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"Eine ausgesprochen gute Wahl getroffen!"

Seit 2015 zeichnet die Remscheider SPD Menschen aus, die sich um unsere Heimatstadt verdient gemacht haben. In Anwesenheit der vorjährigen Preisträger Beate Wilding (2015), Daniela Krein (2016) und Harald Neumann (2017) galt die Ehrung "Stolz auf Remscheid" in diesem Jahr „einer vorbildlichen Unternehmerpersönlichkeit“, dem Remscheider Unternehmer Dr. Walter Spelsberg. Er habe sich als langjähriger Vorsitzender der Remscheider Orchesterfreunde um die Remscheider Kultur verdient gemacht.

In seiner Laudatio ging Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz auf einen Bericht über Spelsbergs Leben ein, den dieser vor vielen Jahren bei den Rotariern gehalten hatte: „Diesen Lebensbericht zu lesen ist wirklich spannend. Er ist ein Dokument eines Mannes, der in der Stadt Remscheid tief verwurzelt ist, und gleichzeitig ein berührendes Dokument eines Mannes, der vieles erlebt hat und gekennzeichnet ist von einer zutiefst demokratischen Einstellung, die ihrerseits von seinen Erfahrungen aus der Zeit der Nazidiktatur geprägt ist. Da ist die Leidensgeschichte des jungen Mannes, der in amerikanische Kriegsgefangenschaft geraten ist und aus ihr entlassen wurde, weil er glaubhaft vorgeben konnte, Landwirt zu sein. Erschrocken hat mich sein damaliges Alter. Er war noch keine 17 Jahre, als er nach Hause zurückkehren konnte. Gerade zum Kriegsende wurden viele Jugendliche von den Nazis und der Wehrmacht eingezogen, missbraucht für einen schon längst verlorenen Krieg, einem totalitären Regime geopfert. Sein älterer Bruder hat diesen Wahnsinn nicht überlebt und ist mit 20 Jahren kurz vor Kriegsende gefallen.“

„Remscheid ist eine Stadt, auf die ihre Einwohnerinnen und Einwohner zu Recht stolz sein können! Remscheid ist eine Stadt, für die es sich lohnt sich zu engagieren. Das machen viele hundert Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt. Hierfür sind wir als Remscheider SPD dankbar.“ (Zitat aus dem Programmflyer des SPD-Neujahrsempfangs 2018)

Eigentlich hatte Walter Spelsberg Musiker werden wollen. Schon in der Schule sang er und spielte Geige, führte in der EMA 1938 als Mitglied im Schulchor den Messias auf. „Wohlgemerkt, nach der Reichsprogromnacht, lange nach der Vereinnahmung der Kirche in die staatlich verordneten so genannte ‚deutsche Christen‘, zu einer Zeit, als die Verfolgung von Juden, Kommunisten, Sozialdemokraten und engagierten Christen längst an der Tagesordnung war. Da bedurfte es sehr viel Mut, in Anwesenheit von Zuhörern in braunen Uniformen die befreiende Botschaft des Evangeliums vorzutragen“, betonte der OB.

Die Karriere als Musiker scheiterte am Veto des Vaters. Später habe er seinen Aufstieg in die Höhe des Virtuosentums selbst angezweifelt, verriet Mast-Weisz. Denn: „Eine Rolle in einem Orchester hätte für ihn zur Folge gehabt, so spielen zu müssen, wie der Dirigent es gerade will. Da wird der bergische Dickkopf in ihm mehr als deutlich!“

Also blieb Walter Spelsberg im elterlichen Handwerksunternehmen, dessen Wurzeln bis zum 30-jährigen Krieg (1618 bis 1648) zurückreichen. Sein Vater weihte ihn in die Feinformschmiede-Arbeit ein. Woraus allerdings keine richtige Liebe erwuchs. Sein Weg in das Studium der Betriebswirtschaft musste er sich durch Semesterferienarbeit selbst finanzieren. 1954 schloss er es ab, 1956 promovierte er in Innsbruck.

