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Integrations-Coaches als Wegweiser und Unterstützer

Seit Oktober vergangenen Jahres hat das Diakonische Werk des Evangelischen Kirchenkreises Lennep neun Männer und Frauen mit Migrationshintergrund, deutschen Sprachkenntnissen und Bleibeperspektive in Deutschland zu Sprach- und Kulturmittler ausgebildet, zu Integrations-Coaches. Ihre Teilnahmezertifikate erhielten sie am vergangenen Samstag im Vaßbendersaal Markt von Diakonie-Geschäftsführer Florian Schäfer und Sozialarbeiter Thomas Homberg. Zu den ersten Gratulanten gehörte Sozialdezernent Thomas Neuhaus.

Die neuen Integrations-Coaches

  • Mohammad Hagi (Syrien), Sprachkenntnisse Arabisch, Kurdisch, Deutsch, Englisch: „Das Wort ‚Coach‘ hat seinen Ursprung im Ungarischen und bedeutet ‚Kutsche‘. Nun ist die Kutsche ein Beförderungsmittel von einem Ort zum anderen. Wer sich in eine Kutsche hineinsetzt, hat ein Ziel vor Augen. Deswegen sehe ich mich wie ein Mittel zum Zweck, damit es schneller geht, damit man auf dem Weg bleibt, zielgerichtet. Das bedeutet: Begleitung des Kunden auf dem Weg zu seinem Ziel durch: Tipps, Ratschläge oder Impulse.“
  • Waseem Kabak (Syrien), Sprachkenntnisse Arabisch, Deutsch, Englisch: „Ich möchte als Integrations-Coach meine deutsche Sprache verbessern, die deutsche Mentalität intensiver kennenlernen und meine Mitmenschen unterstützen.“
  • Beya Chagouri (Algerien), Sprachkenntnisse Arabisch, Deutsch, Französisch: „Ich sehe in dem Projekt eine Chance, mich als Sprach- und Kulturvermittlerin einzubringen. Als Integrations-Coach habe ich eine Aufgabe gefunden, in der ich mich weiterentwickeln und neue Bekanntschaften knüpfen kann.“
  • Hussein Almohamad (Syrien), Sprachkenntnisse: Arabisch, Deutsch: „Ich freue mich auf neue Bekanntschaften, möchte meine deutsche Sprache verbessern und das deutsche System intensiver kennenlernen.“
  • Nahid Ghorbany (Iran), Sprachkenntnisse: Persisch, Dari, Deutsch, Englisch: „Ich bin der Überzeugung, dass gerade die Vielfältigkeit und Notwendigkeit der sozialen Arbeit in Deutschland genau das Richtige für mich ist und ich zugleich einen zukunftsträchtigen Beruf erlerne.“
  • Evin Hessen (Syrien). Sprachkenntnisse Kurdisch, Arabisch, Deutsch: „Viele Menschen, die gerade nach Deutschland kommen, benötigen vielseitig Hilfe. Ich habe damals wenig Hilfestellung bei Behördengängen usw. erhalten. Mein Ziel ist es, Menschen ihre Ankunft zu erleichtern und ihnen helfend zur Seite zu stehen.“
  • Hiro Sulayman (Syrien) Sprachkenntnisse Arabisch, Kurdisch (kurmanci), Deutsch: „Ich habe Spaß daran, anderen Menschen zu helfen, ihnen den richtigen Weg zu zeigen in Behörden, Schulen, Kindergärten etc. und dabei andere Kulturen, Sitten sowie Religionen kennenzulernen.“
  • Biniam Hailemichael (Eritrea), Sprachkenntnisse Tigrinya, Amharisch, Deutsch: „Ich habe Freude daran, Neues zu lernen und Menschen zu helfen, in Deutschland zu leben.“
  • Authman Rasul (Syrien), Sprachkenntnisse Arabisch, Kurdisch, Deutsch: „Ich habe selbst erlebt, wie es ist, ohne Sprachkenntnisse zu Behörden zu gehen. Man fühlt sich hilflos und unsicher. Darum möchte ich gerne andere Menschen in dieser Phase unterstützen.“

