurde auch eine Festschrift herausgegeben. Darin schreibt Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz: „So wie die Stadt hat sich auch die GEWAG in den letzten Jahrzehnten verändert – und wird dies auch weiter tun. Ihre Wurzeln und somit ihre eigentliche Aufgabe hat sich aber nicht verändert: attraktiven Wohnraum für die Menschen in unserer Stadt bereitzustellen. (...) Immobilienwirtschaft ist heute ein wesentlicher Baustein der Stadtentwicklung. Gerade das aktuelle Engagement der GEWAG am Honsberg zeigt, wie sich Veränderungen im Stadtteil auf das Wirken der GEWAG auswirken, wie aber auch deren Handeln maßgebliche Akzente zur Revitalisierung und Attraktivierung setzt.“

Aber auch Mieter der GEWAG kommen darin zu Wort:

  • Susanne Marks lebt seit 65 Jahren in ein und derselben GEWAG-Wohnung: „„Ich war hier all die Jahre sehr glücklich und zufrieden und kann nur sagen: wenn du eine Wohnung suchst, geh zur GEWAG. Die sind immer für dich da, schnell, freundlich und unkompliziert.“
  • Vor 60 Jahren zog Margarete Schulz mit ihrer Familie aus einer Flüchtlingsbaracke in ein kleines Mietshaus der GEWAG an der Birkenstraße, bis heute für sie eine Schatzkammer schöner Erinnerungen. Ringsherum sind inzwischen zwar fast alle Häuser verkauft, aber die nette Gemeinschaft ist geblieben. „Alle neuen Besitzer stellen sich vor. Es ist ein vertrauensvolles Verhältnis unter uns Nachbarn, so war es schon Immer. Und wenn tatsächlich was kaputt ist, wird das von der GEWAG sofort erledigt.“

Zitat aus dem Grußwort von Vorstand Hans-Jürgen Behrendt und Lothar Sill, dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates: „Noch heute prägen die Groß- und Einzelprojekte der Gesellschaft das Gesicht zahlreicher Stadtgebiete, doch in  einer großen Geschwindigkeit sind gesellschaftliche Veränderungen eingetreten, die nicht zum Stillstand kommen und es erforderlich machen, neue Wohnkonzepte zu entwickeln und dabei Themen wie Ökologie und Energie, Demografie und wirtschaftliche Rahmenbedingungen, Migration und Integration aufzugreifen. (...) Auch künftig werden der Aufsichtsrat und der Vorstand der Gesellschaft ihre Hauptaufgabe darin sehen, Wohnraum einschließlich der Serviceleistungen für verschiedenste Zielgruppen vorzuhalten, der nachfragegerecht und bezahlbar ist.“

In den vergangenen 100 Jahren hat die GEWAG vielen Menschen Wohnraum und damit Heimat bieten können. Menschen in den unterschiedlichsten Situationen und aus den verschiedensten Nationen – „nach Kriegen, als Spätaussiedler, als Gastarbeiter, im Rahmen von Familienzusammenführungen, zur Ausbildung oder nach einer Flucht: Wir haben schon immer Menschen aufgenommen und integriert. Unser Ziel ist es, dies auch in Zukunft zu tun und jeden dabei zu unterstützen. Wir bieten ein Zuhause“, zitiert die Festschrift als dem Vorwort von Vorstand Behrendt zum Geschäftsbericht 2015).

Seit 1918 hat die deutsche Gesellschaft sich stark gewandelt, und die Aufgaben sind vielfältiger geworden, um die Ansprüche aufgrund unterschiedlichster Lebens- und Haushaltsformen im Miet- und Eigentumssektor zu befriedigen. Zitat: „Neue Wohnkonzepte wurden entwickelt, geeigneter Wohnraum errichtet oder Bestandsimmobilien optimiert. Gleichzeitig wurde auch eine bauliche Anpassung der städtischen Infrastruktur notwendig.“ Zum Gewerbeportfolio der GEWAG gehören heute das Ämterhaus der Stadtverwaltung, die Stadtteilbibliothek Lennep, ein Feuerwehrgerätehaus, ferner Einrichtungen für Kurzzeit- und Tagespflege sowie Kindergärten.