Und immer wieder Musik. Mit Studenten der Musikhochschule, mit der Remscheider Kantorei unter Kurt Pantzer. Dort lernte Spelsberg auch seine Frau Ursula Dohrmann kennen. Nach zwei Jahren Tätigkeit bei einem Solinger Wirtschaftsprüfer trat er am 1. April 1959 in das Unternehmen ein und übernahm schon drei Jahre später die Gesamtverantwortung. Der Oberbürgermeister weiter: „Der Erfolg von Dohrmann ist gerade sein Erfolg. Die vielen Projekte des Unternehmens aufzulisten würde den Rahmen sprengen. Neben dem traditionellen Straßen- und Tiefbau kamen weitere Tätigkeitsfelder dazu, so z.B. Hoch- und Ingenieurbau, Industriebau und Baustoffproduktion. Berufliche Erfolge in einem Familienunternehmen, das von Schicksalsschlägen nicht verschont blieb: Seine Frau Ursula starb 2001, sein Sohn Peter auch viel zu früh 2013.“

Für Burkhard Mast-Weisz sind es vier wesentliche Aspekte, die Dr. Walter Spelsberg auszeichnen und für die er nun zu Recht ausgezeichnet werde:

"Er ist ein erfolgreicher Unternehmer, der mit dem Erreichten nie zufrieden war, der immer auch danach gefragt und gehandelt hat, wie denn auf der Basis des Erreichten Weiterentwicklungen möglich sind. Und diese hat er auch umgesetzt.

Er ist ein der Kultur sehr verbundener Mensch mit einer ungebrochenen Liebe zur Musik. Er ist Unterstützer des Orchesters, er ist einer der maßgeblichen Orchesterfreunde; ohne sein Engagement hätten viele wunderbare Kulturveranstaltungen und Projekte nicht stattfinden können.

Er ist dieser Stadt sehr verbunden. Er hängt an ihr, verschließt aber gerade deswegen nicht die Augen vor Entwicklungen, die ihm nicht gefallen. Er fragt in dem von mir erwähnten Lebensbericht mehrfach, ob die Stadt heute anders aussehen würde, wenn sich die Bürgerschaft frühzeitig eingebracht hätte, wenn Politik und Bürgerschaft frühzeitig zu einem gemeinsamen Konsens gefunden hätten. Wie aktuell dieses Thema ist, erleben wir ja heute, wenn es darum geht, bei den Planungen zu Belebung der Innenstadt möglichst viele und durchaus kontroverse Ideen zu einem gemeinsamen Vorgehen zu verknüpfen. Wir sollten seine Frage ernst nehmen. Viele unserer Entscheidungen wirken sehr lange nach. Umso wichtiger ist es, sie mit breitem politischem Konsens zu treffen und die Bürgerschaft, wo immer es geht, einzubinden. Das ersetzt nicht die eigene Verantwortung eines und einer jeden im Rat, in den Bezirksvertretungen und in den Ausschüssen und Beiräten. Sie muss aber erklärbar und nachvollziehbar sein.

Er hat vieles erreicht, er hat aber auch viel tragen müssen. Er ist ein sehr bescheidener und dankbarer Mensch mit viel Gottvertrauen. Er tut vieles im Stillen, erwartet keinen Dank, zu unterstützen scheint sein Anliegen zu sein. Unsere Stadt ist sein Anliegen. Sehr geehrter Herr Dr. Spelsberg, ich freue mich sehr, dass die SPD Sie zu dieser Auszeichnung vorgesehen hat. Sie hat eine ausgesprochen gute Wahl getroffen. Sie haben diese Auszeichnung ausdrücklich verdient!“

„Ich freue mich über diese Ehrung“, sage der Geehrte nach den ersten Glückwünschen. Mag sage den Remscheidern zwar nach, ihr Stolz auf ihre Heimatstadt sei wenig ausgeprägt. Dabei hätten sie dafür Grund genug. Dank gab Dr. Walter Spelsberg an Malermeister Helmut Epe weiter, ein langjähriger Weggefährte bei den Remscheider Orchesterfreunden, der sich um die Akustik des Theaters und des Probenraumes der Orchestermusiker verdient gemacht habe. „Seine“ Firma Dohrmann bezeichnete er als „eines der wenigen Bauunternehmen, das mit den Großen in der Branche noch mithalten kann“. 2020 feiert die Firma ihr 125-jähriges Bestehen. Spelsberg scherzhaft: „Dann wird auch die Trecknase längst fertig sein. Das ganze marode Straßensystem, die Folge einer verfehlten Verkehrspolitik, wahrscheinlich leider nicht!


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