Integration ist für den Evangelischen Kirchenkreis Lennep zu einer zunehmend wichtigeren Aufgabe geworden, seit in den vergangenen Jahren mehrere tausend Geflüchtete nach Hückeswagen, Radevormwald, Wermelskirchen und vor allem Remscheid gekommen sind. Um dem aktuellen Bedarf an Übersetzung und kultureller Verständigung zu begegnen und um die Verständigungslücke zu schließen, werden derzeit mehrheitlich Laiendolmetscher – Kinder, Verwandte, Reinigungskräfte – eingesetzt. Teilweise wird der Bedarf auch durch  ehrenamtliche Kräfte, welche nicht spezifisch geschult sind, im Rahmen von sozialen Projekten (Ehrenamtsbörse) gedeckt. Doch in den sensiblen Bereichen wie Gesundheit, Soziales und Bildung sind dies oftmals unbefriedigende Hilfskonstruktionen. Sporadisch, insbesondere bei sozialen Diensten und Behörden, werden deshalb externe professionelle Sprach- und Integrationsmittler/innen nachgefragt. Derzeit holt man sie aus anderen Kommunen (Wuppertal). Diese Dienstleistung ist aber derzeit nur eingeschränkt verfügbar und zudem organisatorisch aufwendig und kostenintensiv.

Die neun „eigenen“ Integrations-Coaches sollen künftig den erhöhten Unterstützungsdarf im Kirchenkreis Lennep unterstützend abdecken. Für sie ergeben sich vielfältige Einsatzmöglichkeiten als „Brückenbauer“/Vermittler zwischen deutschen Institutionen und Zuwanderern – beispielsweise bei der sprachlich/kulturellen Verständigung in Arztpraxen, in sozialen Einrichtungen und Behörden, aber auch der Industrie.

Das Projekt ist von der Idee getragen, dass Migranten, die sich erfolgreich in unsere Gesellschaft integrieren und in ihren Herkunftsgruppen eine akzeptierte und anerkannte „Leaderrolle" innehaben, gezielt als Wegweiser und Unterstützer für eine erfolgreiche Integration wirken können. Es basiert insbesondere auf den Erfahrungen, die das Diakonische Werk im Rahmen der Umsetzung und Betreuung von Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen sammeln konnte sowie der Beschäftigung eines syrischen Juristen, der vor ca. 1,5 Jahren als Flüchtling nach Deutschland gekommen und jetzt im Arbeitslosenzentrum der Diakonie tätig ist. Über eine Vermittlungsplattform im Internet zur Einsatzkoordination können die neuen Integrations-Coaches, denen besonderes interkulturelles Verständnis und Sensibilität attestiert wird, nach einer intensiven Vorbereitungsphase ab Juni angefordert werden. Sie erhalten eine Ehrenamtspauschale. Weitere werden derzeit ausgebildet.

In den einzelnen Modulen der Ausbildung geht es um

  • Kennenlernen demokratischer und föderalistischer Strukturen
  • Training „Interkulturelle Kompetenz“
  • Training „Gesprächsführung in der Beratung"
  • Wohlfahrtsstaatliche Hilfesystem, gesetzliche Grundlagen und Arbeit m den Praxisfelder
  • Grundlagen der Suchtprävention und-beratung
  • Grundlagen der Schuldnerberatung
  • Training „Konfliktberatung und Deeskalation“
  • Übersicht „Berufliche Qualifikation und Integration“
  • Basiswissen zu Erziehungsstilen
  • Grundlagen SBG II

Zum Programm des Abends im Vaßbendersaal gehörte auch ein Auftritt des mehrfach ausgezeichneten Comedian Sertac Mutlu („Lachen ist ein gemeinsames Ding, egal woher Du kommst“). Und Teilnehmende der Dance Academy (Facebook: www.facebook.com/danceacademy-remscheid), ein Projekt des Diakonischen Werkes in Kooperation mit der Remscheider Tanzschule Wieber, in dem Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund im Rahmen von Tanzworkshops zu gesellschaftlichen Themen gecoacht worden waren, zeigten ihrer frisch erworbenen Tanzkünste, bevor eine Tanzparty mit DJ Marcell Filodda mit Freestyle, Hip Hop, International Pop und DuoDance begann.


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