In jeder Immobilie stecke zwar das lateinische Wort „immobilia“ („unbeweglich“), doch seit 100 Jahren beweise die GEWAG Flexibilität im Umgang mit den unbeweglichen Gütern, „stetig in Bewegung, um bezahlbare, attraktive und zeitgemäße Wohn- und Gewerberäume bieten zu können.“ Manches ändere sich ständig, aber: „Ein eigenes Bad oder eine gepflegte Außenanlage kommen nie aus der Mode!“

In der Gründungsphase ging es vornehmlich darum, dem Mietwucher mit öffentlich gefördertem Wohnraum zu begegnen. Nach dem zweiten Weltkrieg war Aufbauarbeit gefragt. Bis 1967 konnte die GEWAG zusätzliche Wohnungen für 7.500 Haushalte schaffen. Eine Leistung, die mit geringem Eigenkapital und somit hohem unternehmerischem Risiko verbunden war. Aber ausgebombte Remscheider sowie tausende Flüchtlinge und Vertriebene brauchten ein neues Zuhause. Wenig später war günstiger Wohnraum für angeworbene Arbeitskräfte aus dem Ausland gefragt. Und für die neue Wohlstandsgesellschaft mussten zusätzliche Pkw-Stellplätze und  Eigenheime geschaffen werden. Es fehlten Einkaufsmöglichkeiten, Kindergärten, Spielplätze. Doch kaum waren die Wohnträume der 1950er und 1960er Jahre erfüllt, standen erste Modernisierungsmaßnahmen an. Bäder mussten renoviert, Kohleöfen abmontiert und komfortable Zentralheizungen installiert werden. Dabei habe die GEWAG „alle nötigen Investitionen und Veränderungen immer gut durchdacht und nie waghalsig gehandelt“, heißt es in der Festschrift.

Nach nur 19 Monaten Gesamtbauzeit übergab die GEWAG im Frühjahr 2005 das Dienstleistungszentrum am Friedrich-Ebert-Platz mit 10.103 Quadratmetern Gewerbefläche an die neuen Nutzer. Dafür war das ehemalige Arbeitsamt und die ehemalige Post, zum Teil 210 Jahre alt, aufwendig entkernt worden. So sei eine städtische Brachfläche verhindert worden, „deren Wiederbelebung mühsam, langwierig und kostspielig geworden wäre“.

Um heute effektiv in energetische, technische und ästhetische Modernisierung investieren zu können, sei es auch sinnvoll, den Bestand zu reduzieren: „Auch wenn manche Trennung schwer fällt, muss die GEWAG Ballast abwerfen, um unternehmerisch an Höhe zu gewinnen bzw. Höhe zu halten.“ Der Verkauf von Immobilien zeige aber  auch erfreuliche Nebenwirkungen: „Er wirkt sich durchaus positiv auf die Entwicklung der Stadtteile aus. Die neuen Eigentümer sind mit ihren Immobilien und auch dem Wohnumfeld viel enger verbunden. Sie identifizieren sich noch mehr mit dem Zuhause. Deshalb gestalten sie ihr Lebensumfeld aktiver mit und engagieren sich für die Verbesserung der Infrastruktur vor Ort. Eine solche Entwicklung kann für Remscheid nur gut sein!“Klimawandel, Überalterung, Altersarmut, Nachhaltigkeit, Mobilität, Sicherheit, Inklusion und Integration sind Themen unserer Zeit. Darauf reagiert die GEWAG mit Investitionen in energetische Maßnahmen, alternative Baumaterialien, verstärkte Barrierefreiheit und zeitgemäße Wohnformen. „Moderne Fenster- und Türanlagen sowie Lichtkonzepte geben mehr Sicherheit. Kitas, Bibliotheken oder Gemeindezentren, Bildungs- und Betreuungsangebote werten die Viertel auf. Kulturangebote werden erweitert, die Infrastruktur optimiert, auch um in schwachen, weniger attraktiven Vierteln den Handel zur Rückkehr bzw. zum Bleiben zu motivieren.“

In den 1950er bis 1970er Jahren baute die GEWAG Großsiedlungen und schloss innerstädtische Baulücken. „Durchmischte Quartiere und intakte Nachbarschaften mit bezahlbarem Wohnraum sorgen für ein soziales Miteinander und sind Orte der Integration und Teilhabe“, ist in der Festschrift zu lesen.

