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Blauer Mond, oder: Gesetze gelten für alle!

von Bernd Schützeberg

Ich möchte etwas Werbung machen für unseren Blauen Mond und alle um Unterstützung bitten. Der Blaue Mond ein Geschenk des Mannesmann-Konzern an seine Belegschaft zum Gedenken an die bahnbrechende Erfindung der Brüder Reinhard und Max Mannesmann; sie erfanden das nahtlose Rohr. Auch heute noch wird nach ihrer Erfindung produziert. Ohne sie gäbe es kein Höchstdruckrohr.

Als der Mannesmann-Konzern zerschlagen wurde, übernahm zum Glück die Salzgitter AG die Röhren-Werke auf Bliedinghausen. Heute arbeiten dort noch 350 Mitarbeiter. Aber wie alle Unternehmen schaffte auch Salzgitter allen sozialen Klimbim ab. Wohnungen und der Mannesmann-Park wurde verkauft. Die Stadt wollte den Park nicht, die Unterhaltung war zu teuer.

Schnell war ein Investor zur Stelle. Der wunderschöne Park wurde vernichtet, alte wertvolle Bäume wurden gefällt. Dadurch wurde ein denkmalgeschütztes Remscheider Wahrzeichen, unser Blauer Mond, dem Sturm ausgesetzt. Er wackelte, das ist normal. Die Brücke in Müngsten macht das auch. Unser Denkmal wurde aus Unkenntnis unnötig und falsch demontiert. Die Tennisplätze, Heimat des TC Mannesmann, wurden zerstört, der Club verjagt; er löste sich auf. Sein schönes Vereinsheim ist heute nur noch Schutt und Asche. Alles nur, damit Aldi größer wird.

Aldi hatte aber auch unseren denkmalgeschützten Mond gekauft. Vodafone zahlt Gebühren für die Antennen. Gesetze gelten für alle. Warum nicht für Aldi. Statt den Denkmalschutz zu erfüllen, kommt das Unternehmen mit dem unverschämten, ja lächerlichen Vorschlag, den Blauen Mond um zwei Drittel zu kürzen auf 19 Meter und ihn im Werk an der Bliedinghauser Straße aufzustellen. Ein denkmalgeschütztes Wahrzeichen in Remscheid. auf das sehr viele Bürger stolz sind, muss leuchten und von überall her zu sehen sein. Aber Aldi will das Gesetz aus Kostengründen nicht erfüllen, sondern den Blauen Mond verstecken. Unmöglich, eine Frechheit! Was kann sich Aldi noch alles erlauben? Was nehmen wir noch alles hin, nur um vielleicht etwas preiswerter einkaufen zu können. Es gibt doch so viele andere Aldis und Diskounter. Die Politik, der Denkmalschutz und wir Bürger dürfen das nicht einfach schlucken. Wir sollten uns wehren.

Am 14.Februar hat ein Treffen von Freudinnen und Freunde des Blauen Mondes in der Gaststätte Rautzenberg stattgefunden. Das nächste Treffen wird dort am 26. April um l9 Uhr beginnen. Was können wir machen, damit das Aldi die Gesetze erfüllt? Über die Teilnahme vieler Bürger würden wir uns sehr freuen. Die schönen uralten Bäume und den wunderbaren Park kriegen wir nie mehr wieder. Aber der Blaue Mond sollte wieder schön blau leuchten an seinem angestammten Platz, wo man ihn wieder von fast überall sehen kann. Der jetzige Zustand ist katastrophal.


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Kommentare

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Chronist am :

Zur Sitzung der Bezirksvertretung Süd am 18. April hat die SPD-Fraktion beantragt, die Verwaltung möge die Eigentümerin des Turmes (ALDI) auf die Fördermöglichkeit aus dem Landesprogramm „Heimat-Zeugnis“ aufmerksam machen und den eindringlichen Wunsch des Rates und der Bezirksvertretung Süd übermitteln, „das Industriedenkmal – ohne Verknüpfung mit anderen Forderungen an die Stadt Remscheid – aus Respekt vor den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Remscheid endlich wieder instand zu setzen.“ Ansonsten solle die Verwaltung alle denkmalrechtlichen Schritte einleiten, um den Wiederaufbau des Turmes zu erreichen. Begründung: „Das Land Nordrhein-Westfalen hat am 16. März 2018 angekündigt, ein Förderprogramm „Heimat-Zeugnis“ zu schaffen, bei der eine Förderung für die Restaurierung eines historischen Denkmals - ab 100.000 Euro pro Projekt -erfolgen kann. Der im Volksmund als „Blauer Mond“ bezeichnete Mannesmannturm in Bliedinghausen war eine markante und sichtbare Landmarke für Remscheid als Stadt des Erfindens (Gebrüder Mannesmann), Entdeckens (Wilhelm Conrad Röntgen) und Entwerfens (Gerd Arntz). Die exponierte topographische Lage des Turmes erhob ihn weit über das Stadtgebiet und bildete gemeinsam mit Rathausturm, Waterbölles, Lutherkirche und Bismarckturm die charakteristische Stadtsilhouette der „Seestadt auf dem Berge“. Von ehemals weltweit bestehenden fünf Mannesmanntürmen ist der Remscheider in unmittelbarer Nähe zum Mannesmannwerk der einzige noch Bestehende. Seit der wegen Einsturzgefahr erforderlich gewordenen Entfernung des ehemals beleuchteten Warenzeichens „MW“ droht das Ende dieses Wahrzeichens und Alleinstellungsmerkmals unserer Heimatstadt.“

Peter Maar am :

Der Antrag aus der SPD-Ratsfraktion, mit dem die Verwaltung aufgefordert wird, Aldi auf die Fördermöglichkeiten aus dem vom Land NRW aufgelegten Förderprogramm "Heimat-Zeugnis" (Heimat, Zukunft, Nordrhein-Westfalen - Wir fördern was Menschen verbindet") aufmerksam zu machen, kann ja wohl nicht ernst gemeint sein. Dieses Förderprogramm dürfte ja wohl ausschließlich auf die finanzielle Unterstützung eines bürgerschaftlichen Engagements abzielen und nicht auf die Unterstützung eines Discounter-Konzerns. Aldi sollte gefälligst die Restaurierung des Denkmals aus seinen Milliardengewinnen finanzieren und nicht aufgefordert werden, öffentliche Mittel abzuschöpfen, die für engagierte Vereine und Initiativen gedacht sind.

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