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Mit Weiterbildung gegen den Fachkräftemangel

Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrtspflege Remscheid

Der aktuelle Arbeitslosenreport der Freien Wohlfahrtspflege NRW belegt: Je besser qualifiziert Arbeitslose sind, umso leichter finden sie zurück auf den Arbeitsmarkt. Doch wer Hartz IV bezieht, profitiert kaum von beruflichen Weiterbildungsangeboten. Dies zeigt sich auch in Remscheid. Im Dezember 2017 hatten in Remscheid 2937 der insgesamt 4623 Arbeitslosen keine abgeschlossene Berufsausbildung. Während Fachkräfte in der Regel schnell eine Stelle finden, ist die Situation für Geringqualifizierte fast aussichtslos. So lag die Arbeitslosenquote von Ungelernten in Remscheid im Jahr 2017 mit 23,7 Prozent deutlich über der allgemeinen Arbeitslosenquote von 8,5 Prozent. „Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt können wir nur mit Aus- und Weiterbildungen erhöhen“, so die Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft Freien Wohlfahrtspflege in Remscheid, Sandra Engelberg. Auch wenn der Fachkräftemangel in NRW derzeit noch berufsspezifisch und regional begrenzt sei, klagten Arbeitgeber über zunehmende Probleme, Stellen zu besetzen.

Doch obwohl rund 74 Prozent der arbeitslosen Hartz-IV-Empfänger keine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen können, sind geringqualifizierte Arbeitslose im Hartz-IV-System von beruflichen Aus- und Weiterbildungen weitgehend ausgeschlossen. Zwischen November 2016 und Oktober 2017 entfielen nur 7,67 Prozent der Zuweisungen in Fördermaßnahmen auf Maßnahmen zur Berufswahl, Berufsbildung oder beruflichen Weiterbildung. Im System der Arbeitslosen-versicherung waren es im gleichen Zeitraum hingegen 31,45 Prozent, obwohl Empfänger von Arbeitslosengeld aus der Arbeitslosenversicherung in Remscheid vergleichsweise besser qualifiziert sind.

„Diese Zahlen spiegeln Verfehlungen in der Arbeitsmarktpolitik des letzten Jahrzehnts wider“, kritisiert Engelberg. „An- und ungelernte Arbeitslose müssen viel mehr Angebote zur beruflichen Weiterbildung erhalten, die ihnen idealerweise konkrete Perspektiven auf einen Berufsabschluss eröffnen.“ Dazu seien neue Konzepte nötig, die die Wünsche und Talente von Menschen im verfestigten Hartz IV-Bezug berücksichtigten. Gleichzeitig benötigten sie aufgrund von problembelasteten Biografien, fehlenden Schulabschlüssen, wenig Lernerfahrung oder schlechten Deutschkenntnissen begleitende Unterstützung.

Die Freie Wohlfahrtspflege in Remscheid fordert, mehr in die Qualifizierung insbesondere von un- und angelernten Arbeitslosen zu investieren und die Mittel dafür deutlich zu erhöhen. „Für viele Arbeitslose, aber auch etliche prekär beschäftigte Menschen – darunter viele Migrantinnen und Migranten sowie Geflüchtete – kann nach unserer Auffassung“, so die Sprecherin der Freien Wohlfahrtspflege Remscheid, „eine nachholende Berufsausbildung oder abschlussbezogene Weiterbildung ein wichtiger Baustein zu Integration und Teilhabe sein.“ Mehr anschlussfähige zwei- und dreijährige Ausbildungsgänge, geförderte Umschulungen, Teilzeitausbildungen sowie Vorbereitungskurse auf die Externenprüfung bieten sich hierzu als Wege an.

Gleichzeitig müssen aber auch die Rahmenbedingungen für einkommensarme Menschen während der beruflichen Weiterbildung verbessert werden. Denn gerade für Erwachsene, die zum Beispiel Verantwortung für eine Familie tragen, ist es wichtig, dass während der Qualifizierung der Lebensunterhalt verlässlich gesichert ist. (Alle Ausgaben des Arbeitslosenreports sowie weiterführende Informationen unter:http://freiewohlfahrtspflege-nrw.de/initiativen/arbeitslosenreport-nrw/)


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