Zum Beispiel der Hasenberg: Seit 2013 verwandelt sich der Stadtteil in ein inklusives Quartier (IQ.), harmonisch und eigendynamisch zugleich. Mit  zeitgemäßen Wohnungen, sozialen Einrichtungen sowie Dienstleistungen für Menschen aller Altersgruppen und Nationalitäten mit und ohne Behinderung. Dort wurde erstmals das neue Farbkonzept der GEWAG zu 100 Prozent umgesetzt: „Damit bekommen die Gebäude der Gesellschaft eine schönere und wiedererkennbare Optik mit bunten, unaufdringlichen Akzenten. In Kombination mit neu angelegten und frisch bepflanzten Außenanlagen erhalten ganze Wohnviertel nach dem ‚GEWAG-Muster‘ einen neuen Anstrich. (Bis zum Jahr 2023 soll das Wohngebiet Hasenberg durch den Abbau von Barrieren sowie durch energetische, bauliche, technische und ästhetische Maßnahmen zum „Wohnfühlgebiet“ werden, so die GEWAG.)

In den Jahren 2006 bis 2017 hat die GEWAG viel Geld in energetische Maßnahmen investiert. 212 Häuser mit 1747 Wohnungen wurden dick eingepackt, um Energie zu sparen und die Klimabilanz zu verbessern. Neue Fenster wurden installiert, Dächer isoliert, Heizsysteme modernisiert. Tausende Mieter profitierten davon und die Umwelt natürlich auch. Rund 4000 Tonnen CO2-Ausstoß s0ei  allein durch die Dämmung von Fassaden verhindert worden.

Zum Beispiel die Mehrfamilienhäuser an der Wilhelmstraße 31 und 33: Im August 2012 wurden sie bezogen. Die mit öffentlichen Mitteln geförderten 29 Wohnungen werden durch eine moderne Pelletsheizanlage mit Wärme versorgt. Die Bewohner schätzen die hochwertigen Baumaterialien, den barrierefreien Wohnraum, die stufenlose Zuwegung und die Tiefgaragenstellplätzen >> n weg.

Zum Beispiel die 29 öffentlich geförderten, barrierefreien  Mietwohnungen an der Stuttgarter Straße, keine zwei Jahre nach dem Abriss der alten Gebäude im August 2013 fertiggestellt. Ein Blockheizkraftwerk versorgt das Gebäude mit Strom und Wärme. Neueste Mess- und Regeltechnik optimieren den Energiebedarf.

Die GEWAG sieht es als eine besondere Herausforderung an, Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und Sozialverträglichkeit in Einklang zu bringen. Dabei müssten gesellschaftliche Trends, Wohnwünsche, Stadtentwicklung, demografischer Wandel oder auch gesetzliche Vorgaben berücksichtigt  werden. Modulares Bauen sei ein Trend, der sich „sicherlich weiter verbreiten wird. Denn die Verwendung vorgefertigter Bauteile spart Zeit und Kosten. (...) Außerdem bleibt der Wohnraum auch bei Mehrfamilienhäusern flexibel. Einzelne Elemente, wie zum Beispiel Wände oder Türen, lassen sich mit relativ geringem Aufwand entfernen oder versetzen. (...) Der wandelbaren Immobilie, die sich den Lebensphasen und Bedürfnissen ihrer Bewohner anpasst, gehört die Zukunft!“ (Konzept und Gestaltung der Festschrift: COSA Werbeagentur GmbH, Wuppertal)


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